Was soll das werden? Wer hat Erfahrungen damit?

21.06.2010



In den letzten Wochen waren die Temperaturen und auch die Feuchte extrem.
Es kam zu Schimmelbildung ohne Ende.
Welche Erfahrungen haben Zimmerer mit Schutzmassnahmen?
Wer ist für die Feuchte am Bau verantwortlich?
Wie kann man das Problem in den Griff bekommen?
Siehe auch:
http://picasaweb.google.de/eddi.bromm/Schimmel02?feat=directlink



Nässeschäden



Mein erster Eindruck:
Da muß eine Menge Regen herunter gekommen sein.
Der zweite:
Endlich mal Rohbaumauerwerk, das anständig aufgeführt wurde.
Der dritte:
Die kapillare Steigwirkung geht nur bis zur ersten, max. zur zweiten Lagerfuge, dann ist abrupt Schluß.
Ein schönes Anschauungsbeispiel zum Thema "aufsteigende Feuchte" im Mauerwerk.

Was die Durchfeuchtung betrifft:
Da hilft erst mal nur der gute alte Straßenbesen, um das Wasser von den Decken zu bekommen.
Dann Warten auf schönes, sonniges Wetter.
Dann sollte sich der Auftraggeber und sein GU oder HU Gedanken über den weiteren Bauablauf machen.
Die HLZ haben sich mittlerweile wie ein Schwamm vollgesogen.
Das Wasser dort austrocknen zu lassen wird eine Weile dauern.
Dazu ein Zitat aus dem Buch "Gewerk Mauerwerksbau" von HelmutBruckner (Fraunhofer IRB Verlag):

"...Die Dauer der Austrocknung lässt sich als grobe Näherung nach der Formel von Cadiergues abschätzen, wenn das Mauerwerk nicht stark durchfeuchtet wurde.

t= s x d²

t= Zeit in Tagen
d = Dicke des Bauteils in cm
s = Mauerwerkskonstate:
Beton 1,8
Kalksandstein 1,2
Gasbeton 1,2
Bims 1,4
Ziegel 0,28..."

Ohne genügende Austrocknung der Baufeuchte den Ausbau abzuschließen und dann mit der Nutzung im Winterhalbjahr zu beginnen kann Bauschäden wie Schimmelbildung begünstigen.
Die ungenügend getrockneten Mauern und Decken können nicht nach außen abtrocknen, wenn ein WDVS aufgebracht wurde. Dazu kommt wenig Lüften und heizen- man wohnt ja in einem modernen, energiesparenden Haus- schon häufen sich die Mängelanzeigen.
Ein weiter Schaden kann am WDVS entstehen.
Die überschüssige Feuchte wandert in die Lücken zwischen Dämmung und Wand, hier kann es zum Kondensatausfall und nachfolgend zu Ablösungen der Putzschicht, Fleckenbildung und mikrobiellem Bewuchs der Fassade kommen
(dann kommt Kollege Fischer mit der Kamera und schimpft auf WDVS).
Die nächste Schadensgruppe kann sich im DG- Ausbau ausbilden.
Auf den Mauerkronen der aufgehenden Wände liegen die Pfetten bzw. Sparren des Tragwerkes, die gedämmt und innen üblicherweise mit Dampfbremse, Bekleidung und Miwo-Dämmung versehen werden. Auch hier kann vorhandene Restbaufeuchte in das Dämmpaket über die senkrechten Hohlräume der Ziegel eindiffundieren und vagabundiert dann zwischen Unterspannbahn und Dampfbremse in der nicht kapillaren Dämmlage.
Auch das kann vor allem bei sporadisch beheizten Räumen mit hoher Luftfeuchte zu Kondensatausfall auf der Dampfbremse führen. Ein wenig kann die sicher verkraften, aber wenn zur nutzungsbedingten Feuchte aus Bad und Schlafzimmer noch Restbaufeuchte kommt, kann das die Diffusionsfähigkeit überfordern. Schimmelwachstum auf der Dampfbremse kann die Folge sein.

Zum rechtlichen Problem:
Verantwortlich ist der Bauleiter, den der Bauherr zu bestellen hat.
Wenn er keinen hat ist er selber daran schuld, er hat seine Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen.
Immerhin gibt es einen Bauwetterbericht.
Er kann natürlich die Schuld auf den verantwortlichen Subunternehmer, hier den Zimmerer, versuchen abzuwälzen. Das geht aber nur, wenn der Zimmerer im Rahmen seiner "berufsüblichen Sorgfaltspflicht" fehlgehandelt hätte. Das wäre z.B. der Fall, wenn in seinem vertraglichen Leistungsumfang der Feuchteschutz bzw. der Einbau einer USB vereinbart war.

