Flachdachkonstruktion für Anbau



Flachdachkonstruktion für Anbau

Hallo,

es geht mal wieder nicht um ein Fachwerkhaus, aber immerhin um viel Holz :)

Wir lassen an unserer Doppelhaushälfte einen kleinen Anbau (ca. 2x5m) mauern. Der braucht natürlich ein Dach. Das Flachdach wurde nun vom Zimmermann entworfen, aber ich bin mit den Details noch nicht ganz glücklich bzw. bin unsicher.

Durch den Anschluss am Hauptdach ergibt sich eine doppelte Konstruktion aus Deckenbalken und Dachbalken. Eventuell ginge auch nur eine tragende Ebene.

Mit 200mm Deckenbalken kann ich genau 200mm Dämmung einbringen. Dabei komme komme gerade so auf einen U-Wert von 0,209 W/m²K. Alternativ bliebe noch raumseitig 5-6cm "Untersparrendämmung".

Aufbau von Innen nach Außen:
Fermacell oder GK
Lattung/Installationsebene
Dampfbremse
200mm SteicoFlex 036
Hinterlüftung
Dachbalken
Schalung
Dachpappe

Ich habe folgende Fragen:
- Wie schütze ich die Dämmung auf der Oberseite zur ruhenden Außenluft. Mit Unterdeckplatten wie SteicoSafe? oder einer Unterspannbahn?
Der Zimmermann hat OSB vorgeschlagen. Das wäre aber nicht diffusionsoffen.

- Gibt es eine bessere Variante?

Vielen Dank.
VG
Christian



Anbau konstruieren und dämmen



Hallo Christian,

Erst einmal würde ich so einen kleinen Anbau als komplette Holzkonstruktion erstellen, damit besser gedämmt werden kann.
Ein Betonringanker ist unnötig-
eine verdübelte, breitere Fußpfette genügt völlig zur Stabilisierung der Wand.

Warum nicht gleich die Untersicht schräg unter den Sparren verkleiden? das erspart die Deckenkonstruktion.

Wenn der spitze Winkel oben an der Wand als unschön empfunden wird kann darunter eine 50-70 cm breite, waagerechte Deckenverkleidung erstellt werden.

Auf die Sparren KEINE OSB-Platte!
Teile deinem Zimmermann mit, dass solche Unterdächer diffusionsoffen herzustellen sind!!!

Besser Holzfaser-Unterdachplatten verwenden statt Folie-
stabiler, kein unterseitiges Kondensat, dämmt, reduziert Wärmebrücken und verbessert Schall- und Hitzeschutz.

Zwischen den Sparren:
Holzfaserplatten, Zellulose, Hanfdämmung oä.

Quer unter die Sparren zusätzlich zur Reduzierung der Wärmebrücken eine Lage Holzfaser-Dämmplatten,
dazwischen Holzlatten als Unterkonstruktion für Gipsfaserplatten.

Darauf Dampfbremse mit geringem Sd-Wert 2-4 m

und anschließend die Fermacellplatten anschrauben.

Holzfaserplatten mit Nut und Feder und etwas höherem Sd-Wert sind direkt verputzbar.

Bei geringer Luftfeuchtigkeit in dem darunterliegenden Raum
können normale Holzfaserplatten ohne Dampfbremse verwendet werden-
nur die Anschlußbereiche gegen Konvektion gut abdichten.

Allerdings muß die Dachdämmung nicht übertrieben werden, wenn die Wand nicht ähnlich gut gedämmt wird.

Andreas Teich





Hallo,

danke für die hilfreiche Antwort. Der Planer/Statiker ist sicher etwas über das Ziel hinaus geschossen.

Es wäre also eine Überlegung, die Deckenkonstruktion zu ändern. Wenn ich dort 20cm Sparren nutze, könnte ich mit 4cm Hinterlüftung 16cm Dämmmatten einbringen und dann noch etwas Untersparrendämmung hinzufügen.

