filtervlies bei drainage weglassen?!?

26.05.2021 Thommes


hallo zusammen,
nachdem eine Bodenanalyse ergeben hat das ich um mein Haus und Scheune eine Dränung einbauen muss (stark lehmig/feuchter Boden, schwach wasserdurchlässig) , habe ich mich mal mit dem Thema Filtervlies beschäftigt.
ich habe jetzt von mehreren Kollegen gehört das Probleme mit aufgestautem Wasser/ zu dichtem Filtervlies entstanden sind....welches dann mit dem Messer spontan eingeritzt wurde und schon war alles gut.
das Vlies soll ja ein versanden der Dränung verhindern.....da ich aber an jeder Richtungsänderung einen Spülschacht setze und NICHT mit Erde/ feinem sandigen Material auffüllen möchte, sondern rund um das Dränrohr mit Dränkies 16/32 , darüber mit Dränschotter 0-32 auffülle, habe ich eigentlich vor das Filtervlies wegzulassen....

folgendes habe ich in einem Fachartikel gefunden :

Ob zudem noch ein Vlies aus Geotextilien um die Kiespackung der Dränrohre eingebaut werden muss, ist abhängig vom anstehenden Boden, dem Füllmaterial der Baugrube und mit welcher Sieblinie das Dränrohr ummantelt wurde.
Eine Ummantelung der Dränrohre mit mindestens 20 cm Kiessand der Sieblinie (0/32 mm / 0/8 mm = Mischfilter), kann eine Ummantelung der Sicker- / Filterschicht entbehrlich machen, wenn zudem die Baugrube im Bereich über dem Drän mit selbigem Filtermaterial verfüllt wird.


warum dort mit Kiessand auf/ beigefüllt werden soll entgeht meiner Logik.....man will ja Sand im Rohr verhindern....deswegen will ich um das Rohr herum auf 0-material verzichten.

gibts da Erfahrungen eurerseits ??

gruß



Filtervlies zu



Hallo Thommes,

ich verstehe die Bedenken, bzw. was das Problem nicht, wenn sich das Geovlies "von außen", also vom umgebenden Erdreich her, zu setzt.
Da bedeutet doch nur, dass kein Wasser mehr in den "Drainagegraben" rein fließen kann. Also (eigentlich unschädlich) im Erdreich bleibt, bzw. vor dem Geovlies versickert (oder sonst wo hin fließt).
Andersrum, wenn man das Vlies weg läßt, besteht eben das Risiko, dass Erdreich in den 16/32er-Schotter rein geschwemmt wird und somit im Laufe der Zeit die Drainwirkung immer weniger wird.
Was waren den konkret die Probleme, die durch das "abgedichtete" Vlies entstanden sind?

Gruß,
KH



aufgestaut



ja genau...das Wasser konnte nicht mehr abgeführt werden ...und es ergaben sich Pfützen direkt am haus.
es wurde wieder geöffnet, das vlies eingeschnitten , verfüllt und seitdem ist angeblich ruhe.

auch wenn ich mir das Dränrohr ( fränkische optidrän) anschaue was rundum gelocht ist .....ist mir fraglich wie bei einem rohr was auch unten gelocht ist Wasser fließen soll.....

gruß



Drainage



meiner Auffassung nach ist die Drainage nicht dafür da, Pfützen ums Haus herum zu verhindern. Drainagen werden gegen drückendes Wasser eingesetzt, das Oberflächenwasser sollte auf andere Weise vom Haus weggeführt werden, z.B. durch eine gute Lösung bei der Geländeoberfläche.
Wie Karl-Heinz schon schrieb, ist es ja unproblematisch, wenn sich das Vlies zusetzt, weil dann ja keine Schwebteile mehr in die Drainage gelangen können.
Es ist eine Illusion, dass sich nur durch Verwendung einer Verfüllung mit 8/32 oder 16/32 keine Feinstteilchen anschwemmen.
Ich habe mich dabei ertappt, dass ich die Drainage in den ersten 3 Jahren regelmäßig gespült habe. Die Abstände wurden immer länger und jetzt bin ich durch den Beitrag wieder dran erinnert wurden, dass dies auch mal wieder dran wäre. Das Tagesgeschäft verhindert oft diese regelmäßigen Wartungsarbeiten. Also, wenn Drainage, dann m.E. nur mit Filtervlies.



Re: aufgestaut


Re: aufgestaut

"das Wasser konnte nicht mehr abgeführt werden ...und es ergaben sich Pfützen direkt am haus"
Das würde ja bedeuten, dass vor der Wand erst Erdreich kam und daneben, ein Stück weg vom Haus, erst die Drainage....???...
Bei soll es aber umgekehrt sein: erst die Noppenbahn, dann das Schotterpaket bis Oberkante Erdreich, dann das Geovlies, dann das Erdreich.
Hab mal schnell zum besseren Verständnis eine Grafik gebastelt. Da siehst du was /wie ich es meine.
Wenn in dem Fall das Vlies komplett dicht wird, kommt kein Wasser mehr seitlich aus dem Erdreich ins Schotterpaket. Aber das ist ja kein Problem, eher besser für deine Wand.... ;-)

"ist mir fraglich wie bei einem rohr was auch unten gelocht ist Wasser fließen soll"
Naja, wenn das Rohr direkt auf dem undurchlässigen Erdreich liegt, liegt es quasi wie in einer Wanne.
Alles Wasser was nicht im Erdreich versickert, fließt durchs Rohr ab.



Wandbewässerung



lieber Karl-Heinz, besteht bei Deinem zeichnerischen Vorschlag nicht die Gefahr, dass durchs ( Öko)Pflaster dringendes Wasser ( vor allem bei sehr bindigem Boden) die "Schottergrube" an der Wand das Wasser zum Mauerfuß führt und dieser erst recht bewässert wird ? Ich könnte mir vorstellen, dass die Verfüllung vor der Noppenbahn mit lehmigem Boden und gut verdichtet die bessere Wahl ist.



