Welche wärmedämmschüttung zur bodendämmung im eg

19.09.2012 Suheel



Hallo,
habe nach vielem lesen in diesem Forum mich jetzt auch mal registriert und gleich eine Frage.

Wir möchten im Wohnzimmer Eg eine Wärmedämmung auf den Boden einbringen.
teilweise ist dies unterkellert (Betondecke) teilweise eine Betonsohle und teilweise Erdboden.
Alles ist trocken, nur im Eingangsbereich ist der Erdboden bei Regen leicht feucht, was jedoch durch die Renovierung der Einfahrt und damit einem funktionierendem Wasserabfluss nächstes Jahr behoben sein sollte.
Bisher war unter dem Dielenboden Torf und Schutt. alles trocken.

Unser Plan:
Blähglasschüttung und darauf schwimmend 2-lagig OSB.

nun habe ich allerdings gelesen, dass das Blähglas nur als Gebundene Schüttung druckbelastbar ist.
Dann jedoch ist die Dämmwirkung rel. schlecht.
Perlite gefallen mir nicht da sie hygroskop sind (es sei denn sie sind Bitumenummantelt)

Organische Materialien möchten wir nicht (wollen keine Mäusezucht unter dem Boden)

Welche Alternativen Dämmschüttungen könnt Ihr mir empfehlen?

muss/sollte der Boden auch diffusionsoffen sein? wenn nicht wäre Thermowhite vielleicht was?

vielen Dank
Suheel



Blähglas...



... ist durchaus druckbelastbar, allerdings kann es bei nicht-flächigem Lsteintrag Probleme geben...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Schau 'mal hier:



http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/197149$.cfm

Punktlasten auf Blähglas halte ich auch für fehlerbelastet, nach unten sollte eine Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchte eingebaut werden, ansonsten wie im verlinkten thread.

Grüße

Thomas



Blähglasschüttung



oder Blähglasschotter sind zu empfehlen (gut und wichtig ist die kapillarbrechende Schicht).
Bloß keine Sperrschicht, die könnte aufsteigende Feuchte (Wasserdampf) in die Fundamente und Wände konzentrieren. Einen diffusionsoffenen Aufbau mit Dielung oder wenigstens einen Bodenaufbau mit mineralischen Baustoffen. Die Devise wäre – Baustoffe und Aufbauten die mit Feucht umgehen können. Gerade im Bestand, da hier selten ein bedingungslos bauphysikalisch abgestimmter Aufbau geschaffen werden kann. OSB-Platte halte ich für äußerst kritisch!
Das sind nur Hinweise, denn die genauen Gegebenheiten vor Ort bestimmen das Vorgehen, wie ist die Gründung der Wände, wie der Wandaufbau, wie tief wird für den neuen Boden ausgehoben, wo befinden sich dann im Vergleich zur Gründung die einzelnen Bodenaufbauten. Ich empfehle eine fachmanische Beratung vor Ort. Bitte nicht von Einem, der mal bei Jemand was gesehen hat. :

Grüße Maria



@ Maria



"Bloß keine Sperrschicht, die könnte aufsteigende Feuchte (Wasserdampf) in die Fundamente und Wände konzentrieren. "

Bis Du Dir da sicher, oder hast Du das nur gehört? Nach welchem Wirkprinzip soll sich da Wasser ansammeln? Ich hab' das weder praktisch erlebt, noch kenne ich einen theoretischen Ansatz dazu.

Grüße

Thomas



...



Wasserdampfbewegungen gibt es eigentlich überall, in der Luft, im Boden und im Bauwerk, besonders in einem Temperaturgefälle wandert Wasserdampf von Warm nach Kalt mit, daher soll bei einer Wand mit Innendämmung, z.B. aus Styropor & Co, diese luftdicht und diffusionsdicht mit einer Folie abgeschlossen werden, werden dabei z.B. Stöße, Anschlüsse oder Kabeldurchführungen nicht fachgerecht und dauerhaft ausgeführt, kann es gerade dort zu erhöhten Tauwasseranfall in der Dämmung kommen. Beim Bodenaufbau verhält es sich ähnlich, nur nicht das Kalt-Warm-Gefälle ist entscheidend, aber aus dem Boden diffundiert Luft und somit auch Wasserdampf und was sich vorher gleichmäßig verteilen konnte, sucht sich einen neuen Weg. Gerade in der Altbausanierung kommt es dadurch oft zu Schäden im Sockelbereich der Wände. Wie viel das ist, ob das relevant ist, ob die Bedingungen so bestehen bleiben (auch in 20Jahren), muss man vor Ort klären. (wenn ich sowieso keine Sperrschicht brauche, warum dann eine einbauen)
Wenn OSB, dann sollte zumindest eine Hinterlüftung und Abstand zur Wand berücksichtigt werden. (wie verhält sich OSB denn bei einem Wasserschaden von oben…)

Grüße Maria



Und aus Angst...



vor etwas (vermeidbarem) Kondensat öffnen wir den Fußboden für die ständig aufsteigende Erdfeuchte? Das ist wieder aller Vernunft.

