Fensterlaibung



Fensterlaibung

Hallo liebe community-Mitglieder,
und ich dachte zum Fenstereinbau gehört das ganze drum herum dazu. Aber ich wurde wieder mal eines besseren belehrt. Fenster reingeschraubt und gut is. Jetzt stehe ich da mit meinem Laienwissen. Ich habe erst mal alle Ritzen mit Hanf ausgestopft, weil ich kein Freund von Bauschaum bin. Das war übrigens wahrscheinlich auch das Problem der Fensterbauer. Dann habe ich noch abgedichtet mit Tescon pro clima. So weit so gut. Wie man auf dem Foto erkennen kann, habe ich oben einen Rundbogen und der Spalt zwischen Rahmen und Mauer ist ziemlich groß. Da bekomme ich nicht mal das Fensterband drüber. Und was soll ich überhaupt abschließend über das Band (bzw. am Rundbogen) drüber machen? Eine Kunststoffleiste draufgenagelt? Und oben mit Schablone Rundung schneiden? Kann mir da jemand weiterhelfen ? Weiteres Geld für Fachmänner habe ich nämlich nicht :-( Lieben Dank ! Kasza



Fensterfuge



seit über 25 Jahren verwenden wir auch Schaum - warum auch nicht in massiven Gebäuden. Okay, du willst es nicht. Den Bogen oben schäumen wir an der Anschlußfuge (!) vorsichtig aus, dannn wird der Spalt ausgemauert mit Porenbeton (passgenau geschnitten) und anschließend verputzt. Da gab es nach 25 Jahren auch keine einzige Reklamation. An den Ecken darf natürlich kein Mörtel die Ausdehnung des Profiles einengen - das sind die kleinen Details, auf die man achten muß !



Gewerkeleistung



allgmein wird das Fenster für einen Preis von 50 - 100 Euro nur montiert, der Beiputz oder die Verleistung ist immer gesondert benennen und zu verpreisen. Also soweit ist das schon okay. Die meisten Tischler können ja auch nicht putzen ....



Fenstereinbau und Montage



Sorry Olaf, das kann ich so nicht stehen lassen.
Wenn ein Fenster "Lieferung mit Einbau und Montage" vergeben wird, dann reicht es nicht, das der Handwerker das Fenster einschraubt und die Baustelle verläßt.
Der Einbau hat nach dem Stand der Technik zu erfolgen. Das ist eine "RAL-Montage entsprechend der Einbausituation"
Diese kann auch unter Zuhilfenahme des entsprechenden Bauschaums erfolgen. Wenn der Kunde Bauschaum, aus welchen Gründen auch immer, ausschließt, ist die Montage und die Abdichtung anders auszuführen. Das sollte natürlich bei der Auftragsvergabe vom ausführenden Handwerker abgefragt und geklärt werden.

Nach der Verschraubung der Fenster den Rest dem Bauherrn zu überlassen ist als Montage nicht ausreichend. Die Fenster würden von mir so nicht abgenommen und die Montage auch nicht bezahlt bis nachgebessert.
In einem gebe ich dir Recht. Der Verputz gehört nicht zur Montage und wird deshalb auch als gesonderte Position angefragt und ggf. an ein anderes Gewerk vergeben. Darauf hätte aber der Handwerker vor der Ausführung, spätestens in der Auftragsbestätigung hinweisen sollen.





Ja ich finde auch, dass der Fensterbauer wenigstens hätte darauf hinweisen können. Aber wenn man ausschließlich mit "Kollegen" arbeitet, kann man anschl. schlecht "zur Rechenschaft" ziehen.
Hat noch jemand einen Tipp, wie ich aus der Situation nun das Beste mache? Wie gesagt Bauschaum wil ich nicht. Es geht mir um gesundheitliche Bedenken. Dass man mit Bauschaum korrekt arbeiten kann, bezweifle ich ja nicht....



