Erfahrung mit Zementfliesen ohne Fugenmasse?

09.12.2007



Liebe Forumsmitglieder,

wir möchten in unserer Küche - nachdem unser neuer Estrich nun endlich fertig ist - neue Zementfliesen bzw. Zementmosaikplatten verlegen. Diese sollen "knirsch", d. h. auf Stoss verlegt werden, wie es auch schon vor 100 Jahren üblich war. Laut Hersteller sollen die 1-2 mm "großen" Fugen mit Fugenmasse verschlossen werden, doch wir haben in älteren Beiträgen mehrfach über die Probleme mit der Entfernung von Fugenmassenresten gelesen und würden die Fliesen eigentlich gerne wie es wohl früher auch üblich war nicht verfugen; zum einen, um dem Problem eines möglicherweise entstehenden Grauschleiers aus dem Weg zu gehen, und zum anderen, weil dadurch das Muster unserer Meinung nach besser zur Geltung kommen würde.

Wir wüssten nun gerne, ob jemand bereits Erfahrungen mit unverfugten Zementfliesen gesammelt hat, da uns der Hersteller hierzu keine Tipps geben kann.

Die Fliesen sollen übrigens nach dem Verlegen imprägniert und mit einem Steinöl versiegelt werden (z. B. von Fila oder Lithofin). Wir wissen jedoch nicht, ob der Boden dadurch auch ohne Fugenmasse ausreichend vor eindringender Feuchtigkeit (z. B. beim feuchten Wischen oder wenn mal etwas herunterfällt) geschützt ist.

Wir sind für alle Rückmeldungen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen,

Cordula Seglers u. Markus Lau



Moinmoin.



Also ich möchte von einer fugenlosen Verlegung abraten. Zum einen sind die Platten nicht 100% exakt und bereits minimale Abweichungen machen dann im Verband Probleme. Zum anderen liegen die Plattenränder frei und können dann sehr leicht abplatzen, da doch immer eine minimale Fuge verbleibt. Ausserdem werden sich die Fugen bald durch Staub und Dreck zusetzen und ein Paradies für Kleinstlebewesen werden. Eine Fuge von 1-2mm sollte schon sein, und ein Grauschleier entsteht bei ungenügender Reinigung beim ausfugen. Und der allerletzte Schleier lässt sich beim aufwischen mit Essigwasser entfernen.
MfG
dasMaurer



Hierzu gibts verschiedene Betrachtungsweisen



das Maurer ist ein Anhänger der alles dicht,alles Baumarktphilosophie. Ausfugen von 1-2mm Fugen und anschließendes reinigen, am besten alles aus einer Firmenhand, und dann die Horrorstorie vom Abplatzen der Ränder und den Kleinlebewesen oh weiohwei.
Wenn euch das selbstständige Ausfüllen der Fugen zu igitt igitt ist, dann Zwischeräume einfach mit Quarzmehl verfüllen und das ganze mit dem Wasauchimmer mitversiegeln.



Dann



sind die abgeplatzten Kanten an den alten Böden dieser Bauart also Halluzination. Ich finde es nur fair, den Leuten alle Aspekte aufzuzeigen, und nicht nur diejenigen, die in meine Ideologie passen.
MfG
dasMaurer
PS: Ich werde nicht besser, indem ich andere schlecht mache.



Wir haben gerade



einen Kunden am Hals der bei uns Zemetfließen erworben hat und sich jetzt beschwert das die Kanten teilweise abgeplatzt. Und zwar dort wo die Fugen nicht richtig verfüllt sind.

Kann mir Herr Wels nochmal erklären was er meint?

Grüße



Was nun eine auch aus meiner Sicht vernünftige Verlegung...



...mit Ausfugung mit Baumarktphilosophie zu tun haben soll, verstehe ich nicht ganz. Also ob es dergleichen Material nur bei "20% auf alles" und Co. gäbe.
Wenn ihr aber unbedingt so arbeiten wollt, wie die "Alten", dann macht es so, wie Herr Welsch beschrieben hat. Den historischen Pfad habt ihr mit dem neuen Estrich aber ohnehin schon verlassen.
Die Überzähne, die Ulrich angesprochen hat, werdet ihr dann haben und eventuell im Laufe der Jahre die bekannten Abplatzer, je nach Kantengestaltung der Fliesen.
Empfehlen kann man es aus meiner Sicht nicht. Die Verlegetechnik von damals war eher ein Kompromiss an die schlechten Untergründe von gefliesten Flächen (Magerbeton, eventuell auf Blindboden auf Balkendecke). Da wären die Fugen ausgebrochen. Bei einem neuen Estrich stellt sich das Problem normalerweise nicht.
Nicht alles , was die Alten gemacht haben, muß heute noch Sinn machen...

Gruß Patrick.



Ich habe selbst



bei MIR im Haus alte historische Zemetfließen.

Auch diese sind übrigens Verfugt.



Danke



für die zahlreichen Beiträge, wenn ich mich auch manchmal über den doch sehr aggressiven Ton untereinander ziemlich gewundert habe. Schade, ich wollte mit meiner Frage nicht wieder die Grundsatzdiskussion ALT schlecht - NEU gut? auslösen. Wir hatten lediglich in einer Antwort zu einem älteren Beitrag (übrigens von Herrn Welsch) von der Möglichkeit gelesen, diese Fliesen auch unverfugt zu verlegen. Da aber offenbar bisher damit mehr negative als positive Erfahrungen gesammelt wurden, werden wir uns wohl doch für die vom Hersteller auch empfohlene Fugenmasse entscheiden. Wir dachten lediglich, dass das Muster ohne Fugen besser zur Geltung kommen würde und wir ein Problem weniger hätten, nämlich keinen potenziellen Grauschleier.

Dass wir nicht wie von vielen Leuten hier (teilweise recht aggressiv proklamiert) "historisch korrekt" bauen mit unserem Estrich, das ist uns schon bewusst.
Ich kann nur alle dazu auffordern: Frieden! Wir haben doch bald Weihnachten, oder?

Also nochmals vielen Dank an alle,

Cordula Seglers u. Markus Lau



Eine



Fuge von 1-3 mm fällt kaum auf, hilft aber die leichten Maßunhaltigkeiten des Materials auszugleichen.Auch wird wie schon gesagt die Kante geschützt.

Wichtig ist das die Fugenschlämme sorgfätig eingearbeitet wird.

Grüße



Hallo Herr Meurer,



da wir die Fliesen aus Kostengründen selbst verlegen wollen, hoffe ich, dass wir es auch hinbekommen, Fugen von 1-3 mm zu erhalten.
Können wir die Fliesen dafür auch wie geplant direkt auf Stoss verlegen und die verbleibenden Zwischenräume anschließend auffüllen?
Ich fürchte nämlich, dass es sehr schwer ist, eine Fuge von 1-3 mm ohne Erfahrung hinzubekommen.
Haben Sie außerdem vielleicht noch eine Empfehlung für eine geeignete Fugenmasse?
Unser Muster ist übrigens mit dem auf Ihrem Bild identisch, nur in anderen Farben.
Mit freundlichen Grüßen,
Cordula Seglers u. Markus Lau



Hallo,



ich würde den Verkäufer des Produktes bitten Ihnen alle Verarbeitungshinweise zur Verfügung zu stellen. In diesen sollten Sie auch an Angaben zur Fugenmasse icht fehlen.

Wir empfehlen einen Trasszement mit QuarzSand als Fugenmörtel.

Grüße



Danke Herr Meurer



auch unser Hersteller empfehlt ein Fugenmittel aus 1 Teil Quarzsand und 2 Teilen Trasszement. Dann haben wir ja nun eine weitere Bestätigung.

Mit freundlichen Grüßen,
Cordula Seglers u. Markus Lau



Fugenmasse oder nicht



Da habt ihr Euch aber schnell umstimmen lassen... Ich werfe hier nochmal ein Gegengewicht rein ;-)

Wir werden auch Anfang nächsten Jahres unsere Zementfliesen verlegen (lassen). Alles so knirsch wie es geht (Hersteller empfiehlt max. 1mm). Ob verfugt wird werden wir hinterher entscheiden.
Zu den abgebrochenen Kanten: genau das macht doch (natürlich in Maßen) den Charme aus und unterscheidet diese Böden von der modernen gekachelten Laboroptik. Außerdem glaube ich nicht, dass das bei einem gut gemachten, ebenen Untergrund derart gravierend sein kann.

