Fecuhte Wände. Aussenmauern nicht zugänglich

15.07.2010



Hallo,

ich hae ein Haus in Ligurien gekauft und nun festgestellt, dass in 2 Zimmern bis auf 50 cm hoch die Wände feucht, fasst nas sind. Ich kannte das Haus schon früher, es war immer etwas feucht, aber nach Durchlüftung o.K. Die jetzige Besitzerin hat vor 1 Jahr Laminatböden einbauen lassen, voher lagen da Fliessen. Da das Haus Bastandteil eines sehr alten Stadtkerns ist, sind die Aussenwände nict zugänglich, bzw. grenzen direkt an andere Häusser oder Felsen an. Das Haus ist sicher mehrere hundert Jahre alt.
Wer kann einen Tip geben, was man tun kann von innen?

Herzlich Grüße an die tolle Community und danke

W. Heide



Feuchte Wände



Kurz gesagt erst einmal die Ursache der Durchfeuchtung feststellen.
Dann diese Ursache abstellen.
Dann die Wand austrocknen lassen.
Was die Ursache betrifft:
Da gibt es Dutzende Möglichkeiten.
Ein neuer Farbanstrich, Veränderungen an der Nachbarbebauung, defekte Dachentwässerungen, ein neu gepflasterter Hof bei den Nachbarn, ein defektes Regenfallrohr, defekte Grundleitungen, Änderungen im Nutzungsverhalten...
Ob der neue Fußbodenbelag damit etwas zu tun hat ist zweifelhaft.
Ob in einem alten ligurischen Stadthaus Laminat der passende Bodenbelag ist, ist m.E. auch zweifelhaft.
Erst wenn Sie die Ursachen genau kennen, lohnt es sich über Gegenmaßnahmen nachzudenken.
Sonst ist das so wie nachts in einem stockfinsteren Wald mit der Schrotflinte herumzuballern in der Hoffnung etwas Essbares zu treffen...

Viele Grüße





sowie auch eventuell in den Wänden vorhandene Mauersalze haben einen Einfluß auf die Wandfeuchte.





>>„Wer kann einen Tip geben, was man tun kann von innen?“

Von innen können Sie nur über ein vernünftiges Lüftungsverhalten, sowie der Platzierung von Möbel mit etwas Abstand von den Wänden, der Feuchte entgegen wirken.
Ursachen kann es, wie schon geschrieben viele geben.


Grüße aus Schönebeck



Putz auf feuchten Mauern



Hallo zusammen,
meine Herangehensweise ist folgende:
Zuerste checke ich die Mauerfeuchte und zwar wie viel und wie hoch. Wichtig hierbei ist die Mauerfeuchte in der Tiefe zu messen (2-3 cm Tief). Dafuer benutze ich eines der Doser Messgeraete:
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/21425$.cfm
Damit kann ich auch erkennen ob es Kondensfeuchte ist = leicht erhoehte Werte um 3-5 Gew% oder Mauerfeuchte mit Werten ueber/deutlich ueber 6-8 Gew%. Eine geometrische Verteilung der Feuchte von unten nach oben abnehmend auf der ganzen Wandflaeche spricht fuer kapillar aufsteigende Mauerfeuchte. Einzelne Flecken oder Bahnen sprechen fuer einen Wasserschaden / Leckage in einer Rohrleitung, Fallrohr aussen defekt oder puntuelle Mauerschaeden / hohe Salzkonzentrationen.
Wasserschaeden lassen sich technisch beheben, bei der aufsteigenden Mauerfeuchte und der Kondensfeuchte wird es schwierig diese technisch in den Griff zu bekommen.
Hier verwende ich spezielle Kalkmoertel die zum einen austretende Salze speichern, so dass ein Kalk-Oberputz abtrockenen kann und keine Feuchte-Flecken bleiben. Dann versehen mit einem reinen Kalkanstrich damit der Putz auch die Raumluftfeuchte puffern kann, ebenso moegliche Kondensfeuchte. Hier arbeite ich mit NHL-Kalkmoertel (natuerlich hydraulischer Kalk) oder Romankalk (Luftkalk oder NHL abgemischt mit Romancement) mit ca. 40 Vol% Perlit. Derartige Moertel halten in der Altstadt von Akko jetzt seit mehr als 3 Jahren. Uebliche Luftkalkmoertel aus Sumpfkalk oder Kalkhydrat mit und ohne Ziegelmehl halten dort teilweise nur wenige Monate. Nachteil der Perlite ist, wenn die Mauern zu versalzen sind treibt es die Salze an die Oberflaeche. Auch ist Hr. Gramespacher von der Fa. Hessler Kalk dran hier noch effektivere Putzloesungen zu erarbeiten, so viel ich weiss laufen die Versuche noch.
Gruss Norbert Hoepfer





Herr Hoepfner…

muss man ehrlich soviel Humbug schreiben nur um sein Mörtel eventuell verkaufen zu können?

