feuchte Kellerwand- "Einkiesen" mit oder ohne Vertikalsperre

08.04.2015



Liebe Alle,
Wir haben ein altes Haus geerbt (Bj 1930). Nach dem Abschlagen vom Putz im Keller (der Teilweise lose war) haben wir festgestellt, dass die Wand dahinter sehr feucht war (Stampfbeton).
Jetzt ist der Putz seit 3 Wochen ab und die Wände trocknen langsam. Nachdem die wasserdichte Innenbeschichtung jetzt fehlt haben wir realisiert, dass eine Ablauf der Dachrinne undicht ist (hatten eine Pfütze auf dem Kellerboden und eine nasse Wand dazu). Nachdem die Regenfälle recht ergiebig waren haben wir auch an anderen Wandstellen gesehen, dass die Feuchtigkeit wieder kommt.
Wir sind gerade dabei die Kellerwand freizulegen (eine Seite nach der anderen). Ein befreundeter Architekt hat gesagt, dass es ausreichen sollte, wenn wir die Mauer Freilegen und dann einkiesen. Damit würde die Kapilarwirkung der Erde unterbrochen, die Wand könne abtrocknen und würde auch nicht mehr nass werden (da das Wasser nicht mehr bis dort hin kommt) Online finde ich aber fast nur Infos zu Bitumen mit Noppenbahnen oder n anderes mineralisches System (welches man 3 mal pinseln muss- mir fällt der Name gerade nicht ein ;)). Dazu steitet man sich ob es eine Drainage wirklich braucht oder nicht.

Was ist eure Meinung? Das Haus steht nicht im Wasser, und wenn das Gelände optimiert ist (die 15cm Senke direkt an der Hauswand aufgefüllt) und die Abflüsse der Dachrinne saniert; dann sollte es auch deutlich weniger Sickerwasser geben welches seitlich "reindrückt".

Was würdet ihr machen? Reicht nur Kies (bis zum Fundament - ca 170cm tief) )aussen rum aus oder müssen wir mehr machen?

Danke schonmal im Voraus.



Kellerabdichtung



Ich habe so meine Zweifel ob der Architekt über praktische Erfahrung in der Altbausanierung verfügt. Solche Tipps kriegen Sie auch an der Biertheke oder im Wartezimmer vom Zahnarzt von redseligen Nachbarn.
Eine defekte Dachentwässerung als potentielle Schadensquelle abstellen kann schon ausreichen um das Feuchteniveau auf ein akzeptables Maß zu senken.
Baugruben werden üblicherweise mit nicht bindigem Material wie Kies verfüllt, deshalb werden Wände trotzdem feucht. Einmal oben im Spritzwasserbereich wo flüssiges Wasser- egal ob mit oder ohne Kies davor- an die Wand gelangt und dann am Boden der Baugrube. Hier wirkt eine Kiesschüttung wie eine große Badewanne auf deren Grund sich Regenwasser je nach Bodenart kurzzeitig aufstauen kann da die Sohle der Baugrube stark verdichtet ist.
Bei bindigem Boden wurde Stampfbeton direkt gegen das anstehende Erdreich betoniert; hier aufzuschachten bedeutet diese vorhandene Abdichtung zu zerstören.