Auch mit "Kollegen"



sollten sich doch klare Absprachen treffen lassen. Die Art der Beziehung sagt doch erstmal nichts über die Klarheit der Kommunikation aus. Vielleicht geht es vordergründig auch nicht um "zur Rechenschaft ziehen", sondern darum, dass Du Deine Enttäuschung mal zum Ausdruck bringst.Da sähe ich auch ein Arbeitsfeld.
Zu Deinen Fragen:
- wie breit ist denn der Spalt an den Seiten ( sieht man durch die Überklebung schlecht)
- Wie siehts von Außen aus ? Wurde das Fenster gegen eine Laibung gesetzt.
- Unten wird ja wahrscheinlich eine Fensterbank eingebaut, oben an der Rundung würde ich mir aus verputzfähiger Laibungsplatte von Unger-Diffutherm o.ä. mit Schablone einen Dämmstreifen schneiden, einkleben und beiputzen.

Gruß Roland



ja


ja

die nicht genaue Beschreibung von Leistungen fürht oft zu Mißverständnissen auf dem Bau. Eine Montage muß natürlich nach Stand der Technik erfolgen - ich hatte es so verstanden, daß der Einsteller das Ausschäumen abgelehnt hat.
Lösung des Problemes : oben Ausstopfung wieder entfernen. Porenbeton aufkleben mit Putzmörtel, dabei einen Spalt zum Fenster (ca 2-3 cm) freihalten, der der nachfolgend ausgestopft wird und so die Ausdehnung des Rahmens absichert, alles bündig zum Rahmen mit Kalkputz überputzen - Kellenschnitt+Acrylfuge. Es bleibt natürlich das häßliche Abdichtband seitlich. Das würde ich wieder entfernen und ebenso machen. Man kann aber auch die Seitliche Laibung neu und dicker Verputzen und mit APU-Leisten bis an den Rahmen anschließen. Für solche Altbausituationen gibt es keine Patentlösungen, ja nach Anschlagbreite kann die Fuge 3 bis über 10 cm breit sein. Da hilft nur der Maurer. Das Band kann da keine Wunder bewirken, das funktioniert meist nur im Neubau mit der Fugen nach DIN, aber das Band muß ja noch überputzbar sein. hier bei Dir scheint es ja auf dem Rahmen aufgeklebt zu sein.
@ Markus: Wenn es erst bei der Montage zu dem "Streit" über die Fuge kam und die Lösung mit Schaum abgelehnt wurde, würde ich als Handwerker mich mit dem Kunden einigen, daß er seine Lösung ausführt und ich einen Preisnachlaß gebe, auf jeden Fall hätte ich ihn zumindest auch nicht so stehen gelassen. (Ich habe es immer komplett fertiggemacht). Aber dazu weiß ich zu wenig über den Auftrag und die Diskussion über die Fuge.



Fenstereinbau



Ohne schriftlich vereinbarte Einschränkungen muß der Fenstereinbau nach den geltenden Fachregeln erfolgen:
dh innenseitig luftdicht (zB Klebebänder)
Diese müssen mit Schlaufe verlegt werden, damit Bewegung möglich ist ohne dass das Band abreißt.
die Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk voll gedämmt
(wobei die Art des Dämmstoffs vereinbart werden kann) und
außenseitig schlagregendicht (Kompribänder, wetterfeste Klebebänder)

Von innen nach außen mit abnehmendem Sd-Wert.

Ich habe auch unsere eigenen Lärchen-Passivhausfenster mit Hanf abgedichtet, was durchaus Vorteile hat- aber etwas länger dauert.

Du könntest jetzt zuerst oben eine bogenförmig ausgeschnittene Gipsfaserplatte auf dem Fensterrahmen mit Kleber oder 2 Schrauben befestigen.
Oben auf die Plattenschmalseite vorher Spachtelmasse auftragen und dann einsetzen.
Für die Seitenflächen Mineralschaumplatten/Gasbetonplatten schräg zuschneiden, sodaß die Dicke der Platte am Fenster das Klebeband abdeckt-
zum Raum hin für besseren Lichteinfall nur 1-2 cm dick schneiden.

Nicht-Ökos würden XPS-Platten verwenden.

Die Platten dann mit Fliesenkleber oder Spachtelmasse auf Zementbasis ankleben- ggf vorher den Laibungsputz begradigen, damit alles vollflächig verklebt werden kann.
Alternativ Wärmedämmputz verwenden.

