Feuchtigkeit, Parkett, Folie, Fertigparkett, Angelika

21.02.2011



Hallo zusammen,

nach ca. 11 Monaten Kernsanierung nähern wir uns endlich erfreulicheren Bautätigkeiten:
Fertigparkett soll verlegt werden - aber mit oder ohne Folie darunter?.

Altbau ca. aus dem 2. Weltkrieg ohne Keller

Die zwischen den Hauswänden befindliche Betonplatte wurde saniert und ausgebessert und mit MEM-Dichtschlemme abgedichtet.
Während der mehrmonatigen Bauphase konnten keine Feuchtigkeitsprobleme von unten festgestellt werden, obwohl die Nachbarhäuser rundumm mit Ihrem Kellern alle unter Wasser standen.

Geplant ist folgender Aufbau oberhalb der Dichtschlämme, die auch etwas an der Wand hochgezogen wurde:
Styrodur 6 cm - darin verlaufen auch die isolierten neuen Heizungsrohre aus Alu-Kunstoff ummantelt. Darüber Fermazell-Estrichplatten.

Wie verhindere ich, dass sich ungewollt Feuchtigkeit aus dem Boden bzw aus dem Raum (das dürfte mehr sein)irgendwo sammelt und später muffig zu riechen anfängt?

Am logischsten erscheint mir, den Weg ab der Dichtschlemme offen zu lassen für Feuchtigkeit, die verdampfen kann mit dem Ziel es durch Lüften zu entfernen.

Also keine Plane unter das Fertigparkett.
Der Bau wird anfangs noch viel Feuchtigkeit aus der Bautätigkeit enthalten, die entweichen muss.

Wie wird das Fertigparkett reagieren?
Lackierte Oberfläche, Dreistab Schiffsboden Eiche 15 mm, die Stirnseiten müssen verleimt werden, die Längsseiten nicht.
Ich würde mich über Eure Erfahrungen und Anregungen freuen.

Angelika





Hallo Angelika,

wenn es sich um gemauerte Außenwände handelt kannst Du einen "klassischen" schwimmenden Estrichaufbau durchführen lassen. Folie => Dämmung => Zementestrich. Dieser benötigt zwar eine Trocknungszeit, ist aber belastbarer.
Trockenestrichplatten benötigen eine absolut gerade Verlegeoberfläche und anders als bei flüssigen Materialien können Unebenheiten nicht so einfach ausgeglichen werden. Punktuell können Trockenestrichplatten auch weniger belastet werden.
Fachgerecht verlegt halten die Dinger schon sicher und auch lange. Wenn der Untergrund aber eine Unebenheit, wie eine Krümmung der Betonplatte o. Ä., aufweist können so Spannungen im Fertigstrich entstehen, was dann bei einer zu hohen Punktbelastung zum Versagen führen kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Moin Angelika,



bin jetzt kein Bau-Profi, frage mich aber wo die aufsteigende Feuchtigkeit unter dem dampfdicht-lackierten Parkett bleibt?

Wir haben auch OSB/Fermacell mit Trittschallunterlage/2mm Kork ohne Folie, dann aber geöltes Fertigparkett seit 1,5 Jahren im OG liegen:

Die Anmerkung von Christoph kann ich bestätigen: Da wo der Boden nicht eben war, federts und wenn ich an einer Stelle langlaufe, fangen die Gläser im Küchenschrank 2m weiter an zu klirren (meine Wohnung lebt!).

Feuchte bisher kein Problem, obwohl wir sowohl beheizte wie unbeheizte Räume und ein Bad drunter haben.

Da wir aber keine FBH haben, ist das natürlich nur bedingt auf eure Situation übertragbar.

Gruss, Boris





Hallo,

Parkett im nassen Bau zu Verlegen geht nicht. Sie müssen entsprechende Trocknungszeiten vorsehen und vielleicht auch durch gezielte beheizung/Entlüftung beschleunigen (kostet und ist nicht immer risikofrei).
Anschließend wird der Boden mit Dünnschichtestrich z.B. UZIN von Sopro, vorbehandelt. Das ist Dampfbremse und Haftbrücke.

Grüße