Ein Mysterium




Warum wird die untere Klinkerschicht bei hoher Luftfeuchtigkeit immer wieder feucht?

Bei unserem Haus wird die Klinkerschicht, welche unter der Horizontalsperre liegt, bei Wetterbedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder auch bei Regen immer wieder feucht? Trocknet aber auch sehr schnell wieder ab.

Zur Trockenlegung wurden bis jetzt folgende Maßnahmen durchgeführt: Aufgraben bis zur Sohle und komplett offen stehen lassen (auch hier wurde der gleiche Bereich feucht), mit kapillarbrechendem Kies auffüllen oder mit Dichtschlämme gegen das Feuchte Erdreich isolieren. Letzte Maßnahme wurde sogar von einem Gutachter empfohlen.



Bild 1


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Bild 2


Bild 2

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Randbedingungen?



Hallo Holger,

aus der Ferne schwer. Vorab zwei Fragen:

- unterkellert / nicht unterkellert ?
- wenn nicht unterkellert: Wie ist der Bodenaufbau innen?
- endet das Rohr an dieser Stelle?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Guten Abend



Vielen Dank Herr Kornmayer

Nicht unterkeller.

Bodenaufbau nicht im Detail bekannt, scheint aber in etwa der Reihe nach Parkett/ Fließen - Estrich- Dämmung - ... Der Klinker wurde auf die Bodenplatte gesetzt. Diese wurde 1994 errichtet und hat insgesamt eine Stärke von knapp 50cm. Diese ist trocken. Die Feuchte Steinreihe ist oberhalb des Fußbodens.

Das Rohr hatte ich da nur abgelegt. Die gegenüberliegende Seite des Hauses ist komplett trocken.



Prüfen



feucht unter der Kapillarsperre bedeutet oft Feuchtigkeit aus dem erdberührenden Bereich. Aber das Mauerwerk steht auf Beton und wird auch feucht ohne Erdkontakt wenn ich das richtig verstanden habe?

Wenn ich das richtig sehe handelt es sich um ein zweischaliges Mauerwerk. An der Gebäudeecke geht ein Regenfallrohr in den Boden nehme ich an. Wenn dieses in Ordnung ist und die Wand auf der Gebäudeinnenseite trocken ist gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten:

- Kondensat am auskühlenden Mauerfuß - was bedeutet, dass die Feuchtigkeit im Sommer seltener Auftritt als in Frühling und Herbst.
- nicht abgeführtes Kondensat von der Innenseite der äußeren Klinkerschale. Es gibt unten Belüftungsschlitze. Wie sehen die oberen Auslässe aus?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Ein paar Antworten


Ein paar Antworten

Das Mauerwerk hat aktuell keinerlei Kontakt zu feuchtem Erdreich. Ganz im Gegenteil. Der fehlende Regen hat seit Wochen alles ausgetrocknet. Vor allem die Fugen werden nass, sobald die Luftfeuchte steigt. Es muss also nicht regnen.

Eine Abhängigkeit zur Temperatur kann ich nicht feststellen. Die Fugen wurden auch nass, als das Feuchte Erdreich/ Mineralgemisch direkten Kontakt zum Klinker hatte. Nachdem Ausgraben konnte ich über Monate vielleicht eine leichte Verbesserung feststellen.

Das Regenfallrohr hatte ich schon geprüft. Alles ok. Innen kann ich keine Feuchtigkeit feststellen.

Ich habe mal versucht, eine Skizze anzufertigen. Das Klinkermauerwerk hat zwei Horizontalsperren. Eine direkt am Fuß und eine nach 5 Steinreihen. Auf die zweite Horizontalsperre folgt eine Klinkerreihe mit Lüftungssteinen. Von da an ist alles ok. Der Luftspalt zwischen Klinker und KS ist mit Dämmwolle gefüllt. Die Mauerkrone ist unter dem Dach höchstwahrscheinlich offen. Ein Feuchtigkeitseintrag von oben kann außgeschlossen werden.

Schaue ich allerdings zu den Lüftungsschlitzen hinein, ist da eine Hohlraum. Ob der Bereich unter den Lüftungsschlitzen, der der leicht feucht ist, über diese belüftet wird, kann ich nicht sagen.

Sobald die Luftfeuchtigkeit wieder sinkt, trocknet der feuchte Bereich innerhalb weniger Stunden komplett ab. Dies könnte vielleicht darauf hinweisen, dass die Feuchtigkeit eher von außen als von innen eingetragen wird.