Fermacell Innendämmung Diffusion Tauwasser

20.01.2018 Patrick



Hallo Fachwerker!

Thema: Fermacell ohne Dämmung zum Schutz vor dem Beißen der kalten Außenwand.

Kann mir jemand von seinen Erfahrungen zur Innenvorsatzschale der Außenwand mit Fermacell ohne Dämmung und mit Zwischenluft berichten.
Es handelt sich um eine Fachwerkwand im OG, Gefache Lehm.
Von der Innendämmung bin ich abgekommen:
Schilfrohr nimmt kein Wasser auf-geht überhaupt nicht.
Holzweichfaser bedeutet zweimaligen Putzauftrag und kann problematisch werden (viel Arbeit, mittelschweres Risiko).
Vormauern mit Lehmsteinen erfordert Lastabtrag, schwierig da keine Stichbalken giebelseitig.
Vorsatzschale mit erdfeuchter Lehmschüttung ist sehr arbeitsintensiv und bedingt auch Lastabtragsmöglichkeiten.

Ich überlege eine Außendämmung durchzuführen: 6cm Holzfaser, Hinterlüftung, Schalung Schiefer.

Trotzdem möchte ich innen Fermacell auf Lattung anzubringen.
Jetzt meine Frage:
Kann es zu Kondenswasserproblemen führen obwohl ich keine Innendämmung durchführe?
Ist Fermacell diffusionsoffen. Laut Fermacell kann die Platte Feuchten schnell aufnehmen und abgeben. Vom Lehm kenne ich das, bei Gps habe ich aber etwas Zweifel, auch wenn der Fermacellplatte Papier zugesetzt ist.
Ich danke Euch!



Innendämmung



Was Sie bauen wollen ist so ähnlich wie der Schrank vor der kalten Außenwand im Schlafzimmer. Der Spalt ist belüftet, der Schrank diffusionsoffen- trotzdem wächst fröhlich der Schimmel dahinter.
Ihr System ist noch effektiver was den Schimmelbefall betrifft.
Die Zirkulation bzw. Belüftung führt Kondenswasser an die kalte Außenwand, kein Licht, geringe Luftbewegung, keine Dämmung zum Innenraum- eine Wandbewässerungsanlage mit angeschlossener Schimmelzucht.



Gips Diffusionsoffen



Gips ist hygroskopisch (wasseranziehend) und daher neigt er bei nicht fachgerechter Verwendung zu Verfärbungen und Verpilzungen. An der Außenwand im klassischen Fachwerk, ob mit oder ohne Dampfsperre, ob hinterlüftet oder nicht, ist er denkbar ungeeignet. Wie Georg Böttcher schon schreibt, bauen sie mit der hinterlüfteten Vorsatzschale eine physikalisch angetriebene Kondensatmaschine. Deren Folgen sind mit dem Schimmel nur das kleinste Problem ist. Die Auffeuchtung der Fachwerkwand an den kältesten Stellen werden mittelfristig Befall mit holzzerstörenden Pilzen zur Folge haben, die das Gebäude nachhaltig beschädigen.

Machen sie sich keine Gedanken ob Fermacell diffusionsoffen ist oder nicht. Es ist hier nicht relevant. Machen sie sich Gedanken wenn sie über Gips nachdenken wollen, wo der her kommt und wie er hergestellt wurde.

Erklären sie mir bitte nur eins ... wo ist das "mittelschwere Risiko" bei der Innendämmung mit Holzweichfaserplatten die in Lehm gelegt werden ?

Innendämmung mit Schilfrohrmatten geht übrigens hervorragend. Auch wenn das Schilfrohr an sich nur bedingt Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann.

Darüberhinaus kann man auch z.B. mit HWL-Platten (Heraklith BM) arbeiten.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und können gut auf das Gebäude und die Fähigkeiten der Bauherren abgestimmt werden.

Wenn sie aber eine fachgerechte Außendämmung haben ist ein guter Innenputz auf Lehm- oder Kalkbasis absolut ausreichend und es braucht keine Kondensatmaschinen.

In diesem Sinne - eine gute Zeit in Ihrem Fachwerk - M.Mattonet - Ingenieurbür Bergisches Land.



Mit Außendämmung Georg!!!



Hallo Patrik

Hast Du mal die Suche hier im Forum bemüht!? ...

Da du deinen Wandaufbau mit einer Außendämmung kombinieren möchtest, sollte die Innenvorsatzschale nicht zwangsläufig zum Problem werden. Wichtig ist auf die Luftdichtheit zu achten und, daß die Wandtemperatur auß der Außenwand im Spalt nicht zu niedrig wird. Am ehesten kannst Du das mit dem U-Wert Rechner von U-Weret.net abschätzen. Ohne genaue Kenntnis des tatsächlcihen Wandaufbaus geht das jetzt nur an einem Beispiel ... (siehe Bild)

Ansonsten von den Herstellerfirmen der Dämmplatten gibt es im Netz hinriechend Infomaterial mit geprüften Beispielaufbauten. Notfalls bekommt man da sonst auch nochmal genauere Auskünfte oder eine Detailberechnung.

Gruß aus Berlin,
Stephan



Fermacell Innendämmung Diffusion Tauwasser



Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Die Kondensatproblematik habe ich erkannt. Im kenne zwar einige Fachwerkhäuser, die vor Jahrzehnten mit Gips von innen beplankt wurden bei denen keine Probleme sichtbar sind und es auch nicht nach Schimmel riecht, trotz fehlender Außendämmung, aber Wetterschutz. Aber gut, die Oma wird ja auch nicht 90 weil Sie raucht, sondern obwohl sie raucht. Ich will möglichst wenig riskieren.
Von der Schilfrohrmatte wurde mir durch Klaus Schilberg während eines Lehmbauseminars dringend und kategorisch abgeraten. Nur einlagig als Putzträger denkbar, nicht zur Dämmung.
Die Holzweichfaserplatte könnte theoretisch funktionieren weil sie ohne Schaden zu nehmen etwa 20% ihres Eigengewichts an Feuchte aufnehmen kann(hohe Sorptionsfähigkeit).
Das grundsätzilche Problem der Taupunktverschiebung nach innen besteht trotzdem. Ein ausgezeichneter Lehmbauer dieses Forums hat mir auch von der Holzfaserplatte abgeraten, da in der Praxis regelmäßig Schäden auftreten.Ich habe noch(!) keine Erfahrung im Lehmbau.Ich wage aber zu behaupten, dass ein nicht zu unterschätzendes Risiko besteht hinsichtlich entstehender Hohlräume zwischen Faserplatte und Lehm.
Hat jemand Erfahrung mit der Innenvorsatzschale und der Lehmschüttung erdfeucht? Speziell um die Problematik der Lastabtragung.

Ich danke Euch!



Sorry Stephan das ist falsch ...



Sorry Stephan das ist falsch ...
U-Wert.net ist ein tolles Tool aber es beruht eben nur auf die Betrachtung eines optimalen Elementes des Wandabschnittes mittels Glaser.
U-Wert.net ist so gut, das die Autoren darauf sogar hinweisen. Siehe dazu :
https://www.u-wert.net/daemmung-von-fachwerk/
und
https://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/

Die Problemstellungen im Fachwerkhaus lassen sich nicht mit zwei Klicks bei U-Wert.net, google oder Youtube in den Griff bekommen.

Beste Grüße und mehr Lesen als klicken ist ein guter Ratschlag.

Nachtrag ... @Patrick (Themenstarter) - ja, die Innendämmung ist immer eine Krücke. Die Taupunktverschiebung ist immer ungeliebt. Deswegen sind 40 - maximal 60 mm Dämmstärke auch nicht zu überschreiten. Und es gibt auch Fälle, da muss man schlicht von der Innendämmung abraten.
Hohlräume sollten bei allen verwendeten Materialien grundsätzlich vermieden werden.



Dämmung von Fachwerk



Vollflächig innenseitig angesetzte Holzfaserplatten sind bauphysikalisch problemlos.
Hinterlüftete Vorsatzschalen sind schadensfrei nur möglich bei genügend hohem U-Wert der Wand und wenn Kondensat ausgeschlossen werden kann- bei Fachwerk in der Regel nur mit Außendämmung möglich.

Auch die Außendämmung muß hohlraumfrei auf der Außenwand verlegt werden- loses Verlegen ohne Anpreßdruck auf evt unebenen Fachwerkwänden genügt nicht.
Evt tiefer liegende Balken müssen zuerst ausgedämmt werden.

Wenn ohnehin der Aufwand mit Außendämmung betrieben werden soll ist dickere Dämmung sinnvoll, da Aufwand und Kosten fast gleich bleiben.

