Feuchtigkeit im "Keller"-Raum




Ich habe folgende Problematik:
Seit Mitte September bewohnen wir eine Mietwohnung in Wien.
Diese Wohnung war vor unserem Erstbezug eine Werkstatt und wurde grundlegend saniert. Sie befindet sich zwischen zwei Straßen, die durch eine Treppe miteinander verbunden sind. Somit besteht unsere Wohnung aus verschiedenen Räumen auf unterschiedlichen Ebenen. Der tiefstgelegene Raum, der Hobbykeller, ist unser Problemkind. Der Raum (mit Gewölbe) befindet sich in etwa auf Kellerebene der umliegenden Häuser.

Oberhalb des Hobbykeller befindet sich der aussen gelegene Hausinnenhof, der schecht isoliert, uneben und somit ein Regenwassersammelbecken (allerdings mit Abflussgitter) war, bis unsere Vermieterin diesen Innenhof im Rahmen der Wohnungssanierung vor ca. 2-3 Monaten zunächst halb, dann vollständig mit einer schwarzen teerartigen Dichtungsfolie überzogen hat. Um der Feuchtigkeit Einhalt zu gebieten wurde die innenliegenden Backsteinwände teils teils unverputzt mit einer speziellen Farbe (Sumpfkalk) gestrichen.
Seitdem Einzugszeitpunkt ist der Raum feucht Ca. 2 Wochen nach Einzugstermin fing es an in den Ecken und unterhalb der Mauerbögen zu schimmeln. Dabei Entstanden klein- und größerflächige Schimmelflächen, beispielsweise Eckenränder entlang.
Zusätzlich wellt sich an den Wänden das eingelegte Parkett und die Fußbodenleisten fühlen sich feucht an und sind auch dunkel verfärbt.

Wer kann mir weiterhelfen? Was kann ich tung? Kann die Feuchtigkeit noch von dem Innenhof herstammen? Also dass die Wände die Feuchtigkeit noch abgeben müssen?

Vielen Dank schon jetzt,
Victoria



Moin Victoria,



Ferndiagnosen sind immer schwierig bis unmöglich.....
Zunächst solltest du jedoch deinem Vermieter eine Frist setzen, die Mängel zu beseitigen - falls nix passiert: Miete mindern.
Ich kenne die genaue Rechtslage bei euch nicht, du wirst aber an der Substanz zunächst nichts unternehmen dürfen, da nicht dein Eigentum.
Schnelle Hilfe bietet wahrscheinlich ein Kondenstrockner, der die Feuchte aus dem Raum "zieht". Miete & Stromkosten sollte dein Vermieter übernehmen. Schimmel kannst du mit Spiritus abtöten. Alles weitere sollte sich ein Fachmann vor Ort ansehen.

Ein paar gute Fotos machen, dann kannst du die Zustände später auch beweisen.

Viel Erfolg,
Boris



Das



Mietrecht und insbesondere die gelebte Praxis sehen in Österreich meistens recht weitrechende Freiheiten für den Mieter vor und gerade bei - verhältnismäßig - günstigen Mieten in Gebäuden von vor 1954 (Inkrafttreten weniger restriktiver Mietgesetzgebung für Neubauten) ist die Motivation der Eigentümer leider allzu oft enden wollend.

Völlig trocken sind Souterrain- und Kellerräume meiner persönlichen Erfahrung nach in Wiener Altbauten nie, jedenfalls nicht ohne sehr umfangreiche Sanierungsmaßnahmen. Spätestens nach ein paar Jahren blättert irgendwo der Verputz ab oder es schimmelt. In eurem Fall wirkt das aber deutlich schlimmer, ich meine irgendwoher kommt da Wasser oder ist noch in den Wänden.

Nur damit ich mir die Lage besser vorstellen kann: wir reden von einer Straßenkreuzung ähnlich wie Mariahilfer Straße/Rahlgasse wo die Rahlgasse viel tiefer liegt als die Mariahilfer Straße und folglich die Zimmer zur Rahlgasse hin z.B. im 1. Stock sind und zur Mariahilfer hin im Keller?

Und der betroffene Raum liegt zur Gänze unter dem Innenhof und nicht unter dem Haus?



Re:



Erstmal vielen Dank für die Antworten!
und ja, ähnlich wie in der beschriebenen Situation ist es hier auch: der beschriebene Raum ist im Vergleich zu unserer restlichen Wohnung und auch zum restlichen Haus auf Kellerniveau, im Vergleich zu angrenzenden Häusern liegt der Raum jedoch oberhalb anderer Wohnungen. Und er ist zur Gänze unterhalb des Innenhofes gelegen. Die Vermietein hat mir auch mitgeteilt, dass im Rahmen der Sanierung ein Leck in einer Leitung in der Wand festgestellt und gewechselt wurde. Kann es denn sein dass der Schimmel aufgrund von Restfeuchtigkeit im Mauerwerk wegen Innenhof- und Rohrsituation vorhanden ist? Immerhin reden wir hier von dicken Mauern, sicher 50cm!
Besten Dank schon jetzt,
VIctoria



Moin Victoria,



stell dir doch mal ein über Jahre tropfendes Rohr in einer 50cm Wand vor..... glaubst du die haben bei der Reparatur die Steine alle einzeln rausgenommen und trockengeföhnt? ;-)

Die Restfeuchte aus Wand und Boden "darfst" im zweifelsfalle du rausheizen/trocknen. Ein Hygrometer sagt dir dann, ob es besser wird oder nicht doch noch von woanders weiterhin Nässe in die Wand eindringt. Vielleicht hat dir KGK ja einen Tipp, wo du günstig einen kleinen Bautrockner mieten kannst. Evtl. lohnt es sich aber auch einen zu kaufen (300 - 600 €) - je nach Einsatzdauer.

Vermutlich war es bei der Renovierung noch zu feucht, der Schimmel also vorprogrammiert. Habt ihr das gemacht oder ein Handwerker? Im letzteren Fall den kommen lassen.....

Viel Erfolg,

Boris



Für



Bautrockner habe ich leider auch keine Tipps, eventuell bei Werkzeugverleihfirmen anfragen. Möglichst verzichten würde ich nach persönlichen schlechten Erfahrungen auf die Dienste von Universal-Brand- und Wasserschadensanierern, zumindest die bei uns arbeitende Firma konnte alles irgendwie und nichts richtig. Es mag bessere geben, aber ich würde - meine persönliche Meinung - einer Fachfirma für Entfeuchtung/Bautrocknung mehr vertrauen.

50 cm Mauerstärke kommt ziemlich gut hin, das wäre die 1 1/2-steinige Standardmauer bis 1938.