Feuchtigkeit + Bodenaufbau über Gewölbe

11.03.2009



Hallo liebe Community

Komme einmal wieder mit dem Dauerthema "Feuchtigkeit".
Das Haus (BJ 1876) ist teilunterkellert und die letzten Jahrzehnte wurde dieser Gewölbekeller (Ziegel) durch die Vorbesitzer "klassisch" im Sommer belüftet und im Winter verschlossen. Es gibt leichte Salzausblühungen, ansonsten sieht es aber nicht kritisch aus. Trotzdem scheint Feuchtigkeit in den Wänden bis ins EG aufzusteigen (oder ist aufgestiegen) und wurde dort mit eine Styroportapete von innen und Isolierputz von aussen eingepackt :-(
Die Erdgeschosswohnung stand mind. 15 Jahre leer.
Vorbesitzer - Wir hatten nie Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel -
Bei der Renovierung des darüberliegenden Zimmers ist uns nach dem öffnen des Bodens schon aufgefallen, dass die in Sand eingebetteten Lagerhölzer vergammelt waren und der Sand sich feucht anfühlt.
Auf Grund von Zeitdruck haben wir hier erst einmal nichts unternommen und gehofft über kontrolliertes Lüften die Sache in Griff zu bekommen. Leider ohne Erfolg (Luftfeuchtigkeit steigt sofort nach dem Lüften wieder extrem an) und mittlerweile sind schon zwei Matratzen verschimmelt und wir müssen etwas unternehmen.

Ach ja, es gibt schon eine Horizontalsperre und vertikale Abdichtung der Grundmauern aussen.

Geplante Massnahmen:
Keller
- Zementputz runter und Wände offen lassen
- Kellerfenster abdichten
- weiterhin kontrolliert mit Hygrometer nach Taupunkt belüften (da ich hier nur die Lufttemperatur/rel. Luftfeuchte in die Messung einbeziehen kann aber nicht die Wandtemp., muss ich da noch irgendetwas beachten?)

Darüberliegendes Zimmer
- Fussboden und alten (nassen) Sand raus
- neuer Fussbodenaufbau - Wie ist zu klären!
- Wie hoch der Fussbodenaufbau sein muss weiss ich noch nicht.
(das Nachbarzimmer (Bad) über dem Gewöbekeller hat schon einen anderen Fussbodenaufbau bekommen (Vorbesitzer) Beton/Schweissbahn/Dämmung/Estrich/Fliesen)

Fragen:
- Altbaugerechter Aufbau?
- Statik des Gewölbes? (Im Bad scheint es keine Probleme gegeben zu haben)
- gebundene oder lose Ausgleichsschüttung oder klassisch Beton?
- Wie bekomme ich eine ordentliche Abdichtung zum Keller hin?
- Wandanschlüsse?

Ich weiß, es wurde alles schon einmal irgendwie behandelt und trotzdem ist es jedesmal wieder individuell…

Vielen Dank für Eure Hilfe
Grüße
Jörg



Das entfernen



der Styropor Tapeten könnte vorerst mal hilfreich sein, um festzuetellen,ob es sich nicht vielleicht nur um Kondenswasser handelt.
Aber auch hier gilt zuerst die Ursache finden und dann richtig handeln und da sind Sie ja auf dem richtigen Weg. Ob Elektroosmose die richtige Massnahme ist vage ich zu bezweifeln.

Grüsse Thomas



Wir...



bewohnen das Haus jetzt gerade mal seit 5 Monaten und starten quasi mit Ursachenfindung und -behebung.

Wie gesagt, der Vorbesitzer hat wohl so ziemlich alles falsch gemacht was geht (falsch Lüften, Styropor, Sockel mit Zementputz, Isolierputz anstelle Luftkalk, etc.).

Die Styroportapete ist runter und Wand dahinter war sehr nass (über der Horizontalsperre). Durch notwendiges Neuverputzen (leider falschen Oberputz :-( ) und neuen Estrich haben wir natürlich auch eine ganze Menge zusätzliche Feuchtigkeit vor dem Winter eingebracht.

Meine Vermutung ist halt, dass diese Feuchtigkeit erst mal raus muss aus Keller und Wohnung.
In dem Zimmer muss trotzdem ein neuer Fussbodenaufbau rein, auch wegen Dämmung zum Keller hin.

Die Frage ist halt wie am besten und muss vorher alles abtrocknen, falls überhaupt möglich.

Danke für weitere Hinweise und Hilfe!

Grüße
Jörg



OK



Gewölbekeller wird vermutlich Naturkeller sein, den richtig trocken zu bekommen wird nicht gehen, aber die oberen Räume können Sie, über das von Ihnen beschriebene Lüften trocken bekommen, wenn Ihnen das zu langsam geht besteht auch noch die Möglichkeit, eine Bautrockner aufzustellen, das ist aber mit Kosten, Aufwand und etwass Lärm verbunden.

Ich möchte einfach auch unsere Forumsmitglieder Christoph Kornmayer und Georg Böttcher empfehlen.

Grüsse Thomas



Danke schon einmal



Hallo Thomas

Meine Vermutung ist, das Feuchtigkeit immer wieder vom Keller nachdrückt und das beschriebene Zwangstrocknen nur temporär hilft.
Eine Abdichtung von oben scheint mir unumgänglich.

Es wäre schön, wenn Herr Böttcher und Herr Kornmayer noch ein paar Hinweise geben könnten.

Grüße
Jörg



Zwar unerbeten, aber dennoch:



Keine Bodendämmung, da sie nix bringt. Und aufsteigende Feuchte gibt es nicht (wurde schon 1000mal erklärt). Die Feuchte kommt vom Kondensat und der hygroskopischen Feuchteaufnahme der Fäkalsalze in der Bausubstanz (Mauersalpeter/Kalziumnitrat). Entsalzen, richtig (stetig) heizen - fertig. Wenn neuer Boden, keine Naßbauweise und keinesfalls Beton / Zementestrich (wirft sich).

Und all die Details - die schreien nach Planung / Planer.

Viel Erfolg beim Basteln auf Zuruf!

Konrad Fischer
Dämm- und Dichtskeptiker



Genau,



es sollte richtig und nachhaltig entsalzt werden. Dann lösen sich derartige Probleme.

mfG Andreas Hoppe