Fischgrätenparkett mit giftigem Teerpechkleber

13.07.2018 Nale



als ich vor ca. 2 Jahren erfuhr, dass das schöne Fischgrätenparkett 1947/48 mit giftigem Kleber verlegt wurde ging ich erst mal gar nicht mehr ins Wohnzimmer. Dann besorgte ich Klebefolie, die man unter Teppiche legt, klebte das Parkett zu und legte das ganze Wohnzimmer mit verschiedenen Teppichen aus. Es sieht aus wie ein Teppichlager. Jetzt möchte ich einen neuen Boden auf das Fischgrätenparkett legen lassen, damit der Teerpechkleber weiterhin nicht herausstauben kann. Der Parkettleger meinte, dass man kein Parkett darauf legen könnte, da es zu starr wäre. Er empfahl mir Vinyl, da es am strapazierfähigsten sei. Eine Freundin riet mir von Vinyl ab, da ich sonst nur Holz und Fliesen im Haus habe und auch ganz und gar nicht auf Kunststoff stehe. Ich kontaktierte einen anderen Parkettleger, der meinte, man könne die Fugen des Parketts schließen, so dass keine Gefahr mehr bestünde. Ich befürchte nur, dass das Parkett evtl. inzwischen kaputt ist, da es keine Luft bekam. Kann mir jemand einen Rat geben.
Vielen Dank



Überprüfen



ob und was ausgedünstet wird.
Panik ist ein schlechter Ratgeber.
Ich würde überprüfen lassen was wirklich noch? ausgedünstet wird, nach 70 jahren sind nicht mehr so echt viel flüchtige Stoffe vorhanden.
Ich würde den Teppich entfernen und dann prüfenlassen was kommt noch von unten nach oben.
Solch ein schönes Parkett sollte man erhalten und wenn die Belastung weg ist, dann Abschleifen und Ölen oder wachsen, je nach was dir der Sinn steht.

Klaus



Danke, das dachte ich auch.



Aber der Parkettleger hat etwas von dem Kleber rausgekratzt und ich habe es überprüfen lassen. Der pulverisierte Kleber ist das Problem. Es dünstet nicht sondern der Staub von diesem inzwischen pulverisierten Kleber enthält wirklich sehr giftige Stoffe. Es reicht alles dicht zu machen. Darum wollte ich einen neuen Boden drauf legen.



Giftstoffe



sind das eine.
Abkratzen auch.
Kratzt du an dem Kleber oder kann da jemand daran kratzen?
ALSO ich würde es anders angehen:
Ein Sachverständiger muss her, der sich das vor Ort anschaut und misst und die potentielle Gefahr beurteilen kann.
Es wird mit den "Giftstoffen" Panik und ein "gutes" Geschäft, für die Anderen, gemacht.
Etwas darüber Kleben? Verstecken ist keine Lösung, wenn es so "schlimm" ist, dann muss der Boden eben heraus, nur so bekommst langfristig Ruhe.

Klaus



Teerhaltige Kleber...



sind vor allem PAK - verdächtig. Deswegen bezweifele ich, daß die flüchtigen Schadstoffe so gänzlich unbeachtet bleiben könnten.

Was genau ist denn bei der Untersuchung herausgekommen?

Grüße

Thomas



PAK verdächtig



wobei das verdächtig ist hier das Stichwort.
Keiner weiß was nach 70 Jahren welche Stoffe verwendet wurden und was die noch ausdünsten.
Daher der Hinweis einen Fachmann holen, der vor Ort alles sich anschaut und auch die Belastung der Luft prüft.
Anders kommt hier der TE keinen Schritt weiter.

Klaus



Nunja,



die Wahrscheinlichkeiten...

Es ist ziemlich oft so, daß derartige Kleber giftige Substanzen ausdunsten. Neben dem, was momentan als giftig (oder gefährlich) anerkannt wird, vielleicht noch anderes. Teer ist ein sehr komplexes Stoffgemisch.

Der Fachmann findet etwas oder findet nichts, das will nicht unbedingt etwas heißen. Wann soll er messen: Vor oder nach den Veränderungen am Boden? Falls denn die Messbedingungen stimmen, könnten die Werte doch recht unterschiedlich sein.

Mir wäre das Ganze zu windig, und darauf, daß nach 70 Jahren alles verflogen sei, würde ich niemals setzen. Wer sowas 'mal abgerissen hat, weiß, das das wie am ersten Tage stinken kann.

