Feuchtigkeit Tuffsteinhaus

26.02.2021 Rosi

Feuchtigkeit Tuffsteinhaus

Hallo zusammen,

vielleicht können Sie mir helfen. Ich habe ein 112 Jahre altes Tuffsteinhaus in der Eifel gekauft. Das Straßenniveau ist in den Jahren scheinbar gestiegen, sodass es eigentlich etwas zu tief liegt. An der Ecke Straße / Garten habe ich eine Feuchte Stelle. Im Garten habe ich die Hausseite bereits bis ca. 1,30 m Tiefe freigegraben. Oft habe ich gehört, dass es bis zur „Bodenplatte“ freigegraben werden muss.

Wie sehen Sie das als Experten?

Folgende Herangehensweise schlug der Maurer vor :

- Außen entlang des Hauses am Garten 50 cm breit und 1 m Meter tief freigraben,
- Wand säubern,
- Kalkzement Putz auftragen, welcher wasserabweisend ist,
- Noppen Folie anbringen
- Schweißband
- Dickbeschichtung
- Anschließend das Loch füllen mit 16/32 Basalt Körnung

Oder sollte man die Wand besser offen „atmen“ lassen? Nur mit Basalt füllen?

Auf diese Hausseite soll eine Holzterrasse über die komplette Seite, sodass ich die Stelle nachträglich nicht mehr gut öffnen kann.

Hinzukommt, dass ich ein begrenztes Budget habe.

Im Vorfeld möchte ich mich direkt für falsche Ausdrücke / Bezeichnungen entschuldigen und um Nachsicht bitten, da ich weder Handwerker und erst recht kein Experte bin. :-)

Ich freue mich auf Antworten! Vielen Dank im Voraus.



Feuchtigkeit im Sockelbereich



bist Du sicher, dass das Gelände auf dem Foto später angehoben wurde ? Es sieht so aus, als ob die OK Gelände schon immer bis zur Solbank des Fenster reichte, unterhalb schaut es wie ein Fundament aus. Die behauenen Quader hören auf Höhe des Fensters auf oder täuscht das Foto?
Eine vertikale Abdichtung kann man machen, "atmen" muss das Fundament nicht. In diesem Zusammenhang empfehle ich Dir, Dich mal mit dem Begriff " Wasserdampfdiffusion" zu beschäftigen.
Deine Herangehensweise ist verdreht: Erst säubern, Zementputz auftragen um eine ebene Fläche herzustellen, Dickbeschichtung bzw. mineralische Dichtschlämme aufbringen, Schutz vor mechanischer Beschadigung der Dichtschicht ( Platten, Noppenfolie), Verfüllung . Das muss kein Basalt sein, es kann der vorhandene Aushub benutzt werden. Was Schweißband sein soll, kann ich nicht identifizieren, vermutlich Bitumenschweißbahn, die wäre hier aber fehl am Platz, wenn eine Dickbeschichtung aufgetragen wurde.



Bodenplatte



Ich würde keine Bodenplatte erwarten. Oft werden als Fundament Feldsteine und irgendwann dann ein Mauerverband gelegt. Wenn man dann zu tief gräbt, bricht die Wand weg. Also lieber etwas vorsichtig und nicht zu tief.

Die heutigen Abdichtungen sind so geplant, dass das Haus auch im Grundwasser stehen könnte. Falls der Boden trocken ist und sie bisher keine Feuchtigkeit hatten, freut die Arbeit zwar den Handwerker aber gemacht werden muss das dann nicht. Bei mir gibt es eine 4 Meter hohe Wand ohne jede Abdichtung und die ist auch trocken.



Abdichtung



Noch ein paar Punkte.
Ist das Haus unterkellert? Für mich sieht das eher schon nach Fundamenten aus. Mit Bodenplattenniveau ist bei heutigen Häusern Oberkante Rohfußboden gemeint (vergleichbar). Das sollte bei hier schon lange gegeben sein.
Die Reihefolge der Arbeiten ist so richtig, wie Pope sie beschrieben hat. Nur falls man sich für Dickbeschichtung entscheidet (welche nicht einfach aufzubringen ist) muss diese geschützt werden. Entweder mit Perimeterdämmung oder einer Noppenbahn mit Gleitschicht (!!) . das ist wahrscheinlich mit Noppenfolie gemeint.
Eine Alternative wäre die Schweißbahn. Diese ist zwar für einen höheren Lastfall als die Dickbeschichtung ausgelegt und in Punkto Feuchtigeitsstopp ein bisschen Overkill hier, aber dafür wäre sie einfacher aufzubringen. Also reinigen, Zementputz zu Ausgleich (muss nicht gerade sein), Bitumenhaftgrund aufpinseln, Schweißbahn und an der oberen Kante ein Abschlußprofil.
Die einfachste Möglichkeit ist zementhaltige Dichtschlämme. Diese ist nicht unbedingt geeignet, ist sehr unflexibel im ausgehärteten Zustand und somit bruchanfällig. Aber für den "ungeübten" am einfachsten zu machen.
Aber da es "nur" ein feuchte Stelle gibt, könnte man dies in Betracht ziehen. Hier muss dann allerdings wirklich Perimeterdämmung davor.



Antworten auf Ihre Fragen


Antworten auf Ihre Fragen

Vielen Dank für die schnellen Antworten!! Also, dass die Straße in den Jahren höher geworden ist, vermute ich nur, da die „Schächte“ auf der Straßenseite nahezu verdeckt sind.

Siehe Foto, unter dem Fenster ist ein Schacht, welcher kaum zu sehen ist.

Ja das Haupthaus ist unterkellert (Gewölbekeller ca. 2 m Deckenhöhe), der Anbau (Garage) ist nicht unterkellert. Dort stört mich das nicht, wenn es etwas feucht ist.



Antwort


Antwort

Vielen Dank auch für den Hinweis, historia, dass ich lieber vorsichtig und nicht zu tief graben soll.

Anbei noch ein Bild. Es handelt sich um Terrassentüren, nicht um Fensterbänke (Solbank?).

Das wäre natürlich toll, wenn ich die ausgegrabene Erde wieder in das Loch schaufeln könnte, der Berg liegt dort noch..

Mir wurde gesagt, dass Erde sehr viel Feuchtigkeit speichert und sie daher besser nicht direkt an der Kellerwand ist. Wenn dort die o.g. Arbeiten durchgeführt wäre, wäre das wahrscheinlich was anderes.

Wäre es sonst noch eine Option das Loch im Boden offen zu lassen und die Erde irgendwie abzufangen?

Das Haus ist schon länger unbewohnt. Innen ist an der feuchten Stelle nun ein diffusionsoffener Putz, dort kann ich nicht mehr feststellen, dass es modrig riecht..

In der rechten besagten Ecke fehlt auch an der Kellerwand das „Fundament“ (nennt man das so, wenn dort eine Reihe der Steine nach außen abstehen??)

PS auf dem Foto sieht man rechts nur Holzstaub, das kommt nicht von der Wand...