Unebene Wände können einfacher mit Zellulose gedämmt werden, wodurch alle Unebenheiten ausgefüllt werden und Winddichtung erreicht wird.

Andreas Teich



Isofloc



Danke!
Andreas, wie ist der Aufbau beim Ausflocken bei der Außendämmung mit Hinterlüftung?
Horizontallattung in Dämmstärke, Unterspannbahn diffusionsoffen (sd-Wert??), Hinterlüftungsebene, Schalholz, Schiefer?

Könnte mir außen auch ne Holzverkleidung in Boden-Leisten Schalung vorstellen. Dachte an Lärche mit Standölfarbe in ochsenblutrot. macht bei 130qm Holzfläche bei Kreidezeit 1500€ nur für die Farbe. Kennt jemand Alternativen? Leinölpro ist genauso teuer. Osmo soll -obwohl ölbasiert- filmbildend sein und nach dem 8ten Anstrich doch irgendwann blättern.



Farbe



Leinos Wetterschutzfarbe auf Ölbasis 850

für sägerauhes Holz eine ganz gute Alternative.

Beste Grüße und ein sonniges Wochenende





Wo kaufst du denn die Farbe? Also für einen Quadratmeter Anstrich mit Leinölfarbe würde ich so mit 3 Euro fürs Material rechnen. Die Reichweite von Ölfarben ist wegen fehlender oder geringer Lösemittelgehalte fast doppelt so lang wie bei Acryl. So mindestens 15 Quadratmeter pro Liter sollten schon sein, beim Zweitanstrich auch mehr. Lass dir bei der Menge vom Händler Rabatt geben, 10 Prozent sollte bei Kreidezeit gehen.



Doppel



Doppel



Fachwerk-Außendämmung



Wenn dickere und kaum teurere Außendämmung möglich ist:
- 16 cm Stegträger im Abstand von ca 62,5 cm oder weniger
- dünne Holzfaser-Unterdachplatten mit Torxschrauben und
Karosseriescheiben befestigen
- Hohlraum mit 16 cm Zellulose ausblasen, 60-65 kg/m³
- senkrechte Konterlattung auf die Stegträger schrauben
- Querverbretterung- Rhombusschalung

alternativ:
horizontale Unterkonstruktion und senkrechte
Verbretterung.

Oberflächenbehandlung ist nicht notwendig- du kannst aber zB Holzlasur außen oder Leinölfirnis verwenden und selber für den ersten Anstrich Pigmente zugeben (erd- oder Mineralpigmente, zB Kremer-Pigmente Lichtbeständigkeit beachten).

Andreas Teich



Sorry Georg,



... bei allem Respekt for Deiner fachlichen Expertise! ...

Die von Dir angemerkten Dinge sind mir bewußt, und ich habe in meiner Antwort auch auf kritische Punkte hingewiesen!

Stichwort bleibt trotzdem, daß Patrick von Außendämmung sprach ( ... richtig lesen!) ... damit also der Taupunkt nach außen wandert!


... Andreas hat einen guten Ansatz in die Runde geworfen! Mein Punkt war lediglich die Innenvorsatzschalung nicht gleich zu verteufeln.

Gruß aus Berlin.



Innendämmung Fachwerk



Die Frage bezog sich auf eine bestimmte Art Innendämmung:
"Kann mir jemand von seinen Erfahrungen zur Innenvorsatzschale der Außenwand mit Fermacell ohne Dämmung und mit Zwischenluft berichten."
Darauf habe ich geantwortet.



Kondensatproblem bei Innenverkleidung ohne Dämmung / Außendämmung Dämmstärke



Theoretisch kann ich das Kondensatproblem nachvollziehen.
Warum funktioniert die Bauphysik und -biologie bei den tausenden von innen mit Holz vertäfelten Backsteinhäusern seit Jahrhunderten? Die sind ungedämmt und schimmelfrei, die Wandoberfläche innen durch den Holzeinsatz wärmer.

Obwohl ich den kompletten Dachstuhl und alle Fenster tausche möchte ich bei der Außendämmung (nur OG = Fachwerk) mit Holzweichfaser bei 60mm Dämmstärke bleiben um zum einen den Schießscharteneffekt zu minimieren und zum anderen eine Dämmung des EG (24er Hohlblockstein) zu umgehen, der sich schon rein optisch wegen des Vorsprungs des OG aufzwängen würde.

