zeitweise kniehoch Wasser im Keller




Hallo,
in unserem 200 Jahre altem Fachwerk haben wir im Keller häufig Wasser stehen. Es gibt aber auch Zeitem im Jahr, wo der Keller ganz trocken ist. Wenn Wasser im Keller ist, ist es meist kniehoch! ca. 50m vom Haus entfernt ist ein Teich.
Kann es sein, dass dieser die Feuchtigkeit in den Keller drückt?
Mein Vater ist in diesem Haus aufgewachsen und hat gesagt, dass das schon immer so war.

Aber es muss doch irgendeine Möglichkeit geben um dies vorzubeugen?! Ist doch bestimmt auch nicht förderlich für das Haus, oder?
Ich glaub nämlich, dass die Feuchtigkeit sich durch die Ziegelsteine hoch ins Fachwerk zieht (Aussenwand). Die Wände sowie die (Fundament)steine, sind nämlich sehr oft feucht. die Gefächer an diesen Wänden färben sich gelblich und der Putz blättert ab.

Wie können wir weiter fortfahren um dieses Problem zu beheben? Wie schädlich ist der zeitweise nasse Keller für das Haus.

Danke schonmal für eure Ratschläge
Sara



Das Wasser im Keller ist nicht weiter schädlich,


Ein Bild fürs Buch?

das zeigen die 200 jahre Standzeit mit diesem Problem. Aufsteigende Feuchte brauchen Sie nicht zu befürchten, es gibt sie nicht, da zwischen Feinporen (Stein) und Grobporen (Mörtel) kein kapillartransport stattfindet. Wenn Sie Feuchte an der Wand haben, ist es hygroskopische (salzbedingte) und/oder kondensatbedingte (Kalte Wand, warfeuchte Luft) Auffeuchtung. Hiergegen gibt es verschiedene Gegenmaßnahmen wie Kompressentechnik und Hüllflächentemperierung. Googeln!

Viel Glück!

Konrad Fischer



Auch wenn es immer wieder behauptet wird es ist falsch. Natürlich gibt es aufsteigende Feuchte!



Ich denke solche pauschalen Behauptungen – „es gibt keine aufsteigende Feuchte“, sollten hier nicht aufgestellt werden.
Die Wand wird eben nicht nur einfach über das Salz und das Tauwasser feucht, sondern es spielen auch noch andere Fakten eine wesentliche Rolle.
Dazu gehört auch die Oberflächenbenetzung durch Wasser. Außerdem kommt der Feuchteeintrag auch über sehr grobes Material (z.B. Split) zustande.
Es ist nicht so wichtig wie dieser Zusammenhang ist, jedoch ist eine Wand, wenn diese nicht abgeschnitten ist nicht trocken zu bekommen. Es ist auch falsch jeder feuchten Wand einen Stall oder eine Toilette zuzuordnen.
Es wäre auch falsch eine Feuchte Wand einfach aufzuheizen damit diese trocknet. Wer soll denn das in Zukunft bezahlen.
Unabhängig davon wird der Salzgehalt auch zunehmen.
Es muss sicher immer eine ordentliche Diagnose erstellt werden, denn nur dann kann festgestellt werden, mit welchen Maßnahmen – feuchte Wände trockener und damit besser in der Wärmedämmung ausgeführt werden können.
Siehe dazu auch 50147.
Ansonsten rate ich auch dazu nichts (besonders keine Abdichtungen) zu unternehmen.
Wie Sie schreiben steht das Haus schon sehr lange und es ist nichts passiert.
Damit muss man leben.



Grundwasser



Das Grundwasser steigt und fällt ständig.
Gerade eben sind wir in der Elbaue bei Torgau in Nordsachsen einer erneuten Hochwasserkatastrophe entronnen.
Seit dem höchsten Pegelstand vor ca. einer Woche ist der Pegel um genau 3 Meter gesunken ( heute 15 Uhr )
Wir alle sind froh darüber.
Auch leben wir seit Generationen mit diesem Wasserproblem.
Am Besten verkraften es die alten Häuser in den alten
Ortskernen.
Ja, man wusste damals schon mit diesem Problem umzugehen.
Seltsam, --- das vorletzte verheerende Hochwasser war im Jahre 1892 ---- ( 2002 war der Wasserstand in unserem Dorf 25 cm höher als damals. )
Leider bin ich nicht in der Lage, zu erklären, wann der
Elblauf begradigt und " verbessert " wurde.
Jedenfalls hat sich die Elbe nach dem Dammbruch am 18.08. 2002 wieder an ihr altes " Bett " erinnert.
Kurioserweise hatte die "Versicherungstante " einer namhaften Gesellschaft ausgerechnet am tiefsten Punkt des alten Elblaufes ein neues Haus gebaut.
Damaliger Wasserstand im Haus : 165 cm --- also Oberkante Unterlippe.
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Eigentlich wollte ich nicht allzusehr von der eigentlichen Fragestellung der Fragerin abweichen und auch nicht ablenken.
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Also Experten, gebt doch bitte der Fragerin eine nützliche
und hilfreiche Antwort.
So richtig streiten könntet Ihr Euch via persönlicher mails -
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Freue mich auf das Osterfest.
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A. Milling



Sowohl Herr Fischer hat genau wie ich dazu geraten nichts zu unternehmen!



Was hat dies mit Streit zu tun?
Es ist eine Feststellung unnötig Geld für fragwürdige Arbeiten auszugeben.
Die einzige Möglichkeit wäre das Haus mit einem Hubschrauber hochzuheben - um dann eine Abdichtung unten und seitlich herstellen zu können.
Naja das mit der kapillaren Feuchte ist halt so nicht ganz richtig.
Es ist ja schon falsch von Kapillaren im Baustoff zu sprechen, denn es gibt keine. Da hat Herr Fischer schon recht. Es sind feine kristalline Gebilde an denen sich das Wasser durch die Oberflächenspannung "hochzieht".
Dazu gibt es sehr viele Aufnahmen vom Baustoffgefüge mit dem Elektronenrastermikroskop.
Und wenn dann noch weitere Parameter dazukommen wird halt jeder poröse Baustoff feucht. Sogar der Split nimmt Wasser sehr schnell auf.
Ein einfaches Experiment dazu gibt Aufschluss.
In nur wenigen Minuten überwindet das Wasser mehrere Lagen übereinanderliegende Körner.
Laut so mancher "gelehrter" Herren soll es so etwas nicht geben.



Und einige Minuten später dieses Ergebnis!



Dies ist ein sehr einfaches Modell, aber es zeigt wie schnell ein Baustoff Wasser "aufsaugt". Und dies absolut sicher - auch ohne Kapillaren.



Selbst große Hohlräume werden "überbrückt".



Ich bin sicher, dass damit eindrucksvoll dargestellt wird, dass auch Wände feucht werden ohne dass dies mit Kapillarität etwas zu tun hat.
Morgen noch ein Bild, denn dann ist die Feuchte oben (d.h. in kurzer Zeit 8cm höher) angelangt.
Und in meinem Zimmer ist noch nicht mal Salz und Kondenswasser ist auch auszuschließen.
Es sind immerhin 22,5 Grad. Und der Split im Glas ist auch so warm. Mit Toilette und Stall hat es auch nichts zu tun. Ich halte in meinem Büro auch keine Kühe und Schweine im ersten Stock.
Und nur mit aufheizen könnte ich dafür sorgen, dass es schneller verdunstet als es nachsaugt wird.
Aber ob dies bei einem feuchten Keller mit über 200 Jahren zu einer Verbesserung führt, da habe ich Zweifel.



Was im Glas passiert,



ist selbstverständlich - mangels Kapillarsystem (miteinander saugfähig verbundenes Porensystem) - keine kapillar aufsteigende Feuchte. Bei der Verdunstung des Wassers im Glas entsteht nahe Oberflächenpegel sehr hohe Luftfeuchte. Der genügt dann (auch im Mollier-hx-Diagramm ablesbare) ein sehr geringer Temperaturunterschied an benachbarten Materialoberflächen, um abzukondensieren. Und so werden die Oberflächen benetzt. Daß das ein "aufsteigender" Befeuchtungsprozeß ist, ist unbestritten. Wenn nun aber eine Sperre zwischen den Partikeln wäre, würde das gleiche geschehen, soweit über die Umgebungsluft Luftfeuchte an die oberen Partikel käme.

In der Baurealität stößt die Luftfeuchte meist an salzhaltige Mauerwerksoberflächen, die den Kodnensationsprozeß dramatisch verstärken. Soweit kein Salz - keine Abkondensation, da dann die Umgebungsluft die aufgenommene Abtrockungsfeuchte problemlos aufnehmen kann.

Vorschlag: Versuchsfortsetzung zur Verifizierung: Zwischen die Partikel eine Folie einbauen, die aber am Rand nicht abgedichtet ist. Die Partiklel müssen dann trotz "Sperre" feucht werden.

Herr Bromm, bitte ausprobieren und die Bilder wieder reinstellen. Finde ich echt klasse, daß dieses Forum nun ein spannendes Baustoff-Lehrlabor wird.

Danke!

Konrad Fischer



Nein, da ist die von mir bevorzugte Edelstahlsperre schon viel sicherer!



Und natürlich geht es mit Salzbelastung noch viel schneller.
.
Ich habe den Versuch noch etwas modifiziert und einen Ziegelbrocken draufgelegt. Natürlich vorher runtergetrocknet und gewogen.
Dies alles im warmen Büro und bei gleichen Bedingungen.
Morgen mehr - ich mache mir noch einen schönen Abend.
Ich hab ja noch ein anderes Weinglas, ohne Split und dies werde ich mit gutem Wein (Jahrgang 1997 Chianti) füllen!



"Rotwein ist für alte Knaben ...",



aber hier hilft das nur bedingt weiter.

Deswegen: Nehmen Sie doch Ihre Edelstahlsperre als Trennschicht zwischen den Grus. Durchmesser 2 mm weniger als der Durchmesser des Glases. Und dann sind wir mal gespannt, ob die Feuchte weiter aufsteigt ...

Viel Erfolg!

Ihr Konrad Fischer

PS. Ach so: Zum Wohlsein!



Zurück zur frage:



Wie beuge ich vor ?
ich hab das mal so gemacht: Wasser rauswerfen, bevor es reinkommt. Das heißt baupraktisch eine Flächendrainage in den Boden legen, zwei Brunnenringe übereinander und eine simple Kellerpumpe dran.
Daraufhin stand das Wasser eben nicht mehr UK Kellerdecke sondern lief schön durch die Drainage.

Gutes Gelingen !



Bei Drainanlage habe ich immer Bauchschmerzen, denn man leitet auch das Wasser überall hin.



Drainanlagen sind was für Hanglagen um das Wasser vom Haus abzuleiten.
In der Ebene äußerst fragwürdig.
Dies wäre schon eine Ausnahme und sollte schon von einer ordentlichen Planung abhängig gemacht werden.



Und außerdem kann eine Drainage



weder Hygroskopie noch normale Kondensataufnahme verhindern.





Lieber Herr Kollege Fischer,

im Kondensat sind mir auch noch nicht die Kohlen versoffen.

Grüße