Firstziegel im Winter abdichten.

14.12.2018 Marco



Hallo in die Runde,
Anfang des Jahres habe ich mir eine alte Schmiede gekauft (Ende der 20er Jahre erbaut). Das Dach machte eigentlich einen brauchbaren Eindruck und im Frühling hatte ich keine Probleme mit Feuchtigkeit.
Es handelt sich um ein Satteldach mit einfacher Biberschwanzeindeckung.
Allerdings scheint der Sommer dem Mörtel der Firstziegel stark zuschaffen gemacht haben.
Seit neusten habe ich Probleme mit "Kriechwasser", also das Dach ist von Innen sehr nass, es tropt aber nix.
Bei einer Begehung sind mir dann die spröden Mörtelfugen auf dem Firstziegeln aufgefallen.
Nun ist das ja eine denkbar ungünstige Zeit um die Fugen auszubessern.
Was kann ich denn bei diesen Temperaturen tun, um die Fugen wieder abzudichten? Notdürftig mit Silikon ausbessern und dann im Frühjahr alles wieder abkratzen und mit Mörtel nochmal neu machen?
Mir ist natürlich eine nachhaltigere Lösung, die ich schon jetzt ausführen kann wesentlich lieber.
Beste Grüße aus der Oberlausitz



Nichts



Lass es doch einfach so. Solange nichts reintropft, nimmt die Holzkonstruktion keinen Schaden.
Innen ist sicher alles durchlüftet/Kaltdach, oder?

Grüße



Kondensfeuchte



Ich würde auch einmal die Möglichkeit von Feuchtigkeit aus dem Haus in Betracht ziehen. Wenn Feuchte und warme Luft auf kalte Ziegel trifft kann dieser Effekt auch auftreten, besonders wenn der Dachraum nicht gut belüftet ist und gegen den warmen Wohnraum nicht dicht ist.

Woher soll den "Kriechwasser" kommen. Das dürfte nur auftreten wenn Regen und Luft zusammenkommen. Feuchte Dachböden wurden hier immer wieder diskutiert, vielleicht einfach mal suchen. Ansonsten ein paar Angaben machen, damit zumindest die Kristallkugel befragt werden kann. Ich kenne auch alte Scheunen- und sonstige Dächer mit teilweise schlechtem Mörtel und auch Spalten zwischen Ziegeln, aber dass daran innen Wasser ist habe ich noch nicht gesehen.



Es muss dicht werden;



Mal wieder völlig den Rahmen vergessen:
Der Dachboden wird als Lager genutzt und die Feuchtigkeit kriecht das Dach hinunter und das Holz des Dachstuhles ist sehr feucht. Das ganze findet nur bei Niederschlag statt und geht teilweise soweit, dass die Dielung nass ist.
Kondensfeuchte würde ich ausschließen, da die Schmiede derzeit nich geheizt wird.
Mit Kaltdach kann ich leider gerade nix anfangen.
Das Dach ist gänzlich ungedämmt. Ich kann direkt die Lattung und die Ziegel ansehen. Die Biberschwänze sind von Innen an der Oberkante mit Dachdeckermörtel verputzt.
Was für Bilder vom Dachstuhl würden euch denn weiterhelfen?
Ich habe mal zwei Bilder vom Urzustand, als ich die Schmiede übernommen habe.



Spitzboden hinter dem Dachboden



Bild2; hier trocken bei der Übernahme im Januar



Firrstziegel



Die Feuchtigkeit kommt nur am First "rein"?
Oder am gesamten Dach?
Das sind ja, wie du gesagt hast, einfach gedeckte Biberschwänze. Mit Mörtelfuge dazwischen, nicht mit Schindeln, richtig?
Vermutlich sind nicht die Fugen der Firstziegel undicht, sondern eher die Mörtelfugen der Biberschwanzeindeckung ....?



Kondenswasser



Es kann auch Kondenswasser sein, wenn nicht geheizt wird, besonders wenn schnee liegt. Dann steigen Tagsueber die Temperaturen, die Ziegel sind aber von der Nacht nich kalt, oder werden vom Schnee zusätzlich gekühlt.

Bei Regen kennst du ja mal beobachten woher das Wasser sonst kommt, wenn nur beim First was undicht isr, muss es schon sehr stark und viel regnen, dass das alles runterrinnt, nirmalerweise saugen das die ersten paar Reihen auf...

Ich glaube trotzdem eher Kondenswasser, weil das tritt nur im Winter auf, würde auch hier passen.



Kondenswasser nicht vorstellbar



Hallo Philip,
ja es sind nur Mörtelfugen und keine Schindeln. Wenn ich mir die Überlappung von außen ansehe, dann sollte es aber auch ohne Mörtel dicht sein. Es gibt auch nur eine horizontale Fuge, wenn ich das gerade richtig in Erinnerung habe.
Leider kann ich nicht genau sagen, ob es nur am First rein kommt oder auch am Rest des Daches.
Immer wenn ich draußen war, hat es schon längere Zeit geregnet und sehr große Flächen von der Spitze bis zum Boden waren bereits nass.

Dass es sich bei der Menge um Kondenswasser handeln soll kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, auch schon, weil es zieht wie Hechtsuppe..
Ich werde versuchen das Ausmaß mal auf Bildern festzuhalten.



Mörtel



Ich vermute das der Mörtel zwischen den Ziegeln brüchig, bzw. rissig ist und das Wasser da "durchläuft"...
Das muss doch erkennbar sein. Wenn das nächste mal Regen angekündigt ist, einfach mal genau beobachten.
Vielleicht mit einer Leiter von innen direkt an den Ziegel schauen.
Ich würde notfalls innen den Boden oder die wichtigen Gegenstände mit Plane abdecken und das eigentliche Problem erst nächstes Jahr angehen und beheben.
Jetzt im Winter das Dach anzupacken halte ich für sehr fragwürdig.
Noch etwas: du sprichtst von Überlappung? Du meinst damit die Überlappung von den Fürstziegeln zu den normalen, oder? Weil die Ziegel zueinander sind doch nicht überlappt? (Bieber)
Grüße



Papalapap



... also wenn mein Dach inkl. Lattung durchfeuchtet wäre, würde ich garantiert nicht seelenruhig warten, bis mir die Bienchen im Frühling um die Ohren summen.
Stell dir ne Leiter an - beobachte - finde die Ursache - geh aufs Dach - repariere die Schadstelle! Mörteln kannst du jetzt auch noch. Wenn wir im Jan./Febr. minus 8 °C haben wirds schon problematischer.
Eine so grossflächige Feuchtstelle ist allerdings atypisch für einen "defekten Firstziegel". Hört sich fast so an als hättest du irgendwo anders einen erhöhten, vielleicht versteckten Wassereinfall(irgendwo stehendes Wasser welches nur langsam verdunstet und sich unterseitig der Dachhaut als grosse Feuchtstelle zu erkennen gibt. Überprüf mal deine Regenrinnen(Fallrohre verstopft, stehendes Wasser)!
Undichte Anschlussstellen zu Nebengebäuden oder Schornsteindurchführungen sowie durchfeuchtete Wände können ebenso eine Ursache darstellen.