Grüße aus Schönebeck



@ Herr Struwe



fuer mich ist die Wahrheit an der Wand. Sprich Messen, Rezeptieren, Applizieren und Auswerten.
Im letzten Herbst habe ich derartiges bei Maler Forster am Ammersee gemacht. Sie koennen dort anrufen und sich erkundigen: www.malerforster.de
Hier in Israel gibt es neben 3 Gebaeuden in Akko auch 3 weitere in Sarona / Tel Aviv bei denen die feuchten Sockel und Keller verputzt sind.
Gruss N. Hoepfer





@Herr Hoepfner,

Ich hab nichts gegen Ihre Putze, die kenne ich auch nicht.
Nur Ihre Mauerwerksdiagnose ist Humbug.
Von Ihren Messungen angefangen bis hin zu den von Ihnen erwähnten Schadbildern kann ich Ihnen auch das Gegenteil beweisen von dem was Sie daraus schließen.


Grüße aus Schönebeck





Danke Ihnen allen , für die vielen Tips.

Am ehesten erscheinen mir, als Laien, die Tips von Herrn Dr. Höpfer umsetzbar. Man kann, so glaube ich von aussen nicht nach Ursachen forschen, das Häuschen ist zu sehr eingebaut und verschachtelt. Die Wände zeigen wirklich eher das Bild einer aufsteigenden Feuchte, ein Streifen von ca 50 cm Höhe über die gesamte Wand und in einer Nische. Die Idee, dass es an dem frisch gelegte Laminat liegen könnte, erscheint den Fachleuten eher abwegig, aber rausreissen tun wir es sowieso. Auffällig ist nur, dass diese extreme Feuchtigkeit vor ein paar Jahren ohne Laminat noch nicht bestand. Ausserdem wurde das Häuschen in den letzten Jahren über den gesamten Winter beheizt, da eine italienische Familie dort wohnte, früher wurde nur ab und zu mal geheizt, Kann das eine Rolle spielen?
Das Problem ist, versucht man den Kauf rückgängig zu machen, was ich sehr schade fände, oder gibt es Hoffnung die Sache von innen in den Griff zu bekommen. Was ist mit Kalk?

Danke für die vielen Tips

W. Heide



Roefix



Hallo,
da das Objekt in Italien liegt, ist mir eingefallen, dass die Roefix auch aehnliche Produkte (Sanierbereich) bietet, www.roefix.at:
Hydraulkalk-Sockelputz plus entsprechendem Oberputz plus Kalkanstrich.
Andrea Sandri / Produktmanager habe ich von Roefix kuerzlich kennengelernt, vielleicht sprechen Sie mit Ihm: fon (I) 0473-966100 oder andrea.sandri@roefix.com
Gruss N. Hoepfer



Wie schon oben gesagt,



ohne eine richtige Schadenanalyse vor Ort kann man nicht sagen ob das Problem von innen zu lösen ist.
Wenn aber nur kapillar aufsteigende Mauerfeuchte in Verbindung mit Mauersalzen vorliegt wäre es möglich.





Wie bereits gesagt: Guck doch erst mal, ob alle Dachrinnen sauber und intakt sind, ob kein Oberflächenwasser mauernah versickert, ob die Grundleitungen frei sind, und ob keine defekte Leitung die Ursache sein kann.
Ligurien ist ein Starkregengebiet (300 mm in zwei Tagen bei einem Genuatief mit Luftmassengrenze genau über dem Gebiet kommen da schon mal vor), da werden sich solche Schäden sehr auswirken.





Hallo Wolfgang,

die benannten Schadensbilder können eben auch ganz anders beurteilt werden. "Eine geometrische Verteilung der Feuchte von unten nach oben abnehmend auf der ganzen Wandflaeche spricht fuer kapillar aufsteigende Mauerfeuchte." schreibt Her. Dr. Hoepfer. Dass muss aber nicht wirklich so sein. Das gleiche Schadensbild kann sich eben auch durch Kondenswasser zeigen. Die unteren Wandbereiche sind definitiv kälter und genau hier fällt mehr Kondensat aus als in den oberen Wandbereichen. Bei dauerhafter Befeuchtung - und davon ist in einem italienischen Sommer durchweg auszugehen - verbleibt das Kondensat auch nicht ausschließlich an der Oberfläche, sondern wird auch kapillar in den Putz geführt. Das Schadensbild ist eher klassich für Kondensat und wird immer wieder - und auch gerne bewusst - fehlinterpretiert. Von einer Salzproblematik war im Übrigen keine Rede.