Im Bad (OG)würde ich gerne zur Sicherheit die Fachwerkwand von innen gerne durch Vormauern von Lehm-NF-Steinen oder einer Vorsatzschale mit Leichtlehmschüttung erdfeucht verstärken. Meine Ansatz dabei ist, durch mehr Lehm mehr Sicherheit zu erlangen, da das Feuchtegleichgewicht besser reguliert würde. Gibt es Bedenken, einzelne Räume wie das Bad anders zu dämmen (Wärmebrücken)?

Im EG habe ich das gleiche Problem.
Beabsichtigt: Keine oder Innendämmung. Bestand: 24er HBL-Stein. Waschküche, Gästebad Flur und Vorratskammer möchte ich nicht dämmen. Büro und Esszimmer würde ich gern von innen mit Holzweichfaserplatte dämmen (im EG habe ich da weniger Bedenken als im OG da kein Fachwerk darunter).Im Bad EG Würde ich hingegen wieder mit Lehmsteinen arbeiten, darauf Kalkputz.

Spricht eigentlich etwas dagegen vor die 24er HBL-Steine 11,5 er Porotonsteine zu mauern und den Zwischenraum mit Leichtmauermörtel oder Lehmmörtel auszufüllen? Dann bliebe man doch eher im System als bei der Verwendung von Lehm?

Mittlerweile bin ich mir sehr unsicher und kurz davor mich mit den höheren Heizkosten abzufinden und alles zu lassen wie es ist.

Ich danke Euch für Eure Antworten.



Innendämmung



Ihr Ansicht das "... bei den tausenden von innen mit Holz vertäfelten Backsteinhäusern seit Jahrhunderten..." die Wände trocken und schimmelfrei sind ist nur eine Parole.
Ob das so war hängt von den konkreten physikalischen Bedingungen ab, es sei denn Sie stehen auf undichten, zugigen Fenstern mit Einfachverglasung, Ofenheizung und 14°C max. Raumtemperatur im Winter.
Diese Bedingungen waren vor Jahrhunderten nämlich völlig anders als heute und in Ihren zukünftigen Wohnräumen. Davon abgesehen das Vertäfelungen (Bohlenstuben) vor Jahrhunderten die Ausnahme waren, zu finden in Wohnhäusern priviligierter Leute. Viele davon haben mittlerweile das Zeitliche gesegnet WEIL da Kondensatausfall und Schimmel auftret. Es gibt nur noch wenige davon.



Außendämmung



Deine 24 er EG Hohlblockwand hört sich nun nicht nach historisch wertvoller Fassadenansicht an.

Wenn du keine Auskragung des OGs haben willst würde ich doch alles komplett mit Außendämmung versehen, was technisch einfach ist und keinerlei Kondensatprobleme oder Wärmebrücken mit sich bringt.

Bei außen aufgeschraubten Stegträgern mit Zellulosedämmung können die neuen Fenster dabei außen bündig mit den Stegträgern montiert und die Blendrahmen mit den darauf geschraubten Holzfaserdämmplatte überdämmt werden.

Die Außenansicht kann wie bei historischen Häusern gestaltet werden und innen bekommt man tiefe, gut nutzbare Fensterbänke.

Bauphysikalisch ist es völlig unproblematisch und ermöglicht Dämmwerte bis hin zu Passivhausanforderungen.
Unebenheiten der Oberfläche müssen nicht aufwendig ausgeglichen werden und du könntest auch Teile der Fassade mit Holzverkleidungen versehen, oder zb mit Holzschindeln, Schiefer etc.

Zusätzliche Innenvorsatzschalen aus einer separaten Mauer benötigen ein Fundament, bringen nur eine geringe Verbesserung der Wärmedämmung, sind aufwendig zu erstellen und bewirken einen erheblichen Platzverlust.

Dicke Strohlehmschichten bringen große Feuchtigkeitsmengen ins Haus.

Die Außendämmung kannst du bei entsprechender Vorplanung fast alleine herstellen, wenn’s günstiger werden soll.

Andreas Teich



Außendämmung



Hallo Herr Böttcher,

ich will es mal so hinnehmen weil ich es nicht besser weiß und Ihren Ansatz theoretisch völlig nachvollziehen kann und teile.
Da das Thema "Dämmen" zwischenzeitlich ideologisch dermaßen aufgeladen ist und (auch für die Industrie) Naturgesetze keine Rolle mehr spielen müssen weiß ich als Laie nicht mehr wo hinten und wo vorne ist und was man glauben kann.
Auch deshalb habe ich mich in diesem Forum angemeldet: Um mich nicht von einem Produkteverkäufer beraten lassen zu müssen.
Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe.

