Fensterkonstruktion

08.06.2007



Hallo allerseits,

wir möchten (müssen) unser gerade erworbenes Fachwerkhaus mit minimalen finanziellen Mitteln wohnlich machen, und möchten außerdem gerne den Fassadeneindruck mit den geteilten Holzfenstern erhalten. Aber ich traue mich nicht, den Beteuerungen von K. Fischer und anderen zu glauben, dass einfach verglaste Fenster bei einer Strahlungsheizung hinreichen. Die Vorbewohner, die in den bewohnten Räumen Fenster zugemacht oder durch Verbundfenster ersetzt haben, werden gewusst haben, warum. Darum werde ich wohl diejenigen Fenster, die unrettbar kaputt sind, durch gleich aussehende Kastenfenster ersetzen. Bei den anderen habe ich mir folgende Konstruktion überlegt und hätte gerne fachkundige Meinungen dazu:
Die Lehmwände im Erdgeschoss sind ca. 60cm dick. Die vorhandenen Einfachfenster sitzen ganz außen in der Wand; die Fensternische ist entsprechend tief. Ich möchte an die Innenseite der Nische zweiteilige Schiebefenster aus einfachen, schmal gerahmten Glasscheiben anbringen, ähnlich, wie man sie an Vitrinen hat. Das müsste billig sein, energetisch wirken wie ein Kastenfenster, ein tiefes Blumenfenster schaffen und gut aussehen, weil keine Fensterflügel in den Raum hineinragen.
Oder?



Unterschiedliche Filosofien...



KF´s Gedanken und Ansätze stellen eine Richtung dar, die andere wäre in Richtung Dämmtechnik zu marschieren...
Ob es das eine oder andere Sinn macht, ohne hier jetzt wieder endlose Diskussionen vom Zaun zu brechen, entscheidet sich im wesentlichen über das Bauwerk mit den Ansprüchen und Wünschen des Bewohners.
Schiebefenster, in Form von Vitrinenverglasung als innenliegende zweite Fensterebene zu benutzen ist energetisch aber generell unsinnig, weil diese Fensterebene nie diffusionsdichter als die eigentliche Verglasung sein wird. Auf dieser Weise sammelt sich eher dort warme, Feuchte Luft, die als Kondenswasser auf der Innenseite der äußeren Verglasung ablaufen wird.
Dann lieber so lassen oder über einen anderen Lösungsansatz nachdenken.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Fensterkonstruktion



Was das dämmen betrifft, werden wir wohl einen Kompromiss eingehen und die (von der Straße nicht sichtbare) Nordhälfte des Fachwerk-Obergeschosses mit einer Außendämmung und Isolierglasfenstern versehen, die Südhälfte dagegen lassen, wie sie ist. Aber das ist, wie Du sagst, eine andere Diskussion.
Den Einwand mit der Feuchtigkeit verstehe ich. Aber stört das auch die Wärmedämmung? Wenn die Luft zwischen den Fenstern warm und unbewegt ist, müsste sie doch ganz gut isolieren, oder?



Fensterkonstruktion



Hallo Herr Konrad,
die warme Luft ist nicht unbeweglich im Fensterzwischenraum. Das passiert nur, wenn es keinen Druckunterschied und keine Temperaturdifferenz zwischen Innen und außen gibt. An der kalten Innenseite des Außenfensters kühlt sie sich ab und sinkt nach unten. An der warmen Innenseite erwärmt sich die Luft wieder und steigt nach oben, es entsteht eine Art Wirbel bzw. Kamineffekt. So haben sie einen ständigen Wärmetransport durch Konvektion von innen nach außen, wenn es außen kälter ist. Je kleiner der Abstand zwischen den Scheiben bzw. je kleiner die eingeschlossene freie Luftmenge, je geringer dieser Effekt.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Zur Erläuterung von Fensterkonstruktionen ---



--- hier ein ein älterer Beitrag von mir. Allerdings
sind nur die wichtigsten Punkte beschrieben. Die baulichen Gegebenheiten zind von Fall zu Fall unterschiedlich. Die beschriebene Version zeigt z.B. den Idealfall eines echten Kastenfensters mit Futter ( Zarge ). --- Will damit sagen,
daß ein nachträglich montiertes Innenvorsatzfenster ebenfalls ein Futter haben muss, damit ein geschlossenes Systen entsteht.
--- Bitte auch den Folgebeitrag beachten.




Bohrungen bringen NICHTS ! --- [pubimg 9556]



Zur Erläuterung von Fensterkonstruktionen ---



Folgebeitrag --- Grundsätzlich ist bei Kastenfenstern , wie auch bei nachträglich eingebauten Innenvorsatzfenstern ein
minimaler Scheibenabstand anzustreben. ( wie Georg Böttcher bereits schrieb )
- Hier die Kopie eines älteren Beitrages von mir :


Ein Mittelwert --- [pubimg 9053]



Iso-Glas für alte Fenster



Dieses Iso-Glas ist nur 1cm dick, sieht aus wie Einfachverglasung und lässt sich in alte Fenster einbauen. Muss man sicher gucken, dass dann nicht die Rahmen zur Schwachstelle werden und gammeln. Aber auf jedenfall optisch eine wunderschöne Lösung, wenn man seine alten Fenster erhalten möchte:

http://www.doerr-fenster.de/



Danke



Danke für die sehr hilfreichen Antworten. Isolierglas klingt mir nach einer guten Lösung für diejenigen Fenster, die ich auf jeden Fall erhalten möchte. Herr Milling wird voraussichtlich übernächste Woche E-Post von mir bekommen; ich könnte ein Angebot gebrauchen.

Mit besten Grüßen,
Konrad Lehmann