Feuchte Wand trocken legen, aber wie?

08.02.2015 Manu1988



Hallo an die Community.

Ich habe ein Riesen Problemfall namens Scheune. Es ist ein Altbau, Schieferbruchsteinmauern 60cm. Nun das Problem ist das wie ihr anhand der Bilder sehen könnt, wir die Scheune ausbauen( neuer Boden ist drin). Der Boden ist bereits von den Wänden abgeschottet bezüglich der Feuchtigkeit. Nun soll ein Heizraum und ein Pelletlager entstehen, und das genau an den feuchten Wänden. Wie bekomme ich die Wände trocken?
Fachmann war schon da und meint mit isolierputz die wände zuspachteln. Ein gut gemeinter Tipp, aber damit ist das Problem der feuchten Wand nicht aus der Welt geschafft. Wiederum der nächste Fachmann rät zu einer Kapilarsperre bzw. Horizontalsperre. Aber ob das klappt und wir damit die wände trocken bekommen ist mir suspekt. Wo die Feuchtigkeit herkommt ist mir auch unklar (Dach ist dicht, und keine Abflüsse oder Rohre in der Nähe der wände)
Was sagen die Fachleute hier in der Community? Wie bekomme ich die wände trocken?
Noch was was ich nicht verstehe, wie kann Schiefer Wasser aufsaugen? Wenn ich die Steine anfasse, sind meine Finger klamm bzw die Steine fühlen sich so an.

Schon mal danke im Vorraus :-)



feuchte Wand



Ist die Wand wirklich feucht oder sieht sie nur so aus?



Jawohl



In der Tat sind die wände feucht, sogar salpeterablagerungen sind vorhanden. Ab 2m Höhe ist die Wand trocken. Die Scheune hatte kein Fundament, lediglich die wände liegen gut 2 m tief in der Erde auf Riesen schieferbrocken.



Mauerwerkssalpeter



Wenn es kein Kondensat ist aus warmfeuchter Luft ist -bei einer gut durchlüfteten Scheune eher unwahrscheinlich- dann ist es eine Salzbelastung aus einer früheren Viehhaltung. Der Urin verdunstet und schlägt sich auch in höheren Wandteilen nieder.Durch die biologische Zersetzung bildet sich Ammoniak, das weiter zu Salpetersäure oxidiert, die in Mörtel,Mauersteinen oder Beton weiterreagiert unter Bildung von wasserlöslichen salpetersauren Salzen = Mauerwerkssalpeter.

Die Salze sind stark hygroskopisch = wasseranziehend und fördern die Durchfeuchtung.Da ist mit wenig Aufwand fast nichts zu machen. Der Schiefer selbst zieht als Naturstein kaum kapillar Wasser, da er sehr dicht ist.

Die ganzen "Fachmänner" der Bruderschaft der "Mauerwerkssanierer"lassen Sie besser komplett außen vor.

Stellen Sie statt dessen ein separat aufgeständertes Silo für Ihre Pellets ein, ohne jeglichen Kontakt zum BAuwerk und Lüften Sie gut.



Isolierputz?



Ist es dann sinnvoll Isolierputz gerade in den Bereichen des Pelletlager an die Wand zu machen? Die Wand ist auch von der anderen Seite feucht, ich kann mir zwar vorstellen, das die Feuchtigkeit von der Viehhaltung kommt, aber wie kommt die Feuchtigkeit dann bei einer 60cm dicken Wand auf die andere Seite kommen. Allerdings auf der anderen Seite sind keine Salpeterausblühungen.



Gerade Grenzen



Mich machen die geraden Grenzen rechts und links stutzig... Wenn es mein Haus wäre würde ich da einfach die Heizung hinsetzen und schauen was passiert. Schiefer ist der chemisch und termisch festeste Baustoff den es so landläufig gibt, etwas Chemie von der Tierhaltung im Mörtel, das würde ich austesten. Wasser nimmt er im Gegensatz zu anderen Natursteinen und Ziegelsteinen sehr wenig auf. Wir haben eine Wärmepumpe in einem feuchten Ziegelkeller aufgebaut, der ist nun nach 3 Jahren trocken.
Grüße
Matthias Rauer



Chemie von der Tierhaltung im Mörtel?



Was meinen Sie?
Die Heizung kommt auf jeden Fall dahin. Was meine Bedenken sind, ist das die pellest Feuchtigkeit ziehen.
Bezüglich der Linien: man sieht ja auch die ausgeputzten Löcher der Balken, da war mal was irgendwann...