Hallo Herr Teich,

eine Auskragung des OG ist sogar erwünscht, allerdings max 12cm. Da der erste cm am meisten dämmt, dachte ich 60-80mm reichen aus. Der Lichteinfall wird ja geringer und somit die Solarausbeute. Das ist auch das Stichwort für das massive EG. Hier würde ich bei Dämmung nicht hinterlüften, oder? Wie viele Jahrzehnt hält denn so eine verputzte Holzfasterplatte auf der Wetterseite am Rande des Westerwaldes?
Können wir bezüglich der Außendämmung telefonieren?
Gruß und Dank!



Porotonstein als Innendämmung bei Mauerwerk



Nach einigem Nachgrübeln tendiere ich zu folgender Lösung:

OG(Fachwerk): Außendämmung mit Vorsatzschale (Detailausführung noch unklar), Innen neuer Lehmputz

EG: 24er HBL-Stein: 11,5 er Porotonwand von innen vormauernvon Zwischenraum entweder Luftraum kleiner 3cm oder Leichtmauermörtel oder Lehmmörtel

Frage: Gibt es bei der Porotonwand von innen auch Kondensatprobleme wie bei der ursprünglich für das OG angedachten Vorsatzschale mit Fermacell? Alte Backsteinbauten wurden ja regelmäßig auch mit Hohlräumen zu Dämmzwecken gebaut und die Porotonsteine selbst bestehen ja schließlich zu einem großen Teil aus Hohlräumen.

Ich wäre Euch sehr dankbar für Eure Hilfe, auch bin ich sehr gespannt auf Ihren Rat, Herr Böttcher, um den ich Sie bitte



Außendämmung



Hallo Patrick
Eine 24 cm Hohlblocksteinwand hat keinen phantastischen Dämmwert und erhebliche solare Gewinne treten nur bei Sonnenschein, unbeschatteten Wandflächen und nur bei entsprechender Ausrichtung auf.
Diffuse Strahlung bringt auch etwas aber wesentlich weniger.

Gewinne gibts ganz überwiegend nur durch transparente Flächen.
Wenn die Blendrahmen mit den Dämmplatten überdämmt werden sind die Wärmeverluste des Fensters wesentlich geringer und die Einbaulage noch weiter außen als bei den meisten Altbauten mit Maueranschlag.

Nur die Durchsichtsfläche bei seitlicher Position innen wird durch dicke Außendämmung reduziert-
dies kann aber durch Abschrägung der Laibung zumindest teilweise ausgeglichen werden.

Wenn ungedämmte massive Wände durch Sonneneinstrahlung genügend Wärme aufnehmen
müßte es in jeder Burg oder Schloß mit dicken Ziegelwänden im Winter mollig warm sein-

Ich habe in dem abgebildeten Gebäude in Schottland gewohnt und gearbeitet- weder in diesem noch anderen vergleichbaren war es sonderlich warm- zumindest sommerliche Überhitzung war unbekannt.

Zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Wärmedämmung bei unterschiedlichen Wandkonstruktionen genügt in vielen Fällen die Berücksichtigung der Bauphysik und eigene praktische Erfahrung.
Gestaltungsfragen, Kosten, Aufwand, mögliche Bauschäden sind dann ein anderes Kapitel
Bei Fragen gerne anrufen

Andreas Teich



Innendämmung



"...und (auch für die Industrie) Naturgesetze keine Rolle mehr spielen müssen"...
Ich weiß nicht wo Sie diese Wahrheit herhaben, sie zeugt jedenfalls von völligem Unverständnis a) dieser Naturgesetze und b) der rechtlichen Grundlagen und Abläufe bei der Produkt- und Verfahrensentwicklung.

Zugegebenermaßen ist die Problematik Innendämmung in den letzten Jahren was die wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen betrifft erheblich gewachsen. Diese neue Erkenntnislage zeigt sich auch in der Menge an neuen Regeln der Technik die es mittlerweile dazu gibt.
Für viele Anwender ist das ohne ständige weiterbildung kaum noch überschaubar, erst recht für Laien wie Sie einer sind.
Da greift man gern mal zur einfachen Verschwörungstheorie.
Böse Industrie.

