Fertighaus neu dämmen und Fassade erneuern

08.12.2016 Fachwirt84



Hallo zusammen,

ich bin neu hier und hoffe auf einige Tipps von euch und hoffe auch, dass ich mit Tipps weiter helfen kann.

Meine Freundin und ich wohnen in einem STREIF Bungalow mit Walmdach auch 1974.

Da ein Neubau für uns zu teuer wäre (ein neues Haus würde der alte Keller auch nicht tragen), wollen wir unseren Bungalow von Grund auf sanieren.

Wichtig ist uns vor Allem die Fassade inkl. neuer Fenster und Türen, damit das Öl im Winter nicht einfach so raus fliegt ;-).

Ich habe nun zwei Angebote vorliegen (weitere folgen). Beide bieten an, die alte Dämmung raus zu nehmen, das Ständerwerk zu behandeln, die alten Eternit-Platten zu demontieren und eine neue Dämmung einzubringen. Die eine Firma bietet nun Wärmeverbundsystem mit Außenputz an und die Andere bietet einen Isoklinker an. Beide liegen preislich in etwa gleich (rund 38.000 €, ca. 330 € pro qm inkl. Montage).

Nun habe ich gestern mit einem dritten Anbieter gesprochen und auf die Frage, ob die auch mit Riemchen-Isoklinker arbeiten meinte er, das solle man nicht machen, weil die sehr anfällig seien (die Fugen) und es Probleme in der Wand geben könne, weil die Feuchtigkeit nicht richtig nach außen kann. Daher würden sie verputzen.

Heute habe ich dann mit einem Sachverständigen gesprochen (über den kurzen Dienstweg auf der Arbeit) und der meinte, warum wir denn nicht einfach alles so lassen und nur die Fassade voll verklinkern. Das wäre ja schließlich viel günstiger. Er meinte so ca. 130 € pro qm. Den belasteten Müll hätte ich dann ja aber trotzdem noch in der Wand.

Wie sind hier die Meinungen dazu? Meine Freundin und ich tendieren zu den Klinkern, weil es ganz schön aussieht, aber wenn das wirklich anfällig ist, dann würden wir es natürlich sein lassen.

Danke für eure Einschätzungen!

Fachwirt



Fertighaus sanieren



Grundsätzlich kommt es darauf an, was Sie investieren wollen, den finanziellen Rahmen müssen Sie selbst abstecken.

Es ist schwierig mit wenigen Informationen eine Ferndiagnose zu machen.

Vor Beginn einer Maßnahme sollte eine Bausubstandsprüfung stehen, um zu sehen wo die tatsächlichen Schwachstellen sind.
Ob es aussreichend ist die Fassade nur zu verklinkern oder die Fassade mit der Dämmung komplett zu erneuern, kann ich leider nicht sagen.

Weil es darauf ankommt, ob die Dämmung in den Gefachen noch da ist wo sie sein soll oder ob sie teilweise schon zusammengesackt ist und somit Wärmebrücken verursacht.

Eine Möglichkeit dies im Vorfeld zu überprüfen, wäre der Einsatz von einer Wärmebildkamera.

Allerdings sollte die Thermografie richtig durchgeführt werden.
D.h.: Das Haus muss gleichmäßig beheizt werden und die Aufnahmen sollten in den frühen Morgenstunden ohne klarem Himmel stattfinden. In der Regel sind, um mögliche Fehlerquellen auszuschalten, zwei oder drei Termine notwendig und das bei ähnlichen Witterungsverhältnissen.

Die Auswertung kann dann zur Vorgehensweise herangezogen werden und hilft mögliche Fehlinvestitionen zu minimieren.



Fertighaus sanieren



Erst einmal abklären, ob Raumluftbelastungen oä vorliegen.
Vom Ergebnis hängt dann der Umfang der Sanierung ab.

Ich würde nie auf eine flexible, relativ weiche Unterkonstruktion aus Holzwerkstoffen einen harten Belag wie Klinker befestigen-auf Dauer geht das selten gut und widerspricht allen Grundsätzen.

Ohnehin sollten bei Holzbauten diffusionsoffene Bauweisen angewendet werden, um Feuchteschäden und Schimmelgefahren zu reduzieren.

Eine richtige Klinkervorsatzschale benötigt ein tragfähiges Fundament, was kaum vorhanden sein wird.

Eine Möglichkeit wären Holzfaserdämmplatten auf der vorhandenen Wand zu befestigen und diese zu verputzen.

Alternativ zB Stegträger auf der Wand befestigen, darauf Holzfaserplatten schrauben und den Hohlraum mit Zellulose oder Hanf dämmen.

Als Außenverkleidung könnte teilweise Holz oder Putz oder Naturschiefer oä verwendet werden.
Der Vorteil bei Stegträgern besteht in der Möglichkeit, auch schwere Fensterelemente außen in der Dämmebene montieren und die Blendrahmen überdämmen zu können.
Bei Eigenleistung betragen die Kosten ca 80-100 €/qm, das aber mit Passivhausniveau!
Aber auch den vorhandenen Wandaufbau berücksichtigen.
Bei Fragen eine Mail schicken

Andreas Teich



Neutraler Fachkontakt ist wichtig!



Und da kommen wir in den Bereich, wo eigentlich nur ein guter Baugutachter oder sachkundiger Baubiologe ihnen hilfreich zur Seite stehen kann.
Diese verkaufen ihnen nichts, sondern analysieren ihnen ihre Lösungen und Möglichkeiten.

Ich würde ihnen hier jetzt gern einmal einen benennen wollen, mit dem wir schon seit Jahren sehr eng und kompetent zusammenarbeiten.

Sachverständiger und Baubiologe
Mathias Heine
035206-21147
m.heine@baubiologie-heine.de

Am besten eine Mail schreiben und ins Gespräch kommen.

FG Udo



Baubiologe



Nichts gegen Ihre Empfehlung Herr Mühle

Aber wenn schon ein Baubiologe dann doch einer der sich unter anderem auf die Thematik "Fertighäuser" konzentriert hat.
Ist schon ein spezieles Thema.

z.bsp die IFAU

www.ifau.org

Schönes Restwochenende.

Rudi



@ Rudi



...dies mache u.U. auch Sinn.
Aber es gibt da halt auch komplex agierende Fachleute, die ihr Fachwissen auch in dieser Thematik sehr gut beherrschen.