Feuchte Ziegelwand - haus von 1923




Hallo zusammen,

in der Märkischen Schweiz haben wir ein Ziegelhaus 8x12m, eingeschossig erworben. Das Haus ist teilunterkellert und mit Feldsteinfundament gebaut. Auf dem Fundament sitzen Ziegelwände, an den Fronten unverputzt und an den Giebeln verputzt.

Das Haus haben wir nach einigem Hin und Her Samstag übernommen. Juhuu erstmal hierzu! Wir wollen die Sanierung gemütlich angehen, im besten Fall in zwei Jahren richig loslegen. Dachboden ausbauen, Decken partiell entfernen und Wände durch Balken ersetzen. Bis dahin wollen wir dort am WE wohnen und das Haus kennenlernen.

Am Wochenende haben wir dann in einem Zimmer angefangen, die Tapete abzumachen. Dabei ist aufgefallen, dass der Putz an einigen Stellen sehr leicht abging und auch die Ziegel bröselig waren. Nicht auf breiter Fläche, aber immerhin. Das war relativ nahe an einem Kamin, der auch ziemlich versotten und feucht ist. Die Feuchtigkeit scheint auf die Ziegel beschränkt. Die Dielung war ok, nur eine Fußleiste hatte einen leichten Moderschaden auf ein paar cm. Die Wand - und das ist das verwunderliche - ist eine innenliegende. Wie es darunter aussieht? Ich weiß es nicht. Aber unterkellert war es an der Stelle nicht.

Darüber hinaus haben wir hinter einer Spanholzverkleidung einen recht derben Feuchtigkeitsbefall mit Salz im Mauerwerk entdeckt. Die Wand ist auch innenliegend, ca, 1,50breit direkt an der Eingangstür. Sie trennt Flur von aktuellem Schlafzimmer. Die Feuchtigkeit war an beiden Seiten. Vorne war diese Pressholzplatte, dahinter eine Art Kalk-Zementputz, der sehr leicht abging, abplatzte. Auf der anderen Seite war mit Gips verputzt. Beides nicht wirklich diffusionsoffen...Der Boden dort ist übrigens keine Dielung, sondern Estrich. Hier ist die Feuchtigkeit mE schlimmer als an der Kaminwand.

Wir haben an beiden Stellen großzügig Putz abgeschlagen, um das ganze Ding mal trocknen zu lassen. Aber wie geht es weiter? Horizontalsperre? Scheint auch etwas derbe. Injektionen? Bloß nicht...

Unsere Idee ist, nun weiter im Haus sukzessive den Putz runterzunehmen und zu schauen. Trocknen lassen über den Winter. Aber was kommt dann? Neu Verputzen und hoffen?

Ich lese hier schon geraume Zeit mit und kann mir ehrlich gesagt keinen Reim drauf machen. Es scheint so viele Meinungen wie Sanierer zu geben...

Die Feuchtigkeit ist mE nicht gravierend, aber natürlich möchte ich nicht etwas versäumen, über das wir uns später ärgern.

Any ideas?





Um das vielleicht ein wenig zu präzisieren mit den "ideas"
- worauf sollte ich achten? Wo hingucken, welche "Warnsignale" beachten?
- Ist Putz abkloppen und über den Sommer belüften eine gute oder weniger gute Idee?
- Hilft es, dort einen Opferputz aufzutragen?
- wie kann ich denn vernünftig die Feuchtigkeit aktuell messen? Löschblatt drantackern?



alles gute kommt von oben...



Hat der Kamin einen Hut ? Was passiert mit dem Wasser das reinregnet ? Ist der Dachanschluss um den Kamin herum gut ? Biotope im Dachstock ?





Der Kamin hat schon einen Hut, aber der Kaminraum (das ist so eine Rauchglocke im DG) ist schon etwas versotten und feucht. Dachanschluss müsste auch mal gemacht werden. Ich werde da mal genauer schauen, danke!

Das würde zumindest eine Feuchte Stelle erklären. Aber im Eingangsbereich? Da ist kein Zug in der Nähe.

