Hochfrierender Boden! Was ist zu tun?

22.02.2011



Hallo Gemeinde,

ich befürchte, dass der Boden in meiner Küche, aufgrund des strengen Frostes, hochfriert.

Der Boden wurde 2004 "instandgesetzt". Unter der Küche gibt es keinen Keller. Damalige Ausgangsituation: Terrazzo-Fliesen (ca. 2 cm stark) und darunter Estrich. Meine Frau wollte damals die Fliesen raus haben. Gesagt getan. Fliesen rausgehämmert, der Estrich kam gleich hinterher (völlig bröselig). Da die Zeit knapp bemessen war, entschieden wir uns anstatt des Estriches, zum Fliesspachtel als Unterbau. Darauf dann Fliesenkleber und Fliesen (5 mm stark, Bodenfliesen, eben).

Im Laufe der Jahre gingen jedoch immer wieder Fliesen zu Bruch. Als ich heute eine Ecke am Schornstein saubermachte, sah ich, dass die Fliese dort hochsteht. Ich vermute, dass aufgrund des doch recht strengen Frostes in den Wintern der letzten Jahre der Boden hochfriert (auch heute -10 Grad tagsüber). Die ehedem Lehmverputze Wand im Hintergrund zeugt wohl doch von Feuchte, gell?

Kann das sein, und wenn ja, wie baut man einen solchen Boden frostsicher auf?

Danke schon mal für eure Antworten.

Grüße
Martin





Hallo Martin,
wie war das mit den Frauen, die Geld kosten…? ;-)))

Aber zur Frage: was ist denn unter dem Fließspachtel? Doch wohl nicht direkt das liebliche Erdreich?
Brechen die Fliesen nur an den Rändern und nur bei frostigen Temperaturen? Vermutest Du, dass die Feuchte in der Wand Kondenswasser ist oder kommt da was von draußen, unten (Horizontalsperre?) oder gar eine alte Wasserleitung, die sich dem Winter ergeben hat?
Und wie heizt Ihr?

Viele Grüße, mag



Bodenaufbau



Hallo,

warum habt ihr die Terrazzo-Fliesen überhaupt raus?
Waren die schon locker, krumm, gerissen?
Ich hab die drin gelassen und drübergefliest (mit entsprechender Grundierung und Kleber natürlich).
Da sowieso neue Türen reinkamen, war auch die Höhe egal.

Zum "frostsicheren" und vor allem stabilen Fußbodenaufbau von unten nach oben wurde mir zu folgendem geraten, was ich auch beim geplanten Ausbau unseres Badezimmers so umsetzen werde:

Kapillarbrechende Schicht 20cm
PE-Folie oder Geo-Vlies
Bodenplatte, bewehrt 10cm
Schweißbahnen (am Rand hochgezogen und an ev. vorhandene Horizontalsperre angschlossen)
Dämmung (z.B. Styrodur) ca. 8cm
PE-Folie
Estrich 5cm (ev. mit Fußbodenheizung, dann dicker)
Bodenbelag (z.B. Fliesen)

Grüße
Volker



Moin Martin,



"Marmelade hat keine Balken" sagt man im Norden dazu.....

Wie Volker beschrieben hat, kommt da normalerweise n' büschn mehr drunter........

Dass das "hochfriert" wage ich doch arg zu bezweifeln, aber nimm spasseshalber mal die gezeigte Fliese hoch und leg' über Nacht ein Thermometer drauf.

Letztendlich isses so wie mal in einem Western einer zu Charles Bronson gesagt hat: "Weisst du, es gibt 2 Sorten Menschen auf der Welt: Die einen haben einen Revolver in der Hand und die anderen..........buddeln!

;-), Boris



OT



@ Boris
War das nicht Clint Eastwood in „Zwei glorreiche Halunken“?



@Margareta:



Du würdest eine meiner zahllosen Bildungslücken schliessen....hab's schlicht vergessen.

Grüsse aus Alzheim.

;-) Boris



@All



Danke zunächst einmal für eure Antworten.

@Margareta
da liest ja mal jemand die Antworten die geschrieben werden, lach. Unter dem Estrich war.... keine Ahnung. Ist sechs Jahre her. Ich vermute mal Beton o.ä.. Und nein. die Fliesen brechen auch mittendrin. Nicht nur an den Rändern, bzw. Fugen.

