Altes Fertighaus - Rauher Hals nach kurzem Aufenthalt

25.07.2012


Ich habe mir zweimal ein Fertighaus Bj. 1950 angesehen. Beide Male bekam ich nach kurzem Aufenthalt einen rauhen Hals, der jeweils für ca. einen Tag anhielt. Die Wohnlage ist sehr schön, dennoch ist die Sache kurz vor dem Kippen, da ich nicht möchte, dass wir alle krank werden.

Eine Baubiologin stellte heute fest, dass alle Räume mit Tapeten mit Schaumstoffuntergrund versehen sind, vermutete Weichmacher als Ursache für meinen rauhen Hals.
Meine Frage, ob nicht Ausdünstungen von Holzschutzmitteln der Holzkonstruktion die Ursache für die Raumluftbelastung sein könnten, verneinte die Baubiologin.

Die Außenverkleidung ist ein weiteres Problem. Sie besteht aus Schindeln aus Ethernit. Die Baubiologin meinte zwar, dieses Problem sei zwar nicht das Hauptproblem, es wäre aber nicht so, dass aus dem Ethernit kein Asbest austreten könne und sich z.B. im Garten anlagert. Auch die Außenluft könne belastet werden.

So wie sich die Sache für mich derzeit darstellt, ist ein altes Fertighaus (es hat nur eine Nachtspeicherheizung) ein Faß ohne Boden. Es fängt schon damit an, dass man eigentlich überhaupt nicht weiß, wo das Problem eigentlich genau sitzt (ich kann ja nicht für viele tausend Euro Laborproben von jeder Wand, jedem Bodenbelag jedes Raums nehmen lassen).
Nach dem was ich so über die Sanierung von alten Fertighäusern gelesen habe, scheint das ein Bereich für absolute Spezialisten zu sein, außerdem ein Bereich, wo die Kosten schnell ins Uferlose gehen, und ein Abreißen des Hauses ratsamer scheint, als eine Sanierung.
Gibt es hier jemanden, der mit diesem Fachbereich Erfahrungen hat? Ich lasse das genannte Haus ungern fallen, vielleicht gibt es ja doch irgendein Vorgehen, was die Kosten nicht ins Uferlose treibt. Auch der Zeitaufwand müsste vertretbar sein, da ich ein Haus suche, das in absehbarer Zeit bewohnbar sein wird.

Ich bedanke mich vorab für die Antworten.



Gefühlter Rat:



... Lass die Finger davon... Du wirst sonst jeden Schnupfen, jeden Kater, jeden Streit mit den Kids, jede Ehekrise auf das Haus schieben, egal was wann wie wo und wie intensiv saniert worden ist...

Zu den Ursachen für die Halsschmerzen aktuell kann ich natürlich nix sagen, ebenso wenig wie zu den konkreten Sanierungsmöglichkeiten und -kosten... nur soviel:
Ja, das kann dauern...
Ja, das kann kosten...

Es sei denn, es ist wirklich ein Schnäppchen... dann lass sachgerecht abtragen und neu machen... aber:
auch das dauert und kostet...

Nach Deiner Beschreibung sehe ich das Gebäude als umweltgefährdende Altlast...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner





So ist es.
Dabei kamen die übelsten Häuser erst noch in den 70ern, 50er jahre ist oft noch tolerabel. Aber ich würde auch meinem Gefühl folgen und auf Gutachter, "Baubiologen" und ihre unumstößlichen aber unüberprüfbaren Erkenntnisse geldsparend verzichten.

Grüße vom Niederrhein



Ich bedanke mich für die beiden Antworten



Ich werde das Haus nicht kaufen.



Lieber 1850!



Ich würd' lieber nach einem Haus von 1850 schauen, das zwischen 1950 und jetzt nicht zu sehr "modernisiert" wurde. Da ist die Gefahr dass einem moderne Materialien die Luft zum Atmen verpesten deutlich geringer. Und häufig kosten Häuser mit "Ausbaupotential" oder "für Enthusiasten" von 1850 und 1950 das gleiche...