Feuchte Außenwand in altem Stall




Erstmal hallo Forum,
seit ein paar Monaten plane ich ein Stallgebäude aus den 60er Jahren als Wohnraum umzubauen. Seitdem verfolge ich die Diskussionen im Forum und bin immer wieder begeistert über den Fachlichen beistand. Danke schonmal dafür.

Nun zu einem meiner Probleme:
Das Gebäude hat keinen Keller, ein Sandsteinfundament und eine Teerpappe als Horizontalsperre. Die Wand im EG ist aus Gitterstein und Ziegelsteinen (40cm). Ich habe jetzt Proben in verschiedenen Höhen entnehmen lassen um einen entsprechenden Sanierputz zu planen. Dabei hat sich herausgestellt, das die Nitratbelastung unabhängig von der Höhe sher hoch ist (Zwischen 0,7 und 0,9 M.-% das ist aber wohl noch nicht das Problem. Erschreckenderweise ist eine Feuchtigkeit von 13,3 M.-% (bei 10cm Höhe) über 0,8 M.-% (bei50cm Höhe) bis 0,3 M.-% (bei 100cm Höhe) festgestellt worden.
Mir wurde eine Mauerwerkstrockenlegung empfohlen. Da ich vermute das mir bei dem noch ausstehenden Angebot das Herz stehen bleibt, bin ich auf der Suche nach alternativen.

Das Gebäude ist 10x20 Meter auf 2 Stockwerken +DG also mehr als groß genug. Von daher käme für mich auch folgendes in Frage: Eine neue Mauer mit nötigem Abstand im Innenraum einziehen und über die Außenwände eine entsprechende Be- und Entlüftung einrichten. Somit wäre ich die Feuchtigkeit und die Salze los und würde mir die Kosten für die Trockenlegung sowie den Sanierputz sparen. Außerdem habe dadurch auch noch einen besseren U-Wert und könnte von der Dämmung absehen.

Wie ist denn die allgemeine Meinung der Fachleute hier zu diesem Vorgehen. Wenn die Wand ordentlich hinterlüftet ist, sollte es doch kein Problem geben oder doch?

Danke schon mal für Eure Meinungen
Marco



Stall umbauen



Was für eine Trockenlegung wurde Ihnen denn empfohlen?
Wie wurde der Feuchtegehalt gemessen?
Was sind Gittersteine?

Viele Grüße



Die hohe Bauteilfeuchte ...



... resultiert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus der Salzbelastung. Salz zieht und bindet bekanntlich Feuchtigkeit.

Von daher wird man der Feuchtigkeit nur Herr werden können, wenn die Salzbelastung reduziert wird.
Über Methodik und Ausführung einer Sanierung müsste man sich vor Ort und in genauer Kenntnis der Art und Intensität der Salzbelastung sowie des Wandaufbaus Gedanken machen.

Sanierputze sind m. E. nicht geeignet, da sie die Schadensursache nicht beseitigen.
Wenn irgend möglich würde ich statt dessen Lehmauflagen / -wickel empfehlen, um die Salze aus dem Mauerwerk ziehen und dann mit dem Lehm entsorgen zu können.

Was das Aufmauern von Innenwänden betrifft, ist zu sagen, dass eine ausreichende Belüftung zwischen vorh. und neuem Mauerwerk erforderlich ist und folglich bei der Berechnung nach der EnEv nur die neuen Wandscheiben als Außenwand gegen Außenluft mit hinterlüfteter Vorsatzschale gerechnet werden können. Die vorh. Außenwände blieben somit außen vor.



erst mal einen Schritt zurück treten.



Manchmal ist es so, dass man für ein Problem eine scheinbare Lösung in Aussicht hat und daraus resultierende Zwänge akzeptiert ohne diese zu hinterfragen. Deshalb ist es manchmal sinnvoll einen Schritt zurück zu treten um die Situation "von außen" zu betrachten.

Ausgehend von der Richtigkeit der Messungen: Salz in den Wänden ist bei einer geplanten Wohnnutzung nicht hilfreich und kann, wenn dieses nach dem Verputzen noch immer in Richtung Innenraum transportiert wird zum Abschalen des Putzes führen. Ein Sanierputz kann das möglicherweise etwas heraus zögern, aber letztlich nicht verhindern.
Lehmwickel / Opferputz kann helfen die Salzbelastung etwas zu mindern – bei 60 lfm wissen Sie dann auch was Sie in der letzten Zeit gemacht haben, aber nicht ob das ausreichend war und die Prozedur ggf. wiederholt werden muss. Trotzdem ist das keine schlechte Sache.