Für mich selbst würde ich alles fachgerecht entsorgen. Im Kundenauftrag würde ich an solchen Flächen weder Schleifen noch versiegeln (Öl fällt ohnehin hier besser aus). Abdecken? Ich kann nur vom additiven Baustil abraten, schon aus Prinzip.

Grüße

Thomas



Eigenes Haus



ist da meist etwas anderes.
Solange ich es nicht bezahlen muss, würde ich auch alles rausreissen und alles komplett neu machen. Kostet ja nicht mein Geld.
Also ich habe nirgends gefunden, dass es Stoffe gibt, die 70 Jahre flüchtige Stoffe ausdünsten.
Was ist giftig? Was ist gefährlich?
Dazu gibt es Leute die vor Ort messen und dann Empfehlungen aussprechen.
Kann irgend jemand hier schreiben, dass der Boden gefährlich ist?
Bei der Überprüfung der Dachisolation in einer meiner Hütte wurde gesagt, dass die Stoffe gefährlich sind. Eine genauere Überprüfung hat ergebe, dass die Verkleidung so gut ist, dass man nichts machen muss.

Ich denke der TE wird sich informieren und die richtige Endscheidung treffen.

Klaus



Manche...



sind besonders mutig. Wenig Input hilft da extrem. Wer Autos nicht kennt, geht viel entspannter über die Autobahn. Der Fachmann kommt entweder mit schlichten (und nicht besonders zuverlässigen) Indikatorstreifchen und findet Etwas oder Nichts, und interpretiert das Etwas richtig oder falsch. Wer's genauer wissen will, wählt die Gaschromatographie i.V.m. Massenspektrometrie - Kopplung. Das wird teuer und liefert dennoch keine brauchbare Prognose auf auf die quantitative Belastung.

Und, jenseits von einer wie auch immer nachweisbaren Gefährdung: Wirst Du Dich wohlfühlen, lieber Fragesteller / liebe Fragestellerin, im eigenen Hause (also langfristig) und Wohnzimmer (dem schönsten Raum in der Wohnung?) auf "giftigem Teerpechkleber"?

Grüße

Thomas



Hellseher



die durch Informationen, die geschrieben wurden eine Entscheidung treffen können, finde ich sehr gut.
[Ironie ein] Kann ich die Lottozahlen auch so bekommen? [Ironie aus]
Man kann mit den bekannten Informationen nicht seriös eine Empfehlung geben, denke nicht nur ich.
Hier bei mir wurde mit entsprechender Technik gemessen und untersucht was ist gut und was ist ungut / gefährlich, das habe ich dem TE vorgeschlagen.
Das muss vor Ort geprüft und auch entschieden werden.

Nix für ungut

Klaus



Lotto...



ist ein wunderbares Stichwort: Es soll Leute geben, die trotz der Wahrscheinlichkeit von 1 zu ...zig Millionen Geld ausgeben, und dann jede Lottoziehung mit Herzklopfen verfolgen. Und dabei geht es nur um die kaum vorhandene Möglichkeit, Geld zu bekommen. Jaja, Lotto, Fußball, billiges Bier...

Ob man die Wahrscheinlichkeit, daß unter dem Parkett ein Problem lauern täte, mit 1:1 (Pessimist) oder 1:10 (Optimist) einschätzt, ist doch belanglos. Mit nicht unerheblicher Wahrscheinlichkeit kann es da einen Treffer geben - in Sachen Gesundheit. Und zusätzlich fühlt sich, subjektiv, der Treadverfasser gar nicht wohl im eigenen Refugium.

Ich verstehe das Gejammer wegen dem Gelde bei Jemandem, der einen Haufen kleine Hütten irgendwie hinpäppelt (wozu auch immer). In den giftigen Lauben wohnt man dann eben nicht selber. Aber: Der Vergleich mit der eigenen Situation und einer nicht verallgemeinerbaren Geschichte ist Nonsens. Darüber hinaus geht es hier um den Lebensmittelpunkt einer Familie. Man kann natürlich alles bis auf das letzte Müh (:-) analysieren (und für die Expertisen mehr zahlen als für die grundhafte Erneuerung). Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß einer der herbeizitierten Experten unterschreibt, daß die vorhandene Situation GARANTIERT unbedenklich ist und bleibt. Auf das mangelde Vorstellungsvermögen eines Klauses würde ich jedenfalls nicht bauen.

