aufsteigende Feuchtigkeit - Estrich, Injektion oder Holzaufbau?

15.05.2009



Hallo,
wir renovieren gerade unser Fachwerkhaus (Baujahr ca. 1920) und haben folgendes Problem:
Feuchtigkeit in 2 Räumen, aufgrund von aufsteigender Feuchtigkeit. In den Räumen war vorher ein Holzboden mit Sand als unterste Schicht. Die Wände sind aus Lehm. In dem Haus wurde nie wirklich geheizt oder gelüftet und die Fallrohre der Regenrinnen wurden direkt neben dem Haus in die Erde geleitet. Die Holzbalken, auf denen vorher die Dielen aufgesetzt waren, waren vermodert, aber nicht schimmelig.
Wir haben uns bereits mehrere Meinungen eingeholt und haben nun folgende Möglichkeiten:
* Injektion mit Harzlösung für eine horizontal Sperre
* Bodenaufbau mit Estrich, Dammsperre und Dämmung
* Bodenaufbau mit Holz und Kies
Jeder rät uns was anderes und da wir selber zu wenig Ahnung davon haben, sind wir ziemlich ratlos. Außerdem wissen wir nicht, was wir mit den Wänden machen sollen, da wir eigentlich gerne tapezieren würden und einen Lehmputz nicht so schön finden.
Wir hoffen, dass uns irgendwer ein paar Ratschläge geben kann oder ähnlich Erfahrungen gemacht hat.
Vielen Dank!



falsches Forum



Die Frage ist leider im falschen Forum gelandet. Nun steht sie aber unter "Feuchtigkeit".



Feuchtigkeit



Um hier einen Rat geben zu können, fehlen einfach noch ein paar genauere Angaben über den Zustand und Fotos.
Sind Wände feucht, wenn ja, welche (Außen- oder Innenwände)
Wie hoch, wie sieht die Feuchte aus, wurde gemessen...

Wenn Sie schreiben "... auf Grund von aufsteigender Feuchtigkeit"..."
Heißt das, ein Fachmann hat sich die Situation angeschaut und das als Ursache ermittelt?
Wenn ja, wer?

Viele Grüße



Antwort Feuchtigkeit



Hallo,
die Wände sind feucht. Es wurden mehrere Messungen gemacht die an den Außenwänden alle über 100 waren. Es waren zwei unterschiedliche Messungen, wie die genau heißen, weiß ich allerdings nicht mehr. Jedoch waren beide Werte deutlich erhöht und haben auf hohe Feuchtigkeit gedeutet. Die Innenwände haben auch Feuchtigkeit angezeigt, aber hier wurde uns gesagt, dass dies auch durch den feuchten Sand in den Räumen und durch das falsche Lüftungs- und Heizverhalten der Vorbesitzer kommen kann. Die aufsteigende Feuchtigkeit wurde einmal durch den Fachmann des Krichexsystem festgestellt und dann war noch ein Bausachverständiger dort.
Viele Grüße



Erstmal die Fallrohre prüfen



ohne Genaueres zu wissen,sollten Sie erstmal den Lauf der Fallrohre an der Hauswand prüfen, denn oft sind es einfach undichte Regenleitungen, die in einem intakten Haus Feuchtigkeitsprobleme verursachen. Interessant dabei ist, dass man das auch ohne Fachfirma selbst feststellen kann,
indem man um eines der Rohre herum aufgräbt, um nachzuschauen, ob optisch Schäden feststellbar sind. Eventuell muss man auf den nächsten Regen warten und das Loch solange abdecken, oder mit einer Leiter und einer Gieskanne testet man das Fallrohr und gießt von oben Wasser hinein, um zu schauen, ob es sich am Haus unerwünschte Wege sucht. Bevor die Ursache nicht gefunden ist, ist jeder Fußboden Geldverschwendung und eine Reparatur wird komplizierter und teurer. Ansonsten kann man ohne genaueres Schadensbild wenig dazu sagen.Also Spaten, Leiter, Gieskanne und etwas Spürsinn sind gefragt. Herzliche Grüße,
Susanne Herbst-Richter



Feuchtigkeit



Diese Art Messungen und die Interpretation durch Leute die Ihnen etwas verkaufen wollen, sind sehr vorsichtig zu werten.
Solche Widerstandsmessungen sagen nichts über die Ursache der Durchfeuchtung, ihre Höhe und die Verteilung im Wandquerschnitt.
Damit können Sie erst mal nichts anfangen.
Was fehlt, ist eine gesamtheitliche Untersuchung zur Feststellung der Ursachen.
Daraus kann man dann Maßnahmen zur Beseitigung festlegen.
Die von Frau Richter empfohlene Untersuchung der Entwässerung hätte z.B. von Ihrem "Sachverständigen" durchgeführt werden müssen, wenn er den Namen zu Recht trägt.
Zur Feststellung der Schadensursache gehört auch, alle möglichen anderen Ursachen und Umstände zu betrachten.
So zum Beispel haben Sie nichts dazu geschrieben, ob eine waagerechte Abdichtung vorhanden ist. Um 1920 waren solche Abdichtungen bereits Standard.
Das der Sand unter dem Fußboden in einem Haus feucht ist, kann z.B. nicht auf kapillare, also "aufsteigende" Feuchte zurückzuführen sein.
Versuchen Sie doch mal, ein paar Fotos der betreffenden Wände einzustellen, vielleicht hilft das weiter.

Viele Grüße





Ich hab da auch so meine Zweifel.
Der feuchte Sand legt anderes nahe.
Wäre nicht das erste Haus dessen Fallrohre im Erdreich in Tonrohre münden die völlig zugesottet, verwittert und gebrochen sind.

So eine nachträgliche Innenabdichtung ist nutzlos wenn z.b. das Regenwasser weiterhin unkontrolliert in der Gründung vagabundiert und durch den Boden in den Räumen ausdiffundiert.
Unter Umständen wird dadurch alles noch viel schlimmer weil ihnen nun das Kondensat in Bächen die Wände herab läuft.

Gruß Jens