Feuchtigkeit und Dielenbodenverlegung in Bruchsteinhaus Bj 1900

22.01.2009



Hallo,

ich hab direkt 2 Fragen, ich hoffe das ist ok und ich habe es an der richtige Stelle gepostet. Damit man mir richtig antworten kann, ist es wohl nötig, ich hole etwas aus:

Ich bin vor 1,5 Jahren in ein altes Bruchsteinhaus in der Eifel gezogen.

Die Eckdaten des Hauses:
Bj 1900, 1,5 Jahre leerstehend (lt Vermieter geheizt und gelüftet), danach vermietet, aber nur sporadisch genutzt, freistehen, dh alles Außenwände, 60 qm über 2 Etagen, EG WZ, Küche, Bad, OG: SZ, Flur, Kz, Heizung: 3 Nachtspeicheröfen 1 Bad, 1 Wz, 1 Kz, einfach verglaste Holzfenster, Haustüre großflächig (gesamte Mitte)mit einfachverglasten Mosaik. Unter dem Wz befindet sich ein einfacher Gewölbekeller mit Lehmboden. Die Außenwände sind aus Bruchstein (vermutlich Basalt, das weiß aber keiner)

Im Februar letztes Jahr zeigten sich erste winzige, schmale Schimmelränder an den Fußleisten im Wohnzimmer. und an einer Ecke etwas höher gehend, unter dem einen Fenster (Wz 10qm, 2 Fenster) auch ein Schimmelfleck. Ich habe es meiner Vermieterin gemeldet, es waren 4 unterschiedlich Handwerksfirmen hier, 2 rieten zur Drainage, 2 meinte Drainage bei Bruchstein um Himmelswillen. Die Feuchtigkeit käme vom Keller hoch, es würde nur helfen eine neue Heizanlage oder zusätzlich einen Kaminofen einzubauen um die Raumtemperatur höher zu bekommen bzw bis zu den Wänden und das Laminat müsste raus, da es zu dicht abschließt. Tapeten alle runter, keine mehr drauf, nur Rollputz.

Ich heize sehr viel und lüfte auch jeden Tag stossweise, aber bei nur 3 Elektroheizungen auf 60qm ist das etwas schwierig, will ich Wärme im Wz halten mache ich die Türe zu (abends wenn ich hier sitze zB), tagsüber ist die Wz Türe offen, weil ich nicht da bin und ansonsten ja auch gar keine Wärme in die Küche kommt.

Es kam wie es oft kommt: die Vermieterin zögerte es raus bis zum geht nicht mehr und kam dann auf die Idee das ich nicht richtig heize und lüfte ;( und sie somit nichts machen lässt. Ich könnte ja einen Ofen einbauen, dass stünde mir frei.

Nach langem hin und her soll nun der Rat der letzten Handwerksfirmen befolgt werden. Dh Laminat und Tapeten raus, Dielenboden rein und Kaminofen. Natürlich liegt zwischen raus und neu eine ganze Zeit bis alles trocken istdas es trocknen muss versteht sich von selbst.

Nun endlich zu den eigentlichen Fragen:

1. hat jemand Erfahrung mit so einer Feuchtigkeitsursache?
2. Wie handhaben wir das mit dem Dielenboden? Momentan liegt Laminat, ob darunter alter Dielenboden ist oder Beton oder sonst was entzieht sich noch meiner Kenntnis. Ich vermute Beton, an dem Heizkörper ist das Laminat unsauberverlegt und da schimmert es grau raus, ergo Beton oder Estrich.
3. Der Gedanke ist: Dielenboden zu kaufen der schon fertig geölt, gewachst ist und Nut und Feder hat, diesen dann auf Balken verschrauben. Wie ist das mit Dämmung? Zum einen ist es von unten vom Keller her sehr kalt, zum anderen muss der Boden "atmen" können. Was nimmt man da?

Leider sollte alles auch noch preiswert sein, da meine Vermieterin sonst die Kosten nicht übernimmt. Gibt es da Richtwerte mit welchen Kosten da zu rechnen ist?

Ich weiß, dass ich auch rechtlich gegen solche Sachen vorgehen kann, da brauche ich aber keine Belehrung, dass ich mich auf diplomatische Deals (ich mache die Arbeiten selber, sie bezahlt den Boden und den Putz) mit meiner Vermieterin einlasse hat einfach persönliche Gründe, da ich das Haus mag und nicht ausziehen will ;)

Mir geht es ausschließlich um die fachliche Beratung ob ich das so richtig denke oder was ich machen kann/ beachten muss.