Ich werde auf jeden Fall als weitere Maßnahme einen Drainageschlauch an die Fallrohre klemmen und das Wasser weiter vom Haus wegleiten. Momentan sind die Fallrohre nur max. 1 Meter weggeleitet durch eine schiefe Ebene. heute dann 5m...ein Anfang!





Wie war denn das Haus in letzter Zeit bewohnt? Wurde es regelmäßig beheizt? Hatte die Wand überhaupt eine Chance auszutrocknen oder war die jeden Sommer Kondesationspunkt der gesamten Umgebung?
Bei mir im Treppenhaus gibt es ebenfalls ein Schadensbild. Ein Wasserrohrbruch vor 15 Jahren und ein wahrscheinlich 25 Jahre lang defektes Fallrohr haben dank fehlenden Außenputz des ganze Haus auch auf der Ostseite mit innen Wasser versorgt.
Also als erstes jeden Wassereintrag von oben und außen verhindern.
Eine Ziegelwand kann schon paar Jahre brauchen bis sie wieder richtig trocken ist



Haus kennen lernen



klingt sympathisch und besser als jeder Hau-Raus-Aktionismus.
Die Frage nach dem bisherigen Gebrauch des Hauses ist wichtig. Leerstand ist kein Heilmittel und die Quelle der Feuchtigkeit bleibt unklar.
Es gibt vielleicht in der Geschichte Nutzungen, die heute nicht mehr nachzuvollziehen sind: Lagerung von Dünger, Verwendung verunreinigten Mörtels, Wanddurchführungen von Öfen oder sonstiger Salzeintrag. Alles kann sich als feuchtes Problemgebiet abzeichnen.
Schwieriger finde ich die angedachte Entfernung von Decken und Wänden: einmal sind diese folgenreich für die künftige Nutzung, aber auch Eingriffe für die Statik. Lasst den Plan reifen.



Injektionen? Bloß nicht...



Warum denn das? Wir haben das bereits bei zwei Häusern erfolgreich machen lassen und ich wüßte jetzt keinen Grund, der dagegen spricht - außer, dass es sich nicht um aufsteigende Feuchtigkeit handelt :-)



Update



Grüß Gott zusammen,

am Wochenende hat es ziemlich stark geregnet. Und schwupps waren Wasserflecken an einer Innenwand zu sehen. Das ist wiederum eine, die in der Verlängerung im Dach in die Rauchglocke des Kamins übergeht. Der Dachanschluss sieht in der Tat nicht so richtig gut aus. Die Feuchte Stelle ist übrigens auf Estrich, während der Rest des Hauses mit Dielen ausgestattet ist. Ich vermute, das hat damit zu tun...und es scheint auch ein Teil eines alten Abzugs zu sein. Aber so richtig begriffen habe ich die Technik des Hauses noch immer nicht. Einige Ziegel waren verrußt. Nach dem Krieg haben die wahrscheinlich irgendwas geändert (umgebaut zu einem 2-Familienhaus) und alles an Steinen genommen, was irgendwie zu finden war.

Darüber hinaus habe ich mal eine Diele partiell aufgenommen, an einer Außenwand Wetterseite. Der Zwischenraum unter der Diele ist beinahe bis zur Dielung mit Sand aufgefüllt. Der Sand war feucht, nicht naß.

Maßnahmen bisher: Putz abgestemmt, vernünftiges Lüften und Prinzip Hoffnung...

Ich habe mich versucht, etwas zu belesen. Da wird man ja wahnsinnig! Der eine schwört auf Sanierputze, der andere auf Horizontalsperren, ein Dritter auf Injektionsverfahren. Und ein vierter lehnt grundweg alles ab, ohne jedoch eine Lösung anzubieten (Geschäftsmodell?)





Wie warm war die Wand?
Wie warm war die Luft?
Wie hoch war die Luftfeuchtigkeit?

Ich hab auch immer bei warmen Wetter + Regen eine nasse Kellertreppe. Nein es drückt nicht rein oder steigt auf, sondern es kondensiert.