Umbau eines Zimmers in Badezimmer. Dämmung, Schüttung, Vorsatzschale???

24.04.2007



Hallo zusammen,

ich hoffe mir kann jemand ein paar gute Ratschläge geben. Wir haben ein ca. 140 Jahre altes Fachwerkhaus und wollen im Obergeschoss nun ein Badezimmer einrichten. Ich bin gerade dabei die Decke mit Meißel zu bearbeiten denn eigentlich wollen wir die Holzbalken sichtbar machen und somit auch ein wenig Höhe gewinnen. Für den Boden haben wir eine Ausgleichsschüttung vorgesehen mit Bodendielen und später Fliesen. Die Wände sind wie in jedem Raum schief. Meine Fragen sind eigentlich folgende.
1. Wie bekomme ich die Wände gerade. Reicht eine Gipskartonplatte vor dem Putz oder sollte man eine komplette Vorsatzschale mit Dämmung aufbringen.
2. Die Decke ist eine Lehm-Holz-Stroh-Asche Decke. Kann man einfach die Ausfachung mit Lehm rausnehmen und so die Balken rausholen?
3. Die Badewanne soll an die Außenwand. Reicht ein Balkenabstand im Fußboden von ca. 1,00 m um die Last zu tragen? Die Innenwand steht auf einer tragenden Fachwerkswand.
Ich hoffe durch dieses Forum was ich gerade erst entdeckt habe ein paar Hinweise zu bekommen. Bei uns drängt die Zeit da wie die Finanzierung über die KFW gemacht haben und das Geld bald abrufen müssen.

Danke schonmal für die Antworten.



Umbau eines Zimmers in ein Bad



Hallo!
Also, warum willst Du denn die Wände gerade machen? Ich hab sie schief gelassen, die Fliesen fallen schon nicht runter! Nein, im Ernst, ich persöhnlich denke, das gehört zum Fachwerkhaus dazu. Wenn doch gerade, dann darfst Du wegen der Feuchtebelastung keine offenen Hohlräume in der Wand haben, damit dort hindurchdiffundierende Feuchtigkeit sich nicht ansammeln kann. Also nicht einfach nur Platten davor!Ausgleichsputz, im Feuchtraum ev. Kalkputz auf einem Putzträger. Im eigentlichen Nässebereich muß unbedingt eine Sperre rein, unter die Fliesen! Ich empfehle Dir die Matten von Kerdi, zwar sau-teuer, aber absolut dicht. Von daher wäre ich auch mit ´ner Dämmung sehr vorsichtig! Ich habe mein Haus sehr bewusst gar nicht gedämmt. (Taupunkt, Diffusion usw.) Habe allerdings auch den Vorteil recht dicker Strohlehmwände.
Zur Frage mit den Balken, nicht nur der Abstand, sondern auch der Querschnitt ist wichtig! Da solltest Du lieber jemanden fragen, der sich damit auskennt. (Statiker, Architekt)
Viel Spaß weiterhin!



ich möchte



bei ihrer badplanung vor allem den kostenfaktor ansprechen - wenn man so die entwässerungswege ansieht. ohne das das ergebnis sonderlich inspiriert wirkt. soll das alles in den fußboden? mei, man kann sich den Wasserschaden auch bauen. außerdem hat man den eindruck, dass vor ihren fenstern eine müllkippe sein muss - so konsequent wird jede sichtbeziehung nach außen vermieden. und was soll der der handtuchtrockner neben dem klo? da braucht ihn kein mensch.
ihre frage verstehe ich nicht ganz: ich vermute, sie haben derzeit keinen fußbodenaufbau? warum dann fliesen auf dielen? entweder sie wollen dicht mit fliesen, dann doch aber nicht auf dielen, sondern mit anständig abgedichtetem Aufbau oder sie wollen holzfußboden? aber das eine auf dem anderen?



Ant.: Ich möchte



Hallo,
also die Entwässerungswege sind schon kompliziert aber warum einen vorprogramierten Wasserschaden? Sollte es da Probleme geben? Beim Fußbodenaufbau habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Im Moment haben wir Holzdielen die aber einerseits nicht mehr schön und andererseits zum Teil kaputt und schief sind, außerdem 2 verschiedene Sorten. Auf diese Dielen soll eine Ausgleichsschüttung, dann Holzplatten und darauf Fliesen gelegt werden.



Was ist das bei den Fenstern?



Die Waschmaschine? Wenn das bei Klo ein Handtuchtrockner ist wo ist dann die Heizung? In der Wand oder doch im Fußboden? Was für ein Zimmer ist darunter? Dämmung der Decke wenn die Balken sichtbar sind?

Zu deinen Außenwänden: vollflächig Kalziumsilikat aufkleben(wenn du dämmen willst) Gipsplatten würde ich nur zu Innenwänden machen. Fliesen möglichst nicht an Außenwänden(sollten diffussionsoffen bleiben). Geht bei dieser Anordnung von Dusche und Wanne nicht. Hat Sven ja schon erklärt warum. Und mit dem Statiker ist auch i.O. Die Eckwanne an der Außenwand macht mir etwas Sorgen! Diese könnte wie eine Innendämmung mit Luft dahinter wirken. Könnte dahinter zu Tauwasseranfall kommen und damit zu Schimmel usw.