Gerade die Menge sowohl an neuen Erkenntnissen als auch an neuen spezialisierteren Materialien und Verfahren lässt aber die Anwendung von Innendämmungen immer effektiver und sicherer werden, wenn man mal von Anwendungsfehlern absieht die aus der Unkenntnis der Verarbeiter- Laien wie Handwerker- entstehen.
Solche Fehler entstehen bereits in der Planung- genau bei dem Thema wo wir uns befinden.
Genaue Aufbauanleitungen und Materialangaben können Sie ohnehin erst mal vergessen, dazu ist die Erkenntnislage zu Ihrem Gebäude viel zu dürftig.
Was aber geht ist das auszugrenzen was NICHT geht oder nicht angewendet werden sollte weil es zu riskant ist.
Meckern ist halt leichter als es besser zu machen.
Es ist nun mal so das bei der Planung von Innendämmungen in vielen Fällen ohne intensive Detailarbeit an den kritischen Stellen u.a. mittels Simulationsprogrammen nichts mehr geht. Damit meine ich übrigens nicht die U- Wertrechnung nach Glaser.

Was ich schade finde das unser Schulsystem eigentlich genau das u.a. vermitteln sollte oder hat um das es hier vom Grundsatz her geht: ein paar physikalische Gesetze aus der Thermodynamik (z.B. die drei Gasgesetze) mit deren Hilfe sich eigentlich jeder ältere Schüler zurechtfinden kann.
Damit sind nicht Sie gemeint,Patrik, das ist eine allgemeine Tatsache mit der ich schon oft konfrontiert wurde.
Ratespiele mit Ankreuzen oder dressierte Äffchen (sprich Schüler) führen zwar zu bestandenen Prüfungen aber ob sie auch fürs Leben reichen?



Fakten statt pauscheler Vorwürfe



Hallo Herr Böttcher, ich wollte meiner Verunsicherung Ausdruck verleihen. Diese ist sicher nicht allein durch meine Ignoranz, Unwissenheit und meinem Drang zu Verschwörungstheorien zu begründen. Wie Sie sicher wissen, wurde der Begriff der Verschwörungstheorie durch den amer. Geheimdienst CIA ins Leben gerufen um Kritiker an der offiziellen (Verschwörungs-)theorie des Mordes an JFK mit der Unseriösität zu behaften und der Lächerlichkeit preiszugeben. Dass Sie mir dies hier vorwerfen, ist bezeichnend. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf das Thema eingehen, da wir uns in einem Fachwerkforum und keinem Propagandaforum befinden. Nur noch eines: Auch zum Geldsystem und der damit zusammenhängenden Machtkonzentration (Sichwort Industrie) sollte unser Schulsystem einen Beitrag leisten.

Lassen Sie uns bitte sachlich bleiben.

Die Vorsatzschale mit Fermacell habe ich mir dank der hilfreichen Beiträge dieses Forums aus dem Kopf geschlagen.



Hohlraum



Ich frage mich ja worauf die Diskussion hinauslaufen soll. Das Problem ist weniger das Material der Vorsatzschale, sondern der Hohlraum in den unkontrolliert Feuchtigkeit kommen kann. Ob jetzt Bims, Fermacell oder sonst etwas vorgemauert wird, ist weniger wichtig. Das ist auch etwas was in den Fachpublikationen immer wieder betont wird.

Luftdichtheit würde das Problem lösen, aber das wird überall versucht und ist extrem schwer zu garantieren. Wenn also der Luftraum vermieden wird und kapillaraktive Dämmstoffe zum Einsatz kommen, wird das Problem vermindert. Eventuelle Feuchtigkeit im Winter wird im Sommer wieder abtrocknen können. Die Studien dazu gibt es und sie werden auch in Versuchen an Objekten immer wieder dem Praxistest unterzogen. Man kann sich da durch ellenlange Berichte kämpfen. Als Einstieg sei das Frauenhofer Institut in Holzkirchen oder die Fachhochschule Rosenheim mal genannt.



Dämmeffekt und Risiken



Hallo Herr Teich, Hallo Fachwerker,

die Süd- und Westseite des Gebäudes stehen frei. Auf der Nord- und Ostseite liegen Waschküche,Gästebad, Vorratsraum sowie ein Anbau mit 50qm der ebenfalls nicht gedämmt werden soll.

Erdgeschoss:
Was sagen Sie zu der Idee , die HBL-Wand von innen mit Poroton vorzumauern. Ich weiß, daß der U-Wert bei einer 16cm Isofloc-Außendämmung niedriger liegt. Gibt es bauphysikalische Bedenken? Ist ein Hohlraum bedenklich?
Der Porotonstein hat bestimmt etwas bessere Dämmeigenschaften als die Mauer des imposanten Gebäudes in Schottland.