Sorry, für den langen Text, aber denke umfassende Infos sind wichtig.

Danke schon mal für die Antworten!

Gruß,

Elke



Feuchtigkeit und Dielenboden



Hallo,
noch kann ich mir kein richtiges Bild machen. Mich würde vor allem interessieren, wie die Wände sind. Putz? Rigips vor der Wand?
Zum Keller sollte auf jeden Fall isoliert werden. Am besten die Kellerdecke von unten. Bei Holzfußboden auf jeden Fall die Dampfsperre nicht vergessen. Welche Materialien hier am besten sind, können die Spezialisten hier sicher beantworten.
Gruß Bernd



Feuchtigkeit



Am besten, Sie suchen sich eine neue Wohnung.
Die beschriebenen Feuchteerscheinungen liegen an der völlig unzureichenden Dämmung und Heizung.
Eine Modernisierung ist ohnehin nur bei Baufreiheit möglich und Sache der Vermieterin.

Viele Grüße





Guten Morgen,

vielen Dank schon mal für die Antworten.

die Wände im Wz sind wahrscheinlich nur verputz, sie waren schon tapeziert und gestrichen, aber der Untergrund ist sehr, sehr uneben, daher ist Rigips auszuschließen.

@Herrn Böttchern, dass es das beste wäre mir was Neues zu suchen weiß ich. Es hat aber persönliche Gründe, dass ich dies nicht so einfach mache. Zum einen ist das meine Selbständigkeit, welche ich aber momentan nur nebenbei aufziehe. Dafür habe ich hier ideale Bedingungen, sowohl vom Haus her, als auch von der wenigen und sehr netten Nachbarschaft her. Ich betreue nebenbei Hunde und glauben Sie mir ein Haus zu mieten, wo man nicht nur mit 2 eigenen, sondern eben auch noch mit dem einen oder anderen auf Zeit leben darf und dann noch Nachbarn hat, die Hunde sehr mögen ist selbst in der Eifel nicht so einfach. Eigentum kann ich mir noch nicht leisten. Dies nur mal zur Erklärung, es gehört ja nicht wirklich hier rein. Wenn dem nicht so wäre, hätte meine Vermieterin sich längst warm anziehen können und ich wäre ausgezogen.

Welche Unterlagen bzw Dämmstoffe ich da nehmen kann, wäre eine wichtige Frage, vielleicht kann mir die noch jemand beantworten.

MfG

Elke Bursch



Feuchtigkeit



Hallo,

wer nicht dämmen will muß feuern.
Dann geht an 20 m³ Holz hacken im Jahr kein Weg vorbei, und den müssen Sie unter den geschilderten Umständen schon gehen.
Es mag Sie tröstlich stimmen, daß es in der Eifel genug Holz gibt. Ein Raff- und Leseschein beim Forst ist günstig zu haben.
Was den Fußboden angeht würde ich unverrottbares Zeug nehmen, z.B. Perlit als Schüttung oder Schaumglasschotter (etwas gröber), dann Hobeldielen auf Lagerhölzern.

Grüße vom warmen Niederrhein





hallo herr beckmann,

nun das mit dem holz ist klar, da komme ich eh günstig und teilweise sogar kostenlos dran. das ist nicht das problem. das ich meiner vermietrin zähneknirschend einen gefallen tue und sie eigentlich dämmen müsste ist mir auch bewusst. leider ist es unter den momentanen gegebenheiten halt nicht möglich auszuziehen.

bezüglich des dämmens, hätte ich noch eine frage: wäre es denn hilfreich zusätzlich zb Rigips oder was an die Wände zu machen um ein wenig zu dämmen? ich denke es fast nicht, weil dann ja die wände wieder nicht atmen können. klar ist auch das iso fenster besser wären. aber es ist nunmal leider nur gemietet und nicht mein haus. dann sähe es eh anders aus.





Hallo Frau Bursch,

das mit den Wänden können Sie wohl vergessen, wenn die Vermieterin nichts machen will.
Gipskarton ist aber rausgeworfenes Geld, weil er langsam zerkrümeln wird.
Nehmen wir nur mal an, es wäre ein Wille vorhanden: Holzweichfaserplatte + Putz wäre eine Möglichkeit, Multipor-Platte von Xella oder Kalziumsilikatplatte von STO wären weitere Möglichkeitn, das alles kostet aber Geld und wird auch Auswirkungen auf die Miethöhe haben.