Ich habe noch keinen Planer erlebt, der vor Ort klären konnte, ob eine Sperrschicht notwendig sei. In den Boden zu greifen und zu murmeln "trocken" ist doch pure Quacksalberei. Erdfeuchte steigt immer auf und muß dann weggelüftet werden. Schäden an Holzunterkonstruktionen werden wahrscheinlicher, die Raumluftfeuchte steigt. Organische Dämmstoffe verbieten sich ohne Sperrschicht von selber.

Nochmal die Frage WARUM zu Ihrer Behauptung: "Bloß keine Sperrschicht, die könnte aufsteigende Feuchte (Wasserdampf) in die Fundamente und Wände konzentrieren."

"besonders in einem Temperaturgefälle wandert Wasserdampf von Warm nach Kalt mit"

Wenn dem so ist, und ein bewohnter Raum wärmer ist als der Erdboden, warum sollte sich an der Unterseite der Sperrschicht Wasser konzentrieren und in die Fundamente wandern?

Grüße

Thomas



schonmal vielen Dank



Hallo,

also ich möchte auch so diffussionsoffen wie möglich bauen.
bisher (also seit fast 100 Jahren)befand sich auf der Kellerdecke ein Dielenboden auf Holzlagern, die ca. 10cm Luft waren mit Torf aufgefüllt.
Seit vermutlich 1980 war auf den Dielenboden eine 15mm Spanplatte genagelt und ein PVC-Boden aufgeklebt.
Wir konnten keinerlei Schimmel oder Feuchteschäden oder Feuchtespuren im Torf und an der Holzkonstruktion feststellen.

Da wir mit dem neuen Boden nicht höher kommen möchten stehen uns leider nur die 10-12cm zur Verfügung (teilweise vermutlich sogar noch weniger, das muss ich noch eruieren)

Eine Blähglasschüttung sollte doch sehr diffusionsoffen sein, oder?

Da eine direkte schwimmende Verlegung des OSB nicht empfohlen wird seitens der Hersteller, würde ich nun doch eine Holzunterkonstruktion herstellen und den Hohlraum mit Blähglas füllen. Was ist davon zu halten?

obendrauf 1.Lage 18mm OSB verschraubt, dann Korktrittschalldämmung und quer schwimmend in Nut und Feder verleimte 2.OSB Lage 18mm geschliffen und geölt.
umlaufend je 15mm Randdämmstreifen.

OSB möchten wir einerseits aus Kostengründen und andererseits gefällt uns die geschliffene, geölte Oberfläche.

An die Wände soll übrigens eine Multipor Innendämmung bis auf den Beton.

liebe Grüße
Suheel



Nichts.



Die der Erdfeuchte ausgesetzte Unterkonstruktion wird verfaulen, und ganz besonders unter OSB. Sie brauchen keine Erdfeuchte im Wohnraum und unter der Dielung.

Und: was vor 100 Jahren unter glücklichen, von Ihnen aber nicht kalkulierbaren Bedingungen eben 'mal funktioniert haben mag, wird wahrscheinlich nicht wiederholbar sein, die Raumklimabedingungen und Anforderungen sind ganz andere geworden. Die ja vermutlich ursprünglich von außen unterlüftete Dielung werden sie wegen Zugluft nicht mehr haben wollen. Die Fenster sind dichter geworden, der Luftwechsel durch den Ofen fällt zumeist weg. Gleichzeitig produzieren wir viel mehr Wasser (Bad, Grünkram) und wir lüften, um die Heizkosten geringer zu halten, auch noch weniger.

Unreflektierte Diffusionitis kann auch Bauteile zerstören. Leitsätze wie "so diffusionsoffen wie möglich" sind Unsinn. Besonders, wenn Sie unbelüftetes Holz in mineralische Substanz packen und obendrauf dann eine ziemlich dampfdichte Holzwerkstoffplatte voller Kleber. Da können Sie gleich Pilzgranulat aus dem Fachhandel beistreuen und Weihnachten Austernseitlinge ernten.