Die Vorderkante abrunden/fasen, damit kein Eckenschoner verwendet werden muß.

Andreas Teich





Hallo zusammen und lieben Dank für die vielen guten Tipps.
@Roland, der Spalt in der Rundung oben beträgt gut und gerne 5cm. An den Seiten unterschiedlich, bis 2 würde ich sagen.
Von außen (Foto) steht das Fenster oben an, an den Seiten das gleiche Problem. Zieht gerade auch schön Feuchtigkeit. Das mit der verputzfähiger Laibungsplatte für die Rundung hört sich schon mal gut an
@Olaf, einen Maurer habe ich an Bord. Ich frage ihn mal, was er zur Porenbetonvariante hält. Klingt nicht zu kompliziert. Die seitlichen Spalten sind aber zu schmal für diese Lösung. Da vielleicht wie du sagst Verputzen und mit APU-Leisten arbeiten. Wenn ich das Band wieder wegmache, verputze ich dann aber direkt auf den Hanf? Das Band habe ich geklebt. Nur beim ersten Fenster bin ich soweit reingekommen. Musste erst üben. Und dass es nicht überputzbar ist, habe ich auch erst später erfahren. Der Auftrag war einfach nur "Fenster einbauen". Als die Jungs dann kamen und ihren Bauschaum auspackten, habe ich gestoppt. Daraufhin kamen nur die Schrauben zum Einsatz. War ganz klar auch fehlende Komunikation meinerseits. Aber ich bin zum ersten Mal Bauleiter :-)Und einen Nachlass gabs schon, aber das war für das Festglaselement, welches sie ruiniert haben.
@Andreas, danke..du würdest die seitlichen Gasbetonplatten dann direkt auf das Fensterband kleben? Und was heißt mit Schlaufen verlegen? Und außen habe ich ja bisher auch nur Hanf in den Spalten. Dort wollte ich eigentlich direkt mit so Gewebeband überputzen. Aber direkt auf den Hanf? Manmanman... ist das alles eine Wissenschaft für sich
Schönen Abend allen Kasza



Schlagregendicht ?



Ich bezweifle, ob das so fachgerecht eingebaut ist. Olaf oder Hr. Mattonet könnten da sicher mehr dazu sagen. Ich hätte außen Kompriband in die Fuge verbaut. Auch außen sollten jetzt mindestens Anputzleisten verwendet werden, um das dicht zu kriegen. Ich hatte auch angenommen, es handelt sich um ein Fenster, scheinen doch mehrere zu sein. Irgendwie passen die auch nicht so richtig in die Öffnung mit dem oberen Bogen. Naja, nu sind se drin. Ein Maurer muss jedenfalls noch ran, schon wegen des Außenputzes.



zu


zu

innen dürfte fast alles gesagt sein. Auch außen muß beigeputz werden - da sollte bei Bereitschaft des Maurers über Fensterbänke aus Naturstein nachgedacht werden und die Laibung Fensterseiti komplett neu Verputz werden - mit APU-Leisten ebenso. Um das ganze etwas abzurunden, könnte man bereite Gewände putzen, um so auch den Putzanschluss zu kaschieren - hier dann noch farblich gestaltet.

Zur Frage wegen den Bogen - wenn kein Bogenfenster bestellt wurde, ist der Abschluß oben eigentlich in Ordnung, die seitliche Rahmenbreite hängt auch von der Anschlagbreite ab - kan ich so nicht beurteilen. Kompriband wäre eigentlich Standart - offensichtlich ist die Montagetruppe fachlich fast 20 Jahre hinterher. Insofern wäre doch eine Mängelanzeige gerechtfertigt - aber allein kommt man da kaum weiter. Das sollte sich dann einer vor Ort ansehen und die fachlich beraten anhand der Unterlagen und der Absprechen. Würde dann sicher ein Rechtsstreit.



Fenstereinbau



Außen solltest du Anputzprofile verwenden-vorher die Laibungen gerade beiputzen und die Profile für den deckputz verwenden.

