Fensterausschnitt vergrößern Bruchsteinhaus

25.11.2019 robnroll94



Hallo,

Ich bin seit Kurzem stolzer Besitzer eines alten Bruchsteinhauses aus dem Jahre 1650. Soweit haben die vorherigen Besitzer alles sehr liebevoll modernisiert und instand gehalten, auch wir haben jetzt seit einiger Zeit bereits viel Arbeit in Renovierungsmaßnahmen gesteckt und nun haben meine Frau und ich uns gefragt, ob und wie weit eine Vergrößerung von Fensterflächen möglich ist. ...

Das Haus ist überwiegend aus Sauerländer Wackestein erbaut, die Wände sind 50-60cm dick. Betreffende Fenster beginnen ca. 40-50cm über dem Boden und enden auf Augenhöhe, weswegen uns in erster Linie an einer Vergrößerung „nach oben“ gelegen ist. Mir ist klar, dass man damit auch automatisch mit dem Fenstersturz konfrontiert wird und dass dies gewisse statische Probleme birgt, doch vielleicht besteht ja doch etwas Hoffnung...?

Leider habe ich noch nicht mehr Informationen, wenn jemand bereits Erfahrungen in der Umsetzung solcher Projekte gemacht hat, würde ich mich sehr über Antworten freuen, ob überhaupt Aussicht auf Erfolg besteht und wie man so etwas am Besten angeht.

Vielen Dank im Voraus

LG Robin



Erfahrungen habe ich,



bei einer Bruchsteinwand gelingt einem ein Durchbruch nur, wenn man des doppelte der gewünschten Öffnungsfläche als Abbruch in Kauf nimmt, weil rinsgsum massenhaft Material rausbricht. Anschließend muss wieder ausgemauert werden. Das hauptproblem wird im Einsetzen des neuen Sturzes bestehen. Wenn Sie keinerlei Erfahrungen in dem Bereich haben, würde ich das einem gutem Maurer überlassen. Grundsätzlich geht das also schon, die Frage ist nur, wie wird die Optik des Hauses verändert ? Und zwar von außen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die geringe Brüstungshöhe innen durch eine spätere Anhebung des Fußbodens entstanden ist. Eine Vergrößerung der Fenster greift in die Außenansicht ein, ich habe da bei uns im Dorf die in den 70-igern vergrößerten ( i.d.R. verbreiterten) Fenster vor Augen. Da verschieben sich die Proportionen der Ansicht und der gesamte Charakter des Hauses geht verloren. Sie haben ja sicher den Kauf auch wegen des Charakters des Hauses getätigt. Viele Käufer hier im Forum reden davon, dass sie sich in ihr Haus "verliebt" haben (auch wenn ich diese Sprachinflation etwas komisch finde). Vielleicht können Sie diese Überlegungen bei Ihrer Entscheidung einfließen lassen.



Früher wurde es häufig



Früher wurde es häufig so gemacht, das einfach der alte Sturz bzw. Bogen rausgeschlagen wurde. Darüber entsteht dann durch eine statische Kräfteumlagerung ein natürliches Gewölbe und schafft so Platz um den Sturz höher zusetzen. Das kann gut funktionieren, kann aber auch daneben gehen. Darum besser nicht nachmachen.
Verrate doch erstmal woraus der jetzige Sturz besteht.



Mehr Licht!


Teileinsturz

.... so hat man das tatsächlich gemacht, trotzdem würde ich das nicht versuchen. Wie zuvor schon erwähnt: das kann auch Schiefgehen. Es gibt heute bessere Möglichkeiten.
Regional wurden unterschiedliche Mörtel gemischt und einige rieseln heute wie Sand aus der Mauer. Auf alle Fälle sollte ein Statiker hinzugezogen werden.
Anbei ein Bild mit gleichem Wunsch nach mehr Licht ,der leider anders erfüllt wurde als gedacht.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Öffnen einer Bruchsteinwand


Ausbruch einer Bruchsteinwand

... nachdem der Statiker zu Rate gezogen wurde gibt man das Vorhaben in die Hände eines altbauerfahrenen Maurers, der dann behutsam Bruchsteine aus dem Mauerwerk nimmt und nacheinander (mit Sicherungsmaßnahmen) mehrere Stürze einlegt.
Die Neue Öffnung kann die gleiche Optik bekommen wie die anderen Fenster des Hauses. Gewände, gemauert ....

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer