feuchte sandsteingrundmauern-wie schützen

30.01.2009


hallo,
habe ein paar fragen bezüglich den sandsteingrundmauern unseres fachwerkhauses.
lt. einem bauschützer den wir vor ort hatten sind diese feucht und sollten dringend trockengelegt werden.
bei uns ist komplett die erde bis ans Mauerwerk dran kein Drainage usw.
der bauschützer sagte man müsse alles freigraben, den Sandstein Sandstrahlen damit er sauber ist und dann mit irgendwas, das hab ich nicht verstanden, den sandstein bestreichen, wenn es möglich ist eine drainage legen und dann einen ca. 30 cm Spalt vom haus an schottern oder glasreste nehmen, damit die erde nicht meht bis ans haus gelangt.
könnt ihr mir sagen ob das die richtige vorgehensweise ist und was man da zum bestrichen mehmen sollte, er sagte noch was von diffusionsdurchlässig ???
vielen dank für eure antworten...



Sockelmauerwerk



Vorab eine Frage:
Gibt es denn Feuchteschäden oberhalb des Sockelbereiches, die auf Kapillarfeuchte zurückzuführen sind?
Nur dann wären die genannten Maßnahmen sinnvoll!

Ob sie überhaupt Sinn machen, sei dahingestellt.
Ein aus Quadern gefügter Sandsteinsockel ist in sich schon eine funktionierende Abdichtung.

Im Gegensatz zu den porösen und gut kapillaren normalen Mauerziegeln ist Sandstein, so wie er früher in Sockeln verbaut wurde, ein praktisch porenfreies Material, das weder Wasser aufnehmen noch kapillar fortleiten kann.
Es ist egal, ob der Sandstein im Sockel unten feucht wird oder nicht.
Er wird nur an der Oberfläche nass.
Nur die senkrechten Stoßfugen aus Mörtel im Mauerwerk sind in der Lage, Feuchte kapillar zu transportieren.
Diese Möglichkeit spielt in der Praxis keine Rolle, da solch ein Sockelmauerwerk in der Regel aus großen, sorgfältig behauenen Qadern besteht; die Fläche der dünnen Stoßfugen ist verschwindend gering im Vergleich zur Mauerfläche.
Außerdem wurde zum Mauern Kalkmörtel mit grobem, gewaschenem Sand verwandt, der eine kapillare Steighöhe von wenigen cm bis dm hat.
Da steigt nichts hoch.

Fachwerk ist nur gefährdet, wenn die Grundschwellen durch nachträgliche Geländeauffüllung im Spritzwasserbereich liegen oder das Sockelmauerwerk nachträglich verputzt wurde.
Solche Sockelputze sind im Gegensatz zum Sandstein kapillar saugfähig.

Eine Dränung ist nur erforderlich, wenn Sie einen Keller haben, der mit kurzzeitig und mäßig aufstauendem Sickerwässern belastet wird.
Das scheint in Ihrem Fall nicht zu sein- also völlig überflüssig!

Das Herunterschachten am Sockel kann im ungünstigsten Fall zu Schäden am Haus führen und ist ebenfalls völlig überflüssig.

Auch das Imprägnieren oder Hydrophobieren der Steine ist überflüssig.

Mein Vorschlag:
Reinigen Sie die Steine und fugen Sie bei Bedarf nach.
Achten Sie auf genügend Abstand (min. 30 cm) zwischen Grundschwelle und Geländeoberfläche.

Viele Grüße

p.s. Das Bild zeigt den Sockel eines Schlosses in Frankreich, es gibt keine aufsteigende Feuchte.
Die Ränder sind Wassermarken, bedingt durch wechselnde Wasserstände.



kapillarfeuchte und salzkristallisierung



vielen dank hr. böttcher,
es gibt kapillarfeuchte und das sandsteinmauerwerk ist teilweise mit kunststoffputz und normalen Putz versehen(ich hoffe der heißt so, ist grobkörnig) und an den innenwänden ist mit Backstein gemauert und es gibt in einem kellerraum salzkristallbildung und der Zement zwischen den steinen ist sehr weich und bröselig. kann ich da erstmal provisorisch was machen? alle kellerräume befinden sich eben erdig und der sandsteinsockel ist ca 100 cm im erdreich, das land am haus ist über die jahrzehnte aufgeschüttet worden, es liegt ca. 5m tiefer als die umliegenden häuser und das Regenwasser wird über die abschüssige einfahrt um das haus herum geleitet.
ich hoffe man sich da was drunter vorstellen.

danke für euer bemühen.



Sockelmauerwerk



Also es gibt einen feuchten Keller und feuchtes Ziegelmauerwerk, das ging aus Ihrem ersten Beitrag nicht hervor.
Liegt denn die Wand mit der inneren Backsteinlage oberhalb des Sockels bzw. des EG- Fußbodens?
Woher wissen Sie, das kapillare Feuchte vorliegt?
Auch Kondenswasser, hygrische Feuchte, Oberflächenwasser, defekte Leitungen und Schlagregen sind mögliche Ursachen.
Am besten, Sie stellen mal ein paar Fotos ein, damit man sich ein etwas präziseres Bild von der Lage machen kann.

Viele Grüße



sockelmauerwerk und bilder



danke hr. böttcher,

genau das werde ich machen, komme das aber erst nächste woche zu. vielen dank schonmal und schönes wochende



Am sinnvollsten



wäre eine Ortsbesichtigung, um die Gesamtsituation zu beurteilen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten. Und hier scheinen mehrere Ursachen zusammenzukommen.
Falsche "Sanierungsmassnahmen" können zu gravierenden Schäden führen.
MfG
dasMaurer