Ziel müsste es sein den Salztransport zu unterbinden und das funktioniert nur bei Trockenheit des Bauteiles. Derzeit steht das Gebäude leer bzw. wird nicht beheizt. Die bodennahen Mauerbereiche sind vor allem im Sommer kälter als das aufsteigende Mauerwerk. Die oft feuchte Luft im Sommer kann hier kondensieren und bringt so einen Feuchteeintrag in das Mauerwerk. Das Salz gerät in Lösung und macht sich auf den Weg ....

Und außen? Gibt es hier Bereiche die besonders feucht erscheinen, beregnet werden, Spritzwasser abbekommen, etc. ? Bilder wären hilfreich.

Innen eine Mauer erstellen und die bestehende Außenwand hinterlüften? So etwas sollten Sie planen lassen, am besten von jemanden, der bereit ist seinen Kopf dafür hinzuhalten. Wenn das Gebäude bewohnt und beheizt wird (Winter), wird Feuchtigkeit aus der Raumluft in einem gewissen Maße durch die Wand diffundieren und sich voraussichtlich an der kalten Oberfläche der neuen Wand niederschlagen, bis die trockene Winterluft diese abführt. Das funktioniert. Ob diese erneut an der noch kälteren Außenschale auskondensiert vermag ich nicht zu sagen, das ist gewiss Wetter und temperaturabhängig.
Interessanter ist aber die Außenwand im Sommer, denn noch immer stellt der untere Wandbereich den kältesten Punkt dar und wird weiterhin über Kondensat aus der feuchteren Sommerluft durch die Belüftungsschlitze mit Feuchtigkeit versorgt. Das ausfallende Salz blüht wie zuvor und sammelt sich am Mauerfuß wo es durch seine hygroskopischen Eigenschaften bereit ist Feuchtigkeit zu halten. Ein Übergang in die neue Wand wäre nicht auszuschließen.

Das Ganze ist kein Vorhaben das nebenbei durchgeführt werden kann. Auch handelt es sich hier bei einer Umnutzung um ein genehmigungspflichtiges Vorhaben zu dem Sie frühzeitig jemanden hinzu ziehen sollten, der Durchführbarkeit und Genehmigungsfähigkeit prüft.

Ohne so etwas vor Ort gesehen zu haben ist es schwer sich ein genaues Bild zu machen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer


Kann es sein, dass jener, der die Proben entnommen hat auch die Mauerwerkstrockenlegung empfohlen hat und hierzu das Angebot selbst erstellt? Welches System wurde zur Trockenlegung empfohlen?



feuchte Stallwände



Warum so kompliziert? Ich habe so etwas sehr oft bearbeitet und sehr einfach instandgesetzt. Genau wie sehr Feuchte - und salzbelastete Kellerräume. Mit dem I-bausystem. Siehe hierzu http://www.google.de/#hl=de&gs_nf=1&cp=9&gs_id=10&xhr=t&q=i+bausystem&pf=p&sclient=tablet-gws&tbo=d&oq=ibausyste&gs_l=&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&fp=d9877472649fa48d&bpcl=35243188&biw=800&bih=1280
Damit klar ist ich vertrete keine Firma und habe nichts mehr von Vermittlungen. Weitere Info dazu beantworte ich gerne.



feuchte Stallwände



Warum so kompliziert? Ich habe so etwas sehr oft bearbeitet und sehr einfach instandgesetzt. Genau wie sehr Feuchte - und salzbelastete Kellerräume. Mit dem I-bausystem. Siehe hierzu http://www.google.de/#hl=de&gs_nf=1&cp=9&gs_id=10&xhr=t&q=i+bausystem&pf=p&sclient=tablet-gws&tbo=d&oq=ibausyste&gs_l=&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&fp=d9877472649fa48d&bpcl=35243188&biw=800&bih=1280
Damit klar ist ich vertrete keine Firma und habe nichts mehr von Vermittlungen. Weitere Info dazu beantworte ich gerne.