Alternativ hätte vor dem Fenstereinbau ein Anschlag geputzt werden können.
Dazu zB in der Ebene, in der die Fenster sitzen, Leisten in die Laibung nageln oder verspreizen, dann verputzen.
Anschließend außen auf den Fensterrahmen Kompribänder so befestigen, dass sie beim Einsetzen gegen die Schmalseite der Putzschicht stoßen.
Zur Sicherheit kannst du außen auf dem Rahmen und über der Hanfdämmung diffusionsoffene, überputzbare Klebebänder verkleben.

Innen sollten die Dichtungsbänder überputzbar sein- alternativ mit Putzträgerplatten oä abdecken.
Mineralschaumplatten würden dabei auch so auf dem Putz halten und nicht auf deinem Klebeband-die Putzfläche ist breit genug dazu.

Auch wenn Fenster ein in der Detailplanung oft wenig beachtetes Bauteil sind sollten Anschlüsse und die genaue Ausführung gut geplant werden-
schließlich wird dieses Bauteil am stärksten von Wind und Wetter belastet, hat viele Funktionen zu erfüllen, ist dämmtechnisch das schwächste Teil in der Wand, sodaß hier Mängel schnell zutage treten- von Schimmel- und möglichen Feuchteschäden gar nicht zu reden.

Die Außen- und Innenfensterbänke sollten unterseitig gedämmt werden.Das Fenster muß gegenüber der Außenfensterbank natürlich auch sorgfältig abgedichtet werden- hat es unterseitig eine Nut oder wie ist hier der Anschluß vorgesehen und was soll hier eingebaut werden?

Andreas Teich



Fenstereinbau nachträglich..


Fenstereinbau nachträglich..

.. zu bessern ist immer sehr schwierig .
Leider ist , so wie es aussieht nicht viel mehr verkehrt zu machen .

Auch das schöne Luftdichtband ist mE. nicht für mineralische Untergründe vorgesehen 8-(

Natürlich kann jetzt passend zu den Plastefenstern eine Kunststoffleiste innen angesetzt ( geklebt ? ) werden , die könnte dann auch an die Innenlaibung gedichtet werden ( Acryl oä. ? )

Und für den Außenanschluß gibt es doch sicherlich auch was vom Systemgeber .

alternativ : Alles ausbauen und mit von den Vorschreibern beschriebenen Techniken nochmal machen ( RAL- konform "3seitig§ dicht pp )
besten Gruß
Jürgen Kube
Ps.
Plastefenster einbauen und dann kein PU-Schaum wollen leuchtet nicht sofort ein ?





Sogar von der EU wurde Bauschaum als "möglicherweise krebserzeugend" klassifiziert. Und die EU ist nicht gerade für voreilige Aussagen in Gesundheitsfragen bekannt. Zudem können durch Luftfeuchtigkeit krebserregende Diamine entstehen, welche die Hausbewohner über die Raumluft einatmen. Ich lebe soweit möglich im Einklang mit der Natur und nicht gegen. Das ist eine Lebenseinstellung. Und Kunststofffenster sind ein Zugeständnis an meinen Geldbeutel. Wäre mir auch nicht bekannt, dass diese Allergien und Sensibilisierungen auslösen. Es sei denn optisch. . Also, so schlimm wie es hier kommentiert wird, ist es doch gar nicht. Die Fenster wurden reingeschraubt. Ich habe mit Hanf gestopft und mit einem Fensterband, welches nicht überputzfähig ist abgeklebt. Mehr ist noch nicht passsiert. Und vor allem nichts, was nicht rückgängig gemacht werden könnte. Es steht auf jeden Fall zur Debatte, die Fenster noch mal rauszuholen und es richtig zu machen. Kompriband und so... Danke und Grüße Kasza



Kunststofffenster an sich



sind sicher nicht allergieauslösend. PU-materialien auch nicht, wenn sie ausreagiert sind -sonst würde der Topfkratzerschwamm oder die Matratze, der Autositz usw. ja auch verdächtig sein. Beim Kunststofffenster geht es eher um die Umweltbelastung bei der Herstellung und den Rohstoffschludrian, wenn ich die Abfallmenge im Produktionsprozess anschaue; und die Weichmacher im fertigen Produkt? Und: Wie weit geht eine Lebenseinstellung? Ja, so schlimm ist es doch gar nicht.