Verglasung von Gefachen

24.02.2003


Ich hab zwar mein Traumhaus noch nicht gekauft, versuche aber schon mal Unklarheiten zu beseitigen. In "meinem" Fachwerkhaus möchte ich das Dach ausbauen und die Gefache an den Stirnseiten z.T. durch Glas ersetzen (bisher ist es mit so etwas wie Leichtbetonsteinen ausgemauert). Gibt es etwas, was ich dabei beachten muß, oder kann mir jeder Glaser dort bündig entsprechend geformte Fenster einsetzen?



ein paar Stichworte...



Ausglasung - schafft als solches ein paar bauphysikalische Problemzonen. Wie wir beispielsweise Regenwasser von der Konstruktion abgehalten? * Fenster - überall festverglaste Fenster einzubauen wäre konstruktiv besser gelöst. * Denkmalschutz - Was sagt die Denkmalschutzbehörde dazu? Begeisterung kann ich mir nur in den seltensten Fällen vorstellen! * Baugenehmigung - Sie nehmen eine wesentliche Änderung am äußeren Erscheinungsbild vor, sie werden wahrscheinlich nicht ohne eine Baugenehmigung auskommen! * Grüße aus Leipzig von



Verglasung eines Fachwerkgiebels ------



BITTE - BITTE -- tun Sie Ihrem Haus keine Gewalt an.
Sie würden erstens den alten Handwerkern schon mit diesem Gedanken nachträglich ins Gesicht spucken - weil es einfach eine Todsünde darstellt , nur alleine auf diesen Gedanken zu kommen.
Andererseits gäbe es Probleme, dadurch , weil es einfach durch die Quell -u. Schwundeigenschaften des Holzes immerwieder Glasbruch geben würde.
Mit grossem Entsetzen grüsse ich Sie dennoch recht freundlich - Andreas Milling





Hallo Frau Kobes, ganz zu schweigen von den Vorgaben vom Denkmalamt - falls denkmalgeschützt, ich glaube, dass Sie für Fenster so tief in die Tasche greifen müssten, dass Sie das Vorhaben sicherlich sowieso sein lassen. Die Fenster müsste man öffnen können (wie sollte man sie denn sonst von außen putzen?) - bedenken Sie das. Mein ehemaliger Chef hat im Hinterhof noch eine alte Scheune als Atelier für seine Frau, die selbstständig ist, ausgebaut und die eine Front verglast. Er hat es zu nem Spottpreis bekommen, da sich die Schreinerin verkalkuliert hat. Er hat aber - wenn ich mich recht erinnere - trotzdem 10 Tausend DEM dafür bezahlt. Und glauben Sie mir, wenn Sie ein Fachwerkhaus haben, da brauchen Sie da noch was und dort noch was und da sind 5 T Euro vermutlich garnimmer drin. Aber ich wünsch Ihnen, dass Sie das für sie passende Haus finden - Sie werden sehen, Sie machen dann sowieso alles anders, als Sie sich am Anfang ausdenken. Grüße Annette (die auch zuerst UNBEDINGT Kunstsstoffenster wollte und jetzt die denkmalgeeignetsten Holzfenster hat, die es gibt *grins*)





Jetzt bin ich verwirrt. Danke für die schnellen Antworten. In dem Giebel sind auf jeder Seite schon je ein altes und kaputtes Fenster drin (zum Aufmachen) und das Denkmalamt hatte nichts dagegen (das Haus unterliegt nur Bestandsschutz), solange es nicht die komplette Front ist. Ich wollte alos links und rechts vom eigentlichen Fenster ´(und vielleicht auch drüber) je ein Gefach noch verglasen lassen. Können da so große Spannungen auftreten? mehr als bei den Betonsteinen, die jetzt drin sind?



Giebelfenster



Technisch ist alles machbar, man muss es daher nicht unbedingt machen. Giebelverglasungen sind eine Mode der 70er Jahre (noch vor der Ölkrise). Große Verglasungen bringen Kältebrücken im Winter mit sich und im Sommer Wärmebrücken, vor allem weil es keinen richtigen Anschlag (wie beim Mauerwerk) gibt. Ich würde etwas behutsamer mit dieser Verglasung umgehen, machen Sie einigen Skizzen selbst, vor allem in Hinsicht auf die Inneneinrichtung. Denken Sie nicht nur an das Bild von Aussen (sieht toll aus sagen die Passanten und die Verwandten) auch drinnen muss es mit der Raumfunktion passen.
mfg
J.E.Hamesse



Verglasung von Gefachen



Auch dieses ist ein Aspekt, der nicht vergessen werden sollte:
Fenster sind die Augen des Hauses, verglaste Gefache dagegen leere Löcher. Eine gute Gestaltung der Fassade tut nicht nur dem Haus gut.
Schauen Sie doch mal hier vorbei: www.ssa.de.



ich hoff ich hab mich verlesen!!!



hallo frau kobes, wie schon oben erwähnt, hoff ich, ich hab mich verlesen; ///
ihr motto ist "mut zum fachwerkhaus", dem kann ich mit so einer aktion nicht zustimmen; ///
probleme wurden von meinen vorgängern schon zum teil beantwortet, will aber keine weiteren hinzufügen, denn wie schon gesagt hoffe ich, mich verlesen zu haben; ///
bitte haben sie den mut, ihrem haus ein gesicht zu lassen; ///
grüsse aus franken



Nur Mut Fr Kobes



Bon Jour Fr. Kobes, entgegen der anderen Meinungen und als Besitzer eines durch die geschichte überlebenden FW-Hauses kann ich nur Ihr Motto zustimmen. Als Architekt bin ich der Meinung das Fachwerkhäuser als Lebewesen betrachtet werden können, die genau so wie wir in jeden Zeitpunkt unseres Leben würdevoll behandelt werden sollen. Wir können versuchen durch Plastische Chirurgie aus eine 80-Jährige Frau ein Monster machen, das aussieht wie eine Teenager, aber es ist keine, und es wird auch keine sein. Aber ein 80-Jähriges schönes Leben bringt eine 80-Jährige Frau eine besondere Ausstrahlung, die kein Chirurg herstellen kann. Wir müssen nicht vergessen, daß das "Hauptmaterial" unsere Häuser auch das Leben selbst ist. Versuchen sie nicht die Geschichte Ihres Hauses zu vergessen, an das Glück, an das Lieben, die Freude, die Trauer der Vorgänger, die in diesen Wänden zu spuren ist. Jetzt sind sie am Zug und Ihr Leben wird sich in der Gestaltung der neuen Form ausdrucken, wird Teil der geschichte sein, das ist was unsere Hauser ausstrahlen werden sogar wenn wir nicht mehr da sind und unsere Dörfer in 50 oder 100 Jahren einzigartig machen werden. Geschichte war einmal Leben und Gegenwart wird einmal Geschichte sein. Also nur Mut und lassen sie sich nicht von orthodoxen Vorschriften und fundamentalistischen Besserwisser niederkriegen. In Bezug auf Ihre Frage, empfehle ich Ihnen die Reihe aus dem "Ökobuch Verlag". Da sind verschiede Details in eine nüchterde Form presäntiert und analysiert und können sie auch lesen das Ihr Wunsch auch machbar und auch sehr preiswert sein kann. Grüsse aus Elsass



Baut wie es Euch gefällt



kann ich da nur sagen. Wer mal Bausünden sehen will, sollte mal meine tollen Bitumenpappen auf dem schönen Eichenfachwerk bewundern. Da können verglaste Gefache sicher nur sehr schön aussehen.



Glasgefache



Halo Frau Kobes, ich stimme Jaime Viertel in vollem Umfang zu und finde fundamentalistische Ratschläge auch wenig hilfreich. Auch wenn Fachwerker mit Beton-Lobbyisten gewiss nicht viel zu tun haben, gilt der Werbespruch der Beton-Industrie: Es kommt darauf an, was man draus macht. Wenn die Verglasung mit Gefühl vorgenommen wird und das Erscheinungsbild insgesamt beachtet wird, sehe ich nichts was dagegen spricht. Warum soll sich derjenige, der sich um die Erhaltung eines Baukunstwerks bemüht, mit dunklen Räumen und kleinen Fenstern zufrieden geben, wenn das Bedürfnis nach mehr Licht zur heutigen Lebensweise dazugehört und rücksichtsvoll realisiert wird? Ich finde es immer sehr schade, wenn 'Professionals' nur mit Standardlösungen und -antworten daherkommen oder wie hier wie die Fa. Greb sogar mit Sarkasmus. Schließlich ist da auch noch das Argument der Wärmeisolierung: Früher waren die einfachverglasten, zugigen Fenster nun einmal ein Schwachpunkt, und niemand wäre auf die Idee gekommen, mit Einfachglas Gefache zu veglasen. Heute haben wir dank Iso-Glas jedoch die Möglichkeit, und ich finde die Nutzung dieses (im Vergleich zum Bau des Hauses) relativ neuen Materials legitim.
Technisch gesehen kann man Glas genauso dicht anschließen wie andere Gefache, wenn man das Glas so weit es geht nach außen setzt, die Leisten abschrägt und abdichtet und dann regelmäßig wartet (d. h. die Oberfläsche behandelt). Für die Wetterseite sind die Bedenken in technischer Hinsicht berechtigt, weil die dort auftretenden Temperatuschwankungen natürlich leicht zu Undichtigkeiten führen können und einen deutlich höheren Pflegeaufwand erfordern. Und zum Thema Spannungen und Glasbruchgefahr: Man muss dem Glas natürlich rundherum Platz lassen (1 cm) und das Glas beim Einsetzen z. B. mit Kork unterlegen. Wenn es dann trotzdem und tatsächlich nach vielleicht 20 Jahren mal einen Glasbruch geben sollte, tauscht man die Scheibe eben aus. Wo ist das Problem?!? Meine Glasgefache mit individuell angefertigten Scheiben und mit Leisten fest eingebaut sind jetzt 15 Jahre alt, und ich habe (auf der geschützen Ostseite zum Hof hin) kein einziges Problem.



Danke für den Zuspruch



Hallo Herr Kleinsorge, hallo Herr Viertel,
danke für den Zuspruch. Ich werde Platz lassen, damit sich die Scheiben ausdehnen können, und werde bestimmt auch optisch auf die Fassadengestaltung achten. Der Wärmeschutz war mir wichtig, Isolierglasscheiben sind sicher besser als die Blasenbetonsteine, die jetzt drin sind. Noch ist das Haus nicht gekauft, aber...
Viele Grüße
Tanja




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