fenster erhalten

02.04.2010



Liebe Gemeinde, muß jetzt einfach fragen, weil Freunde von mir einen mir unerträglichen Rundumschlag in Sachen Fenstersanierung planen. Es handelt sich um ein um 1900 erbautes Gebäude (wahrscheinlich ein Sägewerk) in das Jahrzehnte später mehrere Wohnungen eingebaut wurden. Die Fenster sind elend alt und sehr angegriffen (vermutlich Fichte aus den vor- oder Nachkriegsjahren mit schlichter 3mm Verglasung. Das soll nun in ätzende rechteckige Ku-Fenster mit Doppelverglasung umgebaut werden. Die alten Fenster sind 3-Elementig mit rundem, geteiltem Oberlicht. Wahrscheinlich ist meine Beschreibung nicht zu verstehen, ich habe aber z.Z. keine Bilder. Was kann man zum Erhalt und Reparatur der vorhandenen Fenster tun? Ich sehe abgeblätterte Farbe und in einigen Bereichen - meist unten, wo Wasser aufläuft - weiches Holz, das man mit dem Fingernagel ´rauskrazen kann. Kann man da mit gutem Gewissen eine Reparatur erzwingen wollen? Schlimm ist auch, dass "Fenstererneuerungen" mit erheblichen Subventionen (Belgien!) belohnt werden. Hat jemand einen Rat zur Erhaltung von alter Fensterholzsubstanz?
Beste Grüße und österliche natürlich
herbertchen



Moin Herbertchen,



das sind viele Fragen auf einmal......

Ich finde man soll immer Freunde davor bewahren schöne, alte Bausubstanz zu verhunzen - mit jedem einfachen Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Paint) kann man dass auf einem Foto mal simulieren, wie dass später aussieht - das hat uns vor einigen Patzern bewahrt.

Kleinere weiche Holzteile kann man rauspuhlen, mit Leinölkitt zumachen und dann wieder überstreichen und so einem Fenster nochmal zu 5-7 Jahren Leben verhelfen. Wenn allerdings die Eckverzapfungen durch sind lässt man es besser zu, oder hat irgendwann mal den Wasserschenkel in der Hand.......

Manchmal bietet es sich auch an ein zweites Fenster davor oder dahinter zu setzen, um die alten zu erhalten und trotzdem brauchbare Dämmwerte zu erhalten.

Fast alle alten Formen lassen sich nachbauen und vielleicht reicht die Subventionierung ja für die Mehrkosten gegenüber den einfachen, eckigen.

Für genaue Tipps bräuchte es Fotos und wenn das nicht in Eigenleistung gemacht wird, rechnet es sich kaum bis garnicht.

Gruss, Boris



Alte / neue fenster



Hallo,

ich nehme mal an, dass diesen Fenstern nicht gerade hoher Denkmalwert zukommt, z.B. als die ersten/letzten ihrer Art, mit seltenen Beschlägen versehen, nach denen sich ein Beschlägemuseum die Finger lecken würde, etc.
Man muss einfach sehen, dass diese Fenster nach einer gewissen Zeit perdu sind, und dann kann man sie gegen passende neue fenster austauschen. Die Betonung liegt hier auf "passende", denn die lassen sich nach Maß herstellen und sind erschwinglich, freilich nicht für 100 € den m² zu kriegen. Aber was nichts kostet, kann auch nichts sein.



danke



@boris, leider ist die Förderung in Belgien wohl anders gestrickt als in D...und deshalb haben auch schon einige Nachbarn vor gemacht, wie´s dann aussehen wird. Mein persönlicher "Spitzenreiter" ist der Nachbar mit schwarzen Ku-Fenstern, die einfach als Kasten in die rundbögigen Fensteraussparungen eingeschäumt wurden. Leider steht das Gebäude auch nicht unter Denkmalschutz und @Beckmann deshalb wird da auch nichts erhalten. Die Fenster sind in einem guten Zustand - bis auf die erwähnten Feuchtigkeitsschäden. Und außergewöhnliche Beschläge gibts auch nicht...muß ja auch nicht. Allerdings schreien die Bruchsteinwandstärken von 50-60cm für mich nach innen eingesetzten Zweitfenstern, wie bei einer Kastenkonstruktion. Leider wird sowas aber nicht bezuschusst und deshalb wird es wohl demnächst weitere Ku-Einbauten geben. Danke für die Beiträge
Herbertchen