Das geschenkte Haus

25.08.2010



Ich habe ein Haus geschenkt bekommen, genauer gesagt ein gepflegtes (damit meine ich, dass es weder heruntergekommen noch unbewohnbar ist), offenbar trockenes Fachwerkhaus, Bj. 1898.
Die Wohnraumaufteilung im Haus wurde im Laufe der Zeit mehrmals geändert. Desweiteren wurde der Bau in der ersten Hälfte von 1900 um einen Anbau erweitert. Aktuell beträgt die Wohnfläche etwa 95 m² auf zwei Etagen. Das Dachgeschoss habe ich allerdings nicht mit eingerechnet, da bisher keine Nutzung stattfand (noch nicht mal von Schädlingen der nagenden Art) und sich ohnedies in, sagen wir mal, einem Rohzustand befindet.
Eine Unterkellerung besteht nur zur Hälfte der bebauten Fläche, dort befindet sich auch die vor ca. zwei Jahren überholte Gasheizung. Die Fenster (EG) sind zwar doppelt verglast, haben aber schon 20 Jahre auf dem Buckel. Hinzu kommt das hierbei keine einheitliche Auswahl getroffen wurde, so finden sich im Erdgeschoss ebenso Fenster mit Holzrahmen, wie welche mit Alu- und weißem Kunststoffrahmen. Statt einzelner, für die Fachwerke, die ich kenne, charakteristische Zimmer, wurden mehrere Durchbrüche geschaffen, die zwar die Raumarchitektur öffnete, jedoch nicht wirklich als gelungen zu bezeichnen sind, weil Balken nicht frei liegen sondern gerade so verkleidet wurden, wie das handwerkliche Geschick oder der handwerkliche Kontakt es zuließ. Kurz: Es gibt einen Rundbogen, aber auch typische Fachwerkformen sind zu erkennen (Senkrechte-45°-Winkel hoch-Waagerechte-45°-Winkel runter – Senkrechte). Das Fensterbild im 1. OG sieht ganz ähnlich aus, jedoch finden sich hier auch noch zwei Holzrahmen-Fenster mit Einfachverglasung im Schlafzimmer. Während im gesamten Erdgeschoss Marmor gelegt wurde, findet man (mit Ausnahme des Bads und Gäste-WCs natürlich) lediglich leicht fixiertes dünnes Linoleum. Der unebene Holz beplankte Boden zeichnet sich durch das Material ab.
Soweit eine kurze, wenn auch sicherlich nicht ausreichende Beschreibung, die als eine Grundlage zu einem Maßnahmenkatalog dienen soll.
Ich wünsche mir das Gebäude einheitlicher von Stil, Aufteilung, etc. her. Einer moderneren Fassadengestaltung, die im Rahmen des Fensteraustauschs, durchgeführt werden könnte, stehe ich ebenfalls positiv gegenüber (z.B. mit Holz oder Metallblechen). Ferner soll auch das Thema Energieeffizienz eine Berücksichtigung finden – Die Lage und Dachausrichtung des Hauses wäre optimal um Sonnenenergie, in welcher Weise auch immer, zu nutzen. Kann man eine Fußbodenheizung installieren? Wie Aufwendig ist es die Raumnutzung zu ändern bzw. Wasserzu- und –abläufe um zu verlegen? Was muss ich beim Bodenaufbau beachten? Wie schaffe ich es die beschriebenen Durchbrüche quadratisch zu bekommen bzw. wie kann man die Lasten die auf dem typischen Fachwerk ruhen, gemäß meiner Vorstellungen umleiten? Was mach ich mit dem Dachboden, dämmen? Wenn ja, wie? Ein Kamin soll zur Gartenseite hin angebaut werden und von zwei Räumen gleichzeitig zu nutzen sein… Ach, und alle hier aufgeführten Maßnahmen sollen natürlich preisgünstig, nicht aber billig sein – wenn ihr versteht was ich meine.
Ihr seht, ich bin noch in der Anfangsphase der Planung und dankbar für jegliche Tipps und Anregungen, der Vermittlung von dem nötigen Knowhow, das Abraten völlig überflüssiger oder sogar gebäudeschädlicher Aktionen oder für Hinweise auf gelungene Beispiele rund um das Thema: Untypisches Fachwerk trifft auch speziellen Wohngeschmack.
Ich werde versuchen das Fortschreiten meines Projekts immer mal wieder hier im Forum zu dokumentieren, wahrscheinlich im seltensten Fall ohne vor einer zentralen Frage/ zentralem Problem zu stehen, aber dennoch irgendwie freue ich mich drauf.
C.





Mit all diesen Fragen dürfte das Forum leicht überstrapaziert sein. Dafür gibts Innenarchitekten.

Bevor man zu so einem geht, sollte man wissen, was man will, und wieviel Geld man höchstens hat.

Mehrere mit Fotodokumentation und grobem Ist-Plan aufsuchen, finanzielle Schmerzgrenze nennen und ein unverbindliches Erstgespräch wünschen - um erstmals herauszufinden, ob man zueinander passt.

Bei alten Gebäuden gilt die Grundregel, von innen nach aussen immer diffusionsoffener - also wenn Metallblechverkleidung, dann bitte innen.



Reicht ein Innenarchitekt?



Bei so vielen Wünschen und Ideen hätte ich eher den Verdacht, dass es einen Architekten und womöglich auch eine Baugenehmigung braucht.

Friederike



Motto ist gut!



Hallo

Kurzer Rede langer Sinn.

Planen - dann machen.
Vorher nachdenken und überlegen mindert Kosten.

Bitte kein "Stückwerk"

Gutes Gelingen.

Bei richtiger Hlfennotwendigkeit - melden.

FK