Bei



aller Diskussion über Vlies, haben Sie überhaupt Feuchteprobleme in der Scheunenwand?



@ Pope und Olaf



@Pope In der Zeichnung fehlt das geplante Drainagerohr das das Wasser ableitet. (siehe Eröffnungsbeitrag)
Abgesehen davon geht es mir darum das versickernde Wasser so schnell als möglich so tief als möglich abzuleiten (im Schotter), um die ins Mauerwerk eindringende Menge zu reduzieren.
Wie gesagt, ich stelle mir so eine den gegebenen Umständen entsprechende kostengünstige Kompromisslösung vor. Dass die nicht optimal ist, ist klar.

@ Olaf: Ich darf mal für Thommes antworten, ja. Zitat aus dem Eröffnungsbeitrag: ".... nachdem eine Bodenanalyse ergeben hat das ich um mein Haus und Scheune eine Dränung einbauen muss..."
Deswegen gibts diese Disskusion.



Naja



Da steht nur, dass eine Bodenanalyse ergeben hat.....
Aber nicht das es tatsächlich Probleme gibt.



es gibt probleme...



mit drückendem Wasser vom Hang welcher direkt hinter der Scheune ist.
Feuchtigkeit im Erdreich rund um das Haus durch Oberflächenwasser was im Lehmboden schlecht versickert..

ich habe die Bodenanalyse machen lassen um Klarheit um bekommen was im Erdreich rund um die Gebäude los ist.
Um so eine Neutrale Aussage zu bekommen.....jeder Nachbar gibt mir andere Tipps wie ich es doch machen soll.

für eine Fachfirma habe ich kein Geld.....und zeitnah bekommt man bei uns in der Gegend eh niemanden.
Mein Schwager hat nen kleinen Bagger Rüttelplatte und co....rund um die Gebäude müssen wir sowieso aufbaggern um neue Abwasserrohre zu verlegen....die Vorbesitzer hatten da vor Jahrzehnten bös was zusammengeschustert.

die Materialien habe ich schon da nur mit dem Filtervlies bin ich mir noch etwas unsicher...werde es aber wohl nun doch einbauen.

gruß



oberflächenwasser



das a und o wird sein, das oberflächenwasser abzuleiten und nicht vor ort versickern zu lassen.
bei dem lehmigen boden wird am ende eher kein wasser durch die drainage rinnen. dafür über jahre der feinanteil die drainung verschließen. zumindest würde ich diese gafahr nicht unterschätzen.

auf gut glück da etwas irgendwie einzubauen ist schlechter wie lotto-spielen.
der tiefbauer um die ecke und sogar einige teure Berater raten allzu oft zur drainage; wobei das wort "raten" da garnicht so schlecht ist ;)



es waren schon div. "Experten " vor ort.....



aber von den Arbeiten die man ausführen wollte hab ich kein gutes Gefühl...scheinbar waren da alle nur Neubauerfahren.......aber in Sachen Altbau und Sandstein hatten die alle keine Ahnung.
alle wollten die wände mit Bitumen zukleistern....Perimeterdämmung davorstellen u.s.w
bei keiner Fachfirma fühlte ich mich gut aufgehoben....
von 15 anfragen hab ich 3 antworten bekommen.
irgendwann kommt man an den punkt wo man sich halt selbst helfen muss.
Bei uns in der Gegend reißt man lieber ein älteres Haus ab und baut neu...da gibts wenig Altbauprofis.

Heutzutage müssen scheinbar die ausgeführten arbeiten nur die 5 jährige Gewährleistung überleben....danach ist alles egal....traurig aber wahr.

gruß



Drainage



Wie hoch ist denn die Feuchtebelastung im Haus?
Stell das Bodengutachten hier ein oder per Mail schicken.
Wenn das Oberflächenwasser sich in Pfützen sammelt heißt das ja, dass wenig Wasser versickert-
die Feuchtebelastung als nicht so hoch sein kann wie bei gut durchlässigem Boden.

Wenn nun Schotter eingebaut wird fließt wesentlich mehr Wasser an deine Kellerwand als es momentan der Fall ist- nur bei funktionierender Drainage kann sich die Situation verbessern.

Ich würde erst einmal versuchen das Oberflächenwasser abzuleiten, zB mit einem kleinen Graben oder Ablaufrinne.Bei etwas größerem Aufwand einen ca 100 cm breiten Streifen entlang des Gebäudes ca 10 cm tief abgraben, EPDM- Bahn o.ä.bis zur Hauswand mit Gefälle nach außen einlegen; Schotter, Sand etc. mit Platten darauf verlegen.
Folie so verlegen, dass sich das Wasser außenseitig sammelt und zB in einem Rohr abfließen kann.
Foto hilft weiter



feuchtebelastung ist schon ordentlich vorhanden...



zwar kein fließendes Wasser, aber die Kellerwände sind bis zur Horizontalsperre (welche auf GOK eingebaut wurde. sehr feucht) ....beim Wohnhaus als auch bei der Scheune.
nach jedem stärkeren Regen habe ich Feuchte flecken im alten Betonboden im Keller.

Zwischen wohnhaus und Scheune ( Abstand 4m) ist die alte Jauchegrube noch verbaut ...welche ich eigentlich mit dem alten estrichbeton aus dem Keller verfüllen wollte...habe sie schon auspumpen und reinigen lassen.

ich habe keine ahnung wie ich das Gutachten hier einstellen kann...deswegen habe ich es mal an sie per mail geschickt.

mfg