Der Holzboden und Fliesen? Bei mir hat's bis jetzt gehalten!(Dielen+Fermacellplatten+Elek.FBH+Fliesen) Gibt aber auch andere Erfahrungen. Würde ich wenn eine Waschmaschine mit drin ist vermutlich lassen. Zum Thema Feuchtigkeit unter den Fliesen. Die Feuchtigkeit sollte immer zu dem Raum darunter "wollen" (Stichwort Dampfdruckgradient) und können.

Ist denn deine Decke oben gedämmt? Oder willst du den Dachboden gleich mit heizen?

Wasser/Abwasser da solltest du wirklich nochmal drüber schlafen. Dass wird prinzipiell schon so gehen. Aber die Kosten- an jeder Seite Warm- und Kaltwasser und die vielen Abwasserrohre mit dem nötigen Gefälle und Befestigungen.

Gruß Marko



Umbau eines Zimmers als Badezimmer



Hallo Markus,
da hast Du ganz schön Manöverkritik auch für Sachen erhalten, die Du gar nicht gefragt hast.

Ich versuche mal, alles zusammen zu fassen:

1. Holzbalkendecke

Das Freilegen von ganzen, halben oder gestreckten Windelbodendecken oder Bohlendecken ist in Ordnung, aber bitte nicht versuchen, eine Einschubdecke (um die es sich hier sicher handelt) in Richtung Windelboden zu trimmen. Lass die Decke ganz, Raumhöhe kannst Du über den Fußbodenaufbau gewinnen!

2. Fußboden

Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder neue Dielung (was ich persönlich am passendsten finde) oder, wenn die jetzige Dielenlage gerade ist, Fliesen auf Fermacell oder OSB.

3. Fliesenuntergründe

Auch ich empfehle Dir, nicht zu versuchen, den Charme einer Sozialwohnung oder einer Pathologie in Dein Bad zu holen. Deshalb lass die Wände so krumm, wie sie sind, und möglichst diffusionsoffen. Nur im Bereich der Fliesenspiegel an der Wanne, in der Dusche und am Waschbecken würde ich einen Fliesenträger als Trockenputz aufkleben, wenn Du Dir Fliesen im Dickbett nicht zutraust.
Dazu die Putzflächen eventuell etwas begradigen und bei Bedarf Lehren kleben, dann Platten mit Ansetzbinder aufkleben (Gipskarton GKI 12,5 geht und ist billig!).
Die ca. 2 m² der Dusche und ca. 0,5 m² Fliesen an der Außenwand sollten dort keinen Schaden anrichten.

4. Gewicht der Wanne

So wie die Wanne geplant ist, steht sie auf mindestens 2 Balken, wenn die Füße zur Lastverteilung Unterlagen erhalten oder Du einen Wannenträger nimmst. Die Decke wird das von ihrer Bemessung her tragen, aber ob das wirklich hält, hängt vom aktuellen Zustand der Balken ab.

5. Anordnung Sanitärobjekte

Ich finde die Anordnung so ganz o.k. Ob ich beim Kacken oder beim Zähne putzen unbedingt aus dem Fenster schauen kann, halte ich für unwichtig.
Der Verlauf der Zu- und Ableitungen sollte nicht im Badfußboden, sondern senkrecht nach unten erfolgen. Da i.d.R. Feuchträume übereinander gesetzt nwerden, ist unten die Küche oder der Hauswirtschaftsraum.
Das ergibt:
- eine Verkofferung in der linken oberen Ecke für 1
kleinen Abfluß und 2 Zuleitungen KW und WW.
- die nächste Verkofferung ist rechts unten mit einem 100-
Abfluß und KW/WW. Der Abfluß der DWB und die Zuleitungen
können in einer 1 m hohen Vorwand verschwinden. Die
Dusche kann zur Toilette hin entwässert werden (Abfluss
der Duschtasse zum Klo drehen!), das kleine Rohr passt
das Stück in die Innenwand, ansonsten eine kleine,
niedrige Verkofferung zum Klo, in die auch die Zuleitung
WW/KW zur Dusche hineinpasst.

Viel Spass beim Umbau

Georg Böttcher



Deckenaufbau



Hallo zusammen,
danke erstmal für die ganzen Hinweise. Nur kurz zur Information. Außenwände sind logischerweise oben und rechts. Der rechte Teil des Zimmers liegt über einem Badezimmer, die Abflußleitung und Wasserzuleitung soll über die Außenwand rechts erfolgen. Der Wannenablauf soll auch darüber erfolgen. Soweit ich das verstanden habe soll ich also auf keinen Fall die kompletten Außenwände fliesen sondern nur den Wannen und Duschteil. Der Handtuchwärmer soll übrigens als Heizung funktionieren. Die Decke soll wenn möglich gedämmt werden was aber denke ich ein Widerspruch ist mit "Sichtbarmachen der Balken". Auf dem Foto könnt ihr einen Blick von unten nach oben in die Decke werfen. So wie es aussieht ist die Decke durch Lehm und Stroh gedämmt worden und auf dem Holzbalken liegen noch Ziegelsteine drauf.