Dielenboden ueber gemauerter Kellerdecke

21.09.2004



Hallo,

ich moechte einen Dielenfussboden neu verlegen. Der alte ist von Holzwuermern groesstenteils aufgefressen worden (es lag Teppich auf den Dielen), die Unterkonstruktion war verrottet, bei der Demontage allerdings trocken.

Unter dem Raum befindet sich ein Kellerraum mit gemauerter Decke. Auf den Stahltraegern der Decke lagen ca. 40 mm starke Latten, darauf 30mm Dielen. Belueftung des Zwischenraums konnte ich weder zum Raum noch nach aussen entdecken.

Ich bin jetzt unsicher, ob und an welcher Stelle ich Isolierung und Dampfsperre einbauen soll.

Eine Moeglichkeit waere, wie vorher keine Isolierung einzubauen. Wenn ich Belueftung nach aussen schaffe (schwierig), sollte es m. E. keine Probleme mit Feuchtigkeit geben, aber fusskalt sein.
Schaffe ich eine Belueftung zum Raum, muesste das Holz auch trocken bleiben, ich aber Feuchtigkeit in das Mauerwerk einbringen.

Sinnvoll erscheint mir zur Zeit, eine Isolierung in den Zwischenraum (zwischen 4 und 8 cm hoch) einzubringen, entweder anorganische Faserwolle oder etwas schoenes wie Hyperlite oder so. Wenn ich dann eine Dampfsperre zwischen Isolierung und Dielen lege, sollte die Taupunktstemperatur erst in der Isolierung erreicht werden, so dass kein Waser auskondensiert.

Nur weiss ich nicht, weiweit altes Mauerwerk Feuchtigkeit abgeben muss, und wieweit es dass in einen warmen und bewohnten (und damit feuchten) Raum ueberhaupt kann. Richte ich mit der Dampfsperre Schaden an? Und wie verhindere ich sonst, dass die Feuchtigkeit aus der Raumluft im Fussboden auskondensiert?

Ich bedanke mich im voraus!

Ole



Bei uns war es ähnlich



... bei der Kellerdecke Wohnzimmer (Beton) war der mit PVC zugedeckte Dielenboden komplett verrottet, bei der Kellerdecke Küche (Lehm) war der mit PVC zugedeckte Dielenboden komplett i. O.

Wir haben den Boden im Wohnzimmer rausgemacht, auch die Schüttung. Also neue Lagerhölzer rein, mit Perlite aufgefüllt und einfach neue Dielen aufgeschraubt.

Wir werden irgendwann ;-) die Kellerdecke von unten dämmen (Styropor), es ist tatsächlich etwas fußkalt (wir haben Heizleisten, deshalb geht das noch relativ gut, aber wir haben deshalb auch ne hohe Heizkostenrechnung). Wenn also die Feuchtigkeit irgenwohin (nach oben) wegkann, dann verrotten die Dielen auch nicht. Bei der Lehmdecke konnte die Feuchtigkeit wenigstens wieder nach unten raus, deshalb waren die Dielen auch nicht beschädigt.

Da wir Lehmwände haben, nimmt der Lehm die Feuchtigkeit aus der Raumluft auf... (früher gabs ja auch keine Dampfsperre und es hat gehalten. Nur, als man in den 70er Jahren angefangen hat, das PVC oder den Bodenbelag zu entdecken...)... ;-)

Grüße Annette





Danke fuer die schnelle Antwort!

Mein Onkel, der viel mit alten Haeusern arbeitet, hatte mir das gleiche empfohlen, auffuellen mit Hyperlite und keine Folie verwenden.

Um ehrlich zu sein, ich kann noch nicht nachvollziehen, warum die Feuchtigkeit nach oben abwandern sollte. Ich wuerde erwarten, dass die Feuchtigkeit in der Isolierung auskondensiert und dann in die Steindecke durchsickert.

Aber offensichtlich handelt es sich um ein erprobtes Verfahren, und es entspricht sicherlich auch eher den seit Jahrhunderten in alten Haeusern verwendeten Techniken als die Benutzung einer Plastikfolie als Dampfsperre.
Nur, vertraegt sich solch traditionelles Verfahren auch mit modernen (luftdicht schliessenden) Fenstern, und einer innenliegenden Isolierung, die vermutlich (hoffentlich) auch eine Dampfsperre enthaelt?

MfG
Ole



Isolierung



... ich würde eher behaupten, dass von oben nicht viel Feuchtigkeit kommt, eher dass die Decke die Feuchtigkeit von unten zieht...
Wir haben auch in den Wänden keine Dampfsperre, da haben wir Schilfrohrmatten und Lehm. Ich glaube, alles, was Plastik ist, sollte man aus der Baukonstruktion eines Fachwerkhauses rauslassen (außer vielleicht beim Dach... - Dampfbremse). Betondecken sind auch nicht der Hit, aber was soll man tun, wennse schon drinnen ist... (ist ja bei uns nur ein Zimmer).

Luftdicht schließende Fenster (die natürlich keinesfalls aus Plastik sein dürfen ;-) gehen schon, wenn man RICHTIG lüftet. Und RICHTIG lüften, das ist schwer.

Nicht immer vertragen sich "jung und alt"... Dämmen kann man auch anders (mit Lehm), das ist nicht viel teurer als Dämmwolle und Dampfsperre... Außerdem ist Lehm seeeehr gesund fürs Klima. Früher hatte ich sehr oft Husten, vor allem morgens (bin Nichtraucher, Ihr könnt Euch die Kommentare sparen ;-) - jetzt nicht mehr...

Grüße Annette