Stallwand



Eigentlich warte ich noch auf die Antwort auf meine Nachfrage,
trotzdem schon mal eine Vermutung meinerseits:
in 10 cm Höhe 13,31! M% Feuchtegehalt, danach fällt der gemessene Gehalt rigoros ab. 0,8 bzw. 0,3 M% sollte im unteren Bereich der normalen Sorptionsfeuchte liegen- das heißt diese Wand ist trocken. Leider kann ich ohne genauere Materialangaben den Durchfeuchtungsgrad nicht ermitteln, aber ich schätze das der in diesem Bereich unter 10% liegt. Nur der untere Wert ist ein Ausreißer im überhygroskopischen Bereich. Entweder wird von außen über den Sockelbereich Wasser durch eine Lagerfuge zugeführt oder es wurde eine Probe unterhalb der waagerechten Abdichtung genommen.
Deshalb meine obigen Fragen.
Ich habe nämlich das Gefühl das hier eine knochentrockene Wand für viel Geld trockengelegt werden soll. Der untere Bereich wird wahrscheinlich im Fußbodenaufbau liegen und kann ohne großen Aufwand abgedichtet werden.

Viele Grüße



feuchte Stallwände



Dem kann ich nur zustimmen. Aber ich möchte auch von einer üblichen Vormauerung abraten insbesondere wenn hinterlüftet wird. Kalte Luft aus dem Zwischenraum fällt nach unten und saugt warme von oben nach. Ideal für die Schimmelzucht,



Bilder und weitere Informationen



Hallo allerseits,
wow, das ging ja schneller als gedacht. Danke schon mal.
Anbei die Antworten auf die Fragen:

Trockenlegung wurde noch gar nicht empfohlen. Ein Mitarbeiter einer regionalen Baufirma war hier und hat Mauerwerksproben entnommen (Ziegel, Hohlziegel und Mörtel aus drei verschiedenen Höhen). Diese wurden zu BASF gesandt und im Labor untersucht.
Hierauf habe ich eine Empfehlung für den Wandaufbau bekommen. Da ich die Außenfasade erhalten möchte habe ich nach einer Innendämmung gefragt. Hier wurde mir sallop empfohlen: Leg die Mauer trocken, dann mach unseren Sanierputz drauf, Klopf ihn wieder runter. Dann wieder Sanierputz, Egalisierungsmörtel und Heck Innendämmplatte MS50+ Gewebe. Die Aussagen von BASF waren eher in der Art: Könnte klappen, wir garantieren aber nix.
Da mir das natürlich zu schwammig ist hohle ich mir im Moment eine weiter Meinung ein. Die Proben wurden übrigens definitiv über der Horizontalsperre entnommen und auf der Seite auf der die Proben entnommen wurden, liegt die Horizontalsperre auch außerhalb des Erdreiches.





Die Proben wurden im Bereich der geöffneten Tür entnommen. Gut zu erkennen ist das Sandstein Fundament im unteren Bereich welches hier überhalb des Erdreiches liegt.



Innenansicht



Hier noch mal eine Innenaufnahme, leider ist nicht so viel zu erkennen ...
Die Wände sind weiß gestrichen/gekalkt oder ähnliches



Wie die Analyseergebnisse zeigen ...



... ist die Salzbelastung - wie ich eingangs bereits vermutet hatte - überaus, ja schon extrem hoch.

Von daher ist es kein Wunder, dass der Feuchtegehalt erheblich ist.

Der Tipp mit dem Sanier-Opferputz geht m. E. schon in die richtige Richtung, scheint mir aber als einmalige Aktion nicht ausreichend und auch sowohl von den Material- wie auch von den Lohnkosten her zu aufwändig.
Ich würde hier eher dazu neigen, die Salze mit Lehm heraus zu ziehen.

Sonstige Maßnahmen zur Trockenlegung sind m. E. weder erforderlich noch zielführend.



Salze entziehen



Das heißt wenn ich mit einem Lehm Opferputz samt Kompressen das Salz "aus der Mauer gezogen habe" sinkt auch der Feuchtigkeitsgehalt?
Aber die Feuchtigkeit muss doch auch irgendwo her kommen oder? Selbst wenn die Salzbelastung hoch ist sollte doch bei intakter Horizontalsperre kein Wasser gezogen werden können oder verstehe ich das Falsch?
Auf jeden Fall motiviert mich Ihre Antwort ;-)
Danke



Salz ist hygroskopisch ...



