Feuchtigkeitsproblem in der Dämmung durch Putzarbeiten?




Hallo liebe Community,
wir stecken (noch immer) mitten in der Sanierung unseres denkmalgeschützten Hauses. Wir kommen jetzt langsam zum Innenausbau und hier greifen die Arbeiten nicht so recht ineinander.
Das Dach soll gedämmt werden (Zwischensparrendämmung). Aufgrund der schwierigen Geometrie des Daches ist erst die Hälfte der Dämmung drin und nur ein Teil der Dampfsperre geklebt (die restliche Dämmung liegt offen). Der Trockenbauer kommt allerdings erst wieder in 6 Wochen dazu, weiter zu machen. Bis dahin wollte ich eigentlich bereits putzen.
Jetzt die Frage: schadet die Feuchtigkeit, die ich mit dem Putz ins Haus bringe der Dämmung (ISOVER Glaswolle, 200mm stark)? Könnte ich einen Teil des Haus dämmen (es sind 2 Geschosse plus Dachgeschoss)?
Danke.



Bloß keine Glas- oder Mineralwolle !



Bei einer möglichen höheren Grundfeuchtigkeit in
älteren Häusern und wenn dann vielleicht noch Arbeiten mit zusätzlichem Feuchteeintrag vorgenommen werden sollen,
würde ich auf keinen Fall Mineral- oder Glaswolle verwenden- noch viel ungünstiger wenn keine
einwandfreie Dampfbremse vorhanden ist.

Diese Materialien sind praktisch nicht sorptionsfähig
und geben kaum die aufgenommene Feuchtigkeit ab- gleichzeitig verlieren sie schon bei geringem Feuchtigkeitsanstieg massiv an Wärmedämmvermögen.

Statt dessen entweder Zellulose,Hanf, Holzfaserplatten, Wolle etc nehmen, die alle in o.a.Hinsicht wesentlich günstigere Eigenschaften aufweisen.

Und immer sofort anschließend die Dampfbremse
befestigen- ggf an den Rändern einputzen.
Günstiger ist evt eine feuchtevariable Dampfbremse-
hängt u.a.vom Dachaufbau ab.

Grundsätzlich kann man die Dämmarbeiten in unterschiedlichen Bereichen nacheinander durchführen.

was nimmst du als Trockenbauplatte und zum Verputzen ?

Andreas Teich





Als Putz nehmen wir reinen Kalkputz.
Als Trockenbauplatte wollten wir OSB Platten (15mm) und Rigipsplatten mit Unterkonstruktion wählen. Evtl. auch nur Rigips, da die Durchdringungen und Kreuzungen in dem alten Dach schlecht an das OSB anzuarbeiten sind.

Eine höhere Grundfeuchte haben wir glücklicherweise nicht.
Die Mineralwolle ist jetzt allerdings schon so halb drin ;-(...



Kalkputz ist schon mal gut



Im Winter ist zum Glück die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch- da wirkt es sich nicht so negativ aus, die Dampfsperre erst später zu machen.

Statt Rigips besser vielleicht Fermacell oder Rigidur nehmen ?
Stabiler und feuchtigkeitsresistenter.

OSB wirkt dann schon mal als Dampfbremse- nur gut darauf achten alle Fugen ,Durchdringungen etc abzukleben- Konvektion muß auf jeden Fall vermieden werden.

Bei Fragen einfach wieder melden

Anderas Teich



Lüften und Heizen?



Und könnte ich dann jetzt die anderen Arbeiten (Putzen im gesamten Haus und Estrich im Erdgeschoss) machen oder wird dann die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass durch die offenen Stellen die Mineralwolle Schaden nimmt?

Oder reicht es, wenn ich gut lüfte und die Heizlüfter anstelle?

Ich bin mir über die eingebrachten Wasser völlig unsicher... 800qm Kalkputz, im Mittel 2,5cm stark. Das sind ca. 21t Putz. Das hört sich für mich so viel an, dass ich einen Riesenrespekt davor bekomme, was da an Wasser dazu kommt...



Innenputz



Innenputz ist normalerweise etwa 10 mm stark.