Holzfenster Restaurieren

18.05.2009



Ich hoffe, die hier versammelten Experten können helfen...

Der Patient: 45 Jahre "alte" einfach verglaste Holzfenster und Rollläden aus Erle oder Pitchpine, vermute ich. (Eine dem verstorbenen Erbauer nahestehende Person sprach von einem skandinavischen Holz) Der letzte Hobbyexperte ist vor ca. 10 Jahren über die Rollläden mit einer Lasur gegangen, die jetzt abblättert. Einige der Rahmen sind in den letzten 30 Jahren nicht gepflegrt worden und zeigen Verwitterungsspuren. Das Haus wird nur wenige Wochen im Jahr bewohnt, also sind die Rollläden auf der Südseite extrem der Sonne ausgesetzt.

Wie gehe ich am besten bei der Restaurierung vor?

Ich würde das Holz gerne erhalten...



Fenster und Rolläden



Hallo,

die Rolläden können Sie mit dem Exzenterschleifer bearbeiten und anschließend einen Anstrich von Grund auf neu aufbauen.
Bei den Fenstern hat das keinen Zweck.
Für weniger als 100 e/m² gibt es schließlich einfache (wärmeschutzverglaste) Fenster in Normmaßen.

Grüße vom Niederrhein





Erle wird`s nicht sein, da dieses Holz nicht witterungsbeständig ist. Aber stimmt schon, das was von der Lasur noch übrig ist muss komplett runter und dann kann der Neuaubau erfolgen.
Neue gute Holzfenster kosten natürlich schon mehr wie hier aufgeführt und diese werden i.d.R. auch auf Maß gefertigt. Aber auch hier wäre bei einer Reparatur die Vorgehensweise die selbe.

Grüße,
Peter



Bei der geringen Nutzung...



ist sicher die Reparatur der sinnvollere Weg (Zeit und handwerkliches Geschick vorausgesetzt.

Davon ausgehend, daß die Rolläden eher zierlicheren Querschnittes sind, würde ich den Exzenter hintanstellen, und erstmal mit Heißluft versuchen und nur nachschleifen (oder mit Klemme in der Nase mit Ammoniak und Schleifvlies nachwaschen).

Auf den sauberen Grund eine Grundierung, danach Lasur und Wetterschutz. Vorzugsweise alles auf Leinölbasis, da blättert später nichts ab, und die Anstriche sind leichter zu warten. Ich arbeite seit Jahren erfolgreich mit "Natural" - Produkten und vertreibe diese auch, bei Interesse berate ich gern detailliert. Fotos wären schön.

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,

wie schätzt Du bei dem Produkt und einer starken Sonneneinstrahlung den Überarbeitungsintervall ein?

Grüße,
Peter



Die Überarbeitungsintervalle...



differieren natürlich, nicht nur die Himmelsrichtung, auch der Dachüberstand etc. spielen eine Rolle. Seeklima mit Salzbelastung wirkt sich anders aus, als ein Gebirgsklima.

Bei einem richtig ausgeführten Aufbau Grundierung, 2-3x Lasur, Wetterschutz könnte eine erste leichte Überarbeitung nach 3-4 Jahren sinnvoll sein, an weniger exponierten Stellen deutlich später.

Die Überarbeitung ist hier aber besonders einfach: Gutes Reinigen der betreffenden Flächen, trocknen lassen, mit Wetterschutz überwischen oder dünn überstreichen. Bei etwas Aufmerksamkeit komme ich also gar nicht in die Lasur, sondern erneuere nur den farblosen Wetterschutz. Einzelne Partien wie Wetterschenkel können auch separat behandelt werden, ohne daß es Farbunterschiede gibt.

Vorzüge aus meiner Sicht neben der einfachen Wartung: deutlich elastischere Oberflächen als im konventionellen Anstrichaufbau mit Dispersionsfarben, diffusionsoffenere Fläche.

Wichtig: Pigmentarme Lasuren schützen nur ungenügend. Konkret würde ich beim voprgeschlagenen System die Farbtöne Farblos und Rüster im Außenbereich nicht empfehlen.

Grüße

Thomas



Dispersionsbeschichtung nach 6 Jahren



Am Sonntag in Ilmenau fotografiert.

Vom renommierten Fachbetrieb mit dem Produkt eines namhaften Herstellers vollgeschmiert.

Offensichtlich hat es der versprödete Anstrich völlig satt, sich auf diesen Rahmen zu befinden.

Bei einer Öllasur ist das nicht vorstellbar (für mich zumindest).

Grüße

Thomas





Bei stark bewitterten Flächen wären die 3-4 Jahren für eine Überarbeitung schon recht gut. Gibt es vom Hersteller hierzu genauere Unterlagen und Beschreibungen? Meist halten die sich bei so was "bedeckt"...

Grüße,
Peter



Hallo Peter,



so ganz genau outet sich da tatsächlich keiner, zudem bei einer Farbe, deren Anwendung verbraucherseitig starken Schwankungen unterworfen sein kann (Schichtdicken, Trockenzeiten...).

Das von mir angegebene Intervall bezieht sich auf meine bisherigen Erfahrungen. Man sollte halt jedes Frühjahr schauen, wie der Zustand ist. Wenn's richtig matt geworden ist, wäre es halt so langsam Zeit, mit Wetterschutz zu überwischen. Da hat man in wenigen Stunden viel geschafft.

Grüße

Thomas



Holzfenster Restaurieren



Hallo,
ich habe bei unseren alten Fenstern, die auf der Wetterseite auch höchst beansprucht sind, sehr gute Erfahrungen mit den Produkten der Firma Kremer gemacht. Da gibt es ein Hartöl, das streicht man 3mal und dann ist Ruhe, Ansonsten haben wir mit Leinöl,Balsamterpentin, Eigelb Pigment Mischungen gearbeitet. Das funktioniert überall wunderbar aber leider nicht auf den Eichenfenstern der Wetterseite.Die habe ich vor 6 Jahren gestrichen und sie sehen immer noch gut aus.
Liebe Grüße Jane