Feuchtigkeit in Sockel bzw. Außenwand

15.11.2019 derotto


Feuchtigkeit in Sockel bzw. Außenwand

Hallo an alle Experten,

ich bin seit 1,5 Jahren ein Besitzer eines Fachwerkhauses aus dem frühen 19. Jahrhundert. Gerade mache ich mir Sorgen, da sich Feuchtigkeit im Sockelbereich der wetterabgewandten Seite des Hauses sammelt. Ich bitte vorab zu entschuldigen, dass ich bisher noch keine große Ahnung von Fachwerkhäusern habe. Etwaige Falschbeschreibungen etc. bitte verzeihen! Ich möchte gleich zu Beginn alles richtig machen und rechtzeitig handeln, sobald Handlungsbedarf besteht.

Anbei findet ihr ein Bild der Baustelle. Auffällig ist, dass die Feuchtigkeit sich scheinbar nur rechts des Balkens sammelt. Deutlich zu erkennen die dunklen, feuchten Stellen. Die Feuchtigkeit ist auch fühlbar.

Woher kann die Feuchtigkeit kommen? Läuft sie z.B. von oben in die Risse im Putz? Zu erkennen an den grauen Flecken an der Oberkante des Sockels. Es gibt auch einen Riss bzw. kleinen Hohlraum zwischen Holzbalken und Sockel.

Was kann man tun? Was sollte man tun? Ist das ein Alarmsignal?

Zur Beschaffenheit des Putz kann ich leider nichts sagen, da er vom Vorbesitzer aufgetragen wurde. Es gibt noch mehr Bilder (Nahaufnahmen), falls benötigt.

Ich danke vielmals.



Putz ab



Ich würde erstmal den alten Putz entfernen, damit man eher sieht woher die Feuchte kommt.

Ich denke aber sie kommt eher vom Keller, deshalb wurden ich im Keller (falls verputzt) den Putz ebenfalls abtragen und nicht mehr verputzen.

Sollte das Wasser vom Grund kommen muss eine Horizontalsperre eingebaut werden.

Anschließend würde ich die Außenwand mit Silikat (nicht Silikon)- Putz erneuern.

Eventuell, dass ist aber meine persönliche Meinung, auch wenn mich viele hier steinigen, würde ich Kalk-Zementputz als Sockelputz auftragen.
Zement deshalb, weil dieser im Sockelbereich etwas stabiler ist.

LG



Haus an der Straße



ist das vor dem Haus direkt die Straße ? Falls ja, wären noch 2 Szenarien denkbar und sollten geprüft werden:
1. Der Sockel ist durch den Tausalzeinsatz auf der Straße versalzt und es handelt sich um hygrische Feuchte.
2. Die Straße wurde, wie vielerorts geschehen, mal angehoben und liegt jetzt über einer evt. Horizontalsperre

Jedenfalls sollte der Sockelvorsprung verblecht werden. Was allerdings durch meine Vermutungen nicht abgedeckt ist, wäre der Umstand, dass nur ein Teil des Sockels "befallen" ist. Ist der nicht befallene Teil auch unterkellert? Und wie sieht die Kellerwand von innen aus (aus welchem Material wäre die)? Gäbe es da auch ein Foto?
Bevor die Umstände nicht geklärt sind, würde ich invasive Maßnahme nicht ergreifen. Vielleicht hilft auch eine Bohrprobe mal in einem bauphysikalischen Labor auf den tatsächlichen Feuchte- und Salzgehalt über die gesamt Mauerdicke untersuchen zu lassen.



Bild Keller


Bild Keller

Hallo, vielen Dank schon einmal für die Antworten.

Der Keller scheint mir eigentlich in einem guten Zustand. Klarherrscht dort ein wenig feuchtes Klima, aber ich denke, das ist normal. im Anhang ein Foto.

Ja, die Seite liegt direkt an der Straße. Wobei Straße der falsche Begriff ist. Eher ein Sträßchen (mit 30 Autos am Tag maximal), welches nicht mit Salz bestreut wird.
Ja, der andere Teil ist auch unterkellert, wenngleich mit einer niedrigeren Decke (jedoch gleicher Raum).
Ob die Straße mal angehoben wurde, muss ich in Erfahrung bringen.



Außenwand Beton ?



Ist an der Kelleraußenwand mal eine Betonwand vorgegossen worden? ich kanns schlecht erkennen? Hm, warum nur ein Teilstück des Sockels feucht zu sein scheint, kann ich mir jetzt auch nicht erklären.



Feuchter Sockel



Vermutlich liegt die Schwelle direkt über dem Sockel?
Die würde ich in jedem Fall überprüfen- ggf zumindest in diesem Bereich den Putz abschlagen.
Sofern sie keine Schäden aufweist eine Fensterbank, Steinplatte o.Ä. schräg auf den Sockel setzen-
möglichst mit Überstand, um eine Tropfkante zu haben, damit nicht das gesamte Wasser am Putz abläuft.

Am Rinnstein unten auch dafür sorgen, dass kein Wasser in die Fuge zum Haus läuft-
zB durch in den Putz gesetzten Steiinplatten (Granit-Fensterbank) mit Tropfkante, die die Fuge zur Wand abdeckt..
Als Außenabdichtung kann zB flexibles, rißüberbrückendes Material wie MB 2K aufgespachtelt werden



Danke für die Antworten



Welche Schwelle meinen Sie genau? Und wo sollte ich unter den Putz schauen? Über dem Sockel?

Kann denn nicht irgendwie der Holzbalken etwas damit zu tun haben, da er exakt die Grenze zur feuchten Zone bildet?

Ob eine Betonwand aufgetragen wurde kann ich leider nicht sagen, woran würde ich das erkennen? Kann gerne Bilder nachliefern.



Sockelfeuchte



Irritierend sind die fleckenartigen Auswaschungen auf dem horizontalen Sockelbereich. Gibts ein Bild von weiter weg mit dem ganzen Haus und auch eines von der anderen Hausseite hinter der Ecke? Auch die Kante des Bordsteines zeigt eine Moosbildung.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Also...


Also...

Heute regnet es hier und ich habe mir das Ganze erneut angesehen. Es tropft auf genau den Bereich, der feucht ist. Links vom Balken nicht. An dieser Stelle, also rechts vom Balken, ist das Dach entgegen der linken Seite fast gar nicht mehr überstehend. Auf Höhe der ersten Etage ist ein Blech (auch nur der rechte Part), von welchem es dann wohl herunter auf den Sockel tropft? Meine erste Vermutung war auch ja auch, dass es irgendwie tropft bzw. die Feuchtigkeit allmählich durch die Risse im Putz einsickert.

Anbei ein Bild vom Dachüberstand, auf dem man sieht, dass er nach hinten hin sehr schmal wird.



Hier noch ein Bild


Hier noch ein Bild

von Außen. Das Blech, von dem es tropft, befindet sich über den zwei Fenstern im Erdgeschoss.



Und hier...


Und hier...

...das Bild von der anderen Seite, um die Ecke.