Viel Erfolg! mag



Da bin ich ja erleichtert,



dass doch noch jemand so "verrückt" ist wie wir und eventuell in Betracht zieht, diese Fliesen nicht zu verfugen.
Richtig umgestimmt sind wir nämlich nicht, eher eingeschüchtert, und tendieren daher zur Verfugung. Eine endgültige Entscheidung wollen aber auch wir erst treffen, wenn wir das Verlegen hinter uns gebracht haben.

Eine andere Wahl als die Fliesen direkt auf Stoss zu legen haben wir meiner Meingung nach als unerfahrene Heimwerker ohnehin nicht, nur ob wir überstehende Kanten (die dann natürlich abplatzen könnten, was wir nicht als Weltuntergang, aber bei allzu vielen Stellen doch als schade empfinden würden) vollständig vermeiden können, wird man dann sicherlich erst sehen, wenn alles fertig ist.

Wir können ja in Kontakt bleiben und vielleicht Anfang des Jahres noch einmal unsere Erfahrungen austauschen. Wir werden voraussichtlich nämlich auch erst Anfang Januar mit dem Verlegen beginnen.

Mit freundlichen Grüßen,
Cordula Seglers u. Markus Lau



geb auch noch meinen Senf dazu



also Fliesen Stoß an Stoß legen ist wirklich nicht ratsam wegen der hier schon mehrmals besprochjen Problematik des abplatzens - verfugen und dann imprägnieren ist das einzig wahre (meiner Mienung nach) - die Fliesen kann man auch vorimprägnieren, dann entsteht keinerlei Zementschleier darauf beim Verfugen.
Servus aus Bayern



Das mit dem Vorimprägnieren



ist eine gute Idee, müsste ja eigentlich machbar sein und kann wohl auf keinen Fall schaden.

Auf Stoss bzw. knirsch müssen diese Art von Fliesen (1,6 cm stark mit im gegensatz zu "herkömmlichen" Fliesen sehr geraden Kanten) aber laut allen uns bekannten Herstelleranweisungen auf jeden Fall gelegt werden, und daran werden wir uns auch halten. Wenn die Kanten nicht überstehen, können sie meiner Meinung nach auch nicht abplatzen. Außerdem würde es wohl zu weit gehen, die Verlegeanleitungen der Hersteller solcher Fliesen, die ja mehrere Jahre Erfahrung mit diesem Material haben sollten und in gewisser Weise auch für das Ergebnis Verantwortung übernehmen müssen, in Frage zu stellen.

Aber danke für den Tip mit dem Vorimprägnieren!

Mit freundlichen Grüßen,

Cordula Seglers u. Markus Lau



VIA - Verarbeitungsanleitungen



Hatten vor ca. 2 Jahen ein BV in der Uckermark, wo wir dieses Produkt erstmal unter die Augen bekamen.
Wir waren sofort begeistert.
Die Verlegung der gesamten Bodenbereiche wurde dort in Eigenleistung erbracht.
Das Ergebnis war hervorragend, obwohl diese minimalsten Feinfugen entstanden.
Diese wurden nachher mit der Vorgehensweise von VIA-Richtlinien verschlämmt und einfach toll.

http://www.terrazzoplatten.com/de/pdf/verlegeanleitung_DE.pdf

Die Imprägnierungen waren bereits bei Lieferung vorhanden und mußten nachher nur noch einmal überarbeitet werden.

Nachträge:

http://www.zementmosaikplatten.de/
http://www.replicata.de
Http://www.golem-baukeramik.de/de/index.html



Grüße Udo



Danke



für die ermutigenden Informationen. Unser Hersteller war nämlich mehr oder weniger entsetzt, als er hörte, dass wir die Fliesen in Eigenleistung verlegen wollen. Aber wir lassen uns Zeit und dann denken wir, dass wir mit dem Ergebnis auch zufrieden sein werden.

Ich habe allerdings letzte Woche erst erfahren, dass unsere Fliesen auch bereits vorimprägniert sind. Wir können also ca. 5 Tage nach dem Verlegen und ausreichender Abtrocknung direkt mit dem Verfugen beginnen, ohne vorher noch einmal imprägnieren zu müssen.

Dann wollen wir mal das Beste hoffen....