Grüße



@ Elke



Wenn's denn dazu kommen sollte:

Fertig geölte Dielen sind meist UV-härtend geölt und somit mit Zusätzen künstlicher Art, die die Diffusion von Wasserdampf zusätzlich bremsen. Also: Unbehandelt einbauen und mit einem Parkettöl auf Naturfarbenbasis mehrfach ölen.

Viel Erfolg

Thomas



@ Elke



Wenn's denn dazu kommen sollte:

Fertig geölte Dielen sind meist UV-härtend geölt und somit mit Zusätzen künstlicher Art, die die Diffusion von Wasserdampf zusätzlich bremsen. Also: Unbehandelt einbauen und mit einem Parkettöl auf Naturfarbenbasis mehrfach ölen.

Viel Erfolg

Thomas





vielen dank für die antworten.

also wir sind schon um einiges weiter:

tapete ist raus, laminat ist raus.

ergebnis:
- unter der Tapete war noch eine iso tapete, mit rückseite aus alufolie, genau in der höhe und an den stellen wo der Schimmel war
- ansonst mind. 4 schichten verschiedener putz, darunter auch dieser bemalte putz wie man ihn früher gemacht hat
- dann schiefebruchsteine
- teilweise war an den stellen wo der schimmel saß, der Mörtel natürlich angegriffen, so dass das Mauerwerk zum vorschein kam

-laminat war nur mit pressspanplatten unterlegt, darunter direkt der alte dielenboden, auf dem wohl vorher pvc boden festgeklebt war (es ist noch massig alter Kleber drauf und wo die heizung stand war noch ein stück pvc)

-unter dem laminat kommt nichts mehr, also direkt die beton kellerdecke. es war nirgendwo dämmung dazwischen.
der dielenboden ist leider nicht mehr aufzuarbeiten

plan:

es wurde bereits ein Holzofen eingebaut, auf einem Sockel aus yton und fliesen

es wird Parkett verlegt (laut aussage vom fachhändler vollkomme ok, da es genauso atmet wie dielen, der boden aber garnicht feucht ist. darunter natürlich dämmung

die wände werden mit kunststofffreiem rollputz statt mit tapete gemacht

falls irgendeine der ideen falsch ist, gerne drauf hinweisen ;)

aber wie gesagt, vor allem danke für die antworten!



Ja,



was für Parkett wird worauf verlegt?

Grüße

Thomas





das parkett muss ich mir noch aussuchen, es wird dann auf dämmung auf dem dielenboden verlegt. eine dampfsperre sollte ja auch noch rein, wenn ich es richtig verstanden habe. es wird auf jeden fall fertigparkett sein. glücklicherweise ist der dielenboden ja doch nicht feucht, so dass wir die dielen drunter lassen.

gruß

elke



Flachhändler!



"laut aussage vom fachhändler vollkomme ok, da es genauso atmet wie dielen"

Fertigparkett hat 2 Leimebenen und ist lackiert, oder aber UV-härtend geölt. Das das dann so gut Wasser weiterbefördern könne wie massives Holz, mag zwar ein beflissener Verkäufer behaupten, es stimmt aber ganz und gar nicht.

Ferner: Die alten Dielen werden mit Sicherheit nicht so gerade sein, daß man da ohne massive Spachtelarbeiten Fertigparkett Verlegen kann. Spachtel sperrt zuallermeist ebenfalls ab.

Letztlich: Daß die Dielen nicht nass sind, besagt gar nichts. Messt doch einmal die Holzfeuchte. Mit Sicherheit kommt nichts gutes dabei heraus: Keine Sperre gegen aufsteigende Feuchte, keine Wärmedämmung, darunter unbeheizter Gewölbekeller. Allein das Kondenswasser kann für Schäden ausreichen.

Meine Meinung: Die alten Dielen müssen raus, Neuaufbau auf Sperrebene (Schweißbahn) incl. Dämmung.

Das alles sind übrigens Aufgaben für Ihren Vermieter, oder sie einigen sich darauf, Ihre Investitionen abwohnen zu können.

Grüße

Thomas