..., d. h. zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung.

Im speziellen Fall kann diese Feuchtigkeit in Anbetracht der vorhandenen Horizontalsperre eigentlich nur aus der Luft kommen.

Auf Oberflächen, auf denen Bedingungen nahe des Taupunktes herrschen, fällt die Sorption besonders stark aus.
Hierauf deutet im speziellen Fall die höchste Materialfeuchte oberhalb des kalten Fußbodens / Sockels hin.
Im darüber liegenden, mit zunehmender Höhe naturgemäß wärmer werdenden Mauerwerk nimmt die Feuchte hingegen ab.

Kondensation tritt aber auch unabhängig von einer Salzbelastung auf Wänden auf, deren Oberflächentemperatur (deutlich) unter der Raumlufttemperatur liegt. Beobachten kann man dies z. B. während des Sommers in Kellern, in die warme Außenluft gelangt.
Gegenmaßnahmen sind dann eine Mauerwerkstemperierung oder der Einbau einer Strahlungsheizung (z. B. Heizleisten) bei bewohnten Räumen oder ein Unterlassen der Lüftung bei Kellern.



Versuch einer Interpretation



Bei näherer Betrachtung der Untersuchungswerte fällt auf, dass die Sulfatbelastung im untersten Wandbereich extrem hoch ist.
Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass dort seit längerem eine starke Feuchtebelastung, z. B. in Folge der stallimmanenten Nitratbelastung, vorliegt.
Calciumsulfat entsteht, wenn Schwefelsäure mit Kalk - hier in Mörtel und Stein enthalten - regiert. Das Endprodukt dieses Prozesses ist Gips.
Schwefelsäure wiederum entsteht bei der Oxidation von Schwefeldioxid (SO2) mit Sauerstoff (O2) aus der Luft und Wasser (H2O): 2SO2 + O2 + 2H2O = 2H2SO4.
Wenn das leichtlösliche Calciumsulfat ausgewaschen wird, liegt ein sogenannter "lösender Angriff" vor. An der Außenfläche des betroffenen Bauteils verdunstet das Wasser und das Salz kristallisiert aus.
Wenn allerdings das Calciumsulfat bereits unterhalb der Bauteiloberfläche (z. B. bei künstlicher Austrocknung) kristallisiert, übt es erheblichen Kristallisationsdruck aus, denn je Einheit Calciumsulfat werden 2 Moleküle Kristallwasser gebunden. - In der Folge wird das Mauerwerk regelrecht zermürbt und letztendlich zerstört.



Die hohe Nitratbelastung erklärt sich aus der ehemaligen Stallnutzung.
Aus den im Urin und anderen Fäkalstoffen enthaltenen Eiweißen wird durch Fäulnis Ammoniak gebildet bzw. freigesetzt. Dieses wiederum wird durch Nitrakbakterien zu Salpetersäure oxidiert.
Die Salpetersäure reagiert mit dem in Mörtel und Steinen enthaltenen Kalk, wobei sich Calciumnitrat bildet.
Calciumnitrat ist ein sehr wassergieriges und leicht lösliches Salz.
Im Übrigen gilt das zum Calciumsulfat Ausgeführte, wobei der Kristallisationsdruck deutlich höher ist, da ein Molekül Calciumnitrat unter Bindung von 4 Molekülen Kristallwasser auskristallisiert.
Der Dabei entstehende Druck ist in etwa vergleichbar mit dem gefrierenden Wassers.


Das Chlorid könnte z. B. aus Streusalzverwendungen stammen (Natriumchlorid). In Frage kommt aber auch Calciumchlorid.
Die Spezifika bzw. Wirkungen sind mit denen von Sulfaten vergleichbar.



Ich hoffe, dass hierüber deutlich wird, dass man eigentlich froh sein muss, wenn Salze oberflächlich statt im Bauteil selbst auskristallisieren.
Das heißt, ein mit Salzen (hochgradig) belastetes Bauteil künstlich auszutrocken, ohne es vorher von der Salzfracht zu befreien, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Anfang vom Ende, d. h. keinesfalls zielführend.
Der einzige zum Erfolg führende Weg ist, betroffene Bauteile soweit es nur irgend geht zu entsalzen.


in Vertretung

Dirk Meisinger



Ich würde weder zu einer Mauerwerktemperierung oder Einbau einer Strahlungsheizung raten...



