Dielen: klecksartige weiße Flecken in der Versiegelung...

01.08.2005



Hallo,
ich habe gerade zwei Wohnungen zusammenlegen lassen (tragende Wand entfernt)und insgesamt sollte der Dielenboden geschliffen und versiegelt werden. An der Stelle, wo die Wand stand, sollten Dielenbretter eingefügt werden. Habe mir eine bundesweit tätige Firma gesucht (Internet) und den entsprechenden Auftrag vergeben. Am vergangenen Samstag sollte Abnahme sein und was sehe ich: der ganze Boden ist übersäht mit milchigweißen Flecken in der Versiegelung. Das knarzen der Dielen wurde zwar mit versenkten Schrauben beseitigt, aber so wie es aussieht, nach dem Versiegeln. Die neu eingepaßten Dielen geben auf der einen seite extrem nach (wippen richtig) und auf der anderen Seite haben sie eine leichte Wölbung nach oben. Außerdem sind die hier entstandenen Fugen -wie es aussieht- mit beigefarbenem Silikon verfüllt worden. Meine Fragen:
Können die milchigen Flecken (verteilt auf 80 qm)durch Silikonausdünstungen entstehen? Werden die Schrauben nicht "unsichtbar" gemacht und dann wird erst versiegelt? Womit werden solche neu zu verlegenden Dielen bei Wanddurchbrüchen unterlegt?
Reicht es tatsächlich, wenn der Boden jetzt noch einmal leicht angeschliffen und neu versiegelt wird?
Bin total verunsichert, wem ich dan den Auftrag gegeben habe....Hoffe auf schnelle Hilfe!
Viele Grüße
Simone



Weiße Flecken,



hallo Simone,
ich gehe mal von einem Wasserlack aus. In diesem kann es vorkommen, daß sich Klümpchen bilden und diese dann als weiße Flecken auf der Fläche erscheinen. Deshalb soll man diesen Lack durch ein Sieb gießen, bevor man ihn verarbeitet.
Ob die Lösung das Anschleifen und Übersiegeln ist kann ich ohne das gesehen zu haben nicht sagen. Wie wärs mit einem Foto?
Die Wölbung nach oben kann durch unterschiedliche Höhen der Fußböden in den beiden Zimmern kommen. Für ein extremes Nachgeben fällt mir keine Ausrede ein.;-)
Die versenkten Schrauben sollten verkittet werden. Seit einiger Zeit benutze ich dafür nicht mehr die Fugenkittlösung mit Schleifstaub sondern ein farblich passendes Acryl. Dadurch, daß dieses elastischer ist, hält es länger und fällt nicht so leicht wieder heraus. Die Fugenkittlösung ist eher für Fugen bis zu einer maximalen Breite von 1-2mm geeignet.
Das mit den entstandenen und verfüllten Fugen erschließt sich mir nicht ganz. Ich gehe aber zumindest davon aus, daß die mit Acryl oder sog. Tischlersilicon verfüllt wurden. Wozu auch immer?
Die befürchtete "Siliconpest" sieht eher so aus, daß stellenweise der Untergrund den Lack nicht annimmt und sich kleine Krater bilden. Das scheint nicht der Fall zu sein.
Auf jeden Fall ist der Firma die Möglichkeit zur Nachbesserung zu geben. Wenn das nichts wird, dann kann ich mir das ja mal ansehen.
Grüße Lukas



weiße Flecken - oder doch eher Krater?



Hallo Lukas,
Tausend Dank für die Antwort.Ich glaube es sind doch eher Krater...wenn man so gegen das Licht schaut, ist es eine einzige "Unebenheit", teilweise lassen sich die Stellen mit dem Fingernagel lösen. Die Firma ist gerade zum Nachbessern da. Gestern wurde an einer Teststelle von ca. 2qm die Fläche noch einmal angeschliffen und neu versiegelt. Ergebnis: keine Flecken mehr aber man sieht im Gegenlicht immer noch die Krater. Es ist zwar deutlich besser aber wirklich nicht zufriedenstellend.
Den einen Teil der Wohnung habe ich schon einmal vor 10 Jahren Abschleifen und versiegeln lassen. Bitte nicht aufschreien: mit lösungsmittelhaltigem Versiegelungslack ( weiß nicht, wie man den Lack nennt). Das Ergebnis hatte mir sehr gut gefallen und die Oberfläche war eigentlich noch total in Ordnung, halt ganz leichte Oberflächenkratzer. Ich dachte, wenn ich nun den neuen Teil der Wohnung (Ochsenblut) neu machen lasse, sieht man zu sehr den Unterschied zur alten Wohnung - nicht nur aufgrund der Versiegelung, auch wegen der nachgedunkelten Farbe des Holzes. Deshalb habe ich alles neu Schleifen lassen, mit dem Hinweis, daß ich wieder den -wenn auch stinkenden und zunächst sicherlich ungesunden- Versiegelugslack und NICHT Wasserlack haben möchte.
Der Mitarbeiter der Firma vor Ort hat mir heute Früh gesagt, auf der Teststelle sei nun noch einmal Grundierung aufgetragen worden (weil vorher ja keine Verbindung stattgefunden hat, diese würde nun noch einmal übergeschliffen werden und dann würde noch einmal versiegelt werden. Und morgen wollen sie mit allem fertig sein - 80qm. Ich weiß nicht, ob da wirklich Leute vom Fach an der Arbeit sind, muß man nicht Trocknungszeiten einhalten? Ich würde gern mal mit einem Fachmann sprechen - kann ich Sie telefonisch erreichen? Danke für Ihre Hilfe!!!!
Simone



brrrrr ;-)



Kunstharzlack dürfte das stinkende Zeug sein. Da weigere ich mich seit Jahren erfolgreich diese zu verarbeiten. Glücklicher Weise gibt es Wasserlacke, die eine gleichwertige Robustheit haben.
Wenn man den Lack mit dem Fingernagel abkratzen kann, dann spricht das für zu kurze Überarbeitungsintervalle.
Ich würde mal heimlich auf die Eimer sehen. Da stehen die Verarbeitungsanweisungen des Herstellers meist drauf, oder im Netz auf den Seiten des Herstellers.
Der Grundlack ist auf der rohen Holzoberfläche meist sehr schnell überarbeitbar. Die Decklacke sollten eher je Schicht über Nacht trocknen.
Es gibt aber auch "Ruckzucksysteme".
Die Frage ist, ob da nur angeschliffen wird oder abgeschliffen, hinsichtlich der letzendlichen Schichtdicke bzw. Anzahl der Lackschichten.
Grüße Lukas
PS meine Nummer habe ich per Elektropost geschickt.