Relative Luftfeuchtigkeit!

29.10.2007



Hallo!

Habe ja einen feuchten Keller. Jetzt mal so ´ne Frage zu der relativen Luftfeuchtigkeit.

Habe mir von Conr*d Hygrometer gekauft, im einen Raum (wo das Fenster offen ist, da es herausgenommen wurde) sind ca. 10 C und eine Luftfeuchtigkeit von ca. 70%, in dem anderen in dem die Wasserschäden waren und die Pilze spriesen, sind es bei ca. 10 C, ca. 80%. (hier ist aber das Fenster zu)

Was ist normal und ab wann kann ich davon ausgehen, dass die Feuchtigkeit aus der Mauer rausgeht? Noch kann man durch bloßes Anfassen der Mauer die Feuchtigkeit fühlen.

Ich hoffe es kann mir jemand von Euch eine konkrete Antwort hierauf geben.

Gruss Andreas





Grüß Gott Andreas.
Ob meine Antwort für Dich konkret genug ist weis ich nicht. Ich kann Dir allerdings meine Erfahrungen aus
ca. 2 Jahren, fast regelmäßiger Messungen mitteilen.
Gerade eben ( 19.00Uhr ) war ich im Keller und habe interessehalber gemessen. ( Keller ca. 22m² Höhe ca. 2,20m, gestampfer Lehmboden ) Temperatur 11Grad. Feuchte ca. 70%, abhängig von der Höhe, in der gemessen wird.
( Oben mehr als unten ).
Außentemperatut 12 Grad ).
Der Keller wird " quergelüftet ", d.h. in jeweils einer Ecke des Kellers, ist ein Fensterle mit den Maßen 50 x 30 cm. Beide sind nur einen kleinen Spalt geöffnet.
Nach meinen vielen Messungen in den letzten 2 Jahren,(ich gehe halt den Sachen gerne auf den Grund) hat sich herausgestellt, dass sich, die Luftfeuchtigkeit, außen / innen,je nach Wetterlage, nach wenigen Stunden fast angeglichen hat.
Wir hatten vor einigen Wochen einen Bruch der Hauptwasserleitung. Dadurch natürlich ziemlich Überschwemmung im Keller. Schnell wurde der Boden mit Putzeimer und Lappen aufgewischt und danach ein paar Tage lang die Türe nach hinten raus und die Fenster, offen gelassen. Der Boden ist wieder wie früher und die Luftfeuchtigkeit ist auch wieder die alte.
Mein Nachbar hat fast denselben Keller (muß der selbe Baumeister gewesen sein)und ab und zu das Problem, dass sich Etiketten von den Bierflaschen lösen. Dann wieder eine Ewigkeit nicht. Ein Zeichen für schwankende Luftfeuchte.

Hoffe, dass Du damit was anfangen kannst.

Beste Grüße

Günther



Alles irgendwie im Gleichgewicht.



Die Luft kann je nach Temperatur unterschiedliche Mengen an Wasser aufnehmen. Wenn bei einer bestimmten Temp. aber nicht die maximale Menge aufgenommen ist, sondern nur z.B. 80%, dann ist die relative Luftfeuchtigkeit 80%.
Nun ist die Frage wann die Luft im Keller deine Wände trocknet? Zuerst kann man sagen, je geringer die r.F. desto besser kann sie trocknen. Nun weiß man nur nicht ob sie trocknet. Dies ist nämlich eine Frage der Ausgleichsfeuchte. Eine r.F. von ca.70% entspricht einer Feuchtigkeit bei einer Ziegelmauer von 2-3%. Wenn nun die r.F. der Luft steigt nimmt die Mauer Feuchtigkeit auf, wenn die r.F. fällt gibt die Mauer Feuchtigkeit ab.
Das bedeutet für dich, dass du, wenn es drausen kälter ist als im Keller, die Fenster aufmachen solltest. Im Sommer sollten sie wegen möglicher Kondenswasserbildung zu bleiben.

Aber nun zu meiner Überschrift. Wenn deine Mauern von außen oder unten Feuchtigkeit aufsaugen können, werden sie nie ihre Ausgleichsfeuchte erreichen. Je besser sie innen die Feuchtigkeit abgeben und damit etwas trockener werden, umso besser können sie von außen /unten Feuchtigkeit nachsaugen. Es bildet sich sozusagen ein Gleichgewicht zwischen abgetrockneter Wassermenge und nachgesaugter Wassermenge aus(hängt natürlich auch von der Feuchtigkeit außen/unten ab). Mit der Zeit sammeln sich dann Salze an den Innenwänden. Dies hat dann auch wieder Einfluss auf die Ausgleichsfeuchte der Mauer. Du bekommst die Mauer so nicht trocken. Es muss die Feuchtigkeitszufuhr zu Keller verhindert werden. Dein Wasserschaden-Wasser wird aber mit der Zeit schon abtrocknen.

Ich hoffe das bringt dich weiter.

Gruß Marko



Relative Luftfeuchtigkeit!



Danke für die Antworten.

Tja, die r.L. schwankt zwar, ist aber immer recht hoch. Naja und leider ist es so, dass die Feuchtigkeit immer wieder von aussen nachkommen wird. Deshalb denke ich wird es auch nicht wirklich realistisch sein, dass der Keller ohne Sanierung von aussen/innen jemals annähernd trocken wird. Gedacht ist, dass wir evtl. irgendwann einmal eine Decke reinziehen, die den Keller vom restlichen Gebäude trennt, so dass die Feuchtigkeit dem Fachwerk nichts mehr anhaben kann. Wie das geschehen soll, weiss ich noch nicht, aber da habe ich ja noch Zeit mich etwas zu informieren.

Naja, jetzt muss erstmal die Holzkellerdecke entfernt werden mit dem Schimmel und den Pilzen, dann wird man weitersehen. (wird noch ein wenig dauern, da ich lt. meinem Anwalt noch nicht loslegen darf, Beweissicherung)

Gruss Andreas