Backsteingebäude von 1911, neuer Putz hat Flecken

21.12.2008



Guten Tag,
wir haben ein Haus von 1911 erworben und sind seid längerem dabei es Kern zu sanieren. Nun haben wir 3 Probleme bei denen wir gerne Ihren Rat hätten.
1.
Im EG befindet sich das Esszimmer an einer Außenwand, bei der sich nachdem wir im Sommer neu verputzt haben, dunklere Flecken zu sehen sind. Mit dunkel meine ich, der Putz scheint Feuchte Flecken zu haben. An dieser Außenwand haben wir alle Fugen und Setzrisse mühevoll mit Fugenmörtel verfugt.Da sich die feuchten Flecken oberhalb der Horizontalsperre befinden, vermuten wir, diese ist an einigen Stellen undicht ?
Sollten wir über diese Länge die Sperre mittels Sägeverfahren erneuern lassen?
Wäre eine Imprägnierung der gesammten Backsteinfassade ratsam um weiteren Schäden vor zu beugen?
2.
An der gleichen Mauer aber im 1. OG hat sich nun unterhalb der Fensterbank ein feuchter Fleck gebildet. Zu erwähnen ist, Fenster alle neu, Fensterbänke neu aus Zement gegossen, aber Anschluß zum Mauerwerk noch nicht mit Acryl oder ähnlichem abgedichtet.
Kann hier das Wasser zwischen Fenster und Fensterbank in die Mauer gelaufen sein und hat sich seinen Weg gesucht?

Die Fensterwangen wurden von innen mit Designplatten (außen grau und hart innen eine Dämmung)zugebaut und verputzt.
Im Schlafzimmer , ebenfalls 1. OG haben wir gestern eine leichte gelbliche Verfärbung an den Ecken entdeckt, also da wo über diese Designplatten Eckschienen gestzt wurden und diese dann mit Putz bearbeitet wurden...Ansonsten sieht diese Wand keinesfalls feucht aus.
Um Ratschläge sind wir sehr dankbar, die monatelangen Arbeiten zehren und wir hoffen, dass es nicht allzu schlimme Neuigkeiten gibt...
Herzlichen Dank





Hallo,

ich halte es für wahrscheinlich, daß Sie einfach zu schnell gebaut haben. Die Feuchtigkeit im Mauerwerk wäre dann alt und will jetzt raus, kann sie aber nicht. Zumindest nicht durch die allseits beliebte WEDI-Platte in den Laibungen.
Solche Mauerwerks-Restfeuchte kann sehr beträchtlich sein, wenn Sie bedenken, daß freies Wasser meistens erst jenseits der 20 Vol% ausfließt.
Haben Sie während der Bauzeit und nach Reparatur, aber vorher Aufbringen dichter Schichten technisch getrocknet ?

Das schließt natürlich verbliebene Undichtigkeiten nicht aus, kann ich aber im Internet nicht beurteilen.

Vom Durchsägen halte ich nichts, Schäden in bergschlaggefährdeten Gebieten können größer sein als der Nutzen. Sie sind wahrscheinlich Erdbebenzone !!

Die Imprägnierung würde die Fläche dichten aber nicht den Schaden, wenn er vorliegt.

Zementfensterbänke kann man oberflächenbehandeln: Seiten von STO durchsehen !

Grüße aus Duisburg



Backsteingebäude von 1911, neuer Putz hat Flecken



Hallo Herr Beckmann,
technisch getrocknet haben wir nicht. Wir spielen jetzt mit dem Gedanken, um die Restfeuchte vielleicht entfernen zu können.
Wir bauen schon seid fast einem 3/4 Jahr um, eigentlich ja nicht schnell. Allerdings sind die Verkleidungen der Laibungen und des Verputzens wirklich schnell aufeinander gefolgt.

Ich war der Meinung, dass das Sägeverfahren das schonenste unter den mechanischen Verfahren sei. Injektionsverfahren sollen ja laut meinen Recherchen nicht immer funktionieren...
Das Haus befindet sich in Willich ca 15 km von Mönchengladbach entfernt.

Nach Ihrer Mail überlege ich nun, ob überhaupt die Horizontalsperre defekt ist, oder ob es sich außschließlich um Restfeuchte handeln kann. Was dem wiederspricht ist, dass wir jetzt bei den kalten, regnerischen Witterungen meinen, die Flecken wären dunkler und etwas größer geworden.
Da in diesen Räumen Fußbodenheizung gelegt werden soll, können wir diese nur am WE mit Dieselheizung heizen. Eine permanente Wärme wäre natürlich 1000 mal besser.

Der Backstein hat an dieser Stelle von Außen eine viel dunklere Farbe. Das hat sich auch im Sommer bei 30° nicht geändert. Das macht uns schon stutzig. Unterhalb der Horizontalsperre ist der Stein viel heller und hat einen weisslichen/grauen Schleier.
Ein Bild würde bestimmt mehr Klarheit verschaffen, aber ich glaube ich kann als Gast gar keins einstellen...

Wie lange kann es denn dauern bis alle Restfeuchte weg ist und wozu raten Sie uns in der weiteren Vorgehensweise?

Vielen Dank und schöne Grüsse!



Neuer Putz mit Flecken



Hallo Frau Bartsch,

Die Lage bei MG spricht in der Tat gegen Sägeverfahren.
Zunächst mal geht am intensiveren Heizen kein Weg vorbei, und zwar ganztags, verbunden mit Stoßlüftung, im Zweifel auch mit sonst unsinnig hohen Temperaturen.
Aber verwenden Sie bitte auf keinen Fall Heizgeräte, die mit Wasserampfproduktion verbunden sind.

Zur Austrocknungszeit kann ich im Prinzip nur sagen, daß es eine Heizperiode und einen Sommer dauern kann.

Kondensattrockner verringern die Notwendigkeit zum Lüften in sonst nicht genutzten Räumen, kosten aber wegen des Stromverbrauchs.

Grüße aus Duisburg