..denn außen soll das Mauerwerk sichtbar bleiben. Dies bedeutet doch noch weitere hygroskope Feuchteaufnahme.
Wer hat die Energiekosten für eine solche Anlage geplant oder ist dies so aus dem Bauch raus eine Empfehlung?
Und nur mit Putzen (auch sogenannten Opferputzen) können nur kurzfristige Scheinerfolge eintreten.
.
Kann mir mal jemand einen Verputz von einem ähnlichen Objekt benennen der wenigstens 10 Jahre gehalten hat?
.
Zu den Proben...ein absoluter Nonsens. Was soll denn (eine Probe) so etwas für die Instandsetzung von 60 lfm X 3 mtr Höhe Mauerwerk aussagen?
Schade um das Geld!
Holen Sie sich doch einen Sachverständigen der mit solchen Problemen schon oft zu tun hatte, bevor Sie noch so viele fragwürdige Instandsetzungsverfahren ausprobieren.
Diesen finden Sie unter anderen auch beim DHBV.de unter Sachvständige



Um es nochmal ...



... auf den Punkt zu bringen:

Das Salz muss raus!!!

Und das, wie bereits gesagt, am effektivsten / effizientesten über Lehmpackungen, -wickel, -kompressen.

Ein Projektbeispiel siehe hier:
http://www.konrad-fischer-info.de/2auffe06.htm

Alles Weitere, wie z. B. Beheizung, Dämmung usw., sollte dann unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Entsalzung festgelegt werden.



in Vertretung

Dirk Meisinger



Es ist zwar schön und gut auf andere Schriften zu verweisen, aber..



.. ob dies weiterhilft?
Es ist nicht alles gleich, sondern es muss jedes Objekt bewertet werden und erst dann kann ordentlich geplant werden.
Dies genau sollte doch Ihr Anliegen sein.
Und weiter es sollte halt auch überlegt werden " Aufwand und Ergebnis".
Ich jedenfalls habe sehr viele alte Ställe instand gesetzt und auch mit Erfolg.



Sorgfältige Analyse und Planung ...



... ist selbstverständlich unser Anliegen.

Was uns dabei aber besonders wichtig ist, ist die Beseitigung der Ursachen baulicher Mängel und Schäden.
Wer dies nicht tut und nur an den Mängeln und Schäden "herumdoktort", hilft dem "Patienten" in der Regel nicht wirklich bzw. nachhaltig.

Von daher sind wir nicht nur Anhänger von Naturbaustoffen sondern auch der Naturheilkunde, deren Bestandteil eine tiefgehende Anamnese ist - aber dies nur mal am Rande bemerkt.



In Vertretung

Dirk Meisinger



feuchte Stallwände sind ein besonderes Problem...



..und nicht so einfach zu bearbeiten. Gehen Sie davon aus, dass ich als Sachverständiger der sich seit über 40 Jahren Erfahrung mit diesen Problemen beschäftigt auch immer vorab bewerte was erfolgversprechend ist. Deswegen war ich auch Gründungsmitglied der W T A e.V. um mich hier mit Kollegen zu beraten und daran mitzuarbeiten die Bau Instandsetzung auf gesunde Füsse zu stellen.
.
In diesem Sinne hoffe ich noch auf viele fruchtbare und sachliche Diskussionen.



Gute Nachrichten ...



... der exteme Unterschied des Wassergehaltes und die mehrfache Nachfrage hier im Forum haben mir keine ruhe gelassen und ich bin noch einmal raus gefahren.
Was soll ich sagen, dieser Hirni hat doch tatsächlich eine Probe unterhalb der Horizontalsperre, also aus dem Sandsteinfundament entnommen. Das hier Feuchtigkeit ist, ist kaum verwunderlich. Scheinbar ist die Wand durchweg trocken, oder ist der Wassergehalt von 0,8 M.-% auch schon zu hoch ???