Grüße

Thomas



Noch mal



die Antwort
„Beim Bodenaufbau verhält es sich ähnlich, nur nicht das Kalt-Warm-Gefälle ist entscheidend, aber aus dem Boden diffundiert Luft und somit auch Wasserdampf und was sich vorher gleichmäßig verteilen konnte, sucht sich einen neuen Weg.“

Sie sehen das also genauso „Erdfeuchte steigt immer auf …“ und die ist, gleichmäßig und verteilt nicht schädlich, weil eben zahlreiche Baustoffe damit hervorragend umgehen können. Beispiele von gut erhaltenen Dielenböden in alten Fachwerkhäusern zeigen das. (Sie werden sicher anmerken, dass der Luftaustausch in alten Häusern besser gewährleistet war)
Füge ich nun eine Sperrschicht ein und Wasserdampf aus dem Boden gelangt bis zu dieser, was passiert mit ihm? Warum wird im Neubau peinlich genau darauf geachtet, dass Sperrschichten bis unter die aufgehende Wand geführt werden?
(Ich rede hier übrigens von einer Sperrschicht auf dem Beton)

Grüße Maria





@Thomas
Wenn ich noch etwas anmerken darf: Thomas, Ihre Kenntnis ist nicht anzuzweifeln, Sie konzentrieren sich auf den Boden (Holzboden ist ihr Fachgebiet) und da mach ich Ihnen nichts vor.
Die Forumsbeiträge sind keine Anleitung zum Bauen und ich möchte in diesem Fall den Hinweis geben, dass Erdfeuchte auch irgendwo hin muss.
„Bloß keine Sperrschicht“ war da sicher schon zu anmaßend.
@Suheel
Ytong ist doch Porenbeton, dieser sollte auch gut gegen aufsteigende Feuchte geschützt sein.

Grüße Maria



gespalten..



Hallo,

ich wollte hier nicht (schon) wieder eine Grundsatzdiskussion starten.
Bezüglich der Dampf-diffussion und Tauwasser und co, vertraue ich WUFI... Glaser versagt hier nunmal..

Aufsteigende Feuchte...
unser Haus ist fast auf der Bergkuppe.. somit fliesst das Wasser gut ab.
nirgends am Haus konnte an den Wänden aufsteigende Feuchtigkeit festgestellt werden.

ausserdem..
was ist denn "aufsteigende feuchte"?
eigentlich nur von den Materialien kapillar aufgesaugtes Wasser, oder?
und wo nix mehr "saugt" da is schluss..
Das Blähglas sollte da ein guter Abschluss sein, oder?
Klar, das evt. Lagerhölzer geschützt werden müssen.

Was wäre denn eine bezahlbare Alternative zu OSB?
Rauspund?
und dann?
Korkboden wäre uns auch lieb.. kann man den auf geschliffenen Rauspund kleben?
Wie diffussionsoffen ist versiegelter vollflächig verklebter Kork? (im Vergl. zu OSB)

vielen Dank und liebe Grüße
Suheel



@ Maria: Nein.



" vorher gleichmäßig verteilen konnte, sucht sich einen neuen Weg.“

Unter der Sperrschicht stellt sich die Erdfeuchte ein, und damit hat die Wanderung ein Ende. Das Fundament steht exakt in derselben Erdfeuchte ohne Probleme.

Existiert eine Sperrschicht, steigt nix auf. Mein "immer" bezog sich auf den Boden, der naß oder trocken wirken mag - er wird ohne Sperrschicht in jedem Fall Wasserdampf abgeben.

"dass Erdfeuchte auch irgendwo hin muss"

Warum nur? Die Erdfeuchte verdunstet, aber sie muß es nicht, wenn sie daran gehindert wird. Der Boden bleibt gleichmäßig feucht.

Grüße

Thomas



@ Suheel: Die aufsteigende Feuchte...



in dieser Diskussion ist nicht kapillar aufsteigendes flüssiges Wasser, sondern Wasserdampf.

Auf Dielung kann kein Korkfussboden geklebt werden. Das geht nur auf ebenen Platten mit sehr geringem Arbeitsvermögen.

Es gibt aus meiner Sicht keinen akzeptablen Bodenaufbau ohne Sperrschicht. Auf das verdichtete Blähglas könnten 5cm Estrich als Sauberkeitsschicht (niveaugleich abgezogen) gebracht werden, Sperrbahn z.B. Gefitas PE 3/300, und dann z.B. 2x18mm OSB.

Grüße

Thomas