Gelbe Flecken im Dielenboden

06.06.2006



Hallo zusammen,

ich habe am Wochenende unseren 100 Jahre alten Dielenboden von der Ochsenblutfarbe befreit. Das Fichtenholz ist bis auf ein paar Wurmlöcher in gutem Zustand. Leider haben die Dielen an machen Stellen leuchtend gelbe Flecken, die zwar durch erneutes Schleifen weniger werden, aber um diese komplett zu entfernen zuviel von der Dielenstärke verloren gehen würde bzw. bei partiellem Schliff Dellen entstehen. Gibt es andere Möglichkeiten die Flecken zu entfernen? Bleichen oder ähnliches? Kann man auch nur stellenweise bleichen, da es nur wenige intensive Stellen sind?

Vielen Dank für Hilfe!



Bleichmittel bei Kremer Pigmente



... die haben da viele Rezepturen und sind auch sonst sehr hilfsbereit. Vielleicht können die da ja was empfehlen. Allerdings bezweifle ich dass es hilft. Angenommen die Stellen lassen sich bleichen. Dann werden die bei einer Nachbehandlung aber wohl trotzdem eine andere Farbe, bzw. Farbaufnahmefähigkeit haben als der Rest und doch wieder sichtbar sein. Also gibts nur eins. Fragen und Probieren. Gibts denn irgend welche Vermutungen woher die gelben Flecken kommen? Was ist es denn für Holz? Ist auch für die Frage des Bleichens von entscheidender Bedeutung.

Schon mal an Bürsten und Kalken mit anschließendem Ölen gedacht?

Viele Grüße
Hans



Ochensblut



Hallo, Robin,

wir haben auch im ganzen Haus Ochsenblutfarbe und wollen die auch runter haben. Das Holz ist bei uns sehr uneben und wir befürchten auch, daß es nicht so ganz geht wie wir wollen.

Darf ich mich da mit einer Frage anschließen? Was ist "Ochsenblut" für eine Farbe? Falls das Abschleifen in einer Katastrophe endet, tragen wir die Farbe vielleicht wieder auf.

Robin, kannst Du mir dann mal schreiben, wie Du die Flecken schlußendlich weg gekriegt hast? Und wie habt Ihr die Farbe aus den Ritzen gekriegt?

Viele Grüße



Antworten auf die Fragen



Hallo,

die Dielen sind aus Fichte. Die Restflecken stammen meiner Ansicht nach aus Farbepigmenten aus der Ochsenblutfarbe. Werde mal versuchen ein brauchbares Bild zu machen, um die Flecken besser deuten zu können. Das gelb sehr hell, ähnlich von Rapsblüten.
Würde am liebsten nur die Flecken behandeln, anstatt die gesammte Fläche, daher kommt für mich Bürsten, Kalken und Öl erst im Notfall in Frage.
Aus welcher Zusammensetzung die Ochsenblutfrabe besteht weiß ich nicht.
Mit dem Mega Bandschleifer (Gewicht ca. 60 kg), den ich mir von einer Parkettfirma geliehen habe, fliegen bei 24 er Schleifband richtig die Fetzen und es stinkt gewaltig nach den Farbresten. Unebenheiten werden komplett ausgelichen. Die Fugen kratze ich nur sauber und sauge sie gründlich aus. In den beiden Zimmern, wo der Fußboden erhalten bleibt sind die Fugen schön schmal, sodass ich diese großzügig mit Öl (Leinos: Holzöl weiß, Holzöl hell, Hartöl und Hartöl spezial) versiegeln kann.

Ich dachte auch schon an Beizen in Kirschholzfarbe o.ä., aber ein heller Fußboden wirkt viel freundlicher.

Werde micht mit dem Exenterschleifer mal versuchen, um die Flecken zu minimieren. Vielleicht werden die Restflecken vom Holzöl hell überdeckt.

Ergebnisbericht erfolgt umgehend!



Hallo Robin,



bleichend wirken unter anderem folgende Substanzen:

Wasserstoffperoxid
Chlorbleichlauge (Eau de Javelle)
Schweflige Säure bzw. Sulfite
Oxalsäure

das ist alles so giftig bzw. ätzend wie es klingt. Mein Rat: versuche es mit Wasserstoffperoxid 30% (Apotheke, Handschuhe + Schutzbrille), nach dem Auftrag sofort Ammoniaklösung drüberpinseln (Nase zuhalten), einwirken und trocknenlassen. Wenn Du die Fläche nur partiell behandelst, gibt es neue Flecken, nämlich helle. ODER:
Du lebst mit den Flecken. Der von Dir vorgesehene Oberflächenaufbau wird die Flecken entweder weniger deutlich sichtbar lassen (weiß pigmentiertes Öl) oder die gesamte Fläche deutlich gelber werden lassen, so daß die Flecken auch nicht mehr so zu sehen sind. Das Holz gilbt auch ohne Öl unter Lichteinfluss. Wie auch immer, auch ohne Chemie wirst Du die Flecken in 5 Jahren wohl kaum noch sehen.

Außerdem: ein bisschen Patina schadet nicht, oder?

Grüße und gutes Gelingen

Thomas W. Böhme