Feuchtigkeit/ Schimmel und keine Ahnung woher



Feuchtigkeit/ Schimmel und keine Ahnung woher

Hallo liebe Mitglieder im Forum, ich habe ein Problem mit meinem alten Haus. Im Schlafzimmer - die Wand ist die Wetterwand - und kühlt sicherlich am meisten aus - habe ich im Winter immer diese Feuchtigkeits bzw. Schimmelflecken. Das Haus ist geklinkert 2 wandig - steht auf Feldsteinen. Ich kann von außen absulut keine Feuchtigkeit ausmachen. Die Fugen sind alt und zum Teil ausgebrochen (eines der nächsten Projekte) aber ich frage mich (bevor ich an die Fugen gehe) kann die Wand irgendwoher Wasser ziehen? ich meine die steht auf 80 cm Feldsteinen ...
Wäre sehr an eurer Meinung interessiert - Schönen ersten Advent für alle und die Familien, Michael.



Kondensatausfall



So sieht eine typische Wärmebrücke aus.
Raumluftfeuchte kondensiert auf der Wandoberfläche die hier um ein paar Grad kälter ist.





Hallo Hr. Böttcher, danke für Ihre Einschätzung - wäre das Problem gelöst, wenn ich in diesem Bereich einen Heizkörper (bodennah und nu 20 cm hoch - dafür recht lang) anbringen lasse, oder sind ihrer Meinung nach davor sinnvolle bauliche Maßnahmen auszuführen? Bedanke mich, Mfg



Kondensat vermeiden



Primär der Bruchsteinsockel stellt aufgrund des niedrigen U-Wertes die Wärmebrücke dar.
Die Ecke stellt eine zweidimensionale, geometrische Wärmebrücke dar.

Zur Feststellung der Wandtemperaturen genügt ein günstiges Infrarotthermometer, dann mit Taupunktrechner auf möglichen Kondensatausfall prüfen.

Jeder kondensatgefährdete Bereich kann durch entsprechende Erwärmung davor geschützt werden, allerdings geht das auf Kosten der Wirtschaftlichkeit wenn keine Dämmung erfolgt.

Zur Erhöhung der Wandtemperaur, die Taupunktunterschreitung verhindert, sollte zuerst Innendämmung vorgesehen werden, wenn Außendämmung nicht möglich ist.

Du könntest auch zuerst innen 50-80 cm hoch nur den Sockelbereich oder andere Stellen zB mit vollflächig angesetzten Mineralschaumplatten dämmen und oben als Ablage ein Brett auflegen, wenn nicht die ganze Wand gedämmt werden soll.

Oder nur die Heizungsrohre ganz unten entlang führen.

Andreas Teich



Dämmplatten



Hallo Andreas - danke für die Einschätzung - die Variante mit den Dämmplatten hatte ich mir auch schon mal überlegt (es geht nur innen, da Denkmalschutz und klinkerfassade...) - wenn ich nun innen die dämmplatten davor mache (Idee mit dem Brett gefällt mir gut :)) sperre ich damit aber nicht die Feuchtigkeit zwischen geputzter Wand und Dämmplatten einfach ein und dahinter rumort es weiter und wird schlimmer ?



Innendämmung



Hallo Michael,
Um Feuchtigkeitsanreicherung zu verhindern eben nur kapillaraktive Dämmmaterialien, wie Mineralschaumplatten, Holzfaser etc verwenden und diese immer vollflächig ansetzen, um nicht durch Luftschichten den kapillaren Wassertransport zu verhindern.

Zudem sind solche Materialien sorptionsfähig und können dadurch Feuchtigkeit aus der Raumluft zwischenspeichern.

Du könntest auch in den Ecken senkrechte Streifen bis zur Decke dämmen und von Ecke zu Ecke Regalbretter integrieren- je nach Gestaltungswünschen.

Dämmtechnisch ists natürlich am besten, die ganze Wand einheitlich dick zu dämmen.
Wie geschrieben- Zur genauen Bestimmung der Kondensatgefahren zuerst ggf die Wandtemperaur der schimmelbefallenen Bereiche messen und auch über diese Bereiche hinaus dämmen.

Wenn du zuerst nur diese Bereiche bearbeitest kann später immer noch der Rest gedämmt werden ohne viel Zusatzaufwand.

Die Innendämmung möglichst bis auf den tiefsten Bereich ausführen- also Holzboden herausschneiden und bis auf die Rohdecke dämmen.
Hier zuerst eine Feuchtigkeitssperre auflegen.

Andreas Teich





Hallo Michael,
für mich sieht es danach aus, ob Sandhäufchen und Mörtelreste in der Luftschicht über dem Sockel liegen und eine Kältebrücke zu den kalten Außenwand-Schicht und Sockel bilden. Dies vermutlich kann die Konturen der Durchfeuchtung erklären. Wenn das so ist, sollten vor allen andren Maßnahmen entfernt werden.
MfG
A. R. Thams



Offene Fragen



Ist dort ein Fallrohr auf der Wandecke?
Sind die ausgebrochenen Fugen aus Zementmörtel?
Im Zwischenraum kann alles mögliche sein, bei mir (Bauernhaus) ist mind. 1m hoch Spreu von den Mäusen.
Für nur ein Kondensatproblem sieht das zu extrem aus.



Moin Moin



danke für die Beteiligung!!
An der Ecke ist ein Fallrohr (also von der Regenrinne) - das ist aber dicht und leitet das Wasser in ein Rohrsystem, das wiederum in einer Zisterne endet ...
Die beiden Ideen von wegen Sand, Spreu etc. im Zwischenraum, die eine Wärmebrücke bilden halte ich für durchaus realistisch - hat jemand nen Tip wie man am schonendsten erst mal nachschaut? Reicht ne dicke Bohrung und dann evtl. so ne Schlauchkamera leihen ? oder einfach 3, 4 Steine raus und schauen?
ich werde Bilder von Außen nachreichen, denn die Wand sieht zwar von außen total trocken aus- die Fugen sind oben aber sehr marode - nach unten hin sind sie besser im Zustand - hatte schon mal kurz überlegt ob Feuchtigkeit von oben (also von den recht desloaten Fugen her) eindringt und sich unten sammelt ...
Guten Montag, Michael



Kratz oder bohr



einfach mal eine breite Fuge auf. Oder hol einen viertel Stein raus. Dann kannst du die Hand reinschieben...
Mach das einen halben Meter von der Ecke entfernt, denn die Ecken sind evtl. durchgemauert.
Hast du keine Entwässerungsöffnungen in den Stoßfugen?





Hallo Michael, wann ist das Haus gebaut? Stell doch ein Foto von Außen ein damit wir hier wissen worüber wir hier eigentich reden. Möglicherweise ist die Außenwand-Schicht vollsteinisch und Innen nur Halbstein.Die Luftschicht kann ca.4-7 cm betragen und nicht beluftet. Das muß man vorher wissen. Ist es so, oder?



Wie soll denn so etwas funktionieren?


Wie soll denn so etwas funktionieren?

@ Herr Teich schreibt: "Zur Erhöhung der Wandtemperaur, die Taupunktunterschreitung verhindert, sollte zuerst Innendämmung vorgesehen werden, wenn Außendämmung nicht möglich ist".
Es ist nicht zu glauben was manche Leute für einen Schmarrn schreiben.
Durch jede Innendämmung wird die Wandtemperatur geringer und nicht höher!
Michael: Die Lösung dieses Problems ist durch eine Sockeltemperierung möglich. Richtig ist, dass an dieser Stelle durch die dicke der Wände eine Wärmebrücke vorhanden ist - genau wie Herr Böttcher Anfangs geschrieben hat.
Nun ist noch zu klären wie dies auszuführen ist. Gibt es in der Nähe eine Heizung und welcher Art?
Siehe auch: bromm- nun ich tippe eher auf Tauwasser



fotos



viel Dank für die Auseinandersetzung- ich werde die Gegebenheit zum Wochenende fotografieren - vlt. geben die Fotos noch weitere Hinweise ---

@edmund bromm: ja es gibt eine Heizung - ganz normaler Konvektionsheizkörper- der wäre ca. 1 meter links beginnend (an der gelben Wand).
D.h. im Prinzip raten Sie mir zu einer Sockeltemperierung - macht sicherlich Sinn - seit es mit den Flecken wieder verstärkt auftritt, beheize ich die große Feuchtigkeitsfläche mit einer Infrarotheizung - Feuchtigkeit nimmt definitiv ab. Würde es evtl. sogar Sinn machen vom Heizungvorlauf ein Kupferrohr (unterm Putz - denn den Werde ich wg. des Schimmels wahrscheinlich eh abnehmen) an der Länge zu montieren?

@A.R.Thams - das Haus wurde 1867 in der Form jetzigen Form aufgebaut - ich sende Fotos die das Haus / Fassade etc. gut darstellen zum Wochenende.

besten Dank an Alle - das hilft schon sehr weiter - ich war zwischenzeitlich wirklich ratlos ... Merci, Michael.



Schimmelverhinderung



E.B. Warum immer so negativ?
Andere Leser interpretieren nichts hinein was nicht geschrieben wurde (ich habe mit einigen ausführlicheren Kontakt).

es ist doch klar, dass ich die Oberflächentemperatur der gedämmten Wand an der Innenseite und nicht die Temperatur auf der Steinwand oder an sonst einem Punkt meinte.

Die Temperaturerhöhung und Reduzierung von Wärmeverlusten ist ja gerade der Sinn von Innen- oder Außendämmung.

Ansonsten hatte ich ohnehin schon im ersten Beitrag geschrieben:
Mögliche Ursachen
- Wärmebrücke durch Bruchsteinsockel
- geometrische Wörmebrücke an der Gebäudeecke
- Schimmelvermeidung durch Erwärmung
- oder/und Innendämmung,
was beides die Wandtemperatur erhöht,
dadurch Tauwasser und damit Schimmel verhindert

Was nun konkret und wie gemacht wird hängt von den örtlichen Bedingungen ab.

Der Putz muß nicht komplette entfernt werden-
Schimmel siedelt an der Oberfläche.
Übliche Schimmelbekämpfung genügt (Suche bemühen)und dann am sinnvollsten Wandinnendämmung zur Vermeidung von W?rmeverlusten.

Wenn die Wand dann immer noch zu kalt sein sollte kann die Heizungsleitung ganz unten offen an der Wand entlang geführt werden- unverkleidet ist die Wärmeabgabe am effektivsten.

Andreas Teich



Bevor das



Zimmer mit Heizungsleitungen und kleinen Brettablagen zugeballert wird.... wie wärs mit:
-Richtig Lüften
-Raumtemperatur leicht anheben
-Schlafzimmertür geschlossen halten



Nein nicht in die Wand einbauen..



..es reicht an der Oberfläche so wie in der Skizze dargestellt.
@ Herr Teich es ist nicht wichtig was Sie denken sondern was die Menschen daraus ableiten. Und Ihr Halbwissen bringt alles nur durcheinander.