So gut der Putz auch sein mag der da an die Wand soll, er wird das Problem nicht lösen. Die Vermutung, dass der Laminatboden am Schadensbild beteiligt sein kann ist nicht abwegig. Wenn hier beispielsweise vorher ein Cotto-Boden lag ("voher lagen da Fliesen") war dieser eben wie die Wände in der Lage auch Feuchtigkeit zu puffern und im Falle trockenerer Luft auch wieder abzugeben. ("es war immer etwas feucht, aber nach Durchlüftung o.K. ")

Ach ja, ist noch der alte Putz auf der Wand oder wurde der erneuert? Sind die Wände nur gestrichen (womit) oder auch tapeziert?

Vor dem vollen Materialeinsatz erst einmal mit den preiswerten Ansätzen beginnen: Zunächst würde ich zusehen, dass der Laminatboden rauskommt, vielleicht liegen die alten Fliesen ja noch darunter. Dann würde ich vorgehen wie von Herrn Struve schon beschrieben. Möbel von der Wand weg und richtig lüften. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass dies in Italien und zudem noch in Meeresnähe nicht einfach durchzuhalten ist, aber: Versuch macht kluch. Thermometer / Hygrometer hilft bei der Einschätzung der richtigen Lüftungszeitpunkte.

Das machen sie erst einmal und schauen ob sich etwas bewegt. Natürlich wird sich etwas bewegen, denn im Sommer ist das Schadensbild immer am schlimmsten, Richtung Spätsommer Herbst wird es mit sinkenden Temperaturen besser.
Wenn sich nichts bewegt ist der erste Schritt einmal bei Ihren Nachbarn anzuklopfen und sich die gleiche Wand von der anderen Seite anzuschauen. Gleiches Bild? Gleiche Nutzung? Auch können Sie Abwasserleitungen und Fallrohre überprüfen, ebenso die Verbindungspunkte Dach/Wand mit den Nachbarhäusern bzw. den Felsen, Kamine, soweit zugänglich.
Genaues lässt sich leider nur mit einer Vorortbegutachtung sagen. Stellen Sie doch einmal ein paar Bilder ein, vielleicht fällt hier dem ein oder anderen noch etwas auf.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo Christof,

danke f ür die sehr hilfreiche Antwort. Also, Laminat raus.
Interessanterweise ist das Laminat weit unter den Putz an den Wänden verlegt worden und dann noch mittels Silikon abgedichtet, vielleicht kommt es hier zum Feuchtugkeitsstau.
Auf jedenfall hoffe ich, dass sich das einigermassen fügt und wir diese sonst schöne Wohnung nutzen können. Für weitere Tips bin ich sehr dankbar, Fotos habe ich leider keine gemacht, bin aber im August wieder vor Ort.

Herzlichen Dank

W. Heide





Laminat bis unter den Putz und mit Silikon abgedichtet ...
fehlt noch der Bauschaum, aber der findet sich sicher auch noch irgendwo.
Ich wünsche Ihnen, dass das Laminat nicht mit irgendeiner teuflischen Klebmasse auf den Tonfliesen verlegt wurde.



Feuchte Wände



Das bedeutet:
1. erst nach der Laminatverlegung wurden die Wände verputzt,
2. Bei so einer Arbeitsweise ist es sehr wahrscheinlich, das ungeeignetes Material zum Verputzen verwandt wurde,
3. kann sein, das Sie noch weitere solcher "Perlen der Handwerkskunst" finden werden.

Ich empfehle Ihnen wärmstens, das Angebot von Christoph Kornmayer anzunehmen.



Feuchte Wand



Hallo, da Sie schreiben, dass das Gebaeude in einem alten Stadtkern liegt, gehe ich davon aus dass es sich ebenfalls um ein historisches Gebaeude handelt. Damit gehe duerfte eine Vertikal-Abdichtung der Mauern von unten nicht vorliegen.
Wenn die Waende deshalb von unten feucht sind, sind diese auch kaelter und es stimmt gerade im Sommer sind dicke Mauern anfaellig fuer Kondenswasserbildung.
Sie koennten einen einfachen Thermo-Hygrometer kaufen, aufstellen und ebenfalls mit einem einfachen Thermometer die Oberflaechtentemperatur der Wand messen (mit einem Kissen an die Wand druecken und nach 10 min ablesen).
Bei wikipedia finden Sie unter Taupunkt auch eine Kurve in der Sie fuer die jeweilige Raumluft-Temperatur und Luftfeuchte den Taupunkt an der Wand (unter welcher Temperatur dort Wasser kondensiert) erkennen koennen.
Trotzdem ich bin der Meinung und gerade auch bei Kondensfeuchte mit und ohne Mauerfeuchte helfen dauerhaft nur leistungsfaehige Kalkmoertel, die auch die Oberflaeche der Wand trocken halten.