Feuchte Wand nach Dämmung




Hallo zusammen,
unser Haus wurde vor 8 Jahren gedämmt, es handelt sich um ein zweigeschossiges unterkellertes Einfamlienhaus, das Fundament ist aus Sandstein bis zur Mitte der 1. Etage ist altes Mauerwerk. Seit ca. 2 Jahren steigt die Feuchtigkeit regelmäßig bis dahin nach oben. Die Feuchtigkeit des Kellers liegt bei ca. 80 %. Auch ein Entfeuchter hat nicht viel gebracht. Wasserschäden an Zuleitungen und Ableitungen konnten auch nicht festgestellt werden. Nun wäre der nächste Ansatz, vielleicht die Dämmung vom Sockel, die ja nur als Blendverkleidung angebracht ist, teilweise zu entfernen (Löcher einschneiden) damit das wasser dort wieder nach aussen austreten kann. Könnte dieser Ansatz weiterhelfen?



Feuchtigkeit



Normale Entfeuchter bringen nur bei höheren Temperaturen ihre Entfeuchtungsleistung- am Besten die entsprechenden Leistungsdaten überprüfen-
im kühlen Keller kann die Leistung gegen Null gehen.

Womit wurde gedämmt?
Außendämmung?
Wenn die Verdunstungsmöglichkeit der Wand durch die Dämmung reduziert wird ist's gut möglich, daß Feuchtigkeit weiter aufsteigt bis sie durch Schwerkraft oder Verdunstung am weiteren Aufsteigen gehindert wird.
Feuchtigkeit durch Entwässerungsfehler ist ausgeschlossen, Spritzwasser etc ebenso?
Dann könnte eine bessere Verdunstungsmöglichkeit helfen durch partielle Beseitigung der Dämmung.
Innenseitig diffusionsfähigen Putz und - Farbe verwenden und keine Möbel vor die Außenwände stellen und Wand erwärmen hilft- ist aber eine teure Lösung.
Zur Überprüfung Feuchtigkeit der Außenwände an der Innenseite feststellen und auch ob diese gleichmäßig verteilt ist oder nur in bestimmten Bereichen.
Kondensfeuchte an Innenwänden ist ausgeschlossen?

Fotos sind immer hilfreich

Andreas Teich



Offenbar...



...lässt sich die Kapillarwirkung auch bei Ihnen nicht überlisten. Mithilfe einer ungeeigneten "Dämmung" können beträchtliche Steighöhen verwirklicht werden.

Sie sollten den Aufbau hier konkret beschreiben, kommen aber mit Sicherheit nicht ohne einen Sachverständigen (keinen Vertreter irgendeines Abdichtsystemes!) vor Ort zum Ziel.

Grüße

Thomas



Dämmung



Hallo,

Wie ist denn der Aufbau der Wände. Am besten von außen nach innen beschreiben.
Wir hatten ein ähnliches Problem in unserer Wohnung.
Feuchte Wände durch den Sandstein durch.
Die Empfehlung war damals eine Horizontalsperre über die Injektion in den Sandstein einzubringen.
Nachdem wir aber die äußere Bausünden (Betonputz mit Latexfarbe) entfernt hatten war innerhalb kürzester Zeit der Sandstein trocken und das Raumklima top.
Sprich am Besten mit einem Experten / Sachverständigen. Da die 5 Jahre Gewährleistung rum sind könnt ihr leider nicht mehr auf den Ersteller der Dämmung zugehen sofern diese nicht fachgerecht ausgeführt sein sollte.

Viele,Grüße aus Hohenlohe



Verjährungsfrist bei verst. Mängeln



Bei versteckten Mängeln, also solchen deren Fehlerhaftigkeit einem Laien nicht auffallen, gilt eine Verjährungsfrist von 30 Jahren wenn mich da nicht alles täuscht und die Rechtsprechung geändert wurde.

Auch ein Putzer/Fassadendämmer müßte bauphysikalisch so bewandert sein, um mögliche Probleme bei einer solchen Konstruktion zu erkennen.

Deine Entscheidung, ob du dich in der Hinsicht beraten lassen willst und ob dies sinnvoll ist- es gibt auch kostenlose Erstberatungen.

Dann müßte aber die damals Feuchte Wand schon erkennbar gewesen sein.
Die Möglichkeit abtrocknen zu können hilft aber enorm das Problem zu entschärfen, da der dadurch der kapillare Feuchtigkeitsaufstieg begrenzt wird.

Andreas Teich



Es hat...



der Märchen - Onkel etwas aus dem Hut gezaubert. Nämlich das alte Märchen von der nahezu endlosen Gewährleistung.

Das, Herr Teich, hätten Sie auch selber ergoogeln können:

http://www.anwalt.de/rechtstipps/der-sogenannte-verdeckte-mangel-in-bausachen_049970.html

Es gab diese von Ihnen erwähnte gesetzliche Regelung nie. Daß man einander nach Hörensagen auftafelt, wäre ein Kaffeekränzchen. Dieses aber hier sehe ich als qualifiziertes Bauforum.

Grüße

Thomas



Da hab...



ich noch einmal nachgeschaut, und finde meine Auffassung bestätigt.

http://www.kanzlei-am-steinmarkt.de/cms_new/cms/front_content.php?idart=494&idcat=91&lang=1&client=1

Hier die Ausgabe 02 anklicken.

Es gewinnt weder der Schreiber noch der Leser, wenn im Forum hübsche Trugbilder gemalt werden.

Grüße

Thomas



BGB



Wie wäre es mal mit dem BGB, als mit irgendwelchen Sekundärquellen zu punkten. Die §§ 634a und 199 helfen da. Die Frage ist natürlich ob etliche Gutachter und Rechtsstreitigkeiten helfen die 5 Jahre auszuweiten. Immerhin muss der "Mangel arglistig verschwiegen" sein. Dann streitet man 10 Jahre, bekommt ein paar Euro Ausgleich und inzwischen ist das Haus so marode dass man es abbrechen kann. Oder die Gesundheit ist wegen dem üblen Klima hinüber.

Ich würde das auch einem Fachforum Recht überlassen und hier viel lieber über praktische Lösungen lesen.



Na,



ich habe den juristischen Quatsch ja nicht angeschleppt. Wollte das Truggebilde aber auch nicht unwidersprochen stehenlassen.

Allerdings sind mir gerade im Bereich der Rechtsdeutung die mitunter sehr detaillierten Kommentare, die Anwaltskanzleien gern in's Netz stellen lieber, als das etwas dröge BGB. Es wird wohl jedem schon passiert sein, daß Rechtsempfinden und gesprochenes Recht weit auseinandergehen. Da ist ein Kommentar eine feine Sache.

Unkommentierte Grüße

Thomas



Bilder zum Objekt


Bilder zum Objekt

Der untere Sockel:




Der Keller, mittlerweile auf 66% runter, seit Ausschalten des Entfeuchters:




Die betroffene Wohnung:

Über rechtliches brauch ich mir keine Gedanken zu machen, da das ausführende Unternehmen insolvent gegangen ist.



Feuchtigkeit



Die Feuchtigkeit ist ja offenbar nur im Sockelbereich und steigt nicht bis zum WDVS hoch. falls ich das richtig sehe?
Wie wurde der Sockel verkleidet?

Ich würde die Verkleidung zumindest erst einmal ca 30 vom Bodenniveau entfernen und sehen wie sich die Feuchtigkeit verhält.

Wie war der Zustand vor der Sanierung? gibt es Bilder davon?

Wenn damals diese Schäden noch nicht aufgetreten sind wäre es wohl günstig diesen Zustand wieder herzustellen, dh ggf den kompletten Putz in diesem Bereich zu entfernen und die Wand z B als Sichtmauerwerk herzustellen.
Ggf eine Hydrophobierung vornehmen.

Ist bei der Innenfeuchtigkeit Kondensationsfeuchte auszuschließen?
Ggf Zementputze im Keller oder Gipsputze an den betr Stellen der Wohnräume entfernen, ebenso dichte Anstriche und Kalkputze und Kalk- oder Silikatfarben verwenden.

Beim Sockel könnte natürlich noch Versalzung durch Streusalz Einfluß gehabt haben.

Andreas Teich



Fassadenfarbe



Hallo,

Sieht irgendwie nach Fassadenfarbe aus was,darauf den Sockel aufgebracht wurde.
Diese ist sperrend. Für Eine dauerhafte Lösung würde ich mich Herrn Teich anschließen.
Mal alles runter was neu auf den Sockel draufkam und erstmal die Feuchtigkeit verdunsten lassen.
Der Keller ist ja null isoliert zum Erdreich hin. Daher könnte die,Feuchtigkeit auch von hier stammen.



"Und könn'ses nich schildern,



dann bring'ses in Bildern..." fällt mir da ein altes Couplet von Otto Reuther ein.

Anhand von Fotos werden Sie hier nicht mehr als vage Vermutungen ernten, und auch Witzisches ("Sichtmauerwerk").

Suchen Sie sich besser einen Sachverständigen vor Ort. Nur eins ist sicher: Die gammelnde Ecke hinter dem Sofa hat auch mit dem Sofa zu tun.

Grüße

Thomas



Vage Vermutungen



Hallo Thomas,

Das ist richtig man kann anhand von Fotos nur Ideen liefern. Aber der TE. Fragte ja auch nach Ideen und nicht nach einem Sachverständigrn. ;-)

@Daneel
Wenn du aber jemanden brauchst für die Schadenanalyse und Ursachenforschung habe ich im Moment sehr gute Erfahrungen mit Rainbow International gemacht.
Musst nur schauen ob es die in deiner Region gibt.



Feuchte Wand



Um das Orakeln und Raten noch weiter anzufeuern hier was aus meiner Kristallkugel:
1. Vielleicht ist das nur Spritzwasser, die Fotos wurden kurz nach einem Regen aufgenommen
2. Vielleicht geht die Dämmung und die Sockelabdichtung nur bis auf Pflasterhöhe statt ca. 40 cm tiefer
3. Vielleicht ist das in der Ecke innen Tauwasser, bedingt durch Sofa, Wärmebrücke, neue Fenster und geändertes Heizungs/Lüftungsverhalten
4. Vielleicht strömt bei jedem Regen reichlich Wasser bedingt durch Geländeneigung und Oberflächenersiegelung ans Haus und an den Keller
5. Vielleicht sind die 65% RLF bei 4,6°C ja nicht feucht sondern sehr trocken (entsprechen 4,2 Gramm Wasser pro m³).
Ich habe etwas übersehen:
Der Sockelbereich ist gar nicht gedämmt; vermutlich ist nur eine relativ dünne Putzschicht auf dem Sockelmauerwerk. Die Steine sind sicher im Laufe der Jahre mit Fäkal- und Streusalzen kontaminiert, da kann auch hygrische Feuchte trotz Putzbeschichtung mit wirken.