@Volker
"warum habt ihr die Terrazzo-Fliesen überhaupt raus? "
siehe Antwort von Margareta, "Frauen kosten Geld, etc". Ich hätte die Fliesen damals tatsächlich dringelassen, weil heile und stabil! Aber was tut man nicht alles für die Frauen ;-)

@Boris

zu Zeiten des Ausbaus war eben nicht mehr drunter. Ob der Boden tatsächlich hochfriert weiß ich nicht. Auffällig ist halt, dass immer im Winter ein paar Fliesen "geknackt" sind. Von daher die Vermutung, dass sich der Boden hebt. Und seien es nur ein paar Milimeter. Der alte, bröselige Estrich konnte das vielleicht "abfangen"?. Keine Ahnung. Die hochstehende Fliese gab mir da halt zu denken.

Grüße
Martin



Fußbodenaufbau



Hallo Martin,
das mit dem Ausgleichsspachtel würde mich auch interessieren.
Was die Fliesen betrifft:
Es gibt noch eine andere Möglichkeit.
Die Wand bzw. der Schornstein senkt sich. Der aufstehende Putz hebelt die Fliese nach oben.
Ich hatte schon zwei solcher Fälle.

Viele Grüße





Interessanter Aspekt, Georg!

Das in dem Bereich auf dem Foto der "Druck" nicht von unten sondern von oben kommen könnte, hatte ich bisher nicht in Betracht gezogen. Danke für den Hinweis.

Allerdings sind in dem Raum auch zahlreiche Fliesen in der "Fläche", also ohne Wandanschluß, gebrochen. Einige sicherlich weil etwas herunterfiel, andere aber eben einfach so ohne mechanische Einwirkung.
Im Flur, der angrenzend liegt und ebenfalls nicht unterkellert ist, klemmt bei anhaltendem starkem Frost übrigens die Haustür am Boden. Im Sommer schließt sie einwandfrei.

Deshalb meine Vermutung der Frosteinwirkung. Ob das innerhalb eines Gebäudes überhaupt möglich ist, weiß ich eben nicht. Deshalb meine Frage.

Der Fließspachtel war eine "schnelle" Lösung, die ich aus heutiger Sicht nicht mehr wählen würde. Ich hatte damals die Wahl zwischen mehreren Tagen (bis Wochen) Trocknung eines neuen Estrichs oder eben 24 Stunden Trocknung des selbstnivelierenden Fließspachtels.
Er hat jedoch lediglich den Estrich ersetzt. Das was drunter war, blieb auch so.

Grüße
Martin



Fußbodenaufbau



Nun weiß ich immer noch nicht was für ein Fließspachtel in welcher Dicke auf welchem Untergrund aufgebaut wurde. Dann kann ich wieder nur raten.
So was nennt man schüsseln, ist mir auch schon mehrfach untergekommen. Die Ursachen liegen in unterschiedlichen Formänderungen, hervorgerufen durch chemische und physikalische Quell- und Schwindvorgänge.
Falls z.B. der Fließspachtel Schnellzement mit hohem Anteil an Calciumaluminaten und Gips enthielt und auch noch in zu großen Schichtdicken eingebaut wurde, können solche Schüsselungen auftreten.
Unterschiedliche Feuchten im Untergrund und quellfähige Tonminerale könnten auch eine Ursache sein, desweiteren zu hohe Verkehrslasten usw..

Viele Grüße



Sorry Georg...



... aber nach sechs Jahren will mir einfach nicht mehr einfallen, was das für´n Zeug war. Hersteller- oder Produktangaben = Null. Was ich noch weiß ist, dass es sich um kunststoffverstärkes Material handelte (Glasfaser). Wegen der "Lungengängigkeit" beim Anmischen war Atemschutz vorgeschrieben, laut Verpackung.

Ich weiß, nicht für ein altes Haus geeignet, aber damals wusste ich es nicht besser und würde es heute vermutlich anders handhaben.

Untergrund? Weiß ich, wie oben beschrieben, auch nicht.
Einbaustärke: ich schätze mal zwischen 2 und 5 Zentimetern (der Boden war recht uneben, deshalb ja auch selbstnivelierender Fließspachtel).

Grüße
Martin



Fußbodenaufbau



2 bis 5 ist m.E. für einen Fließspachtel zu dick, sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht.
Da wird wohl ein kompletter Neuaufbau des Fußbodens fällig sein.

Viele Grüße