Und da sind wir wieder bei Wahrscheinlichkeiten. Die durchaus aufgrund einer Risikoabwägung eine Empfehlung gestatten. Ganz seriös.

Einen schönen Tag ohne Illusionen wünscht

Thomas



Danke für die vielen Beiträge



Ich habe diesen Bitumenkleber testen lassen und es kam eben heraus, dass er sehr giftige Stoffe enthält (PAK). Diese dünsten jedoch nicht aus!!!!! Sie sind erst schädlich seit der Bitumenkleber alt ist und pulverisiert!!!!!!!! Das heißt, dass das herausreisen des Bodens mit extrem hohen Sicherheitsbestimmungen einhergehen würde und somit auch extrem teuer würde. Der Parkettleger, der mich darauf hinwies, dass mein Teppich, der auf dem Parkett lag aus diesem Grund auf der unterseite schwarz wurde, meinte, dass es das Beste sei einen Boden z. B Linolium Klick darauf zu verlegen. Dann könnte der Staub nicht mehr austreten.



Diese Meinung halte ich...



...für falsch.

Napthalin ist recht gut flüchtig, gleiches gilt für andere niedrigermolekulare PAK. Der Teppich ist schwarz? Doch nicht nur vom Staub! (Ein Ausrufezeichen).

Das hier deckt sich mit meinem Wissensstand:

http://www.chemie.de/lexikon/Polyzyklische_aromatische_Kohlenwasserstoffe.html

Grüße

Thomas

Ihr schwimmend verlegtes Klick - Linoleum würde über die Pumpwirkung aber auch Staub nach oben transportieren. Also: Absolut keine brauchbare Lösung.



Schwerkraft



ist eigentlich überall gleich. Also Staub fliegt UNTER dem Teppich nach oben?
Kann ich das mal sehen, bitte?
Ich kann Herrn Böhme nur beipflichten, Klick - Linoleum ist auf KEINEN Fall eine zu empfehlende Lösung.
Wenn ich Parkettleger wäre und so leicht zu einem Auftrag kommen kann, warum nicht?
Eigentlich habe doch gelesen, habe ich mich verlesen?, dass ein Sachverständiger vor Ort die Gefährdung geprüft hat.
Und wenn das Zeug wirklich so gefährlich ist, dann hilft auf Dauer nur das Zeug rausreissen.
Den Boden so zu versiegeln, dass NICHTS mehr durchkomt ist fast unmöglich.

Klaus



Drücke ich mich so unverständlich aus?



Der Parkettleger hat etwas von dem Bitumenkleber eingeschickt und da kam raus, dass er giftig ist. Da er schon alt ist pulverisiert der Kleber, es kommt schwarzer Staub zwischen den Fugen heraus und setzte sich unten an den Teppich und ist natürlich auch in der Luft, die somit belastet ist. Wie soll der Staub den durch kommen, wenn eine Korkmatte darauf gelegt wird und dann der Klick-Linoliumboden daruf verlegt wird. Am Rand wird es auch abgedichtet. Ich glaube, dass Rauchen 100 mal schlimmer ist.



Warum dann fragen,



wenn du schon alles weißt?
Glaub den Leuten hier, wenn die dir schreiben, dass es nicht möglich ist auf lange Zeit den Boden so zu versiegeln.
Wie lang soll der Kork halten? nach ca 10 jahren ist der durch.
Und noch einmal zu dem Staub, wie kommt der nach oben?
Aber ich würde vorschlagen, lass den Bodenleger machen was er will und bezahl dafür. Mir ist es unverständlich wie man so boniert sein kann und nicht auf Hinweise reagiert, die eine Messung / Überprüfung vor Ort empfehlen.

Ich bin jetzt draußen, denn es reicht langsam

Klaus



Ich kann...



...Ihrem Wunschdenken nicht folgen. Es gab Emissionen gasförmiger Natur, und wird diese weiterhin geben. Auch die Emissionen von Stäuben können Sie so nicht stoppen.

Ihr Fertigparkettverleger versteht davon offenbar nichts. Sie auch nicht. Aber da es Ihre Wohnung ist, können Sie gerne glauben, was Sie wollen. Dann müssen Sie aber auch keine Fragen stellen.

Große Erfolge wünscht

Thomas