Obergeschoß:
Kann man abschätzen inwieweit sich der Dämmwert der 16cm Fachwerkwand (Stakung,Flechtwerk,Strohlehm) durch 60mm Außendämmung mit Holzweichfaser oder Isofloc und alternativ durch 160mm Außendämmung ändert? Da es auf einige andere Umstände ankommt, ist es sicherlich unmöglich auch nur einen ungefähren Heizkostenunterschied zwischen 60mm und 160mm Außendämmung zu errechnen. Im Moment werden die 85qm OG für ungefähr 1.300€ beheizt.Durch die neue Brennwerttherme, die Dämmung der Geschoßdecke und die neuen Fenster wird sich dieser Wert minimieren.

Die Laibung anzuschrägen bedeutet bei weiter außen montierten Fenstern(Kein Schießscharteneffekt), die Fachwerkbalken anzuschrägen.

Vielen Dank!



Historia,



das mit der Vorsatzschale habe ich mir aus dem Kopf geschlagen.
Die aktuelle Frage bezieht sich auf das Vormauern einer Porotonwand von innen. Sollte hier beim Mauern ein Spalt gelassen werden wie bei hist. Backsteinhäusern oft geschehen?

Oder kann es hier auch wieder Kondensatprobleme geben?
Schließlich besteht der ganze Porotonstein aus Hohlräumen.

Danke!



Mauer



ist genauso eine Vorsatzschale. Ich hatte bei mir auch im Bestand von außen nach Innen. Fachwerkwand ausgemauert, locker 5 cm alukaschierte Glaswolle und Gipskarton. Die alukaschierte Glaswolle war nicht luftdicht angebracht. Also gab es viele Hohlräume und es hat funktioniert ohne Schäden. Randbedingungen waren Südwand, eine großer Dachüberstand und auskragendes Fachwerk. Es hat gut durchgezogen, sowohl innen als auch außen und so konnte die Konstruktion problemlos immer wieder trocknen. Aber in so einem zugigen Raum braucht man große Heizungen und eine hohe Vorlauftemperatur. Bei 9000 l Öltank war für genug Nachschub gesorgt.

Ich würde mich aber darauf nicht verlassen, vor allem wenn dann eine der Schalen dicht sein sollte und die Konstruktion nicht mehr nach beiden Seite abtrocknen kann.



Bitte um Ihre Hilfe Herr Böttcher



Das bedeutet die Porotondämmsteine beispielsweise Wienerberger WDF funktionieren nicht bauschadenrisikofrei? Historia, wir sind ja thematisch bei der 24er HBL Wand.
Herr Böttcher, bitte springen Sie für mich in die Bresche (wie passend) und stellen sich vor die Industrie.
Die Frage ist wo der Unterschied zu den hist. Backsteinhäusern und modernen Porotonsteinen mit den vielen Hohlräumen ist.
Das verstehe ich wirklich nicht.



Innendämmung



Ich muß mich ausnahmsweise mal selbst zitieren:
"Genaue Aufbauanleitungen und Materialangaben können Sie ohnehin erst mal vergessen, dazu ist die Erkenntnislage zu Ihrem Gebäude viel zu dürftig."



Innendämmung



Auch eine Dämmziegelwand ist eine Innendämmung- nur eine mit schlechtem Dämmwert.
Der Hohlraum soll wie bei Kerndämmung ausgefüllt oder gar nicht erst vorgesehen werden.
Nur wozu das Ganze?
Der Dämmwert ist gering, Aufwand und Platzverlust hoch, Feuchteprobleme bleiben und Dämmziegel,
die mehr aus Luft als aus Ton bestehen sind nicht mit einer Vollziegelwand vergleichbar.

Wenn man unbedingt mineralisch bauen will könnte eine Mineralschaumdämmung vollflächig von innen angesetzt werden.

Statt dessen würde ich aber lieber eine Außendämmung mit viel besseren Dämmwerten und ohne jede Feuchteproblematik vorsehen,
vor allem wenn die Außenansicht problemlos verändert werden kann und neue Fenster eingesetzt werden sollen.

Fachwerkbalken können natürlich nicht abgeschrägt werden- können aber unverkleidet bleiben, um Platz zu sparen.

