Flachdach dämmen mit Hanf - Schimmelproblem?




Liebe Leute,

wir sanieren gerade unseren Bungalow aus dem Jahr 1963. Es ist zwar kein Fachwerk, aber ich habe hier viel über Hanfdämmung gefunden und da wir auch mit Hanf (Jute Combi von ThermoNatur: 75%Hanf, 25% Junte) dämmen, bekomme ich vielleicht dennoch Antworten.
Unser Dachaufbau von außen nach innen:
Teerpappe (luftdicht/diffusionsdicht nehme ich stark an)
Rauspund
Luft (variiert, da das Dach ganz leicht angeschrägt ist), im Luftraum verlaufen auch die Sparren, die zweigeteilt sind: zuoberst beginnen sie an den Wänden flach und werden zur Mitte hin immer höher (bis ca. 17cm), dann 17,5cm hohe Sparren.
Zwischen den 175,cm dicken Sparren haben wir 18cm Hanfdämmung.
Darunter ist eine Querlattung mmit 4cm Untersparrendämmung (auch Hanf).
Dampfbremse (DB+)
Rigips-Platten.

Das Problem ist folgendes: Die 18cm-Hanfmatten sind durch einen Messfehler eigentlich zu dick. Sie bilden mit der oberen Sparrenlage kleine luftdichte Räume, sodass die ganze Luft, die überm Hanf und unter dem Rauspund mit der Teerpappe ist, nicht zirkulieren kann.

Kann sich dadurch dort oben Schimmel bilden?



Hanfdämmung



Das Problem ist, wie Sie selbst schon schrieben, dass durch den Teerpappebelag nach Außen keine Diffusionsoffenheit gegeben ist.Dies könnte zur Auffeuchtung zwischen Dämmung und Dachschalung führen. Könnte. Bei uns im Osten ist ein Bungalow eine komfortable Gartenhütte, die hauptsächlich im Sommer genutzt wird. Ich vermute aber, Sie meinen einen eingeschossigen Einfamilienhausbau.Auf der pro clima Seite wird für die DB+ die Fähigkeit zur sommerlichen Rücktrocknung angegeben, zudem, wenn ich richtig gelesen habe, auch die Eignung zum Einbau bei nach außen diffusionsdichten Konstruktionen. Ich würde nochmal den Händler kontaktieren bzw. den Kundenservice vom Hersteller und das Problem schildern. Im Übrigen ist es immer sinnvoll, derlei Dämmprojekte mit einem Bauingenieur etc vorher durchzusprechen



Dachdämmung unter diffusionsdichtem Dach



Sofern das Dach
- im wesentlichen unverschattet und besonnt ist,
- möglichst kapillaraktive Dämmstoffe verwendet werden,
- die Luftdichtheit gewährleistet ist und
- entweder Dampfbremsen mit nierigem Sd-Wert von ca 2 m
oder besser feuchtevariable Dampfbremsen mit großer
Spreizung der Sd-Werte verwendet werden

können Vollsparrendämmungen schadensfrei verwendet werden.

Luftdichtheit möglichst mit Blower-Door Test überprüfen.

Auch Diffusion über Randbereiche vermeiden und zu hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden.

Andreas Teich



Kann sich Schimmel bilden? Logisch...



..denn es gibt keinen Raum ohne Schimmel !
Natürlich erst recht, wenn organisches Material und falsche Verarbeitung zusammenkommen.
In der freien Natur ist immer Schimmel vorhanden, diesen brauchen wir sonst gäbe es kein Leben.
Entscheidend ist jedoch: wächst dieser in Wohnräumen und in welcher Konzentration.
Klar ist auch, die Feuchte wird durch einen Luftwechsel auch nicht geringer.
In den letzten Jahren ist auch die Luftfeuchte erheblich mehr geworden. Der Jahresmittelwert ist von 75 - 80% auf über 80% angestiegen. Letztes Jahr auf 84,6%.