Viele Grüße



Leider ist es nicht so, sondern die Wände sind auch patschnass



Es hat bei uns die letzten Wochen sehr viel geregnet.
Und dies von Anfang an.
Jede Etage ist mehr oder weniger abgesoffen.
Dazu noch ein Bild der Fassade.
Jetzt kommt dann noch der Estrich und der Verputz, und auch.. es soll wärmner werden, na ja.



Nässeschäden Neubau



Dann dauert das Trocknen eben noch länger.
Wenn wie üblich Einzugstermin Anfang Dezember ist, dann wird es Ärger mit den Nutzern geben. Die Ursache ist auch im Wandbaustoff zu finden.
Liapor statt Poroton verusacht nicht solche Probleme, der Wasseraufnahmekoeffizient ist ungleich niedriger und die Dampfdurchlässigkeit höher.
Übrigens wird das Problem der Durchfeuchtung in abgeschwächter Form beim nächsten Regen wieder auftreten, auch mit funktionierendem Dach.

Die Mauern werden zwar nicht mehr von oben nass, aber von der Seite, das Wasser spritzt von den Gerüstlagen an die Wände. Wenn dann auch keine provisorische Dachentwässerung gebaut wurde, kommt richtig was zusammen, was durch die offenen, auf Knirsch gesetzten Stoßfugen in die Wände läuft.
Das ist eben Sache des Bauleiters, auf so etwas zu achten.

Eine Lösung wäre möglichst schnell das WDVS drauf und das Gerüst abgebaut. Ob dann das Mauerwerk noch ausreichend abtrocknen kann, bevor der Innenputz draufkommt ist sehr zweifelhaft.
Sicher wäre also nur jetzt das WDVS drauf und den Innenputz möglichst spät erst im nächsten Jahr- aber wer kann sich so was leisten. Das ist finsnziell für jeden Bauherren inakzeptabel.
So schiebt er eben Schimmelbildungen lieber auf falsches Lüftungsverhalten der Mieter, die dann das Haus erst einmal trocken wohnen müssen. Der Rest an Mängeln landet als Mängelanzeige bei den Subunternehmern, zumindest bei denen, die sich nicht mit einer Bedenkenanmeldung abgesichert haben.
An der Fassade sind doch ein paar kleine Ausführungsmängel am Rohbaumauerwerk zu finden wie einige sehr grenzwertige Überbindmaße und Wärmbrücken an der Ausmauerung der runden Fenster mit kleinformatigen Steinen, die garantiert nicht den Dämmwert der normalen Wandziegel haben.
Wäre ja auch unnormal, ein fehlerfreies Rohbaumauerwerk.
Ich möchte nicht wissen, wie es im Keller aussieht.
Hoffentlich kein Kalksandstein als Wandbaustoff!

Viele Grüße



aus



sorry hier hat das Netz mal wieder geklemmt, deshalb das zweite Mal ....



aus



meiner Erfahrung nach einem regenreichen Sommer um 1994 resultierend habe später ich alle Etagen im Estrichbereich mit Dichtungsschlämme grob abgedichtet, das hat beim Rohbau das Wasser von den Wänden fern gehalten, ansonsten sollen die Wände vor Regen mittels geeigneter Maßnahmen vor Wasseraufnahme geschützt werden (Folie oder ähnliches). Aber: es gehört doch auch Regen zum Alltag am Bau ! Rechtlich bin ich mir auch nicht sicher, aber für "Feuchte Regen" ist der Bauherr verantwortlich, er hätte den Rohbau ja auch komplett einrüsten und abdachen können (bei Denkmalen durchaus üblich). Wenn er also im Bautagebuch keine Bemerkung zu Fehlern der Bausicherung hinterlassen hat, sind die Handwerker erst mal raus.
Da ein WDVS nicht drauf kommen könnte (gedämmte Ringanker/Decken), könnte der Bau noch austrocknen. Wichtig wäre eine Wasserableitung über Dachrinne ! und das Wasser schnell absaugen lassen. , dürfte aber inzwischen Geschichte sein.