Die unterschiedlichen Dämmwerte lassen sich bei den verschiedenen Varianten genau berechnen
und mögliche Feuchteanreicherung zumindest abschätzen.

Andreas Teich



Fassade



Ich sende Euch mal ein Bild von der Südwestseite.
EG 24HBL verputzt, OG Fachwerk,Lattung Sauerkrautplatte,Putz.
Der Putz ist intakt.
Dachstuhl und Fenster werden ausgetauscht.
Wie er seht ist der Trauf recht niedrig und der Dachüberstand recht gering. Wenn ich das OG mit 60mm dämme komme ich nach Entfernung der Lattung und der Sauerkrautplatte auf folgende Auskragung an der Traufseite:

aktuell 30mm
abzgl. 50mmLattung,Sauerkrautplatte,Putz
zzgl. 60mm Dämmung
zzgl. 30mm Hinterlüftung
zzgl. 24mm Schalung
zzgl. 10mm Schiefer
Auskragung 104mm

Die Südseite hat eine 36er Wand im EG, deshalb könnte ich hier auch mit 80 oder 100mm dämmen.

Auf der Nord - und Ostseite entsehen durch die Dämmung des OG aufgrund der Anbauten im EG keine Auskragungen, hier könnte ich auch so stark wie auf der Südseite dämmen.
Der erste cm dämmt aber immer noch stärksten und eine Kantholzkonstruktion gefällt mir -warum auch immer- besser als die Stegplattenvariante, wenn auh nicht so homogen.

Wenn ich also das OG West stärker als 60mm dämme , muß ich erstens das EG von außen dämmen und Faserplatten verputzen. Hält das 50 Jahre?
Außerdem brauche ich etwas mehr Dachüberstand vor Dämmung, um danach den gleichen Dachüberstand zu haben wie jetzt. Da der Trauf sehr tief und fast im Fenster liegt(Rollokästen kommen raus,Fensteroberkante also fast schon unterhalb der Traufrinne) müsste das Dach mindestens in Dämmstärke nach oben gesetzt werden. Das habe ich eigentlich auch geplant, allerdings um die Fenster des OG frei zu bekommen.

Ich hoffe die Problematik hinreichend erklärt zu haben.

Herr Teich, sind diese Mineralschaumplatten ökologisch unbedenklich? Meinen Sie solches Material wie es von Unipor angeboten wird? Mein Ansatz ist ja bei der Inenndämmung einen mittelmäßigen Dämmesffekt zu erzielen und Bauschäden ausschließen zu können. Ansonsten würde ich im EG die in Lehm gelegte Holzweichfaserplatte nehmen und mit Lehmputz versehen.



Herr Teich



vielleicht habe ich Sie auch falsch verstanden was die Außendämmung mit Isofloc angeht.
Würden Sie diese auch als vorgehängte Fassade mit Hinterlüftung ausführen?
Oder so:
http://www.lehmbau-dk.com/naturd%c3%a4mmstoffe.html

Über eine Antwort würde ich freuen.



Außendämmung mit Stegträgern und Zellulose



Mögliche Ausführung siehe Bild.

Die zwischen den Trägern befindliche Dämmung kann auch aus Hanf, Holzfaserplatten etc bestehen-
Zellulose bzw generell Einblasdämmungen bieten aber den Vorteil, alle Bereiche inkl der Stegzwischenräume hohlraumfrei zu dämmen und sich auch an unebene Untergründe anzulegen.

Außen kann auf die Stegträger entweder Windichtungsfolie mit Sparschalung oder eine Holzfaserunterdachplatte befestigt werden.

Wenn horizontal Rhombusbretter mit Fugen verlegt werden genügt eine minimale Hinterlüftung von 5-7 mm.
Naturschiefer kann auf 12 cm breiten und 24 mm dicker Schalung mit 20
mm Hinterlüftung -partiell bis 5 mm reduziert- verlegt werden.
Achsabstand dabei bis 60 cm.

Die abgebildete Stegträger haben eine minimale Ausladung von 160 mm,
wobei tiefere Träger nur minimal teurer sind.

Es ist aber auch möglich, sich selber eine Holzunterkonstruktion mit geringem Holzanteil zu basteln, um Wärmebrücken zu reduzieren.
Kreuzlattungen sind unnötig- besser zB Sperrholzstreifen mit Winkeln an die Wand Schrauben und vorne seitlich daran zB 40/40 mm Latten zu schrauben.

Andreas Teich