feuchte Bruchsteinwand

05.08.2013



Liebes Forum,
wir haben 2009 ein zum Großteil aus Bruchstein bestehendes Haus gekauft (Bj 1849)und umfassend saniert. Ein Problem sind nun zwei Feuchte Ecken im Wohnbereich. 1. Nordost kaum besonnt, hier ist von innen der Bruchstein freigelegt und neu verfugt. Im Winter steigt hier immer bis ca. 150 cm die Feuchtigkeit auf. 2. ist die Südostecke, die etwas mehr besonnt ist. Die Feuchte steigt hier auch nur etwa 50 cm auf. Die Wand ist von innen mit Sanierputz versehen. Um das Haus haben wir bis dato nicht ausgeschachtet, weil wir uns ein wenig streiten wie genau wir vorgehen sollen. Das Haus selbst ist bis auf Sockelniveau verputzt (ca. 50 cm oberhalb Erdkante). Wer kann uns mit Ratschlägen versorgen, wie wir nun weiter vorgehen sollen? Ausschachten ja/nein. Wenn ja, wie weiter?? Nur Sanierputz oder auch Bitumen?? Wie tief sollte man schachten? Wie ist die Meinung zu einer nachträglichen Horizontalsperre??
Vielen Dank im Voraus.
Sandra



Bruchsteinwände



Mein Vorschlag:
1. Nix Bitumen
2. Nix nachträgliche Horizontalsperre.

Das klingt nach einer klassischen Wärmebrücke. Da hilft nur verstärktes Lüften und Heizen, noch besser eine vermehrte Luftumwälzung in den betroffenen Ecken. Das kann auch eine Heizleiste sein die vor die betreffenden Wandteile gelegt wird. Sanierputz ist hydrophob eingestellt, er dämmt zwar ein bisschen nimmt aber kein Kondensat kapillar auf. Das bleibt genauso wie beim dichten Naturstein an der Oberfläche, die Wand sieht feucht aus bzw. fühlt sich feucht an.

Ein ordentlicer Sockelputz ist allemal eine gute Option, falls das nicht schon geschehen ist. Dazu braucht man nicht unter die Tiefbauer zu gehen, 30 cm reichen.

Viele Grüße





Hallo, dies Problem läßt sich schlecht in der Ferndiagnose lösen, zu groß kann der in Frage kommenden Möglichkeiten sein, aufsteigende Feuchte, Oberflächenwasser usw.. Mein erster Tipp ist genau beobacheten und mit Wetterdaten usw. nierderschreiben, dies führt dann schon mal näher an die Ursachen heran. Aussschachten auf alle Fälle, nach Möglichkeit keinen Bitumen, konstruktiver Bautenschutz ist immer besser (Packlage). Nach Möglichkeit keinen Werkmörtel Katze im Sack mit Weißzementen. Natürlicher Kalkputz mit oder ohnen Zement- oder Trasszusatz sehr dosiert.
Mit freundlichem Gruß



Feuchte Wände



Wie immer: eine Ferndiagnose ist bei derlei komplexen Zusammenhängen kaum möglich. Aber, Sie schreiben:

- "innen ist der Bruchstein freigelegt": ist das die Wetterseite? Eine beidseitig steinsichtige Bruchsteinwand ist nicht schlagregendicht. Über den Fugenmörtel kann Regenwasser eindringen. Um welchen Bruchstein handelt es sich? Bruchsteine -Sandsteine einmal ausgenommen- sind sehr dicht und saugen kapiallar so gut wie kein Wasser. Das machen der Fugenmörtel und der Putz.

- Wenn die "... Feuchtigkeit bis auf 150cm ... "steigt" liegt die Vermutung nahe, das es sich um Kondensat an kalten Wandteilen handelt oder Hydratationsfeuchte aus Salzbelastung im Mörtel. Ist der Raum früher als Stall genutzt worden? Aufsteigende Feuchte als kapillare Mauerwerksfeuchte bis zu dieser Höhe gibt es nicht.

Welche Funktion soll der Sanierputz haben? Ist eine Salzbelastung festgestellt worden, die durch den Sanierputz eingelagert werden soll?

Um diese Fragen zu klären sollten Sie ggf. einen erfahrenen Fachplaner zu Rate ziehen; keinesfalls aber einen Vertreter der Gattung "Mauerwerkstrockenleger" oder "Feuchte-Keller-Sanierer", die mit schnellen, teuren und wirkungslosen Methoden zur Hand sind.

Ob ausgeschachtet, abgedichtet oder nachträglich horizontal abgesperrt werden soll (oder kann), lässt sich nur nach einer sehr detaillierten Bestandsaufnahme entscheiden. Keinesfalls sollten Sie vorschnelle und finanziell weitreichende Entscheidungen treffen.



feuchte Bruchsteinwand



Hallo Herr Pickartz,
ja, dort wo der Bruchstein freigelegt ist, handelt es sich um die Wetterseite. Er ist aber wie gesagt nur von innen freigelegt. Von außen wurde bereits verputzt. Dämmputz auf Silikatbasis. Das Haus ist bis jetzt aber nur bis zum Sockel verputzt. Der Sockel liegt noch frei, wegen geplantem Ausschachten. Die Bruchsteine entstammen wohl dem Garten. Es ist ganz unterschiedliches Material, wie uns beim bearbeiten aufgefallen ist, mal sehr weich und dann wieder sehr hart. Im Keller haben wir Salpeter. Dort wo wir die Feuchtigkeitsprobleme haben ist aber kein Keller. Ja die Fachleute...Die suche ich noch. Wir haben wirklich sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Erst Anfang der Woche war ein "unabhängiger" Bausachverständiger da, der uns letztendlich nur eine 100% wirksame Horizontalsperre verkaufen wollte. Wie finde ich einen wirklich seriösen Sachverständigen, der sich auch mit Bruchsteinhäusern auskennt. Altes Haus ist eben nicht gleich neues Haus. mfg



Gutachter



Der Gutachter sollte immer unabhängig sein und auf keinen Fall ein Firmenvertreter. Gutachter, Architekten und sonstige Fachplaner mit fundierten Kenntnissen in der Sanierung historischer Altbauten zu finden, ist wirklich nicht einfach.

Aber fragen Sie doch mal unser Forumsmitglied Herrn Böttcher, der Ihnen auch schon kurz zu Ihrer Frage geschrieben hat. Der dürfte auch nicht allzuweit von Ihnen entfernt sein. Für gewöhnlich ist alles innerhalb von 100 km Anfahrtsweg schon der Nahbereich.



gutachten ist schon falsch



Ja mit den Gutachtern hab ich auch schon nicht besonders gute Erfahrungen gemacht und ich bin keiner, nur einige Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet. Ende des Monats bin ich unterwegs nach Nordbrandenburg, wenns auf dem Weg liegt, könnte ich es mir die Sache mal ansehen, da ich z. Zeit vorrangig in Halle arbeite.
Ich denke Herr Pickartz ist der Sache schon sehr nahe gekommen, denn Kondenswasser wird gerade in diesem Sommer bei vielen Natursteinmauern eine Rolle spielen, wenn die Feuchtigkeit fast raumhoch vorhanden ist.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt