Preisfrage: Holzfußboden leicht feucht




Ein Fichtenboden wurde vor rund 10 Jahren nachgetrocknet, aufgearbeitet und auf einen neu erstellten Unterbau verlegt. Zwischen 2 preußischen Gewölbekappen (darunter Keller unbeheizt und gut gelüftet) wurde eine Schicht von ca. 8cm Beton eingebracht, abgezogen knapp über den Kappenoberkanten (begrenzte Aufbauhöhe). In den Beton eingelassen wurden Trapezleisten. Eine Dämmung kam nicht zum Einsatz. Auf diesen Untergrund wurde vollflächig eine 2mm PE Bahn (Trittschalldämmbahn) gelegt, die hier als Sperrschicht nach unten dienen sollte, ferner ein Reiben der Dielung auf dem Betonboden verhindern sollte.

Die Dielung selbst wurde von oben in später mit Querholzplättchen geschlossene Bohrlöcher geschraubt und 2mal mit einem Ölkunstharzlack gerollt.

Der Holzboden hatte an keiner Stelle Kontakt zu den Wänden, die Wandleisten waren ebenfalls mit 2-3mm Abstand verlegt, die Fugen mit Acryl geschlossen.

Preisfrage: Warum ist der Boden an den Rändern mit 14-15%, und in der Mitte mit wenigstens 13% deutlich feuchter, als die Holzböden in den angrenzenden Zimmern (8-9%)?

Dem Inhaber der ersten richtigen Antwort winken 3 Flaschen "Böhmisch Brauhaus", die persönlich übergeben werden (Anfahrtskosten werden NICHT übernommen).

Ach ja: Der übliche Verdächtige "Rohrbruch" scheidet aus.

Nu binnsch aber gespannt.

Thomas



Holzfußboden leicht feucht



Die Antwort ist die Arkrylversieglung eine Belüftung der unteren Holzschicht ist nicht möglich da die Pe-folie als Taupunkt dient



schätze,



da der Boden luftdicht eingetütet wurde, trocknet er im Winter nicht so aus, wie die restlichen Böden. Frage könnte also auch lauten: Warum ist der Boden nicht so trocken wie die anderen?

Gruß...J.



Ich würde meinen,



das über einen gut belüfteten Keller der Feuchteintrag halbwegs ausgeschlossen werden kann. Der Betonaufbau nebst PE- Folie auf der Kellerdecke könnte zeitweise den Taupunkt unterschritten haben. Das währe eine denkbare Möglichkeit für den Feuchteintrag.
Der Kunstharzlack schränkte die Diffusion unnötig ein, die Acrylabdichtung an den Rändern verhinderte sie dort gänzlich.

Grüße aus Schönebeck



annahmen:



war der Aufbeton ganz ausgetrocknet ?, wie sieht der Anschluß PE- Bahn zu den Wänden aus, gibt es eine Möglichkeit, das Feuchte aus dem Mauerwerk zwischen PE- Folie und den Montagehohlraum gelangt?
Wenn das Holz an den Rändern feuchter ist als in der Mitte, und durch den Öl- Kunstharzsiegel eine weitgehend dampfsperrende Schicht in der Fläche vorhanden ist, so könnte die Feuchte von unten, umgelenkt über die Wandanschlüsse zwischen PE und Dielenunterseite gelangen, wenn die Folie nicht bis zur Oberkante Diele hochgezogen wurde. Gegenprobe: sind die Dielen leicht geschüsselt?, Wie sieht die Temperaturdifferenz zwischen Keller und dem Raum aus?, gibt es einen " normalen Luftwechsel", oder ist der Raum wenig/gar nicht richtig genutzt? also gerne weiteres Detektivspielen erwünscht !



annahmen:



war der Aufbeton trocken 2% RF, bevor die PE- Folie verlegt wurde, ist die PR- Folie als Wanne bis zur OK Diele hochgezogen worden, wie wurde verhindert, das evtl. auftretende Feuchte durch die Befestigungslöcher( Schraube /Trapezleiste) in den Montagehohlraum eindringen kann.
wie wird der Raum beheizt/ gelüftet. .. gerne weiteres Mit-Detektivspielen...



feuchter Holzboden



Wie kann Feuchte in das Holz kommen?
Ich setze voraus, die verbauten Materialien funktionieren auch so, wie sie sollten, also diffusionsdichte Trittschalldämmung und dichte Lackierung der Dielung.
Erste Frage: wo kommt die Feuchte her?
a) aus der Bauteilfeuchte der Kellerdecke.
Das sollte die Trittschalldämmung verhindern, wenn sie
verschweißt/verklebt ist.
Ist sie das?

b) aus der Raumnutzung.
Gibt es Planschwasseranfall, ist die Versiegelung der
Oberfläche dicht, sind die Fiugen dicht?
c) Kondensierende Raumluftfeuchte.
Wenn wärmere, feuchte Raumluft in den Spalt zwischen
Unterseite Dielung und Trittschallfolie gelangt, kann
Kondenswasser ausfallen da dort geringere Temperaturen
herrschen (ichb gehe mal davon aus, der Keller ist
unbeheizt).
Die Frage ist, wie kommt Innenluft unter die Dielung.
Reicht die Pumpwirkung aus, um beim Darüberlaufen
Raumluft durch die versiegelten Wandanschlüsse unter die
Dielung zu bringen? Ist der Spalt überhaupt vorhanden?
Funktioniert die Acryldichtung zur Wand noch?

Mir geht es wie dem lesenden Arbeiter bei B.Brecht.
So viele Fragen.
Deshalb sehe ich mir sowas lieber vor Ort an, ehe ich rate.
Und ich rate jetzt mal und tippe auf c) als (Haupt)ursache.

Viele Grüße



Wenn es eine erhöhte Feuchteaufnahme durch Kondensat ist...



... dann müßte dies durch eine Schüsselung der Dielen erkennbar sein.

@Thomas
kannst Du da mehr berichten?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Zwischenbericht



Also, der Beton war wohl trocken, stand zumindest lange genug offen. Die PE-Bahn schließt niveaugleich ab, bildet keine Wanne.

Die Dielen sind nicht geschüsselt. Einen Montagehohlraum gibt es nicht, die Trapezleisten schließen mit OK Beton ab. Die Kellertemperatur folgt ein wenig der Außentemperatur, 1 Fenster unter dem betreffendem Raum ist ständig angekippt (außer bei Starkfrost). Im Raum wohnte (und schlief) zuletzt ein Teenager mit leicht sonderbaren, sprunghaften Heizgewohnheiten und weitgehender Lüftungsunwilligkeit.

Die Trittschalldämmung ist nicht verklebt, jedoch ca. 20cm überlappend. Kein Planschwasser, Fugen im 1mm-Bereich, Versiegelung dicht. Pumpwirkung: Höchstens im 1-2mm Bereich, der Boden liegt ja vollflächig auf.

Grüße

Thomas



Kondensat



Kalte Kellerdecke = kalter Fußboden
Sprunghafte Heizgewohnheiten
Lüftungsunwillig
Keine Hohlraum
Keine Dämmung

Kondensatausfall auf dem Boden.

Grüße aus Schönebeck



Somit wäre es doch eine gute Lösung...



... wenn der Kunstharzlack abgeschliffen wird und dann die Oberfläche mit Naturöl behandelt wird.

Ölen statt versiegeln.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Holzfeuchte



@ Thomas


Ich hab Deinen beschriebenen Effekt im Kinderzimmer auch.

Aufbau von unten nach oben:
-Heizungskeller
-Stahlbetonboden
-Traglattung unverfüllt
-Schiffboden
-Traglattung mit trocknem Sand verfüllt
-Schiffboden

Doppelter Aufbau wg. Höhendifferenz zur Küche.
Die umlaufenden Wände bestehen aus Feldsteinen mit irgendwas vermauert, Strohlehmputz.


Jedes Jahr zur Heizsaison bilden sich im Schiffboden Fugen, die immer breiter werden, je trockner die Luft wird. Dabei sind die Spalten in der Mitte breiter als an den Wänden.

Ich gehe davon aus, daß die Dielen in der Mitte schneller trocknen als am Rand, wo Feuchte aus den Wänden nachwandern kann... Dazu kommt, daß der Raum in der Mitte etwas wärmer ist als am Rand...


Andreas



Liebe Leute,



danke für Euer Engagement. Euch kann man eben nichts vormachen - besonders schön hat's Georg beschrieben.

Die Abdichtung von unten ist funktionstüchtig, Bauschäden im klassischen Sinn scheiden aus, so daß Kondensat im Wesentlichen aus der Raumluft (die Wände sind trocken) im Zusammenhang mit einer dichten Beschichtung der Dielung zur Auffeuchtung ausreichen. Der Boden war nicht wellig (wohl aufgrund der jeweils doppelten Befestigung der bis zu 25cm breiten Bretter), sonstige Schadbilder traten nicht auf. Aufmerksam wurde ich durch die deutlich angerosteten Stifte, die die liegenden Fußleisten gehalten haben.

Für mich war's, trotzdem ich desöfteren mit dem Thema umgehe, verblüffend, hier eine so eindeutige Ursache zu finden. Schade, daß ich die Feuchte nicht durch die Jahre gemessen habe. Immerhin werde ich nach Schleifen und Heißölauftrag in größeren Abständen messen, und hier berichten.

Da die Siegespalme nicht so ganz eindeutig zugeordnet werden kann, lege ich einen Kasten Böhmisch Brauhaus zur Seite für das nächste Fachwerk.de - Treffen. Vielleicht bekommen wir das diesen Sommer hin? Wenn Ihr mögt, macht Euch doch 'mal Gedanken dazu. Das könnte ja auch noch 'mal in einer separaten Frage erörtert werden.

Also Dank und Grüße von

Thomas