Fenstersanierung historisches Gebäude - Einfachglas



Fenstersanierung historisches Gebäude - Einfachglas

Hallo zusammen,

ich saniere momentan ein denkmalgeschütztes Hinter-Haus aus dem Jahre 1850/1860 im Raum Nürnberg/ Fürth, welches sowohl gewerblich -als Pinselfabrik - als auch zum Wohnen genutzt wurde. Angedacht ist eine Umnutzung in kleine Apartments und die behutsame Sanierung unter Erhalt möglichst vieler Originalteile und Einbauten (Türen, Beschläge, Dielenböden etc.) Derzeit beschäftigt mich sehr die Fensterproblematik und die möglichen Alternativen:

a) Erhalt und Aufarbeitung der Einfachfenster (sehr schmal) durch Einbau von Isolierglas (Histofein) - Vorteil: Optik, Nachhaltigkeit - Nachteil: sehr teuer, Schallschutz - und Wärmedämmung???

b) Erhalt der historischen Aussenfenster - Neuinstallation von Kastenfenstern innen - Vorteil: preislich wohl günstiger, besserer Schall - und Wärmeschutz - Nachteil: Optik

c) Nachbau der historischen Fenster - vom Denkmalschutz nicht erlaubt

Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt? Gibt es Empfehlungen für das weitere Vorgehen? Handwerker/ Schreiner/ Glaserempfehlungen?



Nachbau untersagt?



Kann ich mir gar nicht vorstellen, wohl aber, dass es strenge Auflagen geben wird und ggf. ein Musterfenster hergestellt werden muss.

Zumindest einen Tischler kann ich dir empfehlen: https://www.tischlerei-muender.de/

Die haben auf einer großen Baustelle hier in Chemnitz alles an Holztüren / Holzfenster im Aussenbereich gemacht und haben wirklich eine top Arbeit abgeliefert. Obendrein waren es wirklich nette Jungs.



Nachbau?



Habe lange genug schon mit Denkmalschutz zu tun.
Die können dir einen Nachbau nicht verbieten, denn was ist dann wenn die Fenster so kaputt sind, dass diese nicht repariert werden können?
Ich würde anfragen und mir schriftlich bestätigen lassen, was bei dem Gebäude bzw dem Anwesen Denkmal ist.
Dann kannst du entscheiden, was du wie machen kannst und willst.

Klaus



Antwort



Vielen Dank schon mal für die Antworten und Hilfestellungen! Laut Denkmalschutz darf ich nicht austauschen/ neubauen lassen, vielleicht müsste ich hier aber auch noch mal härter nachverhandeln! :-) Derzeit scheint die Alternative Umbau zum Kastenfenster als am sinnvollsten, ich hoffe dies ist auch optisch einigermassen ansprechend.



Die Frage



ist doch, was an dem Haus ist Denkmal.
Klar, in Caputh darf das Bett von Einstein nicht ausgetauscht werden.
Aber bei der Instandsetzung bzw Renovierung MUSS ggF einiges erneuert werden und das verbietet kein Denkmalschutzamt.
Daher noch einmal der Hinweis schriftlich anzufordern was an dem Haus so schützenswert ist.
Denn bei der Renovierung um später die Wohnungen vermieten zu können kommst du, wenn du nicht neu bzw nach Stand der Technik machst, in Konflikt mit der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Klaus



Fenstersanierung



In vielen Fällen können alte Fenster soweit aufgearbeitet werden, dass zumindest der Wetterschutz gewährleistet ist. Möglichst die alten Scheiben erhalten, sofern es originale sind. Das Neuverkitten mit dauerelastischem Fensterkitt sollten Glaser hinbekommen.
Zur Gewährleistung von Wärme- und Schallschutzanforderungen können innenseitig auf die Wand bzw in einen eingeschnittenen Falz einfache, neue Fenster mit Isoglas und schmalen Profilen montiert werden.
Da kein Wetterschutz notwendig ist können die auch nur geölt und ohne Wetterschenkel/ Aluprofile ausgeführt werden.
Am besten nur zweiflügelige Fenster ohne Oberlicht, mit Kantengetriebe nehmen.
Übliche 3-teilige Einbohrbänder, ggf aus Edelstahl, sind einfach zu montieren.

