Kellerfeuchte

25.01.2009



Hallo Community,

mal wieder eine Frage zu einem der wohl häufigsten Themen Kellerfeuchte. In dem Haus Bj. 1954 hat im Kellerbereich sich in einem Raum Schimmel ausbilden können. Der Raum war mit normalem Kalkputz verputz. Auf dem Kalkputz hatte der Vorbesitzer Holzpaneelen angebracht und den Raum zudem mit Teppichboden ausgelegt.
Meine ersten Maßnahmen waren Teppich raus und die Paneelen von der Wand. Unter dem Teppich konnte man auf der Bodenplatte aus Beton stellenweiße Feuchte Flecken sehen. Ca. 40 cm im Durchmesser, 2-3 Stellen. Die Bodenfarben war auch an diesen Stellen weggedrückt worden.
Der Putz, bzw. die Wand war auf einer Höhe von ca. 15 cm über der Bodenplatte naß und der Putz entsprechend schimmelig.
Den Boden habe ich mit einer feuchtigkeitsdurchlässigen Industriebodenbeschichtung Streichen lassen. Seitdem sieht er sauber aus aber ich denke, dass die Feuchtigkeit unter der Bodenplatte in dem Raum diffundiert.
An den Wänden habe ich den Putz abgeschlagen und stehe jetzt vor der Entscheidung wie ich weiter verfahren soll. Die Horizontalsperre (Bitumelage) scheint in weiten Bereichen noch zu funktionieren. An allen Innenwänden steigt die Feuchte exakt nur bis zur Bitume. Lediglich an den an Außenwänden kann Feuchte noch bis zu 1 Meter Höhe „gemessen“ werden (der Keller ist 1 Meter im Erdreich). Ich denke, dass diese Feuchte sich durch das Erdreich vertikal reindrückt.
Da der Raum eine Luftfeuchte aufweist, die in im gelagerte Gegenstände nach ca. zwei Wochen mit Schimmel befallen läßt möchte ich hier was tun. Die Frage ist nur was. Der Raum ist ein Keller und kein Wohnraum und soll am Ende auch nur als solcher genutzt werden.
Grundsätzlich stellt sich für mich die Frage ob die Horizontalsperre zu erneuern ist. Momentan denke ich das dies nicht notwendig sein sollte. Mein Plan wäre der folgende:
Zwangbelüftung: Zwei Durchbrüche zu dem angrenzenden Heizungskeller. Ein Rohr in Bodennähe und eins am anderen Wandende in Deckennähe. Ein Hygrostat gesteuerte Lüfter zieht die Luft aus dem Kellerraum heraus in lässt sie durch das Fenster der Heizungskeller ins freie entweichen. Frische, vorgewärmte Luft wird durch das Rohr in Bodennähe aus dem Heizungskeller nachströmen.
Die Wände wollte ich bis zu einer Höhe von 1 Meter mit Dichtschlämmen bestreichen lassen. Danach die vollständigen Wandfläsche mit Sanierputz verputzen.

Was denkt die Community? Ich bin für jede Anregung dankbar.

Viele Grüße



Kellerfeuchte



Hallo,
wie soll ich Dich nennen, hast Du einen Namen?
Zu Deinen Fragen:
Die Horizontalsperre würde ich auf jeden Fall erhalten.
Die von Dir beschriebene Maßnahme mit der Zwangslüftung habe ich nicht so ganz verstanden.
Aber ich denke, dass Du wohl so was vor hast, wie die warme Raumluft aus dem Heizungskeller für den feuchten Kellerraum zu nutzen. Wenn das so ist, dann ist die Idee nicht schlecht.
Die Entlüftungsanlage / Ventilator würde ich dann in dem feuchten Kellerraum für die Entlüftung nach draußen installieren. Sinnvoll ist dabei auch, dass der Ventilator mit einem Thermo-Hygrometer ausgestattet ist.
Nach Fertigstellung, beobachte erst mal die Veränderung des Innenraumklimas. Dafür hängst Du ganz einfach einen Thermo-Hygrometer in dem Raum auf und beobachtest am besten über mehrere Monate, wie sich das Innenraumklima und auch die Mauerwerksfeuchte entwickelt. Bei einer positiven Entwicklung kannst Du dir über eine Beschichtung mit einem Sanierputz (WTA) gedanken machen. Mit der Dichtungsschlämme währe ich erst mal vorsichtig. Das kann schon mal Sinn machen, aber ob das in Deinem Fall so ist, kann ich Dir per Ferndiagnose nicht sagen. Eine Vertikalisolierung im Außenbereich würde ich jedenfalls einer von innen hergestellten vorziehen.

Gruß Ralf aus Nauort



Kellerfeuchte



Hallo Herr Sachs,

danke für den schnellen Beitrag.

Ja das was ich mit "Zwangsbelüftung" gemeint habe ist genauso wie in ihrem Beitrag beschrieben. Die Anregung mit dem Thermo-Hygrostat ist für mich jetzt neu. Ich dachte das ein Thermo-Hygrostat für Messzwecke notwendig wäre. Also nach meinem Verständniss für reproduzierbare Messungen in unterschiedlichen Umgebungen (Temperatur, Luftfeuchte unsw.) Sollte ich für die Steuerung des Lüfters also auch auf ein aufwendigeres Thermo-Hygrostat umsteigen? Habe im übringen auch nur "normale" Hygrostate für meine Anwendungsfall gefunden (Aufputzmontage). Die Thermo Ausführungen scheinen mir eher für den mobilen Einsatz gedacht zu sein.

Meine ersten Gedanken bezüglich der Wände waren wie der ihrige. Erst mal eine Maßnahme, dann abwarten und prüfen wie sich die Feuchte im Raum entwickelt. Jedoch dadurch, dass aus der Bodenplatte auch Feuchtigkeit verdunstet, kann sich an den Kellerwänden Kondenswasser bilden. Man sagte mir, dass wenn die Wand mit Sanierputz verputzt wäre, dies nicht mehr geschehen würde. Da sich meine "Entlüftungsstrategie" hauptäschlich auf Wasserdampf und nicht kondensiertes Wasser bezieht, dachte ich das es besser wäre die Wände zu verputzen.

Mit freundlichem Gruß

Oliver Jung