Natursteinbelag (jura kalibriert 12 mm) im Bad DG Fachwerk fachgerecht verlegen

15.07.2008



Wir möchten im Bad 25 m2 Natursteinfliesen kalibriert 12 mm
300 mm Breite Überlänge fachgerecht auf der Balkenlage mit minimaler Aufbauhöhe verlegen. Welchen Aufbau können Sie empfehlen? Nach Rücksprache mit einen Fliesenleger hat dieser eine Ausgleichsschüttung, darauf 2x 14 mm OSB versetzt verlegt und auf die Balkenlage geschraubt, darauf 9 mm Ausgleichsplatte geklebt (Muster sah nach verdichteter Zellulose aus) und dann die Fliesen im Dünnbett verklebt empfohlen.
Herzlichen Dank für Ihre Ratschläge Jürgen Jaschko



Fliesen auf Holzbalkendecke



In das Obergeschoß eines Fachwerkhauses finde ich einen solchen Belag etwas deplaziert.
Nun, das ist Geschmacksache.
Ich weiß zwar nicht, was 12 mm kalibriert bedeutet, würde aber einen Belag aus großen Fliesen oder Platten auf einen massiven, starren Untergrund verlegen.
Auf einer Holzbalkenlage eignen sich dazu am besten Schwalbenschwanzplatten mit Zementestrich, z.B. Lewis- Platten.

Viele Grüße



Immer schwierig...



...Fliesen auf einer Balkendecke. Ich weiß zwar nicht, was das für eine Ausgleichsplatte sein soll, die Beschreibung klingt aber nach einer Gipsfaserplatte. Bei mir habe ich eine 25er OSB verlegt (verschraubt mit der Aufdopplung der Balken) und darauf einen 25er Trockenestrich (ist auch Gipsfaser). Allerdings habe ich an meine Balken seitlich noch U-Stahl geflanscht, damit die Schwingungen reduziert sind. Kommt aus meiner Sicht etwas auf die Balkenlänge an. Zwischen die Balken habe ich dann noch einen Haufen Riegel eingezogen. Alles etwas überdimensioniert, aber egal.
Dann mit Carra-flex den Granit. Mal sehen, ob es hält. In ein paar Jahren kann ich berichten...

Gruß Patrick.



Hallo



fest aufkleben würde ich den Plattenbelag nicht. Wir verwenden in solchen Fällen eine Entkoppelungsmatte von Gutjahr (Watec 2E). Da übetragen sich die eventuellen Bewegungen oder Risse im Untergrund nicht in den Oberbelag. Diese Matte verlegen wir immer bei schwierigen Untergründen und haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht. ( http://www.gutjahr-gmbh.de/index.php?id=32 ) Grüße H. Köhler



Noch nie gesehen...



Hallo Henryk,

die Dinger kenne ich garnicht, hört sich aber interessant an. Das einzige, was mir Sorgen machen würde, wäre eine Durchbiegung des Untergrundes. Aber da hast du mehr Erfahrung, wenn du es schon verwendet hast. Vielleicht kannst du Jürgen noch dazu ein paar Tips geben. Georgs Lewis-Platten gehen ja ein bißchen in Richtung Holzbetonverbunddecke, und das wird steif. Eine HBV habe ich bei meinem Schwager schon gemacht, Ergebnis war top.
@Jürgen: erzähl mal ein bißchen von deinen Balkenabständen und Länge der Balken. Das wäre sicher hilfreich.

Gruß Patrick.



Danke für Eure Antworten



Also erst einmal ein herzliches Dankeschön für die schnellen Antworten.

Nun der Reihe nach:
Kalibriert bedeutet gleichmäßig starke Platten, sodass ein Kleben im Dünnbett möglich ist.

Da wir den Boden noch nicht geöffnet haben, kann ich über die Balkenlage wenig sagen, sollten die Balken durchgängig sein so beträgt die Länge ca. 14 m. Die Stärke beträgt ca 30 cm, Abstand der Holzbalken zueinander ist mir noch unbekannt.

Der Aufbau des Hauses im EG und OG massiv gemauerter Sandstein ,nach den Plänen ausgemessene Mauerstärke 60 cm. Insgesamt macht das Haus einen sehr stabilen und massiven Eindruck, die Grundfläche des 1.DG (wo wir das Bad erneuern möchten beträgt 180m2. Im EG und OG ist Sollenhofer Schiefer im Flur und den Bädern verlegt(aus der Bauzeit), die Türstöcke sind massiv aus Marmor ausgebildet. Wandstärke der tragenden Wände ca 40 cm.

Im 1. DG, den ehemaligen Dienstbotenzimmern geht es natürlich weniger pompös zu aber auch hier ist die Raumgröße der ehemaligen Kammern zwischen 20 und 40 m2.

Jetzt meine Frage an Patrick, meinst Du, dass die Ausgleichsmatte nicht mit den OSB-Platten verklebt werden sollten, da der Natursteinbelag ja auf jeden Fall geklebt werden muss oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Da wir ab August in die Räume können und wir uns ergänzend vom Statiker den geplanten Aufbau freigeben lassen werden lassen, kann ich im Moment nur den gewünschten Aufbau und etwaige Tücken bei der Verarbeitung klären.

Ein herzliches Dankeschön für Eure Tipps
Jürgen



Wie gesagt...



...ich kenne keine "Ausgleichsplatte". Der Beschreibung nach hört sich das nach Fermacell (Gipsfaser) an, wie mein Trockenestrich. Und der ist bei mir schwimmend auf der fest verschraubten OSB. OSB mit den Austeifungen und die U-Stähle sorgen für hoffentlich Stabilität bei Durchbiegung (meine Bedenken bei Herrn Köhlers Vorschlag) und die schwimmende Verlegung entkoppelt vom Holzunterbau.
Wobei schmimmend etwas gemogelt ist, an ein paar Stellen, wo die OSB nicht ganz eben ausgelaufen sind, habe ich Harz injiziert, damit der Estrich nicht nachgibt.
Wiegesagt, ob es auf Dauer funktioniert, kann ich erst in ein paar Jahren sagen.

Gruß Patrick.



Sicher....



Das es zu keinen wesentlichen Durchbiegungen des Untergrundes kommt, das hatte ich eigentlich vorausgesetzt. Die statischen Voraussetzungen sollten schon gegegeben sein, wenn man Natursteine, welcher Art auch immer, verlegt. Die Entkoppelungsmatte ist lediglich dazu da, das man zB Natursteine direkt auf einem OSB- Plattenboden verlegen kann. Durch die Entkoppelung sind die unterschiedlichen Bewegungen ausgeglichen und es entstehen keine Spannungen zwischen Holz und Natursteine. Alternativ wäre eine Natursteinspachtelung zu überlegen. Diese ist flexibel und kann deshalb direkt auf Holz aufgebracht werden. Gruß H. Köhler