Feuchte Wand mitten im Haus

10.06.2009



Hallo,
ich habe schon einige ähnliche Fragen hier im Forum gefunden, aber keine hat bisher 100%ig zu meinem Problem gepasst, deshalb stelle ich hier nun selbst ein paar Fragen:

Wir dabei eine Wohnung in meinem Elternhaus (BJ 1781!)zu renovieren. In den Räumen die ich nun renovieren möchte, war früher auch schon eine Wohnung von meinem Opa.
Vor einigen Wochen hatten wir den Boden erneuert. Der alte Boden bestand von oben nach unten aus PVC, Buchenpakett, Holzbalken und darunter eine Schüttung die wie Schlacke aussieht. Eine Bodenplatte existiert nicht.
Wir haben den PVC das Pakett und die Balken entfernt. Im Küchenbereich haben wir einen mit dieser Schlacke aufgefüllten Brunnen gefunden. Diesen und auch den Rest der Schlacke haben wir mit Splitt aufgefüllt, um etwas höher zu kommen. Auf dem Splitt liegt eine Folie, darauf Perlite und anschließend Trockenestrich.
Die Wände sind im hinteren Bereich ca 1m dick(Bruchstein verputzt), zur Südseite nur so 20cm (scheinen diese roten Backsteine zu sein, darüber Lehmputz mit Stroh). Im hinteren Bereich liegt die Wohnung bis kurz unter die Fenster im Erdreich.
Bis dahin gab es keine Probleme.
Gestern, 09.06.09 war auf einmal eine Wand mitten in der Wohnung feucht und zwar so, dass sich auf einer bereits vor 5 Jahren renovierten Seite der Wand die Tapeten vom Boden bis in ca 50cm Höhe ablösten.
Es war ein sehr feuchter Tag (Aussentemp. ca 12 Grad, 80% Luftfeuchte. Wir haben in der Wohnung seit Wochen die Fenster auf Kipp und hatten gestern Temperaturen von 14 Grad und eine Luftfeuchte von 80-85%!!

Wie kann ich einigermaßen einfach feststellen, ob die extreme Feuchte durch die Faktoren hohe Luftfeuchte+Baubedingte Feuchtigkeit (Splitt, ein paar schon mit Lehmputz verputzte Stellen) oder aber vom Boden aufsteigende Nässe ausgeht?

Die Aussenwände wurden letztes Jahr freigelegt und mit einem wasserdichten Betonsockel abgedichtet, da eine Wand damals mal feucht war (nicht die die jetzt feucht ist)

Die Wohnung sollte für mich nur als Provisorium für die nächsten 5-8 Jahre dienen, deshalb kommen für mich sehr kostenaufwändige Sanierungen nicht in Frage - da lass ich es lieber.

Einer eine Idee?? Wäre für jede sinnvolle Hilfe dankbar!
Danke
mfG
Mike



Ich tippe



hier auf ein Kondenswasserproblem, hervorgerufen durch die bauphysikalische Veränderung des Fussbodens. Durch die eingebrachte Fussbodendämmung und die Folie funktioniert der Feuchteaustausch im Fussbodenbereich nicht mehr. Kalte Schlackenoberfläche als Kondensationspunkt und die problemlose Versickerung des Kondenswassers in der Schlacke. Jetzt bleiben nur noch die unteren Wandbereiche als Kondensationsfläche und sind überlastet. Bei der gemessenen hohen Luftfeuchte ist auch ein abtrocknen der Wände an die Luft nicht möglich. Da hilft nur ein aufheizen der Räume und umfangreiches lüften. Und zwar dauerhaft beheizen. Als Schimmelprophylaxe ist es empfehlenswert, auf Tapeten zu verzichten und die Wandgestaltung mit Kalk- oder Silikatfarben vorzunehmen.
MfG
dasMaurer



Danke



Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Das hört sich schon mal sehr logisch an. Macht es Sinn eine Art Zwangsentlüftung einzubauen, damit nicht alles in die Wände zieht?
Da der Raum in Zukunft als Wohnung benutzt werden soll, wäre das mit der dauerhaften Temperierung auch kein Problem.



Ach, nochwas vergessen



also, habe den Raum am Feiertag gestern aufgeheizt (mit Holzofen), so auf 18-22 Grad. Die Luftfeuchte war innerhalb von 30 min auf 70 % runter und die feuchten Flecken verschwunden.
wir beheizen jetzt erstmal in der Bauphase weiter mit dem Ofen.



Feuchte Wand mitten im Haus



@Ulrich
komisch das kein Architekt oder Ingenieur hier reinredet;-)
den dieses Thema hatten wir auch schon vor ...?

Freut mich dich "kennengelernt" zu haben

Grüße
Mladen





Hallo

Und die Fenster nicht auf Kipp stehen lassen, gerade jetzt im Sommer nicht! Morgens und abends/nachts komplett aufmachen und durchziehen lassen, dann wieder zu.

@mladen:
:)

Gruß

Dorothée