Andreas Teich



Fenster aufarbeiten



ist doch nicht die Lösung.
Wenn der TE ein Haus renoviert bzw instandsetzt, dann soll bzw muss es mehr als ein paar Jahre halten.
Die Versuche Altes mit allen Mittel, meist kostspieligen, sind nicht immer zielführend.
Früher habe ich es auch versucht Fenster zu reparieren und kiloweise Holzkitt verarbeitet und nach 3 bis 5 Jahren war es wie vor der Reperatur.
Daher ein Tipp: Denkmal anfragen und somit in Zugzwang bringen und dann entscheiden.

Klaus



Na Na



Also das halten ist nicht abhängig von neuen Fenstern, Bei mir sind die meisten Fenster aus den 50er Jahren. Einige auch so um die hundert Jahre alt. Das einzige Fenster das wirklich unrettbar kaputt ist, ist das am Heizraum, das eindeutig 1975 eingebaut wurde.

Wasser hat den Lack unterwandert und blieb drin. Die anderen Fenster, die mit Leinölfarbe gestrichen sind, waren vom Konstruktionsholz her einwandfrei. Gut, ich brauche keine Falzlüfter, da noch keine Dichtungen eingebaut sind, aber das lässt sich mit überschaubarem Aufwand nachrüsten.



Fenster erneuern oder reparieren



In meinem 100 J.j alten Haus waren alle originalen Fenster vom Holz her einwandfrei-
ich mußte nur die alten Anstriche beseitigen und neue Floatglasscheiben einsetzen un d verkitten.
Das Fenster welches völlig vergammelt war stammte aus den 60 er Jahren und mußte erneuert werden.

Ich habe bisher eine Unmenge an Fenstern ausgetauscht, wovon fast alle ausschließlich aus techn. Gründen erneuert werden sollten, aber nicht weil das Holz verrottet war.

Natürlich hängt es vom Zustand und auch der Holzsorte der alten Fenster ab, aber im Vergleich zu den Neukosten lohnt sich bei profilierten historischen Fenstern in aller Regel die Sanierung- ganz abgesehen davon, dass es sinnvoll ist, Altes möglichst zu erhalten.

Am besten sieht sich das jemand an, der alte Gebäude schätzt und nicht primär an den Gewinn beim Verkauf neuer Fenster denkt.
Evt bei der Handwerkskammer nachfragen und Tischler (evt Glaser) suchen, die zB 'Restaurator im Handwerk' sind bzw Erfahrungen im Denkmalschutz haben.
Für mich wären es 4,5 h Anfahrt was evt etwas zu weit ist.
Gibts noch Bilder der Fenster inkl Details? Evt per email

Andreas Teich



Nerven



sind langsam etwas, das durch viele "Kommentare" gestresst werden.
Niemand hier hat geschrieben: alles neu und sofort und zu jedem Preis.
Doch was soll jemand machen, der ein schönes altes Haus hat und es für die nächsten hundert? Jahre herrichten will?
Macht es wirklich Sinn, abschleichleifen und Holzkitt verteilen und Farbe draufschmieren?
Ist es nicht sinnvoller den Stand der Technik nutzen und neue Fenster zu installieren?
Und ein Tipp von mir: in einem Nachbarland im Osten bekommt man Fenster massiv Holz und abgelagert zu einem Preis für den man nicht einmal das Material für den "Restaurierungsfusch" hier kaufen kann.
Ich versuche auch alles von und an meinen alten Hütten zu erhalten und zu renovieren, aber es gibt Grenzen.

Viel Erfolg an den TE

Klaus