Die Proben wurden übrigens in Hinsicht auf den Chlorid/Sulfat/Nitrat gehalt entnommen. Und zwar an der mutmaßlich meißt belasteten Stelle. Daher auch nur punktuell.

Bleibt die Frage wie ich mit dem hohen Nitratgehalt umgehe (Siehe Bild Analyse) Die Bodenplatte soll sowieso neu aufgebaut werden. Diese würde ich dann soweit möglich an die Horizontalsperre anschließen. Hier muss ich mir keine Gedanken machen oder doch? Bleibt also ein Nitratwert von 0,85 bis 0,9 in der eigentlichen Wand.

Empfehlung von BASF:
Entsalzungskompresse Rajasil ESK in Schichtdicke von 20-25mm für 3-4 Wochen. Danach entfernen, erneut Messen und ggf. wiederholen.

Alternative aus dem Forum:
Lehmputz mit Kompressen..

Welche ist nun die vermutlich Zielführendere Variante, oder gibt es andere ???

Tausend Dank schon mal für die Diskussion.

Zur Absicherung habe ich demnächst noch einen Termin mit einem Fachmann für Mauerwerkstrockenlegung. Der wird noch mal an verschiedenen Stellen des Mauerwerkes die Feuchtigkeit messen um wirklich sicher zu gehen...



hier bedarf es einer winzigen Korrektur:



" das leichtlösliche Calciumsulfat " gibt es nicht.

Alle Formen des Calziumsulfates sind schwerlöslich und dürften sich daher auch nicht mit irgendwelchen Prozeduren aus der Tiefe eines Bauteils in nennenswerter Weise herauslösen lassen.

Alle Formen des Calziumsulfates (mit ausnahme der totgebrannten Anhydride I und II) wandeln sich unter Feuchtigkeitseinfluss in den üblichen Gips (Dihydrat) um, der dann kein weiteres Wasser mehr aufnimmt und auch nicht hygroskopisch ist (wenn er aus anderem Grund nass geworden ist, trocknet er halt nur sehr schlecht).
Hygroskopisch sind nur Stoffe, die in nennenswertem Umfang freie Ionen bilden können (also löslich sind) die wiederum bestrebt sind eine Hydrathülle zu bilden.

Zum Beleg:
Die Tüte Gips, die GK Platte, der Elektriker Gips, die Gipshaltigen Putze: all dieses wird unter normalen Bedingungen nicht von alleine feucht, sonst wäre all das als Baustoff ja gar nicht geeignet. (Das Kondenswasser im Keller ist etwas ganz anderes).

Es würde auch niemend versuchen einen Gipshaltigen Putz mit einem Sanierputz, einem Lehmwickel oder gar mit dem Kärcher von der Wand zu bekommen, das geht nicht.

gruß G


P.s. wo kommt eigentlich das viele Sulfat im Stall her? Nicht etwa dass irgend ein Scherzbold die Wand mal mit Rotband bahandelt hat!



Woher kommt das Sulfat



Das ist eine gute Frage

Die Situation ist folgende:
Der Stall wurde in den 60er Jahren gebaut. Als Kuh-/Schweinestall betrieben. Der Aufbau war damals so, das alle Tiere "mit dem Arsch" zur Mitte des Raumes standen. Es gab also so gut wie nie direkten Kontakt zwischen Exkrementen und der Wand. Der Stall wurde ca. 20-25 Jahre bewirtschaftet. Danach Stand der Stall ca. 10 Jahre leer.

Dann wurde er an einen Schweinebauern verpachtet der das ganze sehr unkonventionell betrieben hat. Er hat zum Beispiel die einzelnen Stallungen aus Kanthözern gebaut ??? Und regelmäßig die Wände mit dem Hochdruckreiniger gesäubert ???? Das ganze ging ca. 5-10 Jahre so.
Keine Ahnung was der noch alles angestellt hat ...

Die letzen 10 Jahre steht er wieder leer. Bzw. wird teilweise als Lagerfläche verpachtet.

Für die Proben wurden aber ungefähr Faustgroße Stücke aus dem Wand geschlagen. Außerdem auch (fälschlicherweise) aus dem Fundament. Dies ist meines erachtens unbehandelt. Trotzdem ist auch hier der Wert extrem hoch. Von daher denke ich doch das es vom Stallbetrieb her rührt oder?