Reicht das als Hinterlüftung oder lohnt sich der Aufwand mit den Deckenbalken?

Die Decke anschließend waagerecht verkleiden ginge in Eigenregie.

Statt OSB frage ich nach Holzfaser-Unterdachplatten. DWD Platten gibt es bereits in 16mm Stärke. Das sollte sich für den Zimmermann wie OSB Verarbeiten lassen.

Da ein Raum das Badezimmer ist, würde ich auf jeden Fall eine Dampfbremse einsetzen.

Vielen Dank und einen schönen Tag.
VG
Christian



Dachaufbau und Dämmung Anbau



Hallo Christian

Bei diffusionsoffener Holzfaser- Unterdachplatte bzw bei jedem diffusionsoffenem Aufbau sind Hinterlüftungen DARUNTER sinnlos-

vor allem muß die Luft auch nach außen abgeleitet werden,
was bei einer firstseitig aufgehenden Wand nicht ganz einfach ist.

Die Dachffläche darüber wird mittels Konterlattung hinterlüftet, wobei Tonpfannen ohnehin luftdurchlässig sind-
hier wäre Firstentlüftung auch etwas schwierig.
Die Situation wird verbessert, wenn die Dachfläche möglichst unbeschattet
ist und zumindest mehrere Stunden täglich besonnt wird

Also die Sparren möglichst mit kapillaraktivem Dämmmaterial voll ausdämmen
darüber eine diffusionsoffene Unterdachplatte
raumseitig eine Dampfbremse verlegen

Feuchtigkeit durch Fensterlüftung oder kleine Lüftungsanlage/Ventilator abführen

Andreas Teich





Hallo,

die Hinterlüftung kann nach meinem Verständnis nur über Lüftungsmöglichkeiten im Simskasten erfolgen. Durch die Dachpappe oben (keine Ziegel) geht nichts durch.

Deswegen hatte ich die Diskussion mit dem Zimmermann, ob auf die gedämmten Deckenkonstruktion überhaupt eine Unterdeckplatte kommen soll. Es geht nicht um die Unterseite der Dachsparren, die Schalung und Dachpappe tragen.

VG
Christian



Pultdachdämmung



Sorry- bin von einem Ziegeldach augegangen.

Bei diesem Dach hängt die Konstruktion davon ab,
ob es zumindest mehrere Stunden am Tag besonnt wird oder nicht.

Bei Besonnung:
- oberseitig diffusionsdichte Deckung ohne Hinterlüftung
- Vollsparrendämmung mit kapillaraktiven Dämmstoffen OHNE
Luftschicht darüber
- raumseitig eine feuchtevariable Dampfbremse, allseitig
sorgfältig verklebt, Durchdringungen vermeiden

Voraussetzung: trockenes Bauholz verwenden, max 15 % HF und keine übermäßige Baufeuchte in den Wohnräumen darunter, auch nicht zeitweise durch Estrich-, Putzarbeiten etc..
Diese müssten vorher abgeschlossen werden.

Im Bad eine automatische Belüftung installieren, die zeit- oder luftfeuchtegesteuert betrieben wird.

Ohne Besonnung:
Nur mit Belüftung der Dachfläche(ca 200 cm² Belüftungsquerschnitt je lfm traufseitig,
firstseitig bis auf 50 cm² reduzierbar-
ganz ohne obere Entlüftung gehts nicht.

Die Deckung würde ich dabei allerdings mit einer Lage 1,5 mm EBDM vornehmen ohne Unterlagsbahn.
Am besten vollflächig auf eine 19 oder 27 mm dicke 3-S Platte verkleben.

Bei der Variante mit Hinterlüftung muß nicht unbedingt die 2. Abdichtungsebene konstruiert werden- dein Dach ist jederzeit gut auf Undichtigkeiten kontrollierbar und EPDM ist ohnehin sehr zuverlässig.

Wenn Hinterlüftung dann die Unterdachplatte auf der Dämmung diffusionsoffen wählen.

Andreas Teich