Fenstereinbau im Balkenrahmen. Direkt oder über Lehmputz?

21.03.2021 solocan

Fenstereinbau direkt in Balkenrahmen. Direkt oder über Lehmputz?

Hallo zusammen,

ich saniere gerade ein Fachwerkhaus. (Bj. 1909, kein Sichtfachwerk, kein Denkmalschutz). Da kommen neue Fenster und Außendämmung. Vom Konzept her wird hier nach Beratung von Energieberater und Bauphysiker eine Vorwandmontage ansgestrebt - zumindest mit Überlappung. Der Einbau von Fenstern wird im Prinzip auch nach RAL gemacht. Bei Massivbauten ist mir auch klar, wie das gemacht wird.

Nun das einzige wo ich mir nicht sicher bin ist der holzschutztechnische Aspekt bei der Montage. Konkreter: Sollte man beim Fachwerk auch die Innenfläche von Balken Verputzen oder das Fenster direkt am nackten Holz anbringen und abdichten.

Mein Bauchgefühl sagt wärmebrückentechnisch direkt am Holz - und holzschutztechnisch irgendein Zwischenschicht (Lehmputz) damit das Holz nicht angegriffen wird.

Oder bringt man am Balken hierzu einen anderen Schutzschicht wie Dampfsperrfolie etc.?

Ich bin etwas zwiespältig und freue mich, Meinungen von euch Fachwerkexperten dazu zu hören.

Anbei eine Skizze dazu.

MfG



Fenstereinbau im Fachwerk



Wenn eine Außendämmung auf das Fachwerk kommt gibt es keine Feuchtigkeitsprobleme.
Die Fenster sollten mit der Außenseite der Wände bündig sitzen, damit es in den Leibungen keine Wärmebrücken gibt.
Dazu musst du die fensterumrahmenden Balken auch nicht verputzen.
Im Gegenteil, wenn die Balken arg schief und krumm sind, kannst du die noch begradigen, damit du die Anschlußfugen einfacher ausstopfen kannst.
Meine Empfehlung: Verwende dazu keinen Montageschaum, sondern Stopfhanf. Der verträgt sich mit dem Holz besser als der Schaum.
Wenn du das Holz zusätzlich noch ein wenig schützen willst, kannst du es satt mit Leinöl streichen. Das reduziert den Feuchteeintrag. Ist aber kein Muss.
Wichtig ist die Winddichtung von außen, aber das sollte der Fensterbauer wissen.

PS: Deine Zeichnung ist sehr klein, man kann sie kaum lesen.



dass die



es wissen, war auch meine Wunschvorstellung. Ich bin nach deren Aussagen nun anderer Meinung...

Danke für deine Antwort.

Fenster bauen wir vmtl. selber ein. Auch wenn wir da einen Fenstermonteur holen, werde ich ihn nicht einfach machen lassen. Da wird leider sehr sehr viel Unfug gemacht und mir ist es zu gefährlich. Dass es auch gute unter denen gibt, bezweifele ich nicht. Nur das weiß man erst im Nachhinein.

Deine Beschreibungen decken sich weitestgehend mit meinen Vorstellungen. Nur, was hältst du von der Vorwandmontage? Zwar ist es aufwändiger, aber (lt. Energieberater und Bauphysiker) werden die Wärmebrücken minimiert. Das hat er sogar simulativ verglichen.

Leider sieht man das Bild nur in der Galerie größer.. Hier ein Link dazu
https://community.fachwerk.de/upload/orginal/holz-lehmputz-fenster-i27805_202132114587.png



"Vorwandmontage"



"dass die es wissen, war auch meine Wunschvorstellung."
Da hast du allerdings Recht.......genau so ist die Erfahrung die ich immer wieder mache.
Es gibt leider viel zu viele Pfuscher in dem Gewerk. Vor allem wenns mal auch nur ein bischen kompliziert wird.
Das Problem ist nur, wenn du die Fenster selbst einbaust wird dir der (in dem Fall) "Lieferant" keine Gewährleistung wenn sich ein Fenster mal verziehen sollte, o. ä. geben. Dann hast du es nämlich falsch eingebaut und hast die Beweislast, dass dem nicht so ist.

Was die "Vorwandmontage" angeht, also den Einbau ganz in die äußere Dämmebene, das ist natürlich, was Wärmebrücken betrifft, das Nonplusultra. Dazu müssen die Rahmen entweder extra breiter hergestellt werden, um sie von außen auf das Fachwerk zu montieren, was wahrscheinlich den Preis mehr oder weniger verdoppelt und das Risiko birgt, dass sich die Fenster verziehen, weil das Fachwerk nie exakt senkrecht und gerade ist, oder du schraubst, besser dübelst mit langen Holzdübel, vor das Fachwerk passende Kanthölzer, in die die Fenster gesetzt werden. Dabei könntest du in diese Hölzer Falze fräsen, gegen die du die Rahmen dann mit dem Kompriband von innen anschlagen kannst. Das hat den Vorteil, dass du die Fenster von innen montieren kannst, du kannst die Falze ausmessen und exakt anpassen und die Rahmen sind vom Fachwerk etwas entkoppelt.
Dann kannst du die umlaufende Montagefuge mit Hanf ausstopfen.
Wenn du vorm Einbau der Rahmen die innenseitige Dämpfbremsfolie nicht auf die Innenseite der Rahmen, sondern seitlich an die Rahmen klebst, kannst du diese nach dem Ausstopfen der Fuge schön flach und mit einer kleinen Schlaufe (die Bewegung ausgleicht) in die Ecken/Winkel drücken und auf den Fachwerkbalken ankleben. Darauf dann eine kleine Deckleiste nageln und fertig.
So musst du die Balken in den Laibungen nicht unbedingt verputzen/verkleiden, sondern kannst sie auch sichtbar lassen und hast den größtmöglichen Öffnungswinkel der Flügel erreicht. (ich finde es blöd wenn Fenster nur zu max. 90° öffnen gehen und die Flügel dann weitestmöglich in den Raum rein ragen....)



Ja



Danke für die Beschreibungen und Empfehlungen. Nur, ob wir den Vorbaurahmen mit zimmermannsmäßig gefertigten Vorrahmen realisieren oder mit einem Fertigsystem wie das da unten, müssen wir uns noch überlegen.

https://www.illbruck.com/de_DE/produkte/abdichtungssysteme/vorwandmontage-system/

Das wird vmtl. günstiger. (Und auch einfacher?)

Und noch was: Habe ich richtig verstanden; Du würdest zwischen den Tragwerkrahmen und vorgesetzten Fensterbaurahmen auch Kompriband bringen, um die Unebenheiten abzudichten? Das klingt tatsächlich auch vernünftig..



vorbaurahmen wird heute z.b. aus ..



Purenit gefertigt....
das gibt es in "kantholzform" zu kaufen...damit kann man einen Rahmen aussen auf die Wand setzen und darin das Fenster einsetzen.

gruß




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